Despotensöhne

Noch ein Grund weshalb die Alleinherrscher weg müssen: Es kommt ja nichts Besseres nach. Der Terrorist Gaddafi hat angeblich sieben Söhne. Die bewegen sich – 5 Minuten gegoogelt – so durch die Welt: Man befreundet sich mit dem glücklicher Weise inzwischen verstorbenen Haider, prügelt Schweizer Hotelpersonal nieder, wird deswegen von der braven Kantonspolizei verhaftet und piesakt vertragsbrüchig schließlich aus der Schweiz eine Entschuldigung für ihren Rechtsstaat heraus. In Ligurien quartiert man sich einen Monat mit Hinz, Kunz und Hund im Luxushotel ein, prellt die Zeche von knapp 400.000 Euro, zwischendurch wird einer der Diktatorennachfolger schon mal mit 140 km/h in der Pariser Innenstadt geblitzt. Es versteht sich von selbst, dass heute einer dieser Thronanwärter seiner Bevölkerung erklären darf, er werde jeden umbringen, der versucht Gaddafi zu stürzen. Jeder Mafioso würde sich gern so aufführen, wenn es ihm egal sein dürfte, dass man ihn danach kennt und er außerdem den Gaddafischen diplomatischen Schutz geniessen dürfte. Warum geniessen sie den? Warum küsst Westerwelle Achmachmirdenjihad die Füße? Damit die Bildreporter frei kommen? Nein. Weil Siemens mit diesen Ländern Geschäfte machen möchte. Das alles wird toleriert, damit die Aktionäre maximal befriedigt werden. Ich weiß es nicht, würde aber stark vermuten, dass Gaddafi Siemensaktien hält.

Die Demokratie hat Nachteile. Ihr größter ist, dass sie der dämlichen Konkurrenz-Profit-Maschine nichts entgegensetzen kann. Aber sie macht es Familien etwas schwerer, sich in der Herrschaft festzusetzen. Und für diesen Schritt aus der Wüste hinaus in Richtung Zivilisation will ich sie loben.
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