Menschen zu meidende

Da krümmt sich einer

Er hat geradlinig alles mitgenommen, was ihm von reichen Freunden auf seinem Weg nach oben natürlich ganz uneigennützig zugeschoben worden war. Jetzt, wo es rauskommt und ihm die PR zerhagelt, entschuldigt er sich so: „Das war nicht geradlinig und das tut mir leid.“ Für „falsch“ finde ich im Duden diese Synonyme: „fehlerhaft, inkorrekt, nicht richtig, regelwidrig, unkorrekt, unrichtig, verkehrt, nicht angemessen, unangebracht, unpassend, unrecht.“ Vielleicht könnte die Dudenredaktion so gut sein und das Synonymlexikon noch um den Eintrag „ungeradlinig“ (bundespräsidial) ergänzen.
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Maschmeyers größtes Glück: Freunden etwas schenken

Der Wulff schreibt ein Buch, sein Spezl bewirbt es. Maschmeyer erledigt für Wulff die Public Relations wie ein guter Freund. Dezent, unauffällig und steuerlich unanfechtbar: "Maschmeyer sagte der „Bild“-Zeitung, er habe „die Anzeigen privat bezahlt“, sie jedoch nicht steuerlich geltend gemacht. Mit Wulff habe er darüber nicht gesprochen." Er sponsert Wulffs Buch heimlich und aus purer Freundschaft? Da sollte der Wulff besser hellhörig werden. Maschmeyers Freundschaftsdienste sind nicht sehr selbstlos: Schröder hat er seine Memoiren für eine Million abgekauft. "Allerdings macht Maschmeyer deutlich, dass er anschließend die Buchrechte weiterverkauft und insgesamt mehrere hunderttausend Euro an dem Geschäft verdient hätte." Allerdings macht Maschmeyer hier deutlich, dass er Schröder mal eben über den Tisch gezogen hat.

Jetzt wird diskutiert, ob Wulff einen privaten Kredit "in Bezug auf sein Amt" bekommen hat, oder nicht. Dabei weiß doch jeder: Er hat ihn in Bezug auf sein Haus bekommen, das er davon bauen liess. Im Ernst. Es ist fast langweilig einfach: Die, die was haben, ziehen die, die gern was hätten, an wie das Licht die Motten. Und dann zappeln die Emporkömmlinge der Politik um die glamourösen Geldtröge herum, bis den noch Unbestochenen in der Politkaste die Geduld ausgeht. Wenn immer die Gleichen den Maschmeyers die Finca warmhalten dürfen, gehen einfach zu viele leer aus. Renate Künast drückt das so aus: sie glaube, „dass viele Menschen sich veräppelt vorkommen“, wenn inzwischen sogar der vergleichsweise einflusslose Präsident üppig geschmiert wird aber die grüne Puddingbrumsel nicht.
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Zu schön, um wahr zu sein

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Neuer Job, neue Lügen

"Sie sehen mich nicht in Deutschland", versichert Guttenberg.

Wenn Sie sich diesen Satz durchlesen, machen Sie sich bitte bewusst, wer ihn sprach. Der lautet nämlich, wenn man ihn durch die Faustdickelügendechiffriermaschine schickt: „Bis bald, meine deutschen Untertanen.“ Wir sehr hoffe ich, Unrecht zu haben!

Kann der nicht einfach zu Hause sein Geld zählen, wie der Papa musizieren, von mir aus Mätressen nageln oder sich von früh bis spät besaufen, wie das der Adel seit Jahrhunderten fein geübt hat? Muss er vor Kameras laufen und über Sachen mitreden, die er nicht ansatzweise begreift? Was treibt den dazu? Er sieht doch bei der Bundeswehr (1 , 2 , 3 ) selbst, was er anrichtet, wenn er was entscheiden darf.
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Das Zeug ist gut

Ich habe wirklich nicht die geringste Ahnung, was dieser Trommler zu sich genommen hat. Aber wenn es eine meiner beschwipsten Leserinnen oder einer meiner bekifften Leser weiß, dann seien Sie so gut und schicken Sie mir eine unverbindliche Probepackung. Danke. Tipp: So ca. ab 2:40 zündet die Droge im Kopf des Drummers den Nachbrenner. Bühne frei:

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Vodafone sucks

Was einen Telefonanbieter von anderen Unternehmen unterscheidet, ist im Wesentlichen, dass er nichts unternimmt. Außer vielleicht immer neue Preisverschleierungstaktiken zu erfinden, die der Mobilfunkteufel dann z. B. Superflats zu nennen den Humor hat – so flat sieht Ihr Geldbeutel aus, wenn Sie das bestellen. Ich kenne mehrere und kann das mit Bestimmtheit sagen: Bulgarische Hütchenspieler sind ein seriöses Gegenüber im Vergleich zu denen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „: Recipient address rejected: User unknown“. Das wusste ich irgendwie schon vorher. Besonders drollig ist die regelmäßige Rückfrage nach meiner Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung von Vodafone. Das wollt Ihr nicht wirklich wissen.
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
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Holt euch die Herdprämie!

Alexander Dobrindt sagt: Das Betreuungsgeld sollen Eltern bekommen, die "bereit sind, keine staatliche Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen". Verstanden, Mütter? Ihr müsst jetzt nur noch die Herdprämie abgreifen und davon die private Kinderbetreuung bezahlen. Es kommen goldene Zeiten auf Euch zu. Die Teilnahme an dem dämlichen Spiel ist für Väter natürlich ausdrücklich erlaubt. Den CSU-Schädeln ist inzwischen schon alles egal. Sie drücken jeden Unsinn durch, Hauptsache es wird dabei irgendwas privatisiert.

Ich warte noch ein wenig, bis sie das Arbeitsgeld für Selbstständige einführen, die darauf verzichten, Arbeitslosenunterstützung zu beantragen. Und irgendwann gibt es dann staatliches Urlaubsgeld für alle, die im August nicht in die staatlich geförderte Stadtranderholung gehen. Oder staatliche Alterszuwendungen für Menschen, die auf ihre staatliche Rente verzichten. Gesundheitsgeld für spinnerte Politiker, die sich nicht einweisen lassen. Oder einen Demokratieersatzbonus für alle, die den Staat entlasten, indem sie freiwillig Ihr aufwändiges Wahlrecht zu Grabe tragen. Ich bitte darum.
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Qualitätsjournalismus leicht gemacht

Erstens: Der Titel muss ziehen. Suchmaschinenoptimiert und auch sonst mit ordentlich Wallung. Mindestens Finanzkrise und Strahlenopfer und Trümmerfrauen-Edelmut. Warum also nicht: „Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima“? Ja, ist gut. Echt gut. Und dann was, was die Leute mitreisst. Erst abholt, auch die Analphabeten, und dann empört. Vielleicht so: „Berlin ist Entenhausen. Seit Mittwoch ist das amtlich. Schon die 440 Milliarden Euro des sogenannten Rettungsschirms, der Europa und den Euro auffangen soll, waren eine schwer vorstellbare Summe. Durch einen Trick der Finanz-Alchemie wurde daraus nun eine Billion Euro. Onkel Dagobert lässt grüßen.“ Genau. Schon sind alle, die sich auch nichts vorstellen können, bei ihm. Und gleich noch etwas mehr Dramatik: „Die Trümmer der europäischen Wirtschaftsarchitektur bergen eine vernichtende Gefahr für den ganzen Kontinent. Ein Finanz-Fukushima, dessen die Politik nicht Herr wird.“ Diese Worte bergen zwar logisch und grammatikalisch einen Unsinn, dessen der Deutschlehrer kaum Herr wird, aber eine notwendige Zuspitzung für die Katharsis dieses kleinen Journalliendramas sind sie durchaus: „Seit Beginn der Krise im Jahr 2008 tut Angela Merkel ihr Bestes, den maroden Reaktor des Finanzkapitalismus wieder in Gang zu setzen während doch die einzige Lehre aus dem Desaster lauten muss: Abschalten!“ Ja, abschalten, das wär´s doch, er ist so in Rage, da vergisst man schonmal die korrekte Zeichensetzung. Dann spricht er noch, was er bei der Wagenknecht gelesen hat: „Die Schulden des Staates sind die Vermögen der Reichen.“ Aber auf einmal geht es mit der SPD weiter, der zur „Zukunft Europas offenbar auch nichts anderes einfällt als der CDU“. SPD, CDU? Ein fieses Signal, das schlimme Ahnungen, es könnte vielleicht garnicht so gemeint sein, wie es sich anhört, im Leser weckt. Sie bestätigen sich wenig später in diesem Satz: „Er (Steinbrück) könnte etwas tun, was Angela Merkel nicht vermag: Vertrauen schaffen. Aber er verzichtet darauf.“ Das muss man erstmal hinkriegen: Von Entenhausen aus die Gesamtlage ins Visier nehmen, dabei die linke Kampfrhetorik bemühen, um dann am Ende nach was zu schreien? Der Enteignung der Reichen? Der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln? Der Gerechtigkeit bei Löhnen? Ich werde kleinmütiger: Dem Sozialstaat? Hm. Höheren Hartz 4-Sätzen? Nein. Er schreit nach: Vertrauen. Dem Augstein ist nicht mehr zu helfen. Bei dem Mental-Fukushima sind Aufräumarbeiten zwecklos.
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Gewalt ist keine Lösung gegen Jakob Augstein

In Berlin kam es zu politisch motivierten Straftaten. Bahnstreckenvandalen. Schlug das Herz der Saboteure rechts oder links? Keiner weiß es. Jakob Augstein vermutet links. Er schreibt das auch, dabei mitfühlend, der Provokateur reagiere auf einen Zusammenbruch des Rechts und der Moral im Land. Was Augstein in die Nähe der Linken bringt. Das macht ihn interessant. Aber es ist gefährlich für die Auftragslage eines Journalisten. Wenn er das ernst meint, muss er bald für Gremliza schreiben und davon kann sicher keiner leben. In seinem Artikel auf Spiegel Online steht vorsorglich, Gewalt sei keine Lösung. Damit ist er den RAF-Verdacht los, aber so langweilig wie zuvor. Deshalb dementiert er diesen Satz wieder im Freitag nur zur Vervollständigung des trüben Bildes, das ich mir von ihm mache: „Lieber TS, nur zur Vervollständigung. Der Satz "Gewalt ist keine Lösung" stand in meinem Artikel nicht drin. Den haben die Kollegen in Hamburg reingeschrieben. Ich will damit nicht sagen, dass ich Gewalt für eine Lösung halte. Aber ich hätte von mir aus nie geschrieben, dass sie keine Lösung ist. Das ist ein großer Unterschied. Ihr JA“.

„G
ewalt ist eine Lösung, Herr Augstein?“ – „Das will ich nicht sagen, aber von mir aus auch nicht nicht geschrieben haben.“ Danke, das genügt uns.

Das P
roblem ist bei diesem Geeiere nicht die böse Redaktion des Spiegel. Es ist der Kapitalismus im Journalismus, der immer wieder brave Journalisten dazu verleitet, so zu tun, als ob es Systemkritik in ihrem Kopf gäbe, nur weil sich der Revolutionsfake so gut bei den Frustrierten verkauft.
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Was Catinnovations an Deutschland mag

Z. B. Charlotte Roche.

Was ich an Deutschland mag: -
Mist, gestern wusste ich´s noch. Das Karwendel? Liegt größtenteils in Österreich. Dieses Land macht es mir nicht leicht, wirklich. Na eins mag ich vielleicht doch: Dass es hier so feministische Bloggerinnen gibt, die Alice Schwarzer mit einer verdammt nervigen, dementen, brabbelnden Oma vergleichen. Wie hiess die Bloggerin gleich? Irgendwas mit Katze, glaub ich. *knirsch* Oder Kathi? Innozenz? *knarz* Wenn es mir wieder *schüttel* einfällt, brabbel ich es Ihnen hier hin. Versprochen.
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Lachender Tyrann

Fefe verweist auf ein Video, das Putin angeblich beim Klettern zeigt. Er hangelt sich bis in schwindelerregende 1,20 Höhe und lässt sich dann in die Arme des Bodyguards sacken. Geschenkt. Ab Min. 0:52 wird es interessanter. Da lacht der Tyrann. Das habe ich noch nie gesehen. Unheimlich – für mich, aber wohl auch für ihn. Beim ersten Juchzer faltet er die Hände, als ob er sagen wollte: Grundgütiger, wenn mich jemand so aufgeräumt und zutraulich sieht, ist das nächste Essen bestimmt schon vergiftet. Dann lacht er aber verkniffen weiter und fasst sich zweimal an den Bauch. Wahrscheinlich Zwerchfellschmerzen wegen der ungewohnten Anstrengung beim Keckern.
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An die Front, Ihr Weicheier

Der Dr. a. D. Guttenberg hat, ehe er sein Ministeramt niederlegte, der Bundeswehr noch die Wehrpflicht unter dem stets einsatzbereiten Arsch weggezogen. Macht nichts, dachten die Marketingoffiziere der todschicken Imagetruppe. Kann man in der World-of-Warcraft-Generation durch Werbung ausgleichen. Jetzt aber mussten Sie berichten, was die teure „Werde-für-die-Heimat-zum-Mörder“-Kampagne so gebracht hat:
"Durch die in der Öffentlichkeit als hoch bewertete Zahl an gefallenen Soldaten im Einsatz kam es zu einer Änderung in der Einstellung zum Soldatenberuf“. Eine P
erle der Selbstreflexion und ein Musterbeispiel für eine gehorsame Meldung an die Großväter: Von Euch haben noch viel mehr ihr Leben für Doitschland gelassen und die kneifen wegen der paar Leichen auf dem Hindukusch?
"Der Soldatenberuf wird mit Auslandseinsätzen und Gefahr für Leib und Leben assoziiert." Bislang wurde er wohl eher mit Inlandseinsätzen im Offizierskasino und G
efahr für Leber und Hirn assoziiert.
"Die Interessen der meisten Jugendlichen sind nicht im Bereich der Sicherheitspolitik zu suchen“. Das lässt hoffen. Denn das Sicherheitsbedürfnis seelisch intakter Jugendlicher lässt sich restlos mit P
servativen befriedigen. Make Love not War.
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Hellau Hellas

