Feb 2012
Schöffel, weiß, was Frauen mögen
28.02.12 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Welche Damen sich da wohl angesprochen fühlen? „Ein Fleeceschal für Damen mit dezent eingefassten Kanten“. Schwer zu sagen. Ich würde vielleicht eher zugreifen bei einem Schöffel „Ledergürtel für Herren mit dezent eingefassten Wampen“.
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Vodafone sucks terribly
28.02.12 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Vodafone sucks
Vodafone sucks and sucks and sucks
Und so ging es weiter: Nachdem Vodafone mein Passwort im Klartext übers Netz geschickt hatte, beschwerte ich mich. Die Beschwerde wurde mit einem Geschenk beantwortet, einer Tasse mit Vodafone-Logo. Die Botschaft ist klar: Wer mault, soll wenigstens für das Unternehmen werben, mit dem er unzufrieden ist. Irgendwann hatte dort eine Marketingfachkraft die glänzende Idee: Machen wir doch einfach aus unzufriedenen Kunden Kaffee trinkende Litfasssäulen.
Eine Rechnung bekam ich deshalb noch nicht zugeschickt. Ich kündigte daraufhin die Ermächtigung zum Lastschrifteinzug. Hoppla, das ging schnell: Eine Woche später – und das ist im Vodafone-Universum Lichtgeschwindigkeit – lag die Rechnung im Briefkasten. Mit zwei Extraposten Sonderkosten. Einmal 1 Euro für eine papierene Rechnung und noch einer für "abweichenden Zahlungsweg". Ich hab denen geschrieben, dass ich derartige Zusatzkosten nicht akzeptiere, was mit einer Mahnung beantwortet wurde. Neun Euro Mahngebühr für eine reklamierte Rechnung. Dieses freundliche Gesprächsangebot habe ich mit einer Kündigung beantwortet. Alle Anschlüsse Festnetz und Mobil, per Fax und Einschreiben mit Rückschein. Muss ich erwähnen, dass ich bis heute keine Bestätigung habe?
Gestern hat eine Dame von Vodafone angerufen, natürlich ungefragt, mit dem Einleitungsscherz: "Jetzt will ich doch einmal p e r s ö n l i c h hören, weshalb sie gekündigt haben." Das wurde ein verdammt kurzes Telefonat.
Ich habe mir heute meinerseits eine halbe Stunde Zeit genommen und in der Hotline „Der nächste freie Mitarbeiter wird sie ganz persönlich ignorieren“ angerufen. Wo denn die Kündigungsbestätigung bleibt, die ich für den Antrag auf Rufnummernmitnahme benötige? Der Herr meinte, was ich denn wolle, die bekäme man immer erst zum Ende der Vertragslaufzeit. Ich verlangte sofort eine wegen der Rufnummernmitnahme. Er meinte, er müsse das erst mit der Fachabteilung klären. Einige Minuten in der Warteschleife später, wusste er mehr. Ich kann eine bekommen und wohl schon nächste Woche, versprechen können er mir da aber nichts. Ich fragte ihn, ob er mir eventuell eine Auskunft geben könne, die ich in meiner bislang unbeantworteten Kündigung angefragt hatte. Was kostet es eigentlich, die Rufnummer mitzunehmen? 5, 10, 15 Euro? Ich bin ja phantasievolle Gebühren von Vodafone inzwischen gewöhnt. Er sagt routiniert: 49 Euro. Kundenfrage: Und für 49 Euro kann ich vielleicht eine pünktlich ausgestellte Kündigungsbestätigung erwarten? - Hotline-Antwort: Sie können erwarten, was sie wollen. Vodafone live.
Vodafone sucks and sucks and sucks
Und so ging es weiter: Nachdem Vodafone mein Passwort im Klartext übers Netz geschickt hatte, beschwerte ich mich. Die Beschwerde wurde mit einem Geschenk beantwortet, einer Tasse mit Vodafone-Logo. Die Botschaft ist klar: Wer mault, soll wenigstens für das Unternehmen werben, mit dem er unzufrieden ist. Irgendwann hatte dort eine Marketingfachkraft die glänzende Idee: Machen wir doch einfach aus unzufriedenen Kunden Kaffee trinkende Litfasssäulen.
