Endlich: JNR rettet Europa

Julian Nida-Rümelin, der gelockte Adabei unter den deutschen Philosophendarstellern, äussert sich zur Lage. Zu welcher? Zu der in seinem Oberstübchen? Nein. An seinem Lehrstuhl? Auch nicht. Nein, das Thema muss schon ein bisschen größer, bedeutender sein, wenn er sich die Mühe macht etwas für die Öffentlichkeit abzufassen, zum Beispiel Europa.

Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.

Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.

Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
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