Die Abrissparty kann steigen. Das sollten sich Portugal, Spanien, Irland, Italien und so manche anderen Wackelkandidaten genau ansehen. Was an Griechenland gerade durchgeführt wird, ist die billigste Art, einen Wirtschaftskrieg zu gewinnen: Man zerstört das Vertrauen in die Wirtschaftskraft eine Landes, wartet zu, bis die Depression groß genug ist und kauft den entwerteten Plunder dann für symbolische Summen auf. 16,7 Mio Eur für den Hafen von Piräus. Das Prinzip hat schon prima bei der DDR funktioniert. Wer nicht über den Tisch gezogen werden will, wird von den selbstlos rettenden Investoren abgewatscht. Schließlich beteiligen sich längst auch Hochtief und die Deutsche Telekom am Ausverkauf der griechischen Infrastruktur. Da sagt es ein bestallter Interessenvertreter der europäischen Geldelite im Klartext:

„Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende gefordert, die Regierung in Athen solle deutlich mehr Tafelsilber zu Geld machen als geplant und die Kontrolle über die Privatisierungen aus der Hand geben. „Die Europäische Union wird das Privatisierungsprogramm künftig so eng begleiten, als würden wir es selbst durchführen“, sagte er im „Spiegel“. Er forderte eine regierungsunabhängige Privatisierungsagentur, die mit ausländischen Experten besetzt werden soll. Als Vorbild nannte er die deutsche Treuhandanstalt, die den Verkauf des DDR-Vermögens leitete. Die Regierung teilte mit, einen staatlichen Fonds einzurichten, um Privatisierungen und den Verkauf von Immobilien zu beschleunigen.“
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Er kam, sah, kassierte

Eine "Begegnung mit Bracos gebendem Blick" ist sicherlich sehr reizvoll. Man steht unter Gleichgesinnten schweigend für 30 bis 40 Minuten in dem schnuckeligen Meetingraum irgendeines Businesshotels und schaut selig benommen zu, wie Er – Mister magic eyes Braco – auf seine Gäste milde herabblickt. Was für Idioten, denkt sich der Meister beim Glotzen und lächelt noch etwas natürlicher. Jeder von denen hat 5 Euro Unkostenbeitrag gezahlt. Die Veranstaltung findet stündlich statt. Wenn auch nur hundert in den Saal passen und Braco sieben Blicksessions am Tag stemmt, gibt es für ihn keinen Grund mehr, etwas zu lernen um eine vergleichbar hoch bezahlte und ähnlich überflüssige Betätigung zu versuchen, wie sie beispielsweise Anwälte oder Unternehmensberater ausüben. Die Plakatgestalter haben es klug eingerichtet, neben Bracos gebendem Blick nicht auch noch Bracos nehmende Hand mit abzubilden.

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Klappe halten statt Hände falten

Es war so klar wie das Amen in der Kirche, dass die Käßmann an Popularität noch gewinnen würde, nachdem sie wegen Alkoholabusus im Straßenverkehr erst den Lappen und dann das Amt abgeben musste. Nichts ist in der ev. Kirche so sexy wie die Gramesfalten einer Büsserin. Wenn eine das evangelische Zentralanliegen, sich mächtig bussfertig zu geben, so ideal vorlebt, dann sieht man auch gern mal darüber hinweg, was unter der dauergerunzelten Stirn so an Unsinn aus dem Sprechschlitz quillt.

Es sei "besser mit den Taliban zu beten, als sie zu bombardieren", sagte Käßmann (alle weiteren Zitate aus dieser Quelle). Betende aller Länder vereinigt euch? Vielleicht erklärt mal einer der Dame, dass genau dazu die Taliban nicht die geringste Lust haben: Mit ungläubigen Europäerinnen gemeinsam zu beten.

Dann ruft Käßmann zu weltweitem Gewaltverzicht [auf?|; "Gewaltlosigkeit heißt nicht Passivität oder Nichtstun, sondern ist auf ihre Art und Weise ein legitimes Zeugnis." Das verstehe ich. Zum Beispiel ein Zeugnis der Freude am eigenen Untergang.

Anstatt militärisch in Konflikte einzugreifen, sollte besser bereits präventiv gehandelt werden, wenn sich Konflikte andeuteten. "Frieden wird selten oder wahrscheinlich nie durch Waffen geschaffen." Das ist genau der abstrakte Pazifismus, der es den Amerikanern und der roten Armee noch heute übel nimmt, dass sie Nazideutschland in die Knie gezwungen haben.

Es ist ja nichts dagegen zu sagen, dass eine Käßmann einfach nichts kapiert von der Welt. Zum Beispiel, dass Kriegen nicht sich andeutende Konflikte zugrunde liegen, wie sie in der Paartherapie beschwichtigt werden, sondern handfeste kollidierende Interessen. Das ist ihre Sache. Es ist ja auch viel schöner einfach nur vom Frieden allerorten zu träumen, als darüber nachzudenken, weshalb es so unwahrscheinlich ist, dass er irgendwo Bestand hat. Dass sie sich aber mit dieser kindischen Habteuchdochbittelieb-Haltung dazu aufschwingt, billige Empfehlungen an irgendwie alle abzugeben und sich dabei mit ihrem offenbar kongenial vernebelten Publikum in einer ziemlich verlogenen moralischen Überlegenheit suhlt – das ist schon ziemlich versaut.
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Heile, heile Segen

Das schönste Experiment seit Wilhelm Reichs Versuchen mit dem Orgonakkumulator: „Katholische Ärzte wollen Homosexuelle mit Homöopathie kurieren“. In meiner Sprache heisst das: Komische Ärzte wollen Gesunde ohne Medizin heilen. Löblich, weil ungefährlich, wenn auch etwas unverschämt den „Patienten“ gegenüber. Erinnert mich in seiner paradoxen Aussichtslosigkeit an Heino Jaeger, der (ich weiß es nicht mehr wörtlich) einen Diät-Experten sagen ließ, man könne auch ganz ohne Diät ordentlich zunehmen. Einfach immer zwischendurch ein kleines Nahrungsplus zu sich nehmen.
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versichern heißt versaufen

Hamburg-Mannheimer ist ein verschnarchter Markenname, ERGO suchen wir uns einen neuen, dachte sich die Münchner Rück. Nutzt halt alles nichts, wenn dann herauskommt, was mit den Versicherungsprämien so alles querfinanziert wird.

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Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss

Der voraussichtliche Präsidenschaftskandidat der französischen Sozialisten steht im Verdacht, ein Zimmermädchen vergewaltigt zu haben. Die SZ lässt unter der von BILD-Höchstleistungen inspirierten Überschrift „Schwachpunkt Genitalbereich“ dazu so etwas raus: „Der IWF-Chef und aussichtsreichste Kandidat für die kommenden französischen Präsidentschaftswahlen Dominique Strauss-Kahn könnte über seine Geilheit stolpern.“ Und Hitler stolperte über seine Vaterlandsliebe, die er einfach nicht im Zaum halten konnte, der ungezogene Patriot. Sollte Strauss-Kahn versucht haben, eine Frau zu vergewaltigen, dann stolpert er sicher nicht über seine Geilheit. Die ist nämlich nicht strafbar. Er stolpert über seinen Hang zur Gewalttätigkeit. Dass sich die männliche Lust in Vergewaltigungsversuchen äussert, scheint dem SZ-Journalisten Michael Kläsgen, Paris, offenbar selbstverständlich zu sein. Der plaudert über seinen Artikel am Stammtisch sicher in dieser Art: „Geil isser halt, Mann, was für ein Bock, in dem Alter, Respekt. Na, aber sich von den Weibern gleich die Karriere vermasseln lassen. Ich weiß nicht, irgendwie unklug.“
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Täuschung II

Der FAZ-Kommentator: „Die Verurteilung wegen „vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung“ ist eine knallharte Ohrfeige für den einstigen Arcandor-Chef Middelhoff.“ Mag sein. Aber schon im nächsten Satz beginnt der Kommentator mit einer vorsätzlichen sittenwidrigen Täuschung: „Ein solcher Richterspruch kann für einen Geschäftsmann tödlich sein.“ Da hätte ich aber gerne mal den Vorstandsvorsitzenden namentlich erwähnt gelesen, der an sittenwidriger Täuschung nicht reich geworden sondern gestorben wäre. Stattdessen geht es so weiter: „Gerade einmal 2575 Euro muss Middelhoff dem Kläger zunächst nur zahlen, falls das Urteil rechtskräftig wird.“ Falls die „knallharte Ohrfeige“ stattfindet.
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Täuschung I

Wenn es die Gutachter nicht gäbe, hätten wir es wahrscheinlich nie erfahren: von und zu Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht. Das darf doch nicht wahr sein.
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Pietätvolle Terroristenfreunde

Gestern Abend im Fernsehen gab es wieder nur ein Thema, Bin Ladens gewaltsames Ableben und wie sich die Merkelsche deshalb fühlte, und ich fragte mich: Warum sind die bürgerliche Presse und das Infotainment-Fernsehen so schwer erträglich? Weil Sie so verlogen wie ihre Kundschaft sind.
Redakteure, die im Wirtschaftsteil die Fakten dafür zusammentragen, weshalb weltweit eine knappe Milliarde Menschen Hunger leiden und 6.000 Kinder täglich am Mangel sterben müssen, legen von Seite eins bis drei die Stirn in Falten und diskutieren mit dem albernen Ernst emeritierter Moraltheologen, ob es wohl angehe, einen wie Osama bin Laden im Ausland zu erschiessen und ob es darüber hinaus eventuell statthaft sei, sich danach über seinen Tod zu freuen. Die gleichen, die es akzeptabel finden, dass in der Zielsetzung der Bundeswehr, die Wahrung deutscher wirtschaftlicher Interessen weltweit formuliert ist, diskutieren ernsthaft, ob das amerikanische Vorgehen gegen Bin Laden nicht vielleicht "ein erheblicher Verstoß gegen das völkerrechtliche Gebot der Nichteinmischung, siehe etwa Art. 2 der UN-Charta", sein könnte. Sie wollen eben beides: Immer reicher sein als der Rest, koste es auch, wessen Leben es wolle. Und den Ärmeren aber bitte auch dozieren, was die wahren Werte des Menschseins sind, wie bsplsw. der von seinen Profiteuren so genannte Rechtsstaat, die anbetungswürdigen freien Märkte, und sonstiger Kirch- und Wahlurnengang.
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Verhaltene Genugtuung im Weißen Haus

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Free-Gaza-Flotte: Wird das jetzt eine feste Touristenlinie?

Ägypten lässt iranische Kriegsschiffe den Suezkanal passieren, die Hamas formuliert mit der Fatah gemeinsame Ziele, Ägypten will die Grenze zum Gazastreifen öffnen und die USA spielen auf der Bühne des nahen Ostens den sterbenden Schwan, während die EU ganz gern einmal die Arabische Liga fragt, wann sie Ihre demokratisch-freiheitlichen Interessen vertreten darf. In Israel gibt es derzeit keinen Grund zu lachen. Darüber freut sich die IHH und schickt einen neuen "Hilfskonvoi" an den Gazastreifen. Was auch immer daraus wird, eins ist jetzt schon klar: Die Israelis und speziell die IDF werden es für unsere Medien wieder verkehrt machen. Die Süddeutsche Zeitung (Der Coup von Kairo) und der Spiegel reiben sich jetzt schon die Hände: "Obwohl die israelische Marine alle sechs Schiffe auf hoher See beschlagnahmte und sie mit sämtlichen Aktivisten an Bord nach Israel "entführte", wie Orunc sagt, fand sich nicht eine einzige vorzeigbare Waffe. "Unsere Waffen sind Worte", sagt Orunc. "Wir hatten vergangenes Jahr niemals vor, wirklich die Blockade zu durchbrechen, wie hätten wir das gegen die Marine auch tun sollten? Wir dachten, dass sie uns kurz vor der eigentlichen Hoheitszone stoppen und wir dann eine gutes Propagandamittel gegen die Blockade hätten. Niemals haben wir damit gerechnet, dass die Israelis auf uns schießen würden." Ich habe selten so viele Lügen in so wenig Text gelesen. Natürlich waren Waffen an Bord, selbstverständlich haben die "Friedensaktivisten" zielstrebig alles getan, um die Situation eskalieren zu lassen und natürlich war genau das das Ziel der Aktion: Israels Gazakontrolle als die satanische Gewaltherrschaft hinzustellen, die sie nun einmal wirklich nicht ist. Die Fakten sind bekannt und leicht zu recherchieren. Aber dafür wird ein Journalist nicht bezahlt. Seine Aufgabe ist es, die antisemitische Voreingenommenheit der Abonnenten zu bestätigen. Sonst bestellen die das Blatt noch ab wegen Verdachts auf israelfreundliche Berichterstattung.
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Wenn Irre sich streiten, stirbt der Dritte

Ein Pastor, der offensichtlich ein paar lockere Schrauben zu viel in seinem Kopf beherbergt und hier schon gewürdigt wurde, hat seine abstruse Drohung wahrgemacht und den Koran verbrannt. In den USA. Man muss nicht die Chaostheorie bemühen, um dem Flügelschlag dieses Schmetterlings Wirkungen an weit entfernten Orten zu unterstellen. Die Antwort auf diese Provokation war bekannt, weil angekündigt. Und genau so ist es gekommen. Gleichermaßen gottesfürchtige Menschen in Afghanistan töten wahllos „Ungläubige“, die sie zu den Anderen, also zu Terry Jones, dem irren Pastor, rechnen. Der verbrennt den Koran, weil, aufgepasst, „der Islam keine friedliche Religion ist“. Und fordert danach die Regierung ganz friedlich christlich dazu auf, Vergeltung zu üben. Warum auch nicht. Egal, was geschieht, Jones teilt mit: „Wir fühlen uns nicht verantwortlich.“ Ist er auch nicht. Dazu müsste er zurechnungsfähig sein.
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And the winner is: Winfried

Winfried Kretschmann hat die Grünen – also diese Mischung aus Gelben und Blauäugigen, die aus der ehemaligen Friedens-, Gerechtigkeits-, und Anti-Akw-Partei so eine Art Öko-Flügel der FDP haben werden lassen – in einen Sieg geführt, der nach S21, Guttenberg und Fukushima einfach nicht mehr zu vermasseln war.