Eine Rechnung bekam ich deshalb noch nicht zugeschickt. Ich kündigte daraufhin die Ermächtigung zum Lastschrifteinzug. Hoppla, das ging schnell: Eine Woche später – und das ist im Vodafone-Universum Lichtgeschwindigkeit – lag die Rechnung im Briefkasten. Mit zwei Extraposten Sonderkosten. Einmal 1 Euro für eine papierene Rechnung und noch einer für "abweichenden Zahlungsweg". Ich hab denen geschrieben, dass ich derartige Zusatzkosten nicht akzeptiere, was mit einer Mahnung beantwortet wurde. Neun Euro Mahngebühr für eine reklamierte Rechnung. Dieses freundliche Gesprächsangebot habe ich mit einer Kündigung beantwortet. Alle Anschlüsse Festnetz und Mobil, per Fax und Einschreiben mit Rückschein. Muss ich erwähnen, dass ich bis heute keine Bestätigung habe?
Gestern hat eine Dame von Vodafone angerufen, natürlich ungefragt, mit dem Einleitungsscherz: "Jetzt will ich doch einmal p e r s ö n l i c h hören, weshalb sie gekündigt haben." Das wurde ein verdammt kurzes Telefonat.
Ich habe mir heute meinerseits eine halbe Stunde Zeit genommen und in der Hotline „Der nächste freie Mitarbeiter wird sie ganz persönlich ignorieren“ angerufen. Wo denn die Kündigungsbestätigung bleibt, die ich für den Antrag auf Rufnummernmitnahme benötige? Der Herr meinte, was ich denn wolle, die bekäme man immer erst zum Ende der Vertragslaufzeit. Ich verlangte sofort eine wegen der Rufnummernmitnahme. Er meinte, er müsse das erst mit der Fachabteilung klären. Einige Minuten in der Warteschleife später, wusste er mehr. Ich kann eine bekommen und wohl schon nächste Woche, versprechen können er mir da aber nichts. Ich fragte ihn, ob er mir eventuell eine Auskunft geben könne, die ich in meiner bislang unbeantworteten Kündigung angefragt hatte. Was kostet es eigentlich, die Rufnummer mitzunehmen? 5, 10, 15 Euro? Ich bin ja phantasievolle Gebühren von Vodafone inzwischen gewöhnt. Er sagt routiniert: 49 Euro. Kundenfrage: Und für 49 Euro kann ich vielleicht eine pünktlich ausgestellte Kündigungsbestätigung erwarten? - Hotline-Antwort: Sie können erwarten, was sie wollen. Vodafone live.
Wulff ist jetzt Gauck und für kein Zehnerl weniger überflüssig
20.02.12 – warnt vor:Menschen zu meidende
So spricht der Konsenskandidat, mit der „konservativen Grundierung“:
„…ich bin noch nichtmal gewaschen.“
„Das schadet auch nichts, dass Sie sehen, dass ich überwältigt und auch ein wenig verwirrt bin.“
Er weiß von seinem Vorgänger, die Nähe zu den Maschmeyers zu suchen, die es überall gibt in unserm Land, wird seine Hauptaufgabe sein - er kann es nur nicht auf Deutsch sagen: “Aber eins weiß ich, dass die Nähe von Menschen, die Ja sagen zur Verantwortung, die es überall gibt in unserem Land, nicht nur auf der politischen Ebene, die wird meine Hauptaufgabe sein.“
„Im Moment bin ich mehr verwirrt.“
„Und am meisten bewegt es mich, dass ein Mensch, der noch geboren ist in diesem finsteren, dunklen Krieg und der 50 Jahre in der Diktatur aufgewachsen ist, und hier seine Arbeiten getan hat, nach der Wiedervereinigung, die Sie dankenswerterweise erwähnt haben, dass ein solcher Mensch jetzt an die Spitze des Staates gerufen wird.“
Ein verwirrter Pfaffe, ein Diktaturopfer, von dem selbst die Stasi angenehm überrascht war, der danach den Drecksjob der DDR-Abwicklung für die Siegerseite übernahm, der soll nun seine Belohnung kriegen. Soll er.
