Jul 2008
Quark – Abenteuer und Kontrolle bei der Arbeit
31.07.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Ich bekomme Reklamepost: „Wir haben unseren Anwendern
aufmerksam zugehört und von Ihnen erfahren, dass
Grafikdesign weit mehr als nur ein Job ist – nämlich
Leidenschaft. Spannung, Konzentration, Abenteuer und
Kontrolle bei der Arbeit – all das bietet Ihnen
QuarkXPress 8 Tag für Tag. „
Das heisst wohl, die Zeit der spannungsfreien, ruhigen Beschäftigung im Grafikdesign ist vorbei. Nie mehr gelassen ein paar bunte Felder hin- und herschieben, etwas Fülltext einfliessen lassen und dann erstmal schön Käffchen mit Zigarettchen? Ich muss mich ab jetzt mächtig konzentrieren, damit diese Software mich nicht Tag für Tag in neue Abenteuer stürzt, die sie im Rahmen der Arbeitskontrolle dann vollautomatisch meinem Chef petzt? Ist das der Segen der Version 8? Leidenschaft ist, was Leiden schafft?
Das heisst wohl, die Zeit der spannungsfreien, ruhigen Beschäftigung im Grafikdesign ist vorbei. Nie mehr gelassen ein paar bunte Felder hin- und herschieben, etwas Fülltext einfliessen lassen und dann erstmal schön Käffchen mit Zigarettchen? Ich muss mich ab jetzt mächtig konzentrieren, damit diese Software mich nicht Tag für Tag in neue Abenteuer stürzt, die sie im Rahmen der Arbeitskontrolle dann vollautomatisch meinem Chef petzt? Ist das der Segen der Version 8? Leidenschaft ist, was Leiden schafft?
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Defäkierende Waffen
30.07.08 – warnt vor:Gefahren
in Flora und Fauna | Menschen, zu
meidende
1999 wurden 1.816 Menschen, häufig Kinder, von so
genannten Kampfhunden verletzt oder getötet. Nachdem
diese Tiere sich gerne im Gesicht verbeissen, bleiben
die Opfer auch im Falle des Überlebens gezeichnet.
Niemand vergisst jemals den Angriff eines wild
gewordenen Kampfhundes. 1.816. In Deutschland? Nein.
Nur in Berlin. 2007 waren es noch 859. Ich korrigiere
das einmal, des leichteren Rechnens wegen und um eine
eventuelle Dunkelziffer zu berücksichtigen, auf
1.000. In Berlin sind 6.000 Kampfhunde angemeldet.
Mehr als zweimal täglich will demnach eine dieser auf
Bürgersteige defäkierenden Waffen nicht mehr nur
spielen, wird vom Hundehalter ausserdem entsichert
und schiesst los. Was würde in unserer Republik
geschehen, wenn jede sechste Kuh einen Menschen
zermalmte? Wenn jedes sechste Auto während der Fahrt
die Lenkung blockierte? Wenn jede sechste Frau einmal
Ihren Mann verprügeln würde? Das würde passieren:
Notschlachtung. Schrottpresse. Psychopharmaka. Aber
die Kampfschmuser (http://ksgemeinde.de) – wer sich
vor denen fürchtet, der versteht sie einfach nicht.
Zum Glück muss ich nicht alles verstehen. Nicht den
Blutdurst von Kampfhunden und nicht die seelischen
Verwicklungen, die aus einem Mitbürger einen
Kampfhundhalter machen. Vor manchem reicht es,
einfach zu warnen.
http://www.sueddeutsche.de/,tt8m1/panorama/144/304121/text/
http://www.sueddeutsche.de/,tt8m1/panorama/144/304121/text/
Na schau
23.07.08 – warnt vor:Menschen, zu
meidende
Mal sehen, was die Gesichtserkennung sagt, wenn ich
die Brille abnehme...
Peter Fonda ist noch im Rennen, muss aber den Titel im Doc-Vogl-Look-alike-Contest an Howard Hughes abgeben und trägt, seltsam seltsam, jetzt eine Brille.
Heath Ledger ist neu dabei, kann dieses freudige Ereignis aber leider nicht mehr selbst erleben.