Ein, zwei Schlaglichter auf den Mann: Kretschmann ist den Weg aller Grünen gegangen, vom Kommunistischen Bund Westdeutschland in die Regierungsverantwortung, den ganzen langen Marsch durch die Institutionen, bis am Ende vom Kommunistischen Bund Westdeutschland nur noch der Bund übrig geblieben war. Die Verbundenheit mit so progressiven Gruppen wie dem Schützenverein Laiz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wenig überraschend engagiert er sich bei Donum Vitae, einem Verein, dessen Gründung der Überzeugung entsprang, "dass eine ergebnisoffene, aber zielgerichtete Beratung die beste Möglichkeit sei, um ungeborenes Leben zu schützen." Nachdem er hier bereits gelernt hat, wie man ergebnisoffen etwas so lange diskutiert, bis zielgerichtet das herauskommt, was man schon vorher wollte, wird er vielleicht auch S21 so lange mit den Bürgern diskutieren können, bis die zielgerichtet das Ding bauen lassen? Er ist jetzt der Mann am Hebel und findet allerlei von seinem Vorgänger unterschriebene Verträge vor. Die Unternehmer werden ihm schon bald klarmachen, was das heißt: Pacta sunt servanda. In der Presse liest sich das gerade noch anders, da sind alle besoffen vor Glück:

"Die grüne Revolution", "historischer Wahlsieg", es wehe "der Atem der Geschichte", Kretschmann stehe für eine "Politik des Gehörtwerdens", was wohl eine Floskel ist für "was heute noch dem Mappus gehört - werden wir uns nun unter den Nagel reissen." Jedenfalls verspricht er den Bürgern Baden-Württembergs etwas Schönes: „Wir werden in diesem Land einen Politikwechsel einleiten, wir werden den versprochenen Weg in die Bürgergesellschaft gehen und wir werden diesen Wechsel zusammen mit der Bevölkerung Baden-Württembergs einleiten.“ Wenn ich das in meinen Politikerdeutsch-zu-Klartext-Compiler einspeise, kommt hinten das raus: "Wir werden S21 bauen und ihr werdet es mögen, weil wir es grün und demokratisch aussehen lassen". Na, dann ist ja alles nochmal gut gegangen für die, auf die es ankommt.
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Leistung muss belohnt werden

Zwölf Milliarden Wertverlust hat Ron Sommer als Lenker eines privatisierten Staatsunternehmens, hm, soll ich jetzt schreiben: „zu verantworten“? Trifft es nicht ganz. Das ist so ca. 370.000 mal das Durchschnittsjahresgehalt eines Deutschen, aber im Minus. Gong! Die entschlossenen Wirtschaftslenker, die Topriege der Leistungsträger, die Speerspitze des Erfolges, die Garanten des Wachstums: bewundert, beneidet, bedingst*.

*Gewünschtes bitte einsetzen.
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Warum die deutsche Außenpolitik dumm, aber nicht unerklärlich ist

Gleich drei Journalisten der Süddeutschen rätseln wortreich darüber, weshalb wohl Schwarz-Geld beim alliierten Gaddafi-Stoppen nicht mitmachen wollen: „Was treibt Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle um? Sie isolieren Deutschland mit ihrem Libyen-Kurs in der westlichen Welt und beharren darauf, dass das Flugverbot falsch ist. Protokoll eines Tages, an dem die Regierung riskante Diplomatie versucht.“ Würden Sie mitmachen, wäre es für ihre Auftraggeber eventuell noch riskanter. Deshalb ergeht an die politischen Erfüllungsgehilfen die Anordnung: Erstmal abwarten, ob Gaddafi wirklich fällt. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind mindestens sieben Jahre alt. Eingebrockt hat sie selbstverständlich der Schröder, der seinerzeit die wirtschaftlichen Beziehungen zu Libyen wieder aufgenommen hatte.
Deutschland und Libyen wollen ihre wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen […]
Libyen ist der drittgrößte deutsche Öllieferant [...]
Wintershall will in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in lybische Ölfelder investieren. […]
Insgesamt verspricht sich die deutsche Wirtschaft von der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Libyen Aufträge im großen Stil […]
Deutschland ist nach Italien der zweigrößte Handelspartner des nordafrikanischen Landes. In diesem Jahre dürften die deutschen Exporte ein Volumen von 600 Millionen Euro erreichen.

Ob die befreiten Libyer sich weiterhin mit den deutschen Kollaborateuren und Nutzniessern des Gaddafi-Regimes einlassen würden, darf wohl bezweifelt werden.
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Söder blickt optimistisch nach Japan

Bayern hat einen Umweltminister. Der gibt, Japans Supergau-Katastrophen fest im Blick, erstmal Entwarnung: „Söder: Die Kernkraftwerke in Bayern sind sicher.“ Natürlich. In Bayern ist ja auch das Abitur am schwersten und die Promotionen werden innovativer erarbeitet als anderswo. Was folgt deshalb aus den neuesten Erfahrungen mit dem Segen der Atomkraft? Nichts. „Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass alle beschlossenen Laufzeitverlängerungen möglich sind.“ Dann holt er ganz tief Luft zu einer faustdicken Lüge: „Wir waren nie Kernkraft-Fetischisten. Wir haben immer gesagt: Laufzeitverlängerung ja - aber nicht unendlich.“ Sondern nur so lange, bis auf dem Planeten kein Krümel Uran mehr gefunden werden kann. Kann der bitte als nächster über irgendeinen Skandal stolpern? Ich wünsch es mir so sehr.
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Ende gut, alles noch viel besser

Heute berichte ich Ihnen ein Wirtschaftswunder in drei Akten mit einem strahlenden Happy End.

1)
2009 zeigte mir die TZ Oma Barbie am Abgrund. Wird sie, verzweifelt wie Merkle, vor den Zug springen?
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Quelle

2)
Heute lese ich dagegen:
"Wieder dabei unter den Superreichen bei Forbes ist Maria-Elisabeth Schaeffler, die im Vorjahr auf Grund der finanziellen Schwierigkeiten ihres Unternehmens nicht als Milliardärin geführt wurde. Mit 9,8 Milliarden kommt die Maschinenbau-Unternehmerin auf Platz 89."

3)
Wie hat sie das nur geschafft? Die IG Metall erklärt es Ihnen:

"Leiharbeit: arm durch Arbeit
Sozialsystem von den Arbeitgebern missbraucht

Nach der vom Arbeitsministerium, dem Deutschen Städtetag und der Bundesagentur für Arbeit jetzt vorgelegten "Halbjahresbilanz Hartz IV" beziehen immer mehr Erwerbstätige nebenher ergänzendes Arbeitslosengeld II. Insgesamt 1,18 Millionen Erwerbstätige waren "Aufstocker" und erhielten ergänzendes Arbeitslosengeld II. Etwa die Hälfte hat nur Minijobs - aber 602.000 sind regulär sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 440.000 davon haben sogar einen Vollzeitjob.Vor allem bei der Saisonarbeit, im Bau- und Gaststättengewerbe und in der Leiharbeitsbranche reichen die Löhne nicht aus, um eine Familie zu ernähren. Das Sozialsystem würde "von den Arbeitgebern missbraucht", kritisierte Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Städtetags.

Wie am Standort Luckenwalde ist auch an anderen Standorten der Schaeffler Gruppe davon auszugehen, dass vor allem Leiharbeitnehmer ihr Einkommen durch Hartz IV aufstocken müssen, um zu überleben. Das bedeutet: Die Verleihfirmen wie auch die Schaeffler Gruppe bekommen indirekt "Stütze" aus den Sozialkassen.

Inzwischen sind die Löhne in Deutschland so niedrig, dass viele Osteuropäer lieber in Großbritannien anheuern, als in Deutschland für Niedrigstlöhne zu arbeiten.
"

Das Bundesverdienstkreuz am Bande für Frau Schäffler ist bei solchen Wohltaten nur noch eine Formsache und versteht sich von selbst. Das durfte ihr deshalb bereits 2001 der Beckstein an Revers schleimen.

So viel unternehmerisches Engagement will aber natürlich auch von der Bildungselite gewürdigt werden. Für Ihre besonderen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung verlieh der Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e. V. der Schäfflerschen darum die wahrhaftig so genannte "Karmarsch-Denkmünze".
Den Preis hätte ich ihr auch verliehen. Muss wohl ihr arschiges Karma sein, dass sie immer nur an Münzen denken kann.

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Erfolgsautor Schröder

Es gibt ein Gerücht, Maschmeyer habe Schröder eine Million gezahlt – für dessen Memoiren. Das ist im Spiegel sicher irreführend ausgedrückt. Er bekam das Geld lediglich für das Kapitel "Rentenreform" in seinen Memoiren. Wenn dann ein Journalist dem Schröder dieses Gerücht erzählt, wird er mit den Worten "das ist meine private Angelegenheit" weggeschickt. Das bedeutet, es geht niemanden etwas an, wem Schröder für wie viel Geld den Staat verkauft. Die Einsicht der 68er, alles Private sei immer auch politisch, gilt für Schröder und seinesgleichen auch, nur genau umgekehrt. Was auch immer der Politiker durchsetzt, ist mit Sicherheit privat zu seinem Vorteil.
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Entkräftet, entehrt, aber ungebrochen. Was hat Gutti ins Schlingern gebracht?

Ich denke er stolperte über seine gravierenden Mängel in der Handhabung der Demokratie. Er hat es schlicht versäumt, alle Verlagshäuser zu gleichen Teilen zu unterstützen.
"Das Ministerium musste einräumen, dass Anzeigen für die Bundeswehr-Werbekampagne 2011 zunächst nur in Bild, Bild am Sonntag und bild.de geschaltet würden. Dafür erhalten die beiden Blätter und ihre Online-Ausgabe in den ersten vier Wochen rund 600.000 Euro, in weiteren Phasen der Kampagne einen noch nicht bezifferten weiteren hohen Betrag. Die Springer-Medien sind dem Bericht zufolge die einzigen, mit denen die Verantwortlichen des Werbefeldzugs bislang Verträge abgeschlossen haben."
Die Bürgerlichen von FAZ, SPIEGEL, Welt, SZ etc. lassen sich doch nicht unentgeltlich Ihren "Dr." entwerten, eine der wichtigsten Waffen im Karrierekampf ums Dasein, wo der Chef schon ist.
Jetzt haben sie den Guttenberg abgemahnt dafür und können wieder zur Akquise übergehen. Das Resümee der SZ, die die Strafaktion eingeleitet hatte: „Guttenberg ist 39. Er hat reichlich Zeit für ein Comeback.“ Ich schwöre Ihnen: Uns bleibt nichts erspart.

Mit ist übrigens eingefallen, wie der Guttenberg sein Ansehen retten könnte. Erstmal zurücktreten. Dann möchte ich wenigstens 24 Monate von dem Geck nichts mehr lesen müssen. Danach darf er mit dieser Dissertation wiederkehren:

Karl-Theodor von und zu Guttenberg, Creative Commons – Philanthropische Ideen zur Neubewertung des geistigen Eigentums in den Rechtswissenschaften.

Das hätte Stil. Und deshalb geschieht es nicht.
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Guttenberg entmündigt?

Ich habe nicht bewusst getäuscht, sagt er. Wie weggetreten muss man sein, wenn man seitenweise Text abtippt oder auch nur in die eigene Arbeit kopiert, und dabei nicht weiß, dass man ihn nicht selbst geschrieben hat? Drogen? Demenz? Welche Gründe fallen Ihnen noch ein, weshalb ein Mann im besten Alter unzurechnungsfähig sein kann? Vielleicht gibt er besser auch seinen Führerschein ab und lässt seine Frau das Finanzielle regeln. Man kommt aus dem Fremdschämen ja gar nicht mehr heraus bei dieser Witzfigur. Gut, jetzt aber genug vom Lügenbaron.
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Verzeihung, aber ich war´s irgendwie doch nicht wirklich.

So entschuldigt sich der Hoffnungsträger Deutschlands: Ich habe wohl den Überblick über die Quellen verloren, das aber nicht bewusst gemacht und nicht absichtlich getäuscht und frage mich nun: "Wie konnte das geschehen?". Er ist also Opfer eines Geschehens, das sich als unabsichtlicher Überblicksverlust verstehen lässt, so eine Art Blackout. Ich muss nicht betonen, dass das keine Entschuldigung ist. Dazu gehörte es, sich für Tat & Motiv zu entschuldigen.

So geht das Herr Guttenberg: "Ich hatte Angst, die Arbeit nicht fertig zu bekommen und wenn doch, dann in sachlich und sprachlich so schlechter Form, dass ich den Titel nicht erhalte oder für den hingeschluderten Mist verspottet werde. Da habe ich lieber bei Leuten, die sich auskennen und schreiben können, abgeschrieben. Ich fordere die Uni deshalb auf, mir den Titel zu entziehen, schäme mich und entschuldige mich bei allen, deren Texte ich ohne zu zitieren verwendet habe und natürlich bei allen, die ich mit einem erschwindelten Titel über meine Fähigkeiten getäuscht habe. Mein Amt als Verteidigungsminister lege ich nieder und gehe mich sofort auf kürzestem Wege zuhause in Kulmbach mit unserem leckeren Bier betrinken. Wer kommt mit? Merkel, nein? Egal. War eine gute Zeit mit Euch. Servus."

Weil er das aber nicht hinkriegt, wird er halt einfach als ein anmassender Lügner im Gedächtnis bleiben. Jedenfalls in meinem.
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Guttenberg - ruht bald auch der Adelstitel?

Meine Recherchen in der Wikipedia haben ergeben: Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg war sogar zu faul, sich seinen Adelstitel lege artis zu erarbeiten. Er liess sich von seinen Eltern dabei helfen. Die ganze Wahrheit: Enoch zu Guttenberg und seine Frau Christiane hatten ungeschützten Verkehr. Bei diesem scheinbar trivialen, für seine damals noch nichts ahnenden adligen Eltern sicher heute auch etwas degoutanten Vorgang wurden große Teile des Erbtextes seiner alten Herrschaften von einem unbekannten Ghostwriter geklaut, auf dunklen Wegen neu zusammenkopiert und zu einem Plagiat mit verdächtiger Geltolle arrangiert, das einen legitimen Anspruch auf originalen Adel erst noch beweisen müsste. Guttenberg sollte als wandelndes, nicht autorisiertes Doppelzitat bislang ungeklärter Genquellen seiner Eltern seinen Adelstitel erst einmal ruhen lassen, meine ich. Vorübergehend natürlich nur.
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Oh mein Gott! Steve Jobs ist unterwegs zur wundervollsten Erfindung des Lebens

In unserem Wirtschaftssystem geschehen seltsame Dinge. Einem amerikanischen Hersteller von IT-Spielzeug wird ein höherer Firmenwert zugeschrieben als dem größten chinesischen Erdölunternehmen. Wird der Geschäftsführer dieser Gadgetfabrik krank, verringert dieser Vorfall den Wert des Unternehmens um 24 Milliarden Dollar. Von heute auf morgen.