Heute feiert mein Sohn seinen Kindergeburtstag. Manchmal spiegelt sich der Makro- im Mikrokosmos, dass ich vor lauter Koinzidenz ganz von den Socken bin.
„…ich bin noch nichtmal gewaschen.“
„Das schadet auch nichts, dass Sie sehen, dass ich überwältigt und auch ein wenig verwirrt bin.“
Er weiß von seinem Vorgänger, die Nähe zu den Maschmeyers zu suchen, die es überall gibt in unserm Land, wird seine Hauptaufgabe sein - er kann es nur nicht auf Deutsch sagen: “Aber eins weiß ich, dass die Nähe von Menschen, die Ja sagen zur Verantwortung, die es überall gibt in unserem Land, nicht nur auf der politischen Ebene, die wird meine Hauptaufgabe sein.“
„Im Moment bin ich mehr verwirrt.“
„Und am meisten bewegt es mich, dass ein Mensch, der noch geboren ist in diesem finsteren, dunklen Krieg und der 50 Jahre in der Diktatur aufgewachsen ist, und hier seine Arbeiten getan hat, nach der Wiedervereinigung, die Sie dankenswerterweise erwähnt haben, dass ein solcher Mensch jetzt an die Spitze des Staates gerufen wird.“
Ein verwirrter Pfaffe, ein Diktaturopfer, von dem selbst die Stasi angenehm überrascht war, der danach den Drecksjob der DDR-Abwicklung für die Siegerseite übernahm, der soll nun seine Belohnung kriegen. Soll er.
Heute feiert mein Sohn seinen Kindergeburtstag. Manchmal spiegelt sich der Makro- im Mikrokosmos, dass ich vor lauter Koinzidenz ganz von den Socken bin.
Ein wenig Sloterdijk ins Deutsche übertragen
14.02.12 – warnt vor:Menschen zu meidende
Aus einem Werbe-Interview der SZ, das ein neues, 714 Seiten füllendes Buch vom Fernsehphilosophen Sloterdijk bekannt macht:
"Sie haben ein ziemlich positives Menschenbild.
Ich gehe von einer starken ontologischen These aus: Intelligenz gibt es. Aus ihr folgt eine starke ethische These: Intelligenz existiert in positiver Korrelation mit dem Willen zur Selbstbewahrung.
(Zu deutsch: Manche sind so schlau, nicht an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen.)
Seit Adorno wissen wir, dass diese Korrelation in Frage gestellt werden kann - das war die suggestivste Idee der älteren Kritischen Theorie.
(Zu deutsch: Die Kritische Theorie war am überzeugendsten, als ihr die Idee kam: Manche sind zwar schlau, sägen aber an dem Ast, auf dem sie sitzen.)
Sie ging von der Beobachtung aus, dass die Intelligenz sich in der Richtung irren kann und Selbstzerstörung mit Selbsterhaltung verwechselt. Dies gehört zu den unvergesslichen Lektionen des zwanzigsten Jahrhunderts.
(Zu deutsch: Wir lernen aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts Unvergessliches. Nämlich: Hitler war zwar schlau, er verwechselte aber etwas, als er an dem Ast sägte, auf dem er saß.)
Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist eine affirmative Theorie der globalen Ko-Immunität.
(Zu deutsch: Hitler ist tot. Jetzt stehe ich auf der Tagesordnung.)
Sie begründet und orientiert die vielfältigen Praktiken des gemeinsamen Überlebens.
(Zu deutsch: Wenn wir überleben, dann durch mein Buch.)
Haben Sie eine Utopie entworfen?
Mir stehen die Haare zu Berge, wenn Sie behaupten, das sei utopisch! Wenn Sie recht hätten, stünde ich in der Tradition der verrückten Weltverbesserer."
(Zu deutsch: Wenn sie nur den "Weltverbesserer" streichen, haben sie recht.)
"Sie haben ein ziemlich positives Menschenbild.
