Jan 2011
Bayern schon wieder Nr. 1
31.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Wir müssen einfach überall die Besten sein: In Bayern gibt es das schwerste Abitur, die katholischste Bevölkerung, den bayerischsten Papst, die reichsten Deutschen, das romantischste Neuschwanstein, die höchste Zugspitze, das weltgrößte Bierfest und jetzt auch noch die meisten Selbstmörder. Da hat bestimmt in der Staatskanzlei einer gelesen, dass die Spanier in dieser Disziplin führend sind. Schon hat man bayernweit ein paar „Hotspots“ eingerichtet, die die Scharte wieder auswetzen. Dazu „fällt Psychiater Schmidtke ein: "Die Politik muss uns mehr dabei unterstützen, Hotspots zu entschärfen." Es hat sich nämlich gezeigt, dass an bestimmten Brücken, Türmen oder Bahngleisen immer wieder Suizide vorkommen. Sperrt man solche Orte ab, weicht nur ein kleiner Teil der Menschen, die hier Suizid begehen wollten, an einen anderen Ort aus. Die meisten können gerettet werden.“
Denn auch für den Raub des eigenen Lebens gilt: Gelegenheit macht Diebe. Vielleicht erklärt mal einer dem Psychiater, dass die Selbstentleibung ortsunabhängig durchführbar ist. Die Hotspots, die die Politik für Verzweifelte entschärfen könnte, heissen nicht Brücke, Turm und Bahngleise, sondern eher Kontostand, Pflegeheim und Arbeitsplatz. Das wird allerdings teurer als ein seniorensicheres Brückengeländer.
Denn auch für den Raub des eigenen Lebens gilt: Gelegenheit macht Diebe. Vielleicht erklärt mal einer dem Psychiater, dass die Selbstentleibung ortsunabhängig durchführbar ist. Die Hotspots, die die Politik für Verzweifelte entschärfen könnte, heissen nicht Brücke, Turm und Bahngleise, sondern eher Kontostand, Pflegeheim und Arbeitsplatz. Das wird allerdings teurer als ein seniorensicheres Brückengeländer.
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Israel macht Internet kaputt
29.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Es ist unendlich schade, dass ich regelmäßig in dem an sich sehr verdienstvollen Blog von fefe verschwörungsverliebten Unsinn zu Israel lesen muss. Ein Beispiel für mehrere:
Ein Artikel von Time „Israel Has Faith Mubarak Will Prevail“ fasst Fefe so zusammen: „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“. Ich sage Ihnen, was in dem Artikel steht: Netanyahu gehe davon aus, Mubarak werde die Aufständischen besiegen, weil er seinen Sicherheitsapparat und sein Militär besser im Griff habe, als der Kollege in Tunesien. Demokratisierung würde Israel begrüßen. Netanyahu sei aber nicht sicher, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Demokratisierung in Ägypten sei. Möglicherweise bräuchten die arabischen Staaten noch etwas, bis so ein Schritt tatsächlich gelingen könne. Schließlich könnten auch radikale Muslime die Situation für ihre Zwecke nutzen.
Mit Mubarak zu tun zu haben ist uns immer noch lieber als mit Teheran. Das steht dort. In der Haaretz steht: „Prime Minister Netanyahu and the Israel Foreign Ministry announced Friday that they are keeping close track of the volatile situation in neighboring Egypt, but are refraining from taking a political stance.“
In der Süddeutschen lese ich: „ "Es geht in diesem Kampf nicht um Mubarak gegen pro-demokratische Elemente, sondern um Mubarak und die Muslim-Bruderschaft", wird der Generalmajor a.D. und frühere Nationale Sicherheitsberater Giora Eiland zitiert.“ Wenn das stimmt, hat Israel einen sehr guten Grund, Mubarak noch eine lange Amtszeit zu wünschen. Israel hofft, Mubaraks Regierung könnte als Verbündeter erhalten bleiben, weil die muslimische Alternative die Sicherheit Israels noch mehr bedrohen würde.
Die Situation ist also so, wie jedesmal, wenn man anfängt Zeitung zu lesen. In der einen steht das, in der anderen das Andre. Und am Ende ist da ein kleines demokratisches Land, das seit seiner Gründung ums Überleben kämpft, ohne auf größeres Verständnis bei den alten Demokratien hoffen zu dürfen. Wie man in dieser Lage zu dem Schluss „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“ kommen kann, ist mir ein Rätsel. Als ob die eine Wahl hätten.