Unsere Art zu wirtschaften darf man wohl als von rationalen Erwägungen und irgendwelchen der Menschheit nützlichen Zwecken restlos befreit betrachten. Spätere Generationen werden die Industrialisierung, die wir als menschheitsgeschichtlich beispiellose Wachstums- und Fortschrittsperiode zu betrachten erzogen sind, vermutlich als das dunkle Kapitel der Menschheit ansehen, das den Müll anbetete, alle Rohstoffe der Erde verfeuerte und gar nicht genug davon kriegen konnte, immer mehr Zeug herzustellen, das allein dem Zweck diente, so bald wie möglich wieder weggeworfen zu sein. Man sieht es dem Planeten längst an, er ist eine Müllkippe und er wird es bleiben, solange sich Menschen von Steve Jobs und seiner Kaste sagen lassen, was sie brauchen und wie viel davon und warum. Jobsoide Führungskräfte sind nicht weise. Sie sagen Dinge wie "That's why I think death is the most wonderful invention of life. It purges the system of these old models that are obsolete." Im Grunde beten sie den Tod an, weil nur er neues "Wachstum" erlaubt. Lauter Priester des Wegschmeissens. Wo sind die Priester des Behaltens? Manufactum? Es gibt sie noch, die guten alten Wegschmeissdinge. Ist doch egal, ob man neues Zeug oder altes wegschmeisst, Hauptsache Geld kommt in Umlauf und Arbeitszeit wird vernichtet. Steve Jobs ist unter den Propheten des Wegschmeisskapitalismus einer der schlimmsten. Er schafft es, dass die Menschen applaudieren und in Ekstase geraten, wenn er, ein leidender Jesus des Konsums, das immer gleiche Passionsspiel mit liturgischer Präzision wiederholt und wiederholt. Nach der Floskel "one more thing" kommt so sicher wie das Amen in der Kirche der nächste Grund, wieder etwas wegzuschmeissen.
Der Herrgottswinkel der Gegenwart ist das Mülltonnenhäuschen. Solange die Tonne täglich voll wird, haben sich die Götter noch nicht von uns abgewandt und schicken uns auch noch die zweitausendste Haarshampoosorte, den hundertsten SUV, die millionste Band, die wie die Beatles klingt, und irgendwann endlich den Apple Fernseher. In dem sehen wir uns dann doppelt so überzeugt die Werbung zu dem ganzen Zeug an, das wir anschaffen dürfen – für die Tonne, wofür sonst.
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Despotensöhne

Noch ein Grund weshalb die Alleinherrscher weg müssen: Es kommt ja nichts Besseres nach. Der Terrorist Gaddafi hat angeblich sieben Söhne. Die bewegen sich – 5 Minuten gegoogelt – so durch die Welt: Man befreundet sich mit dem glücklicher Weise inzwischen verstorbenen Haider, prügelt Schweizer Hotelpersonal nieder, wird deswegen von der braven Kantonspolizei verhaftet und piesakt vertragsbrüchig schließlich aus der Schweiz eine Entschuldigung für ihren Rechtsstaat heraus. In Ligurien quartiert man sich einen Monat mit Hinz, Kunz und Hund im Luxushotel ein, prellt die Zeche von knapp 400.000 Euro, zwischendurch wird einer der Diktatorennachfolger schon mal mit 140 km/h in der Pariser Innenstadt geblitzt. Es versteht sich von selbst, dass heute einer dieser Thronanwärter seiner Bevölkerung erklären darf, er werde jeden umbringen, der versucht Gaddafi zu stürzen. Jeder Mafioso würde sich gern so aufführen, wenn es ihm egal sein dürfte, dass man ihn danach kennt und er außerdem den Gaddafischen diplomatischen Schutz geniessen dürfte. Warum geniessen sie den? Warum küsst Westerwelle Achmachmirdenjihad die Füße? Damit die Bildreporter frei kommen? Nein. Weil Siemens mit diesen Ländern Geschäfte machen möchte. Das alles wird toleriert, damit die Aktionäre maximal befriedigt werden. Ich weiß es nicht, würde aber stark vermuten, dass Gaddafi Siemensaktien hält.

Die Demokratie hat Nachteile. Ihr größter ist, dass sie der dämlichen Konkurrenz-Profit-Maschine nichts entgegensetzen kann. Aber sie macht es Familien etwas schwerer, sich in der Herrschaft festzusetzen. Und für diesen Schritt aus der Wüste hinaus in Richtung Zivilisation will ich sie loben.
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Gesamtkunstwerk

Die FAZ malt mir den Guttenberg, das Gesamtkunstwerk aus Gel, Geld und Gewäsch, so:
"Jetzt wird zum Problem, dass Guttenberg als eine Art Gesamtkunstwerk wahrgenommen wird: ein Baron, der gute Manieren hat und exzellent gekleidet ist, zwar eitel, aber nicht zu überheblich, finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft, gleichzeitig rede- und auftrittsgewandt und einer, der Probleme „direkt anspricht“, dies alles eingebettet in eine familiäre Idylle."

Ich stutze bei dem Hinweis, Guttenberg sei "finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft". Guttenberg ist Multimillionär und insofern durchaus finanziell unabhängig, die Folgerungen daraus kommen mir allerdings etwas gewagt vor, schließlich würde niemand von Berlusconi behaupten, er sei glaubhaft, weil finanziell unabhängig. Das Gegenteil wird vermutet. Der Mann lebt lustvoll ein Leben, das unabhängige, italienische Journalisten als permanenten Interessenskonflikt beschreiben. Er soll als Politiker das Allgemeinwohl mehren, als Unternehmer aber sein Kapital. Das geht nicht zusammen, wenn die politische Kaste ihrer Bestimmung nach über die Rahmenbedingungen des kapitalistischen Wirtschaftens wacht, also beispielsweise über freie Märkte und die Verhinderung von Monopolen.

Bei Guttenberg soll das genau umgekehrt sein. Er ist steinreich, engagiert sich aber in der ihm wesensfremden Politik als einer der wenigen, die nicht bestochen werden können. Das Argument ist von erlesener Hirnrissigkeit. Es setzt zwei Seiten des öffentlichen Lebens voraus: Die Kaste der von Bestechung bedrohten, unterbezahlten Politiker und die reichen potentiellen Bestecher. Was wird besser, wenn der Bestecher die Seite wechselt? Nichts. Man kann ihn nicht bestechen? Man muss es nicht. Er teilt die Ziele der Kapitalisten doch sowieso. Als Politiker ist er nur näher dran an seinen hilfreichen Lakaien und kann als Verteidigungsminister selbst für das sorgen, was das Kapital braucht, z. B. Zugang zu Märkten.

Menschenkundlich interessanter ist die Frage, warum sich ein Baron, dem ein sorgenfreies Leben in die Wiege gelegt wurde, das antut? Die Kameras, die Sitzungen, die unbequemen Reisen, das Merkel, den Seehofer, den vollen Terminkalender? Schwer zu sagen. Es gibt genug andere, die diese Drecksarbeit als Aufstieg empfinden würden. Für Guttenberg ist es ein Abstieg von der Beletage in die Wirtschaftsräume, wo die Staatsdiener wuseln und schwitzen. Warum also macht er da mit? Vielleicht geht es ihm hier genauso wie bei seiner Dissertation: Er ist ein Adabei und ein Geck aber tragischer Weise dabei auch noch dämlich.
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Alle lieben Klassenclown Gutti und lassen ihn abschreiben

Alle, die ihn am liebsten abschreiben würden, freuen sich, dass er so dämlich war, seine Doktorarbeit abzuschreiben. Wundern muss man sich darüber nicht. Zur Erinnerung:

"Wie viel leichter scheint es jetzt, sich ein Urteil über diese Frage der Angemessenheit zu bilden aus der Distanz mit auch für mich zahlreichen neuen Dokumenten mit neuen Bewertungen, die ich am 6. November dieses Jahres noch nicht hatte. Aus heutiger, objektiver Sicht im Lichte aller auch mir damals vorenthaltener Dokumente ist der Angriff militärisch nicht angemessen gewesen."

Wer so spricht, kann auch nicht schreiben. Er muss sich also etwas würdelos helfen lassen, wenn er die Doktorwürde erwerben möchte. Sein Doktorvater an der juristischen Fakultät in Bayreuth wusste das vermutlich sehr genau. Er kuschte aber vor der adligen, schwerreichen Nobilität und schleimte sich ganz Knecht mit einem Summa cum laude bei dem Herren ein. So weit so absehbar. Ähnlich machte es die Köhler ja auch, die in Ihrer brillanten Arbeit empirisch abgesichert herausfand, dass CDU-Mitglieder tatsächlich denken, wie CDU-Mitglieder eben denken.

Was dann aber doch ein wenig zu weit geht, ist das Engagement der in Erlangen erscheinenden Zeitschrift "Sprachwelt" für den radebrechenden Plagiator: Die zeichnete Guttenberg 2010 als "Sprachwahrer des Jahres" aus. Weder der Duden noch der Dornseiff kennen den Begriff "Sprachwahrer". Auch im Grimmschen Wörterbuch ist er vollkommen unbekannt. Es beruhigt mich ein wenig, dass die Jury erst ein Wort erfinden musste, um Guttenberg für sein Deutsch ehren zu können, aber es beruhigt mich nur ein wenig. Die Erlanger loben nämlich mit dem seltsamen Wort explizit den "ehrlichen Umgang mit der Sprache", den der Verteidigungsminister angeblich übe. Sollte sich dieser Sprachgebrauch durchsetzen, wundern sie sich bitte nicht, wenn ihre Lebensabschnittsgefährtin vor ihnen schreiend davonläuft, sobald sie ihr versprechen, in Zukunft mit ihr ehrlich umgehen zu wollen – wer lässt sich schon gern vergewaltigen?
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Mahatma Westerwelle ermahnt zur Gewaltfreiheit

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ermahnte die algerische Führung, keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden. Die Regierung müsse sich dafür einsetzen, dass grundlegende Menschenrechte wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert würden, sagte Westerwelle im Deutschlandfunk.

Mit Gewaltfreiheit meint er vermutlich den deutschen Usus im Umgang mit missliebigen Demonstranten:
(Bilder stammen von hier)
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Westerwelle reist nach Tunis – aber nie ohne seinen Fettnapf

Der ideelle Gesamtvertriebs-Mitarbeiter der deutschen Industrie trifft verblüffend off topic in Tunis den Minister für Sport und Jugend, Slim Amamou, der bis vor kurzem als Blogger und Twitterer Slim404 den Umsturz befördern half. Was will Westerwelle von dem? Was kann er mit ihm Hilfreiches vereinbaren? Was interessiert ihn an dem? Was bringt er ihm als Gastgeschenk mit? Dreimal "nichts" und einmal ein Stifte-Set mit Bundesadler.
So bekommt man eine halbe Seite public relations gratis in der SZ für Guido "Jugend & Revolutionen" Westerwelle und kann gleichzeitig dem renitenten Bloggerchen als Laufbursche des deutschen Großkapitals durch die Stifte sagen: Benimm Dich, Du afrikanischer Lakai, und vergiss nicht: Die Stifte sind zum Unterzeichnen da – das Logo zeigt Dir immer unter welchem Vertragsangebot.
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Hartz IV Verhandlungen gescheitert

Koalition und Opposition konnten sich trotz aller Appelle und Drohungen in der Nacht nicht einigen.

Appelle? Drohungen? Ich stelle mir das so vor:

von der Leyen: Ich appelliere zum letzten Mal: Kompromieren Sie!
Manuela Schwesig: Kompro-was?
von der Leyen: Ein Kompromiss. Wir brauchen einen Kompromiss.
Manuela Schwesig: Drohen Sie mir nicht mit Kompromiss! Ein Kompromiss steht nicht auf dem Zettel, den mir die Genossen zugesteckt haben.
von der Leyen: Was steht denn auf dem Zettel?
Manuela Schwesig: Halt durch Manu. Wir warten an der Bar auf Dich.
von der Leyen: Da wär ich jetzt auch gern. Lassen Sie uns das unterschreiben und wir gehen einen trinken.
Manuela Schwesig (schiebt ihr einen Stapel Papier über den Tisch): Da hin muss die Unterschrift.
von der Leyen: Nee, ich denke, wir unterschreiben besser meinen Entwurf.
Manuela Schwesig: Niemals! Ich appelliere an Ihr Gewissen. Die Kinder, von der Leyen, denken Sie an die Kinder!
von der Leyen: Wieso? Um die kümmert sich mein Mann oder die Dings, die da von den Philippinen, sie wissen schon.
Manuela Schwesig: Ich meine die armen Kinder! Ihnen droht tiefe, Politikverdrossenheit schürende Armut, habe ich irgendwo gelesen.
von der Leyen: Lesen Sie lieber das hier und dann kritzeln Sie Ihren albernen Namen drunter und aus. Ich möchte nach Hause.
Manuela Schwesig: Auf keinen Fall! Sie weisen meinen Appell zurück? Dann muss ich Ihnen drohen!
von der Leyen: Gerne. Womit denn?
Manuela Schwesig: Wechselwähler. Hartz IV treibt die Mitfühlenden unter ihren Stammwählern fort von der Union.
von der Leyen: Ja und? Wechselwähler sind kein Argument, davon steht nichts auf meinem Zettel.
Manuela Schwesig: Was für ein Zettel? Von wem haben Sie den?
von der Leyen: Na vom Keitel, der neuerdings den Henkel macht, und bei uns immer rumläuft. Nur zwei Sätze stehn drauf: Höheres Wachstum braucht ein klares ordnungspolitisches Fundament: Der Staat muss sich wieder zurücknehmen. So steht es da und nicht anders.
Manuela Schwesig: Warum hab ich den nicht?
von der Leyen: Weil Du nicht regierst, Herzchen.
Manuela Schwesig: Ein letztes Mal: Ich appelliere!
von der Leyen: Ich auch. Und ich drohe zu verhungern, lassen Sie uns gehn.
Manuela Schwesig: Und die Hartz IV Empfänger?
von der Leyen: Glauben sie, ich sitze hier wegen ein paar Millionen ausrangierter Leistungsverweigerer? Ich bin Bundesarbeitsministerin. Nicht Bundesnichtarbeitsministerin. Gehen wir.
Manuela Schwesig: O.K., sie zahlen den Prosecco, ich erklär´s kurz den Journalisten.
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Die ägyptische Muslimbruderschaft bedroht Israel?