Olivia Newton-John läßt mich an der Unfehlbarkeit der Gesichtserkennungssoftware ernsthaft zweifeln.
Wenn mal sonst nichts mehr geht, werde ich Seniorenschlagzeuger, spanischer oder irischer Ministerpräsident oder Sänger in der Boygroup Westlife bei Mark Feehily. Oder ich werde erst wahnsinnig reich und dann einfach wahnsinnig wie Howard Hughes. Mit meinem Gesicht steht mir die Welt offen.
Jetzt seid Ihr dran: http://www.myheritage.com/FP/Company/face-recognition.php?lang=DE
Peter Fonda ist noch im Rennen, muss aber den Titel im Doc-Vogl-Look-alike-Contest an Howard Hughes abgeben und trägt, seltsam seltsam, jetzt eine Brille.
Heath Ledger ist neu dabei, kann dieses freudige Ereignis aber leider nicht mehr selbst erleben.
Olivia Newton-John läßt mich an der Unfehlbarkeit der Gesichtserkennungssoftware ernsthaft zweifeln.
Wenn mal sonst nichts mehr geht, werde ich Seniorenschlagzeuger, spanischer oder irischer Ministerpräsident oder Sänger in der Boygroup Westlife bei Mark Feehily. Oder ich werde erst wahnsinnig reich und dann einfach wahnsinnig wie Howard Hughes. Mit meinem Gesicht steht mir die Welt offen.
Jetzt seid Ihr dran: http://www.myheritage.com/FP/Company/face-recognition.php?lang=DE
Docs Doubletten
22.07.08 – warnt vor:Menschen, zu
meidende
Heute warne ich vor Gesichtserkennungssoftware. Im
Internet steht so eine Anwendung herum und wartet
darauf, von Ihnen mit Portraitfotografien beliefert
zu werden. Sie erfahren dann, welche Prominenten das
Vergnügen haben, Ihnen ähnlich zu sehen. Frau Tyndra
hat mich auf diese Internetseite aufmerksam gemacht
(http://tyndra.blogspot.com/).
Zum Ergebnis:
Mit Peter Fonda wurde ich noch nie verwechselt, obwohl er gesichtsmathematisch betrachtet mein Zwillingsbruder im Rampenlicht ist. Da können Sie lernen, was geschieht, wenn man sich, nur weil man verdammt gut aussieht, ansonsten aber ahnungslos ist, vor Kameras zerren läßt. Ich meide Kameras aus vielen Gründen, die zu schildern hier zu weit führen würde, im Wesentlichen aber, weil gefilmt zu werden nicht weit führt. Man fährt vorübergehend idiotische Motorräder mit viel zu langen Lenkstangen, macht sich den Kopf mit Drogen voll und wird am Ende erschossen.
Michael Douglas macht ein Schnütchen und guckt nach rechts, damit er nicht mit mir verwechselt wird, aber die Software ist unbestechlich und täuscht sich nie. Michael Douglas hat meine Nase.
Chuck Palahniuk. Der hat das Buch zum Film Fight Club geschrieben und hat meine Augenbrauen.
Jeff Goldblum trägt mein gewinnendes Lächeln. Er durfte zu Beginn seiner Karriere, denke ich, ein Insekt spielen und konnte sich dann bis zum Saurierflüsterer hocharbeiten. Na, immer noch besser, als lebenslang einmal der sterbende Hippie gewesen zu sein.
Aki Hakala. Wer ist Aki Hakala?
Warren G. Harding war US-Präsident und passt deshalb BESTENS in diese Reihe der mir Ähnlichen (http://www.blog.doktorvoglwarnt.info/page2/page4/page4.html).
Kirsten Dunst leidet unter meinen Backen und ist mir ansonsten so ähnlich wie Mutter Beimer.
Nur Gustav Heinemann. Ein frömmelnder Pazifist mit Stil, Sympathien für Moskau und dem Mut zur korrekten Brille. Vor dem muss man nicht unbedingt nur warnen. Den wähl ich mal zum Sieger im Doc Vogl Look-alike-Contest.