Vielleicht löst sich das Rätsel, wenn man den Fefeschen Kontext mit einbezieht. Da steht nämlich: „Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.“ Na, dann ist ja alles klar. Ich paraphrasiere fefe: Der Mossad gründet in den USA eine Firma, die es Israels Nachbarn erlaubt, die IT-TK-Infrastruktur des Landes lahmzulegen. Israel, der Unterdrückerstaat, macht gemeinsame Sache mit dem Despoten Mubarak.
Dass diese Überwachungs-Softwarefirma anstatt von Israelis in den USA genausogut von Kroaten in Frankreich oder von Russen in Polen gegründet sein, oder ganz einfach den Namen Siemens tragen könnte, das kommt Fefe nicht in den Sinn.
Wenn jemand zur Floskel „Übrigens, Detail am Rande“ greift, dann weiß ich, jetzt kommt die Hauptsache. Und die ist für einen Feind Israels immer der nächste halluzinierte Grund, Israel anzufeinden.
Update:
12:35 Uhr Iran hat die Proteste gegen die Regierung in Ägypten als "Welle des islamischen Erwachens" bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran rief die Führung in Kairo auf, die Gewalt gegen diese Bewegung zu beenden. Der erzkonservative Ajatollah Ahmad Chatami sagte beim Freitagsgebet, "die politische Achse des neuen Nahen Ostens wird bald die islamische Führerschaft und eine Demokratie sein, die auf Religion basiert".
Das wäre dann allerdings der GAU. Hoffentlich träumen die nur vom islamischen Erwachen.
Ein Artikel von Time „Israel Has Faith Mubarak Will Prevail“ fasst Fefe so zusammen: „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“. Ich sage Ihnen, was in dem Artikel steht: Netanyahu gehe davon aus, Mubarak werde die Aufständischen besiegen, weil er seinen Sicherheitsapparat und sein Militär besser im Griff habe, als der Kollege in Tunesien. Demokratisierung würde Israel begrüßen. Netanyahu sei aber nicht sicher, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Demokratisierung in Ägypten sei. Möglicherweise bräuchten die arabischen Staaten noch etwas, bis so ein Schritt tatsächlich gelingen könne. Schließlich könnten auch radikale Muslime die Situation für ihre Zwecke nutzen.
Mit Mubarak zu tun zu haben ist uns immer noch lieber als mit Teheran. Das steht dort. In der Haaretz steht: „Prime Minister Netanyahu and the Israel Foreign Ministry announced Friday that they are keeping close track of the volatile situation in neighboring Egypt, but are refraining from taking a political stance.“
In der Süddeutschen lese ich: „ "Es geht in diesem Kampf nicht um Mubarak gegen pro-demokratische Elemente, sondern um Mubarak und die Muslim-Bruderschaft", wird der Generalmajor a.D. und frühere Nationale Sicherheitsberater Giora Eiland zitiert.“ Wenn das stimmt, hat Israel einen sehr guten Grund, Mubarak noch eine lange Amtszeit zu wünschen. Israel hofft, Mubaraks Regierung könnte als Verbündeter erhalten bleiben, weil die muslimische Alternative die Sicherheit Israels noch mehr bedrohen würde.
Die Situation ist also so, wie jedesmal, wenn man anfängt Zeitung zu lesen. In der einen steht das, in der anderen das Andre. Und am Ende ist da ein kleines demokratisches Land, das seit seiner Gründung ums Überleben kämpft, ohne auf größeres Verständnis bei den alten Demokratien hoffen zu dürfen. Wie man in dieser Lage zu dem Schluss „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“ kommen kann, ist mir ein Rätsel. Als ob die eine Wahl hätten.
Vielleicht löst sich das Rätsel, wenn man den Fefeschen Kontext mit einbezieht. Da steht nämlich: „Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.“ Na, dann ist ja alles klar. Ich paraphrasiere fefe: Der Mossad gründet in den USA eine Firma, die es Israels Nachbarn erlaubt, die IT-TK-Infrastruktur des Landes lahmzulegen. Israel, der Unterdrückerstaat, macht gemeinsame Sache mit dem Despoten Mubarak.