Nein. Die wollen nur spielen. Am liebsten mit Atombomben.

"By May 17, 2006, Brotherhood deputies were openly attacking the Mubarak government for not pursuing an active nuclear program. Ikhwanonline, the official website of the Muslim Brotherhood, stated that Brotherhood “deputies accuse the government of abandoning the nuclear program and [being content with not] building atomic power plants for peaceful purposes and electricity production at the same time many other countries such as India advanced in this field.” [2] (India has not only developed nuclear power for electricity production, but used its peaceful nuclear program as a stepping stone to develop nuclear weapons.)

Despite this initial focus on peaceful nuclear energy, at a July 4, 2006, joint meeting of the foreign affairs, Arab, defense, and national security committees of the Egyptian parliament, Dr. Hamdi Hassan, spokesperson of the Muslim Brotherhood parliamentary caucus, made clear that his organization was interested not merely in using nuclear power for meeting Egypt’s energy needs, but in creating an Egyptian nuclear deterrent: “We [Egyptians] are ready to starve in order to own a nuclear weapon that will represent a real deterrent and will be decisive in the Arab-Israeli conflict.


Natürlich ist das eine offizielle U.S.-Meldung, aber ist sie deshalb schon falsch? Die Zitate sind jedenfalls mit Belegen versehen (die mir leider nichts nutzen, weil ich kein arabisch verstehe.)
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Judges Cut

Das ist ja mal hübsch: Der empfehlenswerte Film des NDR zur Maschmeyer-Schröder-e.a.-Connection wird nun als "judges cut " effektvoll zensiert gezeigt. Was lerne ich daraus? Ein Kapitalismus, der Anwälte hat, spart sich die staatliche Zensur.
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Mubarak sucht Rat

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Hilfe! Die Kirche reißt sich selbst ab

Katholisch ist bei manchen wieder in. Seit der Mosebach die Liturgie als mysterium fascinosum et tremendum für sich entdeckt hat (Martin Mosebach: Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind), darf man Männer in Frauenkleidern, die in einschüchternd dominanten, mit sadomasochistischen Kunstwerken verzierten Großbauten was Unverständliches murmeln und duftende Fässchen schwenken, wieder irgendwie cool und arty finden. Nur sieben Jahre nach Mosebachs Streitschrift, kam diese inzwischen 200 Jahre alte Lieblingsidee alternder Romantiker dann auch bei Matussek an.

Und Matthias Matussek schaltet sich umgehend und machtvoll in die Debatte ein. Es geht diesmal um alles, um den Abriss der katholischen Kirche, um den Zölibat. Denn diese langweilige, verdruckste Lebensform frommer Spassbremsen hält er für ein "katholisches Abenteuer". Das katholische Abenteuer sieht, nur zur Erinnerung, bei den Besten der besten Katholiken so aus:

"In diese Versuchung gestellt, kämpfe ich täglich gegen die Begier zu essen und zu trinken: denn nicht ist es möglich, dass ich es ein für allemal abschneiden kann und es nicht mehr zu berühren beschließe, so wie ich es beim Beischlaf vermocht habe. […] Über die Versuchung der Wohlgerüche ängstige ich mich nicht zu sehr. […] Die Vergnügungen der Ohren nahmen mich fester in Beschlag und unterjochten mich. […] Durch solche Versuchungen werden wir täglich versucht, o Herr; ohne Aufhören werden wir versucht. Der tägliche Versuchsofen ist die menschliche Zunge…" (Augustinus, Confessiones)

Matusseks Versuchsofen läuft auf Hochtouren, wenn er versucht, seine Untergangsängste in markige Worte zu fassen: "Rechtzeitig vor dem Papstbesuch bereiten deutsche Theologen und Politiker den Abriss der katholischen Kirche vor". "Rechtzeitig" können Sie streichen, da hat der dicke Matussek sich nur bemüht, seinen Satz mit etwas Ironie zu würzen. Den Rest versuche ich Ihnen zu erklären: Gemeint sind nicht ein paar neue Martin Luther, Freimaurer und die Linke, die mit der Abrissbirne die Engelsburg demolieren wollen, sondern allen Ernstes katholische Theologieprofessoren und die CDU. Die C D U. Ein kirchlicher Selbstabriß. Diese Speerspitze des Laizismus und der Kirchenkritik schmäht angeblich den Vatikan als "verknöcherte, handlungsunfähige Bastion Ewiggestriger". Obwohl der doch als eine betonierte, handlungsunwillige Bastion Ultrakonservativer zu loben ist.

Dabei sollte sich die CDU beim Abbau der katholischen Kirche etwas einbremsen. So ein Zölibat hat ja auch sein Gutes, nicht? Jedenfalls was Sportliches, meint Matussek ("spirituelle Höchstleistungssportler"), wie ja auch ein Bewegungsasket, der bleiern auf der Couch liegt, ein Höchstleistungssportler des Laufverzichts genannt werden kann. Wertvoll ist der Nosex-Sport allerdings nur, wenn er ein Akt des Gehorsams ist. Es reicht nicht, dem Augustinus folgend enthaltsam sein zu wollen, dazu gehört zwingend auch das dienstliche Sollen. Das Amt macht den Unterschied, sagt Ratzinger, sagt Matussek: "Wenn der Zölibat […] nicht eine gemeinschaftliche kirchliche Form ist, sondern eine private Entscheidung, dann […] ist er […] Eigenbrödlerei, die deshalb mit gutem Grund verschwindet." Als Amtsbrödlerei aber ist der Zölibat ganz unverzichtbar. Denn nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches und dem Ende der RAF schenkt er alleine uns noch "eine antibürgerliche Gegenwelt inmitten der unsrigen".

Um seine reaktionäre Rage voll auszukosten, fällt Matussek dann gleich noch öffentlich auf die Knie vor einer gesellschaftlichen Rolle, die bereits in der Antike als eine autoritäre Zumutung empfunden wurde und als ein Betrug durchschaut war: "Er [der Priester] ist die auratische Respektsperson, der man aus einer Andachtsdistanz heraus begegnet. Wollen wir das aufgeben für die ganz gewöhnlichen Klarsichtfolien-Betriebsnudeln, denen man […] auf Kirche-von-unten-Flohmärkten begegnen kann?" Das mit den Klarsichtfolien habe ich nicht verstanden. Vielleicht meint er künstliche Plastikfromme, die ficken, im Unterschied zu natürlich gewachsenen, eher holzigen Priestern, die es sich verkneifen, wer weiß. Aus dieser respektvollen Andachtsdistanz heraus gelingt ihm dann noch ein nicht minder wachrüttelnder Schlusssatz. Warum braucht es die keuschen Priester? "Weil sie uns allen, mitten im Alltag, eine Ahnung geben, dass es im Leben um mehr gehen kann als darum, sich den Wanst vollzuhauen." Verstehe. Es geht im Leben nicht nur um so etwas Schnödes, wie sich satt zu essen. Es geht auch darum, keinen Sex zu haben. Ich werde den Verdacht nicht los, er glaubt das selbst nicht. Warum auch.


Nachschlag: Auf Matusseks Homepage steht ein Video, dessen Inhalt er treffend – ich habe es geduldig zum größeren Teil angeschaut – so zusammenfasst: "Maria und die Milliardäre: Videoblogger Matussek ist als Partyflüsterer unterwegs. Auf der DLD-Konferenz in München mit Burda und den Internet-Zaren und im Berliner Soho-House auf der großen Freiheitsparty für Stuckrad-Barre." Der Partyflüsterer aus Sodom rettet den Zölibat und die antibürgerliche Gegenwelt. So sieht er aus.
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Israel, analysiert und bekopfschüttelt

Eine Analyse von Sonja Zekri“ in der SZ geht so: Die Israelische Regierung fürchtet sich vor der Revolte in Ägypten und tut das ihren Verbündeten im Westen auch noch kund. So weit, so spielverderberisch. Aber:
Was hätte es Israel gekostet, sich nach dem "Marsch der Million", vielleicht nach dem Überfall auf die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz als Partner eines freien Ägyptens anzubieten, eines Ägyptens, das den Friedensvertrag mit Israel und demokratische Standards gleichermaßen achtet? Man muss den Muslimbrüdern, Ägyptens stärkster organisierter Oppositionskraft, nicht vertrauen. Noch aber haben selbst sie die Einhaltung internationaler Verträge gelobt.“
Dazu gibt es auch andere Informationen. Aber was kümmert das Frau Zekri, wenn Israel gerade die historische Chance verpasst, die aufgeklärte, demokratische, moderne Sonja Zekri für sich einzunehmen?
Inzwischen scheint man auch in Tel Aviv zu ahnen, dass die Denunzierung des ägyptischen Aufstands möglicherweise eben jene aufgeklärten, demokratischen, modernen Menschen gegen Israel aufbringt, mit denen sich ein stabiler Frieden machen ließe.
Das ist seit Judas Ischariot wahrscheinlich die älteste antisemitische „Analyse“: Die Juden erschaffen sich die Antisemiten selbst durch ihr dummes Denunziantentum, Heilandsverrat und andere Brunnenvergiftereien mehr.
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Sozialdemokraten aller Länder zerstreut euch auf nimmer wiedersehen


Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament und Vertreter der politischen Klasse, äußert sich:„Ich wundere mich, dass die politische Klasse in Europa nicht in der Lage ist, sich über die Freiheitsbewegung in Ägypten einfach zu freuen. Überall hört man von großer Sorge, nirgendwo von großer Freude", erklärte Schulz.“

Dabei sollte er am besten wissen, warum das so ist. Schließlich war die NVD, Mubaraks Partei im ägyptischen Parlament, bis zum 31.01.2011 Mitglied der Sozialistischen Internationale, wo der greise Despot mit Sigmar Gabriel, dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, über den sozialistischen Fortschritt in der Welt parlieren durfte. Dass Gabriel dem 40 Milliarden Dollar schweren Volksfreund als guter Sozialdemokrat dabei ein ums andere Mal von Genosse zu Genosse den Rücktritt nahe gelegt und sicher schelmisch bemerkt hatte, dass er sich über eine Freiheitsbewegung in Ägypten einfach nur freuen könnte, versteht sich von selbst.

Alles, was man dazu sagen muss, hat Sigmar Gabriel längst ausgesprochen: „Die SPD muss sich entscheiden, ob sie so sein will, wie viele Menschen es den Parteien unterstellen – nämlich gnadenlos opportunistisch auch dann, wenn es im grundlegende Werte geht.“ Diese Entscheidung haben er und seinesgleichen getroffen.

By the way:

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Diese Eintrittskarte führt – man weiß es von Schröder, dem der Satz entliehen ist – von hinten unten direkt ins Großkapital. Z. B. bei der Sozialistischen Internationale.

Einem Hinweis von Straker aus Leidenschaft verdanke ich diesen Einblick in die Verfassung unserer Sozialdemokratie. Doktor Vogl sagt danke.
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Niebel übt sich in Geduld

Wenn der einzige Entwicklungshilfeminister der Welt, der explizit keiner sein will, mit seiner Entourage an Auftragsabgreifern der deutschen Wirtschaft in Bagdad am Flughafen mal „fast zwei Stunden“ warten muss, dann folgert er: "Der Übergang von einem staatlich gelenkten System zu einem freiheitlichen wird wohl noch ein längeres Stück brauchen.“
Was er wohl sagen würde, müsste er sich einmal bei der Agentur für Arbeit unter die Suchenden einreihen?
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Herrn Westerwelle dämmert was

Wadi-Blog zitiert unseren Aussenminister mit diesem schönen Satz:
„Wir erkennen jetzt in diesen Wochen, dass die Stabilität eines Landes nicht durch die Gewährung von Bürgerrechten gefährdet ist, sondern durch die Verweigerung von Bürgerrechten und Menschenrechten werden Gesellschaften instabil. Das ist sehr lehrreich.“
Jahrelang hat der Westerwelle offenbar allen, die es nicht wissen wollten, erzählt, ein Land wäre desto stabiler, je weniger Menschenrechte man seinen Bürgern gewährt, und jetzt das. „Wir erkennen jetzt,“ genau das Gegenteil soll stimmen? Der ist so vernagelt, dass er nichtmal die Menschenrechts-Phrasen korrekt aufsagen kann, die von ihm amtshalber erwartet werden.
Dabei sollte er, der so genannte Liberale, wenn er ein Fünkchen Hirn hätte, einfach nur jubeln darüber, wie die tunesische, ägyptische, jemenitische Bürgerschaft 1789 nachholt. Falls es das ist, was dort manche gerade versuchen. Mir gefällt es jedenfalls momentan wieder ganz ausserordentlich, die Zeitung zu lesen. Und ich bin weißgott kein Liberaler.
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Achten Sie auf Ihr Gesicht!

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In München schwiemelt ein mir persönlich unbekannter aber eventuell anderen Menschen recht vertrauter Champagnero seit Weihnachten dermassen gekonnt operettenhaft in die Ferne, den Arm einer ihn Anbetenden entspannt auf der befrackten Schulter: Die Menschen bleiben auf der Strasse stehen und starren auf die Litfasssäulen. So sieht ein Gentilhomme aus, der gerade leise zu sich selbst sagen will: Parbleu, bin isch ein schneidig fescher Hund oder nischt? Gleichzeit flüstert sein von kultivierter Begierde und allerhand Sekt perlender Blick auch noch den Damen in der allerletzten Reihe zu: Isch werde sie naturellement und mit dem größten Vergnügen ins Elysium pudern, Verehrteste, aber erst muss isch hier noch die Gala zuende singen, à votre santé!
Meine verehrten männlichen Leser: Bitte versuchen Sie nie so zu schauen wie der. Es sei denn Sie legten es darauf an, einmal größere Ansammlungen von sehr sehr reifen Damen überwältigt in die Ohnmacht flüchten zu sehen. Dann können Sie das ruhig üben.
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Endlich: JNR rettet Europa

Julian Nida-Rümelin, der gelockte Adabei unter den deutschen Philosophendarstellern, äussert sich zur Lage. Zu welcher? Zu der in seinem Oberstübchen? Nein. An seinem Lehrstuhl? Auch nicht. Nein, das Thema muss schon ein bisschen größer, bedeutender sein, wenn er sich die Mühe macht etwas für die Öffentlichkeit abzufassen, zum Beispiel Europa.

Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.

Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.

Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
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Ein Herz für Geld

Gestern Abend gab es eine feine Sendung im Ersten, die das fröhliche Politbordell in Deutschland an einem besonders gelungenen Beispiel etwas beleuchtete. Das ganze Pack in seiner traumhaften Synergie von Politik und privaten Bereicherungsinteressen, auch Opfer kommen zu Wort, denn eins ist klar: Die Geldmenge in jeder Volkswirtschaft ist konstant. Fliessen einem Maschmeyer 500 Mio auf seine Konten, müssen die zuvor andernorts flüssig gemacht worden sein. So entsteht im System immer ganz von selbst eine ausgeglichene Bilanz von Champagner hier und Tränen da. „Der Drückerkönig und die Politik“. Da lohnt sich das glotzen mal, auch wenn es nicht unbedingt froh macht. Sehen, staunen und sich übergeben sind da quasi eins.
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Grenzprobleme in Kalifornien

Victor David Hanson ist ein studierter Mann. Er ist eloquent, sportlich und geht mit wachen Augen durch seine kalifornische Heimat. Was er sieht, ist Müll, dazwischen Aliens. In einem durchaus interessanten Artikel alarmiert er seine Freunde der oberen Mittelschicht Kaliforniens wegen der Gefahr aus dem Süden. Er rennt dabei offene Türen ein, wenn man sich die Kommentare zum Artikel anschaut. Warum ich das erwähne? Weil das Bürgertum in unserem Heimatschland offenbar die gleichen Ängste hat wie in Kalifornien und nach ähnlichen Lösungen sucht. Die Logik ist die Sarrazinsche: Schuld am allgemeinen Niedergang des Gemeinwesens ist immer der, der kein Mathe kann, den Müll aus dem Autofenster wirft und am Ende nicht mal von hier ist. Ergo wäre es besser, er bliebe da, wo er hergekommen ist. Das Problem wird an der Grenze zu Mexiko gelöst.

Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.

Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
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Die Knallkörper des Jahres 2010

Pünktlich zu Silvester. In Doc Vogls Knalldeppenwettbewerb 2010 nahmen diese Feuerwerkskörper besonders erfolgreich teil:

1. Platz: „Detonator“ Karl u. v. a. zu Guttenberg
guttenb
Deutschlands beliebteste Silvester-Wunderwaffe steigt auf wie ein Komet vor finsterem Nachthimmel. Wuchtige Bombettenabschüsse mit Knatterstern-Aufstieg, soundstarkem Crackling im Leopard-2a5-Stil und mächtigen Brillant-Buketts in blutrot, CSU-braun, schwarzer Afghane und camouflage, immer mit erschreckend lautem Knall, manchmal mit Gattin, dann Effektkombination mit lynchgrünen Poppingstars „Kinderschänder“ stets lautstark finalisierend mit mächtiger Goldkrone. Applaus garantiert.

2. Platz Alice „Alligator“ Schwarzer
schwarzer
Sinistre 15-Schuss-Brummer-Fontänen-Batterie. Als Effekt-Highlight werden gleich zu Beginn bundesweit unzählige vierfarbige „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“-Bildkreisel gleichzeitig abgefeuert, es folgt eine 6-fach-Verwandlungsfontäne zur Funken sprühenden Prozesshyäne mit einem gigantischen Crackling-Finale in einer senkrecht aufsteigenden Vergewaltigungskolumne vor dem tiefschwarzen Hintergrund des Ludenannoncenblatts BILD. Nur für gute Nerven, FSK 18. Brenndauer ca. 60 Jahre, evtl. mehr.

3. Platz Thilo „Die Bestie“ Sarrazin
sarraz
Absoluter Klassiker! 3x soviel Effektmenge wie bisher! Die Effektkombination: Zuerst die gleißende Fontäne in Schwarzrotgold, soundstark bedroht durch Powerbatterie „Muslim“ mit goldener Leuchtspur zum bedrohlich pulsierenden Halbmond aufsteigend, Zwischenfinale: Sternbukett „SS“ mit silbern verhakten Kreuzen danach Sternenbukett braun mit arisch funkelnder DNA-Doppelhelix, schließlich 29 Kometenaufstiege als donnernde Trittbrettfahrer, die sich in buntem Quatsch zerfaseln, am Ende rauschhaftes Nachnuscheln, Funkenflug, pfeifen, aus.


Bilder: Wikipedia.de, Textvorlagen: pyroweb.de
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Sankt Kurt J. Heinz

Verehrte Leserinnen und Leser. Ich möchte Sie heute auf das christliche Informationszentrum medrum.de aufmerksam machen. Nicht wegen der dort für frömmelnde, autoritäre Charaktere aufgeschriebenen Geschichtchen über den Untergang des Abendlandes, sondern um Kurt J. Heinz zu preisen. Er ist der Hoflyriker des christlichen Infodienstes und ein schon unfassbar narrischer Turnbeutel und Reimeschmied. Wenn Sie also einmal schlechte Laune haben, gehen Sie sich ruhig ein wenig bei Sankt Heinz erholen. Zwei Beispiele genügen und Sie sind, ich weiß es, im Netz seiner Verse gefangen wie ich:

Bush und das Anti-Folter-Gesetz

Ein wenig Folter kann nicht schaden,
drum will Bush es nicht versagen,
wenn im Terrorkampf der CIA
man den Verhörten tut auch weh.

Wo hat Bush denn dies gelesen,
war´s die Bibel selbst gewesen,
oder ist das nur ein böser Geist,
der die falsche Richtung ihm hier weist?




und:


Des deutschen Schülers Bildung
Eine Persiflage auf die Ergebnisse des deutschen Schulwesens aus Anlass der Studienerkenntnisse der Freien Universität Berlin, die am 25. Juli 2008 vorgestellt wurden.

Die Schule ist ein teurer Spaß,
doch nur durch Bildung weiß ich was
unserer deutschen Welt passiert
und rufe drum ganz tief gerührt:
Sozial war es fast überall
im Osten vor dem Mauerfall.




O.K. eins noch:


Erhaltet die Familien

Wie aus dem Korn erwächst ein Keim,
ist die Familie unser Heim,
aus der mit Liebe und mit Schweiß
der Lebenskeim zu wachsen weiß.

Leben, ohne die Familie,
wär´wie Leben ohne Liebe,
wär´wie Bäume ohne Triebe,
denen doch der Tod nur bliebe.

Drum erhaltet die Familien,
pflegt sie wie die schönsten Lilien,
denn nur aus ihrer Blüte Pracht
auch starkes Leben uns erwacht.




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Ein Volksvertreter muss ja kein Einstein sein ...

... aber vielleicht eine Zahl vorlesen können?
einen englischen Text ablesen?
mal ein paar Sätze nicht ablesen?

Es gab früher in Bayern ein menschenähnliches Wesen von krötenhafter Erscheinung, das konnte das aus dem Stand und mit einem gewissen der Absurdität gedankten Unterhaltungswert. Zur Not sogar in einem dem Englischen verwandten bayerischen Stammes-Idiom.

In der Ostzone griffen schwächer begabte Politclowns beherzt zur Flasche, damit sich die Zunge löse und der Geist frei wird, die Vorzüge der Mauer zu preisen. Mit leicht schwankendem Erfolg.

Nur unsere zeitgenössischen Politiker wollen sich nicht mehr anstrengen und stümpern rum. Schämen sollen sie sich, die torfigen Simpel.
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Wir sind Sex-Papst!

Katholische Prostituierte dürfen zu ihrer moralischen Besserung Kondome verwenden. Darauf wartet die Szene seit Jahren. Schluchzend fallen sich Huren und Luden in die Arme, seufzen „endlich, endlich“ und lassen vor dem Puff Gummis und Champagner regnen. Die Telepolis sagt es so: In Härtefällen dürfen Katholiken nun ein Präservativ benutzen. Gebe aber zu bedenken: In weichen Zuständen ist das sinnlos. Der Papst wird auch immer sonderbarer.

Es geht weiter: „Die Reaktionen zeigen, wie sehr sich die Menschen nach einer zeitgemäßen Morallehre der Kirche sehnen.“ Die Menschen? Jedenfalls die, die sich auch nach zeitgemäßen Pferdekutschen, moderneren Pockenviren und zukunftsweisenden Opferritualen sehnen.
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Fröhliches Politbordell

Wenn Charlotte Roche gerne dem Bundespräsidenten etwas Gutes tun will, dem bereits das Großkapital stets nur Gutes tut, dann tun das alle mit Sicherheit für einen guten Zweck. Der Maschmeyer beispielsweise (Ich habe Freude am Gutsein.) lockt die Schröder, Wulff, Rürup, Rösler, von der Leyen und Westerwelle an seine Geldtröge, damit er sie, die dort vom Glanz geblendet in Anbetung verharren, besser ficken kann: Ich besorg dir den Kanzlerwahlkampf, du besorgst mir das Ende der staatlichen Rentenversorgung. So geht das also, denkt sich die Roche, das kenn ich doch aus meinen Feuchtgebieten, da lässt sich eine nette Aktion draus stricken. Und das Buch geht in die nächste Auflage. Atomenergie hin oder her.
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Vorsicht beim Kennzeichen KF

Fahrzeuge, die im Landkreis Kaufbeuren gemeldet sind verursachen 40% mehr Unfälle als die anderer Landkreise. Woran liegt es? Zu viele Alte, zu viele Junge hinterm Steuer? Die Straßen? Nebel? Kneipendichte? Wer nach Ursachen sucht, schlingert ergebnislos herum, bis ein Name fällt, der Klarheit schafft: Der Fahrschulchef heisst Walter – Walter Folter. Und er „hinkt herbei“, ergänze: diabolisch grinsend, eine Hand am Sack, in der anderen ein Tischbein. Wofür das Tischbein, Meister Folter? „Pädagogik“ nuschelt der gefürchtete Fahrlehrer und zeigt sein freundlichstes Freddy-Krüger-Lächeln. Glasklar: Die Unfälle passieren nicht zufällig. Kaufbeurer leiden unter posttraumatischen Navigationsstörungen. Die Fahrsituation führt zu einem Flashback, die grausen Bilder der Folterfahrstunden kehren wieder, das dreschende Tischbein, der grinsende Peiniger, sein welkes Lachen – bei 120 auf der Landstraße genügen wenige Sekunden angstvoller Reminiszenzen und der steuerlose Bolide bohrt sich tief in die Allgäuer Scholle. Arme Kaufbeurer. Geht doch zu Beas Fahrschule in Marktoberdorf, oder zu Klaunzler, Weis oder Jelitto. Muss es wirklich vor dem Bund schon Folter sein?
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Humor und Entertainment?



ja, da schmunzeln die reichsten Deutschen heute sicher, wenn ihre Visagen versehentlich in der Witzeecke der SZ auftauchen. Wie putzig und humorvoll sie doch sind, die Oligarchen des Geldmachtapparates. Versteht man Reichtum als das, was er seinem Ursprung nach ist, nämlich ein Doppelverbrechen aus Raub und unterlassener Hilfeleistung, wird aus diesem Ranking der Erfolgsverwöhnten aber ganz schnell eine Fahndungsliste.
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Haderthauer und die deutsche Sprache

SZ: „Haderthauer mahnte, das Beherrschen der deutschen Sprache sei "Bürgerpflicht". Es sei jedem Migranten zuzumuten, sie innerhalb eines Jahres zu lernen.“
1962 geboren kämpft Frau Haderthauer seit Jahrzehnten mit der deutschen Sprache. Und heraus kommt sowas:
„Familie ist der Ort für Zukunft und Lebenschancen von Kindern.“ Das stimmt für Söhne wie Max Strauß und Konstantin „2.0“ Neven DuMont, die tatsächlich ihre Zukunft in der Familie finden. Die meisten werden sich wohl woanders Arbeit suchen müssen.
„Was Familie kann, kann nur Familie!“ Aha.

„Im Laufe der Zeit haben sich die Erwartungen an das, was Familie leisten soll oder kann und an das, was der Staat zu leisten hat, gewandelt. Das ist ein gesellschaftlicher Prozess, der ständigen Entwicklungen unterliegt, der atmet.“ Der Erwartungsprozess unterliegt atmend ständigen Entwicklungen. Ich verstehe. „Hierauf gibt es keine einfachen Antworten.“ Die Antworten auf atmende Prozesse gehören zu den schwersten.

„Lebenschancen, das sind heute vor allem soziale Schlüsselkompetenzen und eine gute Persönlichkeitsentwicklung.“ Die Lebenschancenforschung sagt: Die Netten schaffen es!

„Erfolgreiche Politik für meinen Stimmkreis Ingolstadt-Neuburg erfordert den Einsatz für eine Vielzahl von Anliegen und Themen.“ Ein Glück, dass dieser Satz kein Subjekt hat. Fast hätte ich geglaubt, die Haderthauer möchte sich für eine Vielzahl von irgendwas einsetzen.

„Ländlicher Raum und Großstadt entwickeln sich hier in gegenseitiger Befruchtung zu einer der Boomregionen Bayerns.“ Wie zwei Schnecken?

„Medien sind Partner und Kontrolle der Politik.“ Solche Sätze sind Bildungsversager und Haderthauer der Sprache. Richtig heisst es: Krasse Blogs sind Kontrolle von Politik, Alder.

.„Was nutzen die schönsten Schulbauten, wenn darin Bildungsversager sitzen?“ Tja. Und was die schönste Staatskanzlei, wenn die Haderthauer drin schwadroniert und ihre Ressentiments in deppendeutsche Sprachfehler packt?
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Mappus, Kämpfer für die Demokratie

Würde mir jemand das Gesicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zeigen und mich fragen, wie so etwas wohl heissen müsste, dann würde ich kurz nachdenken und sagen: Das ist vielleicht ein Plonz, Speckel, Mops, Pampel, Kotzel oder so? Aber „Mappus“ trifft es schon auch sehr gut, ich meine, der Mann hat zum Zeichen seiner vollsten Saturiertheit als Volksvertreter ja bereits Speckpolster auf der Stirn. Das macht ihm nichtmal Ottfried Fischer nach. Soviel zur Person. Zur Sache:
Mappus meint, Man könne "demokratisch legitimierte Beschlüsse nicht einfach ad acta legen", so Mappus. Was er dabei verschweigt, ist: Die demokratischen Legitimierer sitzen der europäischen Großfinanz und Bauwirtschaft auf dem Schoß, wenn sie ihr Händchen heben in der Abstimmung. Aber das stört den Mappus natürlich nicht, weil ihm der Weg, wohin er geht, von seinen Leistungseliten mit goldenen Marshmallows gepflastert wird. Und diesen weichen Gang durchs Leben lässt man sich doch nicht von irgendwelchen Leuten oder Argumenten wegnehmen. Da sei die Polizei vor.

