Defäkierende Waffen

1999 wurden 1.816 Menschen, häufig Kinder, von so genannten Kampfhunden verletzt oder getötet. Nachdem diese Tiere sich gerne im Gesicht verbeissen, bleiben die Opfer auch im Falle des Überlebens gezeichnet. Niemand vergisst jemals den Angriff eines wild gewordenen Kampfhundes. 1.816. In Deutschland? Nein. Nur in Berlin. 2007 waren es noch 859. Ich korrigiere das einmal, des leichteren Rechnens wegen und um eine eventuelle Dunkelziffer zu berücksichtigen, auf 1.000. In Berlin sind 6.000 Kampfhunde angemeldet. Mehr als zweimal täglich will demnach eine dieser auf Bürgersteige defäkierenden Waffen nicht mehr nur spielen, wird vom Hundehalter ausserdem entsichert und schiesst los. Was würde in unserer Republik geschehen, wenn jede sechste Kuh einen Menschen zermalmte? Wenn jedes sechste Auto während der Fahrt die Lenkung blockierte? Wenn jede sechste Frau einmal Ihren Mann verprügeln würde? Das würde passieren: Notschlachtung. Schrottpresse. Psychopharmaka. Aber die Kampfschmuser (http://ksgemeinde.de) – wer sich vor denen fürchtet, der versteht sie einfach nicht. Zum Glück muss ich nicht alles verstehen. Nicht den Blutdurst von Kampfhunden und nicht die seelischen Verwicklungen, die aus einem Mitbürger einen Kampfhundhalter machen. Vor manchem reicht es, einfach zu warnen.

http://www.sueddeutsche.de/,tt8m1/panorama/144/304121/text/

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