Zum Ergebnis:
Mit Peter Fonda wurde ich noch nie verwechselt, obwohl er gesichtsmathematisch betrachtet mein Zwillingsbruder im Rampenlicht ist. Da können Sie lernen, was geschieht, wenn man sich, nur weil man verdammt gut aussieht, ansonsten aber ahnungslos ist, vor Kameras zerren läßt. Ich meide Kameras aus vielen Gründen, die zu schildern hier zu weit führen würde, im Wesentlichen aber, weil gefilmt zu werden nicht weit führt. Man fährt vorübergehend idiotische Motorräder mit viel zu langen Lenkstangen, macht sich den Kopf mit Drogen voll und wird am Ende erschossen.
Michael Douglas macht ein Schnütchen und guckt nach rechts, damit er nicht mit mir verwechselt wird, aber die Software ist unbestechlich und täuscht sich nie. Michael Douglas hat meine Nase.
Chuck Palahniuk. Der hat das Buch zum Film Fight Club geschrieben und hat meine Augenbrauen.
Jeff Goldblum trägt mein gewinnendes Lächeln. Er durfte zu Beginn seiner Karriere, denke ich, ein Insekt spielen und konnte sich dann bis zum Saurierflüsterer hocharbeiten. Na, immer noch besser, als lebenslang einmal der sterbende Hippie gewesen zu sein.
Aki Hakala. Wer ist Aki Hakala?
Warren G. Harding war US-Präsident und passt deshalb BESTENS in diese Reihe der mir Ähnlichen (http://www.blog.doktorvoglwarnt.info/page2/page4/page4.html).
Kirsten Dunst leidet unter meinen Backen und ist mir ansonsten so ähnlich wie Mutter Beimer.
Nur Gustav Heinemann. Ein frömmelnder Pazifist mit Stil, Sympathien für Moskau und dem Mut zur korrekten Brille. Vor dem muss man nicht unbedingt nur warnen. Den wähl ich mal zum Sieger im Doc Vogl Look-alike-Contest.
Die Wahrheit
21.07.08 – warnt vor:Abgründe
des Bergsteigens
Wetterbericht Ostalpen für Montag, den 21.07.08: In
den Vormittagsstunden sind noch lokale Schauer
möglich … die Bewölkung lockert im Tagesverlauf auf,
es wird freundlich, teils durchwachsen …
Glücksverwöhnte, oder einfach nur sehr bedürftige Bergsteiger sehen sich bei dieser Prognose trocken von Scharnitz zum Karwendelhaus radeln, um dort vielleicht ein kleines lokales Schäuerchen abzuwarten. Haferl Kaffee getrunken und trocken rauf auf die Ödkarspitzen, hurtig von Gipfel zu Gipfel, den Brendelsteig runter – mmhhh. Jetzt nur noch locker pfeifend in der Sonne rausradeln und so stolz wie müde nach Hause fahren.
Ich habs versucht. Es hat in Strömen geregnet. Radelnd auf Augenhöhe mit der Unterkante einer finsteren, sich pausenlos entleerenden Wolkendecke. Ständig. Die ganze Zeit. Am Karwendelhaus schließlich eine neue Erfahrung: Ein Bergsteiger kann trotz Goretex so nass sein, dass er vor einem dampfenden Kaffee, den Rücken am gut beheizten Kachelofen bitterlich friert.
Das nur mal so zur Warnung, falls noch irgendwer da draussen glaubt, was solche Kachel- und andere Dunkelmänner der Bevölkerung als Vorhersagen verkaufen wollen.
Glücksverwöhnte, oder einfach nur sehr bedürftige Bergsteiger sehen sich bei dieser Prognose trocken von Scharnitz zum Karwendelhaus radeln, um dort vielleicht ein kleines lokales Schäuerchen abzuwarten. Haferl Kaffee getrunken und trocken rauf auf die Ödkarspitzen, hurtig von Gipfel zu Gipfel, den Brendelsteig runter – mmhhh. Jetzt nur noch locker pfeifend in der Sonne rausradeln und so stolz wie müde nach Hause fahren.