Ich gehe von einer starken ontologischen These aus: Intelligenz gibt es. Aus ihr folgt eine starke ethische These: Intelligenz existiert in positiver Korrelation mit dem Willen zur Selbstbewahrung.
(Zu deutsch: Manche sind so schlau, nicht an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen.)
Seit Adorno wissen wir, dass diese Korrelation in Frage gestellt werden kann - das war die suggestivste Idee der älteren Kritischen Theorie.
(Zu deutsch: Die Kritische Theorie war am überzeugendsten, als ihr die Idee kam: Manche sind zwar schlau, sägen aber an dem Ast, auf dem sie sitzen.)
Sie ging von der Beobachtung aus, dass die Intelligenz sich in der Richtung irren kann und Selbstzerstörung mit Selbsterhaltung verwechselt. Dies gehört zu den unvergesslichen Lektionen des zwanzigsten Jahrhunderts.
(Zu deutsch: Wir lernen aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts Unvergessliches. Nämlich: Hitler war zwar schlau, er verwechselte aber etwas, als er an dem Ast sägte, auf dem er saß.)
Was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist eine affirmative Theorie der globalen Ko-Immunität.
(Zu deutsch: Hitler ist tot. Jetzt stehe ich auf der Tagesordnung.)
Sie begründet und orientiert die vielfältigen Praktiken des gemeinsamen Überlebens.
(Zu deutsch: Wenn wir überleben, dann durch mein Buch.)
Haben Sie eine Utopie entworfen?
Mir stehen die Haare zu Berge, wenn Sie behaupten, das sei utopisch! Wenn Sie recht hätten, stünde ich in der Tradition der verrückten Weltverbesserer."
(Zu deutsch: Wenn sie nur den "Weltverbesserer" streichen, haben sie recht.)
Wenn die Erde bebt, geraten ...
14.02.12 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Immobilien in Bewegung.

Bin ich der Einzige, der bei dieser Bild/Wort-Kombi denkt: Hoffentlich ist es Beton?

Bin ich der Einzige, der bei dieser Bild/Wort-Kombi denkt: Hoffentlich ist es Beton?
Ein Mann und sein selbst erdachter Stuhl
07.02.12 – warnt vor:Menschen zu meidende
Unter dem sehr gewagten Titel „Design ist eine Form des Denkens“ finde ich ein Interview mit dem Designer Konstantin Grcic, der wohl denkt, in solchen Sätzen ließe sich ein Gedanke entdecken: „Ich lebe gerne mit Dingen, die gar nicht so gut funktionieren. Solche Produkte haben etwas, an dem man sich reiben kann. Dadurch bleiben die lebendig.“ Ich lese gern solche mal eben dahin gequatschten Sätze, mit denen sich ein angesehener Designer um einen neuen Job bei Fiat bewirbt. Weniger gern lese ich das: „Das finde ich auch den Reiz (!) und den Reichtum unserer Kultur, aber ich möchte dann bitte auch einmal sehen, dass der Eames Stuhl neben einen (!) wahnsinnig neuen Stuhl von irgendjemanden (!) steht.“ Er wünscht ganz schlicht, sein Stuhl möge berühmter sein als der Eamessche („Warum sieht man denn immer noch diesen blöden Eames-Stuhl in all diesen Wohnungen?“). Aber er braucht einen Dreizeiler mit drei kapitalen Sprachvergewaltigungen, um seinen Wunsch auszudrücken. Und die fiese Interviewerin Laura Weißmüller tippt den Mist ungeschönt ab. Vielleicht auch eine Information über den Interviewten. Er gab übrigens einen Gesichtsausdruck zum Abdruck frei, der selbst einen ausgelassen Fasching feiernden Kongress stark angeheiterter Lachtherapeuten sofort sorgenvoll verstummen lassen würde. Und so klingt das dann:
„Zeitgemäß hat viel mit unserem Leben zu tun.“
„Es gibt immer irgendwo die Vorreiter. Das hat etwas mit Avantgarde zu tun.“
„Unsere Welt funktioniert heute über die Gleichzeitigkeit von ganz vielen richtigen Lösungen.“ Zum Beispiel Stuhllösungen als schöne Statussymbole: „Wir reden ja jetzt nicht über dicke Autos, sondern über den Eames Stuhl oder Chair One von mir oder einen von Jasper Morrison. Wenn das Statussymbole sind, ist das doch schön.“
Ständig rumpeln Grcic solche tiefen Bonmots durch die hohe Stirn, die freilich – es mag an mir liegen – immer nur einem Gedanken Ausdruck verleihen wollen. Ich vermute, er klagt damit wohl einen Klassengegensatz oder jedenfalls einen Lohnunterschied ein: Der Designer ist kein Schreiner. Zu was sollen solche das Tautologische streifenden Sätze sonst gut sein?