Dass diese Überwachungs-Softwarefirma anstatt von Israelis in den USA genausogut von Kroaten in Frankreich oder von Russen in Polen gegründet sein, oder ganz einfach den Namen Siemens tragen könnte, das kommt Fefe nicht in den Sinn.
Wenn jemand zur Floskel „Übrigens, Detail am Rande“ greift, dann weiß ich, jetzt kommt die Hauptsache. Und die ist für einen Feind Israels immer der nächste halluzinierte Grund, Israel anzufeinden.
Update:
12:35 Uhr Iran hat die Proteste gegen die Regierung in Ägypten als "Welle des islamischen Erwachens" bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran rief die Führung in Kairo auf, die Gewalt gegen diese Bewegung zu beenden. Der erzkonservative Ajatollah Ahmad Chatami sagte beim Freitagsgebet, "die politische Achse des neuen Nahen Ostens wird bald die islamische Führerschaft und eine Demokratie sein, die auf Religion basiert".
Das wäre dann allerdings der GAU. Hoffentlich träumen die nur vom islamischen Erwachen.
Herrn Westerwelle dämmert was
28.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Wadi-Blog zitiert unseren Aussenminister mit diesem schönen Satz:
„Wir erkennen jetzt in diesen Wochen, dass die Stabilität eines Landes nicht durch die Gewährung von Bürgerrechten gefährdet ist, sondern durch die Verweigerung von Bürgerrechten und Menschenrechten werden Gesellschaften instabil. Das ist sehr lehrreich.“
Jahrelang hat der Westerwelle offenbar allen, die es nicht wissen wollten, erzählt, ein Land wäre desto stabiler, je weniger Menschenrechte man seinen Bürgern gewährt, und jetzt das. „Wir erkennen jetzt,“ genau das Gegenteil soll stimmen? Der ist so vernagelt, dass er nichtmal die Menschenrechts-Phrasen korrekt aufsagen kann, die von ihm amtshalber erwartet werden.
Dabei sollte er, der so genannte Liberale, wenn er ein Fünkchen Hirn hätte, einfach nur jubeln darüber, wie die tunesische, ägyptische, jemenitische Bürgerschaft 1789 nachholt. Falls es das ist, was dort manche gerade versuchen. Mir gefällt es jedenfalls momentan wieder ganz ausserordentlich, die Zeitung zu lesen. Und ich bin weißgott kein Liberaler.
„Wir erkennen jetzt in diesen Wochen, dass die Stabilität eines Landes nicht durch die Gewährung von Bürgerrechten gefährdet ist, sondern durch die Verweigerung von Bürgerrechten und Menschenrechten werden Gesellschaften instabil. Das ist sehr lehrreich.“
Jahrelang hat der Westerwelle offenbar allen, die es nicht wissen wollten, erzählt, ein Land wäre desto stabiler, je weniger Menschenrechte man seinen Bürgern gewährt, und jetzt das. „Wir erkennen jetzt,“ genau das Gegenteil soll stimmen? Der ist so vernagelt, dass er nichtmal die Menschenrechts-Phrasen korrekt aufsagen kann, die von ihm amtshalber erwartet werden.
Dabei sollte er, der so genannte Liberale, wenn er ein Fünkchen Hirn hätte, einfach nur jubeln darüber, wie die tunesische, ägyptische, jemenitische Bürgerschaft 1789 nachholt. Falls es das ist, was dort manche gerade versuchen. Mir gefällt es jedenfalls momentan wieder ganz ausserordentlich, die Zeitung zu lesen. Und ich bin weißgott kein Liberaler.
Qualitätsjournalismus
28.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Nachrichten
Die Financial Times Deutschland am 27.1.11:

Bei dieser Überschriften wäre es mir einer Korrektur auch nicht mehr getan gewesen. Aus dem „soll eine weitere .. mitgetanzt haben“ wird in der Überschrift ganz forsch die Tatsache, die alle lesen wollen. Dazu ein sensibel gewähltes, in der Aussage ausgesprochen neutral gehaltenes Foto. Doch, das hat was. Was sehr sehr Schlechtes.