Ich habs versucht. Es hat in Strömen geregnet. Radelnd auf Augenhöhe mit der Unterkante einer finsteren, sich pausenlos entleerenden Wolkendecke. Ständig. Die ganze Zeit. Am Karwendelhaus schließlich eine neue Erfahrung: Ein Bergsteiger kann trotz Goretex so nass sein, dass er vor einem dampfenden Kaffee, den Rücken am gut beheizten Kachelofen bitterlich friert.
Das nur mal so zur Warnung, falls noch irgendwer da draussen glaubt, was solche Kachel- und andere Dunkelmänner der Bevölkerung als Vorhersagen verkaufen wollen.
Zugspitzopfer
15.07.08 – warnt vor:Abgründe
des Bergsteigens
Ein Mann, der nach eigener Aussage „mehr als hundert
Bergläufe“ erfolgreich durchlitten hat, vertraut dem
Spiegel – nachdem er kürzlich erfolglos versucht
hatte im Schneetreiben den Zugspitzgipfel zu errennen
– dieses an:
„SPIEGEL ONLINE: Inwiefern haben Ihnen die Rettungskräfte geholfen?
Strackerjan: Die haben mich gepackt, hochgeführt und die ganze Zeit mit mir gesprochen. Ich habe zwar die kalten Hände und Füße gespürt, aber erstmals erfahren, wie es ist, wenn der Körper auf einmal nicht mehr das tut, was der Kopf will. Nie hätte ich gedacht, dass Wind solche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Man müsste Arzt sein, um das zu wissen.“
Ich denke ganz konträr, er hat dabei erfahren, dass sein Kopf noch nie das tat, was sein Körper von ihm wollte: Denken. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Ironman Medizin studieren möchte, um zu ergründen, weshalb er sich im Schneesturm was Warmes anzuziehen hat.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,565841,00.html
„SPIEGEL ONLINE: Inwiefern haben Ihnen die Rettungskräfte geholfen?
Strackerjan: Die haben mich gepackt, hochgeführt und die ganze Zeit mit mir gesprochen. Ich habe zwar die kalten Hände und Füße gespürt, aber erstmals erfahren, wie es ist, wenn der Körper auf einmal nicht mehr das tut, was der Kopf will. Nie hätte ich gedacht, dass Wind solche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Man müsste Arzt sein, um das zu wissen.“
Ich denke ganz konträr, er hat dabei erfahren, dass sein Kopf noch nie das tat, was sein Körper von ihm wollte: Denken. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Ironman Medizin studieren möchte, um zu ergründen, weshalb er sich im Schneesturm was Warmes anzuziehen hat.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,565841,00.html
Sonnenstaat
15.07.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Menschen, zu
meidende
Bayern-SPD-Chef Ludwig Stiegler äußerte sich beim
Parteitag dergestalt, er wolle Bayern zu einem
"Sonnenstaat" machen. "Weißbier, Leberkäs und
Schnitzel, alles kommt letztendlich von der Sonne",
behauptete der wohlinformierte Stiegler. Und schloss
daraus, deswegen solle auch die Energie in Bayern
künftig von der Sonne kommen.
Ich musste mir mehrmals an den Kopf fassen, bis diese Logik auch meinem Gehirn zugänglich wurde. Aber jetzt weiß ich es. Der Stiegler irrt sich in der Herkunftsfrage und zieht deshalb die falschen Schlüsse. Die Energie in Bayern muss zukünftig von der Gastwirtschaft kommen. Kann das mal jemand dem bayerischen Gastronomieverband beibringen?
Ich musste mir mehrmals an den Kopf fassen, bis diese Logik auch meinem Gehirn zugänglich wurde. Aber jetzt weiß ich es. Der Stiegler irrt sich in der Herkunftsfrage und zieht deshalb die falschen Schlüsse. Die Energie in Bayern muss zukünftig von der Gastwirtschaft kommen. Kann das mal jemand dem bayerischen Gastronomieverband beibringen?