Irgendwann bläst das nebulöse, windige Gelaber auch dem Interviewer die Lichter aus und der fragt: „Kann Design wirklich die Denkstruktur fürs 21. Jahrhundert liefern?“
Jeder Mensch, der irgendeine Form des Denkens kennen und schätzen gelernt hat, würde dem Wichtigtuer antworten: „Verzeihen Sie, aber wir sollten unser Gespräch hier besser beenden.“
„Grcic: Das würde ich sofort unterstützen. Einfach weil Design ganz stark etwas mit Analyse zu tun hat, mit dem rationalem (!) Auffassen von Dingen, um daraus dann etwas Neuem (!) zu machen. Das tut jemand, der einen neuen Stuhl entwirft, aber das tut auch jemand, der an der Logistik arbeitet. Man könnte deswegen sagen, Finnland versucht über Design Thinking alles noch mal anzuschauen und zu überlegen, warum die Dinge so sind wie sie sind und wenn man das verändert, welche Konsequenz das auf viele andere Dinge hat. Design ist mal das Kreieren von ganz neuen Dingen, aber manchmal auch nur das Justieren von kleinen Stellschrauben.“ Hoffentlich auch um sie wieder festzuschrauben, wenn sie locker geworden sind.
„Zeitgemäß hat viel mit unserem Leben zu tun.“
„Es gibt immer irgendwo die Vorreiter. Das hat etwas mit Avantgarde zu tun.“
„Unsere Welt funktioniert heute über die Gleichzeitigkeit von ganz vielen richtigen Lösungen.“ Zum Beispiel Stuhllösungen als schöne Statussymbole: „Wir reden ja jetzt nicht über dicke Autos, sondern über den Eames Stuhl oder Chair One von mir oder einen von Jasper Morrison. Wenn das Statussymbole sind, ist das doch schön.“
Ständig rumpeln Grcic solche tiefen Bonmots durch die hohe Stirn, die freilich – es mag an mir liegen – immer nur einem Gedanken Ausdruck verleihen wollen. Ich vermute, er klagt damit wohl einen Klassengegensatz oder jedenfalls einen Lohnunterschied ein: Der Designer ist kein Schreiner. Zu was sollen solche das Tautologische streifenden Sätze sonst gut sein?
Irgendwann bläst das nebulöse, windige Gelaber auch dem Interviewer die Lichter aus und der fragt: „Kann Design wirklich die Denkstruktur fürs 21. Jahrhundert liefern?“
Jeder Mensch, der irgendeine Form des Denkens kennen und schätzen gelernt hat, würde dem Wichtigtuer antworten: „Verzeihen Sie, aber wir sollten unser Gespräch hier besser beenden.“
„Grcic: Das würde ich sofort unterstützen. Einfach weil Design ganz stark etwas mit Analyse zu tun hat, mit dem rationalem (!) Auffassen von Dingen, um daraus dann etwas Neuem (!) zu machen. Das tut jemand, der einen neuen Stuhl entwirft, aber das tut auch jemand, der an der Logistik arbeitet. Man könnte deswegen sagen, Finnland versucht über Design Thinking alles noch mal anzuschauen und zu überlegen, warum die Dinge so sind wie sie sind und wenn man das verändert, welche Konsequenz das auf viele andere Dinge hat. Design ist mal das Kreieren von ganz neuen Dingen, aber manchmal auch nur das Justieren von kleinen Stellschrauben.“ Hoffentlich auch um sie wieder festzuschrauben, wenn sie locker geworden sind.



