Revolutiönchen
06.07.10 – warnt vor:Menschen zu
meidende
Wussten Sie, dass es eine „Bundesunmittelbare
Stiftung des öffentlichen Rechts“ gibt, die sich mit
„Aufarbeitung“ befasst? Nein?
Dann passen Sie mal auf, was die aufarbeitet:
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
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