Der Lektor kommt spät, aber er kommt
08.07.08 – warnt vor:Nachrichten
| Bedrohungen
allenthalben
CO2-Killer
08.07.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Nachrichten
Mastermind Gülen
02.07.08 – warnt vor:Menschen, zu
meidende | Nachrichten
Die besten Antworten werden oft auf Fragen gegeben,
die niemand hat. Zum Beispiel die Spieglein,
Spieglein-Fragen „wer ist der bedeutendste
Intellektuelle der Welt?“ oder „wer ist die Schönste
im ganzen Land?“. Beide werden sehr treffend
beantwortet mit Fethullah Gülen bzw. Angela Merkel.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/948/183377/
Seltsamerweise hatte ich von Fethullah Gülen bislang noch nie etwas gehört. Ich habe mich deshalb einmal auf seiner Website umgesehen. Da gibt es eine Rubrik „Perlen der Weisheit“, die mir große Freude bereitet.
Mir hat noch nie jemand so klar und in so einfachen Worten erklärt, wozu ich eine Brille tragen muss:
Brillen sind Hilfsmittel der Augen, die Augen sind Hilfsmittel des Verstandes, der Verstand ist ein Hilfsmittel der Einsicht, und die Einsicht ist ein Hilfsmittel des Bewusstseins. Das Bewusstsein wiederum ist eine Luke, durch die der Geist schauen, und ein Hilfsmittel, mit dem er sehen kann.
Da hockt der Geist blind im Dunkeln rum, bis die Luke Bewusstsein aufgeht, hinter der bereits die Hilfsmittel Einsicht, Verstand und Brille warten, um gemeinsam endlich ein wenig Licht ins Oberstübchen zu lassen. Genau so habe ich mir das vorgestellt, hätte es aber niemals so schön vortragen können wie Fethullah Gülen, dessen Denk-Luke gewiss einem sperrangelweit offenen, von Flutlicht erleuchteten Scheunentor gleicht.
Seit Jahrhunderten fragen sich die Gelehrten der Welt, ob in der Nichtexistenz nicht vielleicht doch noch irgendwas tröstendes Kleines zu finden wäre, würde man nur genauer hinsehen, irgendein Nanoetwas, ein Krümel, ein Stäubchen, sie raufen sich die Haare, so schrecklich leer erscheint ihnen die Nichtexistenz– aber Gülen durchkreuzt diese Hoffnungen mit einem strengen Verdikt, einem großen, abschließenden Basta, für das er sich sogar auf das dünne Eis eines unendlich weiten Feldes begibt, das dem Verstand übel zusetzt:
Die Nichtexistenz ist ein schreckliches Nichts. Sie ist ein unendlich weites und dem Verstand abträgliches Feld, auf dem nicht einmal ein Stäubchen Existenz zu finden ist.
Seinen Titel als weltbedeutendster und intellektuellster Vordenker hat er sich aber vor allem damit verdient, dass er die Wahrheit kennt, was ihn zweifellos vor weniger fanatischen Intellektuellen auszeichnet.
Heutzutage werden fromme Menschen oft als Fanatiker bezeichnet. Fanatismus beinhaltet jedoch das Beharren auf falschen und blinden Behauptungen. Auf der Wahrheit zu beharren, ist hingegen eine Tugend; und wenn ein Gläubiger dies tut, darf sein Verhalten auch nicht als Fanatismus gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist er auch deshalb der mehrheitsfähigste Intellektuelle der Welt, weil er im Grunde denkt, wie meine katholische Großmutter im Niederbayerischen auch dachte, also so, wie die meisten religiösen Praktikanten welcher Glaubensrichtung auch immer:
Wer die Religion nicht anerkennt, wird früher oder später erhabene Werte wie Keuschheit, Patriotismus und Liebe zur Menschheit verschmähen.
Und ich dachte immer, wer die Menschheit liebt wird Keuschheit, Patriotismus und natürlich die Religion verschmähen. So kann man sich irren. Oder mit meiner Großmam zu sprechen: „Zerscht gengas nimmer in d´ Kirch. Dann gengas zu die Hur´n, die vaterlandslosen Hur´nböck´, die narrischen.“
Wenn Sie jetzt gerade grinsen; lassen sie es lieber:
Denen, die sich heute lustig machen
Geschrieben von Fethullah Gülen
Samstag, 10 Juli 2004
Ein Mensch, dessen Engagement bei der Anbetung Gottes mit zunehmendem Alter nicht steigt, ist ein unglücklicher Mensch. Denn er macht Verlust zu einer Zeit, in der er Gewinn machen könnte. Wenn er dies realisiert, wird er beweinen, worüber er heute noch Scherze macht.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/948/183377/
Seltsamerweise hatte ich von Fethullah Gülen bislang noch nie etwas gehört. Ich habe mich deshalb einmal auf seiner Website umgesehen. Da gibt es eine Rubrik „Perlen der Weisheit“, die mir große Freude bereitet.