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Bürgerabend

Sarrazin feiert einen Abend mit seinen Fans im Literaturhaus in München und es passiert etwas Unvorhergesehenes: Da, wo sonst so distinguierte, gebildete, still geniessende Münchner Kulturkonsumenten ihre Pfeifchen und Moleskin-Notizblöckchen hintragen, da wurden die Gegner Sarrazins laut und bös gemobt – von dem Münchner Kulturmob. Warum die da öffentlich den Rassisten herauskehren, ist sonnenklar: sie dürfen es dort im Schutz der Masse wagen. Die SZ wundert sich, warum die vielen gebildeten Menschen sich so gehen lassen konnten. Ich wundere mich nicht. Der Sarrazin spricht ihnen aus dem Herzen. Schließlich spürt der Mittelstand, dass seine Felle seit einigen Jahren ins Schwimmen geraten, Hartz 4 ist auch für überdurchschnittlich Verdienende eine ernstzunehmende Bedrohung geworden, denken die. Das weckt den Rassisten im Kleinbildungsbürger. Oder, mit Sarrazin zu sprechen: "Ich bin 65 Jahre alt, lebe noch, war viele Jahrzehnte Beamter, ich habe eine gute Altersversorgung und mein Haus in Berlin ist schuldenfrei. Angst habe ich keine mehr“. Die Münchner Literaturgeniesser wünschen sich von Herzen, dass das auch für Sie so bleibt. Und der Sarrazin erklärt, wie es geht: Weg mit den unnützen Essern, die auch gern in schuldenfreien Häusern leben und eine Pension geniessen würden. Sarrazin und seine Anhänger glauben, damit wäre ein Gedanke, womöglich ein für „Deutschland“ wichtiger Gedanke ausgedrückt. Was Sarrazin wirklich ausspricht, ist ein Reflex. Der Reflex, den Nahrungskonkurrenten auszuschalten. Nichts weiter. Das einzige, was ihn von richtigen Nazis unterscheidet, ist die Weitschweifigkeit. Er muss ein ganzes Buch lang mit Wissenschaft und Rhetorik bluffen, um auszusprechen, was ein Nazi in einem Satz rausbellt. Deutschland den Deutschen.
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Eine Alternative

Die Paranoiden sind sehr berechenbar. Sie werden sich immer so verhalten, dass das, was sie am meisten fürchten (vom Teufel Israel besiegt zu werden), mit der größten Wahrscheinlichkeit geschieht (Israel bombardiert den Iran). Was hat der Achmachmirdenjihad eigentlich für ein Problem? Ich denke, es ist ein großes und altes: Die islamische Welt ist vor ein paar Jahrhunderten, als in England der Kapitalismus und in Frankreich die Revolution erfunden wurde, abgehängt worden. Seitdem sind sie schwächer entwickelt und abhängig. Das zutreffende Gefühl, von den entwickelten Ländern ausgenutzt und übervorteilt zu sein, nährt das Minderwertigkeitsgefühl und die Verfolgungsängste. Er spinnt also mit Grund, was ihn nicht angenehmer macht. Was wäre die Lösung? Die Entwicklung aufzuholen. Der ideale Partner dafür wäre Israel. Ein Land in nächster Nähe mit hohem Innovationspotential, mit Universitäten, einer demokratisch legitimierten Regierung und einem Korruptionslevel, der in etwa dem in Schland entsprechen dürfte. Ein Land auf der Höhe der Zeit. Hier gäbe es Vertragssicherheit und viel zu lernen. Das wäre freilich ein weiter Weg, der ohne Selbstkritik und das Abschneiden vieler religiöser Zöpfe oder Bärte kaum zu gehen ist. Deutlich schneller sind die eigenen Größenphantasien zu Hand, man könne beispielsweise noch vor dem Westen einen Kernfusionsreaktor bauen und sogar den Krebs besiegen. Dabei wünsche ich gutes Gelingen. Ich setz mich jetzt kurz hin und besiege den Kaffeedurst. Ein Mensch braucht realistische Ziele, nicht?
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Atomkraft? Na, gut. Wenns denn sein muss

Im Jahr 2000 beschlossen die Grünen gemeinsam mit der SPD einen Atomausstieg mit einer Laufzeit der Kraftwerke von 30 bis 34 Jahren bei einer fixen Gesamtstrommenge, die die produzieren dürfen. Die Grünen? Genau. Die Partei, die wegen der Parole „Atomausstieg jetzt!“ gewählt worden war, beschloss einen Atomausstieg, der schlappe 22 bis 24 Jahre in der Zukunft liegt. Jetzt ist dieser Haufen halt- und gewissenloser Opportunisten in der Opposition, oder was bei uns so genannt wird, und behauptet, man könne nicht mit den Schwarzen zusammenarbeiten, solange die an der Verlängerung der Laufzeiten festhalten. Cem Özdemir sagte der Rheinischen Post: "Eines ist klar: Uns gibt es 2013 nur auf Basis des Atomausstiegs, wie er 2000 vereinbart wurde.“ Ich kann da beim besten Willen keine Basis erkennen, nur eine große Bereitschaft zur Selbstverläugnung. Bei den Grünen heissen die Bezahlten, glaub ich, „Realos“ im Gegensatz zu den „Fundis“, die als Nochzubezahlende in irgendwelchen Ortsgruppen versauern müssen und sich für die Bundesgarde hoffentlich ordentlich schämen.

Noch 2010 trauen sich die Grünenrealos sowas zu plakatieren:

Auf dem Plakat fehlt nur die Erklärung, dass die Bedeutung des Wortes „Jetzt“ von gewissen Transferleistungen der Energiekonzerne abhängen kann. Wir wissen ja, dass im erdgeschichtlichen Massstab der Zeitpunkt Jetzt durchaus ein paar Jahrzehnte umfassen kann. Ein Denken in größeren Zeiträumen ist dem Thema ja sowieso angemessen, schließlich wird auch der Müll der KKWs noch einige Jahrtausende vor sich hin strahlen.

Im Kapitalismus gibt es genau zwei mögliche Ursachen für einen Atomausstieg: Die KKWs werfen nicht mehr den gewünschten Gewinn ab. Die Uranvorkommen sind erschöpft. Ich weiss nicht, was davon als erstes passieren wird, aber ich weiss dass davor nichts passiert.
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Wenn Irre Irre kirre machen

Ein paar Evangelikale wollen am 11. September ein Signal setzen: Sie planen ein Autodafé, bei dem sie den Koran verbrennen. Der Widerstand ist groß, schließlich werden sich radikale Muslime sehr provoziert fühlen durch die Bücherverbrennung. Der Pastor Terry Jones des "Dove World Outreach Center", Gainesville, Florida, ruderte daraufhin zurück: „O.K., wenn der arabische Satan Schwierigkeiten macht, nur weil wir seine sündigen Suren verbrennen, dann zünden wir sie eben nur ganz kurz an, eher symbolisch, und pissen das Feuer gleich wieder aus. Ich hoffe dann ist Ruhe an der Front des Guten gegen das Böse. Praise the lord.“
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Eine gegen alles

Tripp trapp die U-Bahn-Treppe hoch und raus ans Licht, haut mir plötzlich dieses Reklametaferl eins auf die Augen:


Schau an, denkt sich der Doc, an diesem Werbeobjekt stören mich eigentlich nur der schrottige Schalter, die schwule Farbe und die Worte „Effektive“, „erfolgsorientierte“, „Lösungen“, „positive“, „Bewegung“ sowie „Ihr Leben“ und „bringen“. Das ist die Sprache der Unternehmensberater. Das ist das Lebensziel der Heilpraktiker. Hier kommt beides zusammen. Das Dümmste aus zwei Welten.

Drüber steht „Wegezurlebensfreude.de“, nicht zu verwechseln mit „Lebensfreunde.de“, die sich für die Unversehrtheit von Föten einsetzen. Wer führt mich denn nun den Weg zur Lebensfreude? Anja Morgenroth im schönen München tut das. Nachdem kürzlich ein Mann in der U-Bahn versuchte, mich mit Hypnose glücklich zu machen, bin ich jetzt natürlich neugierig, was die Morgenroth so auf der Pfanne hat. Das liest sich so:

„Deep memory process (Tiefenerinnerung) erlaubt ein Hervorholen von Bildern und Erinnerungen aus tieferen Schichten des Unterbewusstseins. Dieser Prozess findet in einer Tiefenentspannung statt. Der Klient erinnert sich hinterher an alles.“ Mit der Tiefenentspannung kann sie bei mir schonmal punkten. Das Hervorholen von Bildern aus tieferen Schichten ist auch super. Ich habe da so ein uraltes, vermutlich noch aus der Renaissance stammendes Fresko in einem der unteren Verliese meines Unterbewusstseins, das muss ganz großartig sein, ein Gruppenakt bei einem Bacchanal in einem Serail ist, glaub ich, zu sehen, aber ich bin nicht entspannt genug, nochmal da hinzufinden und die vielen auch nicht gerade keuschen Deckerinnerungen abzukratzen. Schön, wenn das Frau Morgenroth für mich über- oder unternimmt. Mit gefällt auch, dass ich mich hinterher an alles erinnere, der Hypnoseheini wollte in dieser Hinsicht nichts garantieren.

Das Bild ist da und schon geht alles Schlag auf Schlag! Knoten werden durchtrennt und Ströme entfesselt: „Gebundene Lebensenergie wird nach Lösen von Blockaden und Verstrickungen frei. Das persönliche Energieniveau erhöht sich spürbar.“ Klar. Denn hinter jedem geretteten Tiefenfresko schlummert ein Geysir der – nennen wir das Kind doch beim Namen – der unbändigen Lust, eine brodelnde Quelle, was sage ich, die Morgenröthe der Lebensenergie. Der Deep memory process klingt wohl nicht zufällig nach einer besonders tief gehenden Fellatiovariante. Sex sells, denkt sich der Tiefenheilpraktiker.

Und wann und wogegen hilft das, Frau Morgenroth?

Gegen Energiedefizite natürlich, aber auch bei Beziehungsproblemen, Stagnation („ich stagnier´ heut wieder so“?), Angst vor dem Tod, Krankheiten, Naturkatastrophen und Sinnkrisen. Also immer und gegen alles, was so als übles Hindernis auf dem Weg zur Lebensfreude im Weg liegen könnte. Spätestens jetzt fragt man sich natürlich schon, ob hier nicht der Wunsch der Vater des Hilfsangebotes sein könnte.

Im Impressum steht deshalb sicherheitshalber: „Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, […] das gesamte Angebot […] zu löschen“. Warten wir´s ab.
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Imame, die Kant singen

Hamed Abdel-Samad hat ein Buch geschrieben, das den Untergang des Islam vorhersagt (Hamed Abdel-Samad: Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose). Da beschreibt er, was seines Erachtens der Islam braucht: „Wir brauchen Imame, die Averroes, Kant und Spinoza gelesen haben, und Moscheen, in denen Frauen nicht nur ohne Abtrennung neben Männern beten, sondern auch predigen können. Wir brauchen mehr Mut und mehr klare Worte. Wenn es nach mir ginge, wollte ich den Wahlspruch der Aufklärung von jedem Minarett der islamischen Welt fünfmal am Tag hören: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ – den Wahlspruch würde er sicher nicht fünfmal sondern nur einmal hören. Weil nach mutiger Betätigung seines eigenen Verstandes der Imam sofort von seinem Türmchen heruntersteigt und sich eine andere Beschäftigung sucht.
So denken wohl viele: Wenn es einen aufgeklärten Islam, ein aufgeklärtes Christentum, einen aufgeklärten Zionismus usw. gäbe, dann könnte die Vernunft ihre segensreiche Wirkung in und zwischen den Völkern entfalten. Wenn es aber nunmal nicht der Sache der Religion entspricht, besonders aufgeklärt zu sein? Die Selbstkritik der Religion reicht immer nur bis zum nächsten geoffenbarten oder sonstwie unaufgebbaren Glaubenssatz, resp. Fetisch.
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Was denkt der sich eigentlich?



Wenn Sie im entspanntesten Urlaub in einem ganz entzückenden Lokal überraschend an Ihrem Partner dieses Gesicht entdecken, dann denkt der vielleicht gerade:

„Wieso bekommt jetzt die die Calamari fritti wieder eher als ich?“

„O.K., das sossenverschmierte Kleinkind lassen wir hier. Dafür nehmen wir die leckere Bedienung mit nach Hause.“

„Yes we can. Ich zähle bis tausend. Wenn in der Zeit nochmal „Wind of Change“ läuft, sprenge ich die Stereoanlage dieser Boazn telekinetisch in die Luft.„

„Die Bierchen waren echt gut nach der ersten Presshalben, der Sangria auch, ein Spitzenrosé danach, tolle Kräuter-, Himbeer- und Erdbeerliköre, einige Pils zwischendurch gegen den klebrigen Geschmack, etwas Caffé corretto zum Wachbleiben, und die paar Grappe runden das Essen doch fein ab. Woher kommt das dann? Aber klar: Der Salat. Der ist schwer verdaulich. Weiß man doch. Ich werde das leichte Magengrummeln einfach ignorieren. Oder vielleicht einen Averna?“

„Bestandsaufnahme: Links rülpsen die Belgier, vorne schwitzen speckig die Kärntner und rechts rumoren lüstern die Russen. Ich könnte die Brille abnehmen. Aber die Ohren? Was mache ich mit den Ohren?“

„Kann da mal bitte jemand die Wand hinten weiß streichen, damit mein Gesicht nicht so blass wirkt?“
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Demokratischer Volksgerichtshof

Eine Schweizer Initiative will sadistische Psychopathen mit dem Tod bestrafen, falls sie bei Ihrer Untat auch sexuell erregt waren und zur Vergewaltigung schritten. Eine seltsame Idee. Damit wäre beispielsweise Hitler der Todesstrafe im gesunden Volksempfinden der Schweizer Initiative entkommen. Aber um Logik geht es bei sowas eh nicht. Begründet werden muss natürlich trotzdem.
In diesem Fall so:

„Die Initiative ist die Antwort auf alle Verbrechen, die einem Menschen das Leben und dessen Würde durch unvorstellbare und grausame Handlungen entreissen. Die Todesstrafe ist in solchen Fällen eine tragische aber letztendlich logische und konsequente Massnahme. Geben wir den Opfern einen Teil Ihrer Würde zurück und ermöglichen den Hinterbliebenen einen Neuanfang. Schauen Sie nicht weg, schützen Sie präventiv unsere Frauen und Kinder und unterstützen Sie die Initiative.“