Bei dieser Überschriften wäre es mir einer Korrektur auch nicht mehr getan gewesen. Aus dem „soll eine weitere .. mitgetanzt haben“ wird in der Überschrift ganz forsch die Tatsache, die alle lesen wollen. Dazu ein sensibel gewähltes, in der Aussage ausgesprochen neutral gehaltenes Foto. Doch, das hat was. Was sehr sehr Schlechtes.
Achten Sie auf Ihr Gesicht!
25.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende

In München schwiemelt ein mir persönlich unbekannter aber eventuell anderen Menschen recht vertrauter Champagnero seit Weihnachten dermassen gekonnt operettenhaft in die Ferne, den Arm einer ihn Anbetenden entspannt auf der befrackten Schulter: Die Menschen bleiben auf der Strasse stehen und starren auf die Litfasssäulen. So sieht ein Gentilhomme aus, der gerade leise zu sich selbst sagen will: Parbleu, bin isch ein schneidig fescher Hund oder nischt? Gleichzeit flüstert sein von kultivierter Begierde und allerhand Sekt perlender Blick auch noch den Damen in der allerletzten Reihe zu: Isch werde sie naturellement und mit dem größten Vergnügen ins Elysium pudern, Verehrteste, aber erst muss isch hier noch die Gala zuende singen, à votre santé!
Meine verehrten männlichen Leser: Bitte versuchen Sie nie so zu schauen wie der. Es sei denn Sie legten es darauf an, einmal größere Ansammlungen von sehr sehr reifen Damen überwältigt in die Ohnmacht flüchten zu sehen. Dann können Sie das ruhig üben.
Endlich: JNR rettet Europa
13.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Julian Nida-Rümelin, der gelockte Adabei unter den deutschen Philosophendarstellern, äussert sich zur Lage. Zu welcher? Zu der in seinem Oberstübchen? Nein. An seinem Lehrstuhl? Auch nicht. Nein, das Thema muss schon ein bisschen größer, bedeutender sein, wenn er sich die Mühe macht etwas für die Öffentlichkeit abzufassen, zum Beispiel Europa.
Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.
Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.
Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.
Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.
Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
Ein Herz für Geld
13.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Gestern Abend gab es eine feine Sendung im Ersten, die das fröhliche Politbordell in Deutschland an einem besonders gelungenen Beispiel etwas beleuchtete. Das ganze Pack in seiner traumhaften Synergie von Politik und privaten Bereicherungsinteressen, auch Opfer kommen zu Wort, denn eins ist klar: Die Geldmenge in jeder Volkswirtschaft ist konstant. Fliessen einem Maschmeyer 500 Mio auf seine Konten, müssen die zuvor andernorts flüssig gemacht worden sein. So entsteht im System immer ganz von selbst eine ausgeglichene Bilanz von Champagner hier und Tränen da. „Der Drückerkönig und die Politik“. Da lohnt sich das glotzen mal, auch wenn es nicht unbedingt froh macht. Sehen, staunen und sich übergeben sind da quasi eins.
Deutsche Ärgernisse
11.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Denken Sie manchmal übers Auswandern nach? Dann könnten Sie sich solange mit den Beobachtungen einer Gleichgesinnten trösten, bis sie den Mut dazu finden: Deutsche Ärgernisse auf Wordpress. Toller Tipp? Bitte, gern geschehn. Ich warne nicht.
Grenzprobleme in Kalifornien
11.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Menschen zu meidende
Victor David Hanson ist ein studierter Mann. Er ist eloquent, sportlich und geht mit wachen Augen durch seine kalifornische Heimat. Was er sieht, ist Müll, dazwischen Aliens. In einem durchaus interessanten Artikel alarmiert er seine Freunde der oberen Mittelschicht Kaliforniens wegen der Gefahr aus dem Süden. Er rennt dabei offene Türen ein, wenn man sich die Kommentare zum Artikel anschaut. Warum ich das erwähne? Weil das Bürgertum in unserem Heimatschland offenbar die gleichen Ängste hat wie in Kalifornien und nach ähnlichen Lösungen sucht. Die Logik ist die Sarrazinsche: Schuld am allgemeinen Niedergang des Gemeinwesens ist immer der, der kein Mathe kann, den Müll aus dem Autofenster wirft und am Ende nicht mal von hier ist. Ergo wäre es besser, er bliebe da, wo er hergekommen ist. Das Problem wird an der Grenze zu Mexiko gelöst.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.