Mir hat noch nie jemand so klar und in so einfachen Worten erklärt, wozu ich eine Brille tragen muss:
Brillen sind Hilfsmittel der Augen, die Augen sind Hilfsmittel des Verstandes, der Verstand ist ein Hilfsmittel der Einsicht, und die Einsicht ist ein Hilfsmittel des Bewusstseins. Das Bewusstsein wiederum ist eine Luke, durch die der Geist schauen, und ein Hilfsmittel, mit dem er sehen kann.
Da hockt der Geist blind im Dunkeln rum, bis die Luke Bewusstsein aufgeht, hinter der bereits die Hilfsmittel Einsicht, Verstand und Brille warten, um gemeinsam endlich ein wenig Licht ins Oberstübchen zu lassen. Genau so habe ich mir das vorgestellt, hätte es aber niemals so schön vortragen können wie Fethullah Gülen, dessen Denk-Luke gewiss einem sperrangelweit offenen, von Flutlicht erleuchteten Scheunentor gleicht.
Seit Jahrhunderten fragen sich die Gelehrten der Welt, ob in der Nichtexistenz nicht vielleicht doch noch irgendwas tröstendes Kleines zu finden wäre, würde man nur genauer hinsehen, irgendein Nanoetwas, ein Krümel, ein Stäubchen, sie raufen sich die Haare, so schrecklich leer erscheint ihnen die Nichtexistenz– aber Gülen durchkreuzt diese Hoffnungen mit einem strengen Verdikt, einem großen, abschließenden Basta, für das er sich sogar auf das dünne Eis eines unendlich weiten Feldes begibt, das dem Verstand übel zusetzt:
Die Nichtexistenz ist ein schreckliches Nichts. Sie ist ein unendlich weites und dem Verstand abträgliches Feld, auf dem nicht einmal ein Stäubchen Existenz zu finden ist.
Seinen Titel als weltbedeutendster und intellektuellster Vordenker hat er sich aber vor allem damit verdient, dass er die Wahrheit kennt, was ihn zweifellos vor weniger fanatischen Intellektuellen auszeichnet.
Heutzutage werden fromme Menschen oft als Fanatiker bezeichnet. Fanatismus beinhaltet jedoch das Beharren auf falschen und blinden Behauptungen. Auf der Wahrheit zu beharren, ist hingegen eine Tugend; und wenn ein Gläubiger dies tut, darf sein Verhalten auch nicht als Fanatismus gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist er auch deshalb der mehrheitsfähigste Intellektuelle der Welt, weil er im Grunde denkt, wie meine katholische Großmutter im Niederbayerischen auch dachte, also so, wie die meisten religiösen Praktikanten welcher Glaubensrichtung auch immer:
Wer die Religion nicht anerkennt, wird früher oder später erhabene Werte wie Keuschheit, Patriotismus und Liebe zur Menschheit verschmähen.
Und ich dachte immer, wer die Menschheit liebt wird Keuschheit, Patriotismus und natürlich die Religion verschmähen. So kann man sich irren. Oder mit meiner Großmam zu sprechen: „Zerscht gengas nimmer in d´ Kirch. Dann gengas zu die Hur´n, die vaterlandslosen Hur´nböck´, die narrischen.“
Wenn Sie jetzt gerade grinsen; lassen sie es lieber:
Denen, die sich heute lustig machen
Geschrieben von Fethullah Gülen
Samstag, 10 Juli 2004
Ein Mensch, dessen Engagement bei der Anbetung Gottes mit zunehmendem Alter nicht steigt, ist ein unglücklicher Mensch. Denn er macht Verlust zu einer Zeit, in der er Gewinn machen könnte. Wenn er dies realisiert, wird er beweinen, worüber er heute noch Scherze macht.