Darauf wäre zu antworten: „Die Todesstrafe ist einen Antwort auf grausame Verbrechen, die einem Menschen das Leben durch grausame Handlungen entreisst. Sie ist die konsequente Fortsetzung der grausamen Handlungen, nicht ihr Ende, nicht ihre Sühne. Kein Mensch, auch kein Opfer und kein Täter, kann seine Würde verlieren, aber sein Leben. Die Todesstrafe schützt niemanden vor sadistischen Psychopathen. Aber sie macht uns, die Henkershelfer, zu deren Brüdern im kranken Geiste.“

Und wer hat das warnend vorausgesehen, dass die großartige „direkte Demokratie“ der Volksentscheide sich direkt vom Minarettverbot zur Einführung der Todesstrafe bewegen wird? Ganz genau.
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Wenn Politiker Anreize geben


... dann sieht das so aus:
Den Hartz IV-Empfängern wird das Elterngeld gekürzt. Familienministerin Schröder verweist „zur Begründung ... in dem Gesetzesentwurf darauf ..., dass es für erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher stärkere Anreize geben müsse, eine Arbeit aufzunehmen.“ Lies und merke: Die faulen Säcke müssen wir aus ihrer sozialen 359 Euro-Hängematte schaukeln. Sonst liegen die uns noch ewig auf der Tasche.
Übersteigt das Nettoeinkommen die 2770 Euro monatlich, greift eine andere ebenso zwingende Logik. Diese Menschen erhalten den Höchstbetrag an Elterngeld (1800 Euro). „Schröder argumentiert, dass es gerade für gut verdienende Männer weiter attraktive Anreize geben müsse, in den Elternurlaub zu gehen.“
Familienpolitik als Mittel der Umverteilung: Was man bei den Einen einspart, um ihnen Anreize zur Arbeit zu schaffen, kann man den Anderen geben, um ihnen Anreize zum Urlaub zu schaffen. Kristina Schröder weiß, für welche Familien Sie Politik zu machen hat. Aber sie ist auch promovierte Soziologin. Sie sollte wissen, was solche Entscheidungen aus einer Gesellschaft machen: Eine ehrenwerte.
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Wer tut ihm den Gefallen?


Foto: Kathrin Möbius
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Grüß Gott, ich heiße Doktor Vogl und meine Tags sind...

Ich war gestern Abend noch bei einer Veranstaltung zum Thema „Enterprise 2.0“. Es ging darum, wie Captain Picard in der zweiten Staffel der Serie den Handel mit den Klingonen durch den gezielten Einsatz von Web 2.0 Tools hätte optimieren können, oder so ähnlich. Bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe. Nicht uninteressant jedenfalls. Was mir aber dann doch als bemerkenswert auffiel, war die Eile, mit der die Vorstellungsrunde absolviert wurde. Es hat ja scheints kein Geschäftsmann mehr Zeit für sowas Altmodisches wie sich einander bekannt zu machen. Das muss zackig gehen. Deshalb forderte Jens „2.0“ „zack!“ Schröter, der Initiator der interstellaren Runde, die Teilnehmer auf, sich hastig mit Namen und drei kurzen Tags vorzustellen. Die meisten hielten sich dran. Nur die Dame links von mir wollte Goehring genannt werden, was wohl eher ihr Avatar als ihr Echtname sein dürfte. Beliebte Tags waren beispielsweise „Berater“, „Web 2.0“, „Prozessoptimierung“, „Phasermodulation“ und „Entwicklung von Warpantrieben“ aber auch „Ich“ „hasse“ „Tags“ „fragt mich nicht warum“. Daneben gab es auch Ausreißer, die beispielsweise behaupteten, Ihr Wesen könne mit dem Schlagwort „Familie“ beschrieben werden. Was macht einer, der sich groß „Familie“ auf die Stirn schreibt, Donnerstag abends bis 21 Uhr in einem Businessmeeting? Der Referent schlug für sich als Tag-Wort vor, er sei „leicht zu begeistern“ – so leicht, dass er sich sogar mit Enterprise 2.0 befassen kann, ohne auf der Stelle einzuschlafen? Noch seltsamer war nur die getaggte Auskunft zweier Teilnehmer, sie seien „neugierig“. Eine verschwommene Warnung vielleicht? Aber ich kann mich täuschen.
Wer sich selbst ein Bild von der Sache machen möchte und noch was nachholen muss in Enterprise 2.0-Kunde, der kann sich vertrauensvoll dahin wenden:
http://www.meetup.com/The-Munich-Enterprise-2-0-Group-MUC20/
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Raucherentwöhnung



Er: „Hör ma, ich muss mit dem Rauchen aufhören, is aber echt schwierig.“
Sie: „Kenn ich, hab selba 10 Jahre geraucht. Versuchs doch mal mit U-Bahn!“
Er: „U-Bahn probier ich seit Monaten. Nutzt garnichts. Die blöde U-Bahn kommt bei mir nicht tief genug. Ich bräuchte was tieferes.“
Sie: „Hypnose! Ich sags nur ungern, aber du brauchst Hypnose. Wenn selbst die U-Bahn nichts hilft.“
Er: „Scheiße, echt? Hypnose? Wird mich das auch genug faszinieren? Ich meine, U-Bahn fasziniert ja schon ein bisschen, so tief unten rummachen, einsteigen, aussteigen, schon eine gute Übung für den Nikotinausstieg, oder?“
Sie: „Das ist nichts gegen Hypnose. Hypnose fasziniert jeden.“
Er: „O.K. Dann also Hypnose. Aber wo?“
Sie: „Natürlich in der Naturheilpraxis Dietrich Jahn, wo sonst?

Die anderen Heilpraktiker sind einfach nicht bunt genug. Und sie gucken nicht so hypnotisch. Schau doch mal auf Jahns Website „aufgehört.de“, da siehst du genau, wie du dich fühlst, wenn du nicht mehr Rauchen musst: Wie ein Junkie, der auf der Flucht vor seinem Dealer im Sprung erschossen wird. Bumm und plötzlich ist das Verlangen weg. Kurzzeittherapie eben.“


Er: „Überzeugt. Zu dem geh ich.“



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Revolutiönchen

Wussten Sie, dass es eine „Bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts“ gibt, die sich mit „Aufarbeitung“ befasst? Nein? Dann passen Sie mal auf, was die aufarbeitet:

So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.

Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:

Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
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Volksabstimmung

In der SZ kriegt sich ein Herr Käppner garnicht mehr ein vor Glücksgefühlen und demokratischem Furor. Es pocht derart in seinem Herzerl, dass er in der Headline ein Stakkato von vier Ausrufezeichen unterbringt: Wir! sind! das! Volk!
Dann kommt eine Suada von Schmarrn über Gauck vs. Wulff und warum das Volk der Souverän ist. Das erspare ich Ihnen, hier zu wiederholen. Aber dann steht da doch ein kluger Satz, der geht so: „Aber Plebiszite sind ja gar kein Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie. Sie sind eine Ergänzung, ein kräftiges, stärkendes Mittel gegen den verbreiteten Verdruss an Politik, Parteien und Parlament.“ Genau so ist es. Plebiszite sind ein Zuckerl, das einer Bevölkerung die Laune zum Mitmachen erhalten soll, die über die Länge der Zeit und die Breite der Enttäuschungen längst gelernt hat, dass zynischsten Spott verbreitet, wer die Wähler irgendwie als Souverän des Landes darstellt. Sowas tropft dem Käppner so ziemlich automatisch aus dem Kopf in die Tasten fürchte ich. Was mir zeigt, der ist nicht ganz dicht.

Gegenprobe. Was würde geschehen, wenn eine Volksabstimmung zur sofortigen, ersatzlosen Abschaffung des Erbrechtes aufgelegt werden würde? 90 % der Bevölkerung würden davon sofort profitieren. Die deutsche Auslandsverschuldung wäre über Nacht getilgt, der Sozialstaat stünde in voller Blüte, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt wäre zum ersten Mal in der Geschichte geschaffen. Ja, auch Sie, stirnrunzelnder Herr Leser mit den 250.000 per annum würden gewinnen. Was Sie Ihren Kindern hinterlassen, sind nämlich summa summarum und sub specie Gebrüder Aldis betrachtet: Peanuts.

Nur wird es eine solche Volksabstimmung nie geben. Dann wäre das Volk ja der Souverän über seine Interessen. „Gott bewahre!“, schreit halb Davos und der ganze Bundestag, „so weit käm´s noch.“
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil V: 11. August 1999

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Free Gaza

Wenn in Hannover Jugendliche mit Steinen nach einer israelischen Tanzgruppe werfen und dabei mit Megaphon „Juden raus“ schreien, dann frage ich mich schon: Wer hat denen das beigebracht? Ist da nirgends ein Erwachsener, der den Saubuam die Flüstertüte abnimmt und ein paar hinter die Löffel gibt? Nein? Sind sich von groß bis klein alle einig in der Sache? Das habe ich befürchtet.

Kurze Anleitung zur Diskussion solcher Vorfälle. Gespräche darüber sollten unter einfühlsamen und selbstverständlich antifaschistischen Antisemiten bitte möglichst in dieser Art ablaufen:

„Mann, Scheiße, werfen die einfach mit Steinen nach den Juden. Das erinnert an böse Zeiten. Keine gute Presse für Deutschland.“
„Stimmt schon, aber schaumal, wenn die auch alles dafür tun, um den Zorn auf sich zu lenken. Weisst schon, Gazablockade, Schiffskonvoi, der ganze imperialistische Mist eben.“
„Hast schon recht. Sie machen´s einem nicht leicht, sie zu mögen. Ehrlich nicht.“
usw. und so dämlich fort.

Das ist so das geistige Grundgerüst für Gespräche, mit denen den zurückgebliebenen, Gewalt verherrlichenden, sämtliche Menschenrechte verhöhnenden Feinden Israels der Rücken gestärkt wird: Zwingen uns doch die Juden tatsächlich schon wieder dazu, zum Täter an ihnen zu werden. Wie ungeschickt aber auch.

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Der dirty old man von Augsburg spricht "Sorry folks!"

Mixa, der angeblich sexuell übergriffige, ziemlich sicher gegen Kinder einst habituell gewalttätige und wahrscheinlich dazu sogar schwer versoffene, seinen Kaplanen nach zu urteilen, insgesamt realitätsblinde, sprich: irre Ex-Bischof, sagt: „Ich bitte alle um Verzeihung.“ Der notorische Zornigel entschuldigt sich bei allen für alles mögliche irgendwie, wie auch immer. Aber wenn jetzt noch einer was sagt, dann fallt der Watschnbaum fei um! Bei dem heisst: „Ich bitte alle um Verzeihung“ nichts Anderes als: „Meine Geduld ist am Ende.“ Meine auch.

Andererseits: Vielleicht rafft er sich ja noch zu irgendwas Brauchbarem auf. Irgendwas titanisch Sinnloses. Vielleicht ein Streitgespräch mit Küng über den Papst. Oder er steigt bei Raab in den Ring als Prügelpope? Ein Juryplatz in einer Castingshow für Zölibatsanwärter? Raumflug? Publikation seiner Tagebücher? Wo kann ich mich als Geisterschreiber bewerben?
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Soros, die Kassandra unter den Heuschrecken

Wenn einer der wirklich was zu sagen hat, was sagt, sollte man zuhören. Soros, eine der US-Megaheuschrecken, fordert von Deutschland einen Beitrag zur Überwindung der Krise, die er selbst mit Wetten gegen den Euro angeblich noch vergrößert hat. Deutschland solle nicht so verbissen sparen, sonst halten die anderen, im Export schwächeren EU-Länder nicht mehr mit, bleiben auf ihren Gütern sitzen und fallen in eine Deflation: „ Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie.“ An der dem Soros wieviel liegt? Eben. Warum sagt er es dann? Weil er in der Leiche Europas nicht mehr herumspekulieren kann. Das hat einen gewissen Weitblick, der den deutschen Politikern fehlt, die offenbar glauben, Sie könnten jetzt den zweiten Weltkrieg doch noch im Nachgang gewinnen und die anderen EU-Länder wirtschaftlich unterwerfen. Aber wer soll dann noch die deutschen Autos kaufen, wenn es am Ende heisst: Operation gelungen, Patient tot? Noch geht bissel was: Die klammen Griechen wehren sich zwar ein wenig, sollen aber dennoch deutsche Kampfflugzeuge kaufen, – schließlich erhalten sie von Deutschland üppig Kredit. Wenn die PIGS plus Italien aber irgendwann garnichts mehr kaufen können, was dann? Dann liegt auch der deutsche Export darnieder und der Soros bekommt recht.
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I have something strange to reveal!

Film ab.
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Niebels globaler Fokus

Der Entwicklungshilfeminister, der seine Entwicklungshilfezusagen sonst notorisch nicht einhält, macht in Gaza natürlich eine Ausnahme von seinen Prinzipien und wirft sich auf dem Weg zur gesponserten Kläranlage gezielt in den braunen Schlamm, in dem der Paech bereits liegt, nur um dann zu blöken, es sei nun aber fünf vor zwölf für die Israelis. So weit so dreckig. Den Plan hinter seinem Handeln charakterisiert er selbst so: „Die neue Entwicklungspolitik besitzt einen globalen Fokus, keinen Stückwerkcharakter“. Da hat er recht, deutsche Aussenpolitik hat einen globalen Charakter: Was auch immer in der Welt Übles passiert, hat seine Ursache in der jüdischen Weltverschwörung und wer dagegen vorgeht, macht es bitte endgültig. Fünf nach zwölf muss Israel weg sein. Alles Andere hätte Stückwerkcharakter.
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Wofür sich Vorstandsvorsitzende so interessieren

Tony Hayward spart gewinnorientiert einige Tausender bei der Sicherheitstechnik einer Tiefseeölförderanlage ein, zerstört damit für´s erste das Erwerbsleben einiger tausend Menschen, Folgeschäden unbekannt, und spricht dann dazu den Satz: „Ich will mein Leben wiederhaben.“ So winselt der Multimillionär ehe er zur Regatta antritt, weil er ein einziges Mal in seinem Leben dazu gezwungen war, sich für die Folgen seiner Taten öffentlich zu entschuldigen. Und dennoch gibt uns dieser, ich sag mal: Pestfetzen, dieses vertierte Ohrfeigengesicht, diese ölige Schande auf zwei Beinen ein lehrreiches Exempel. So wunderbar ist die Welt eingerichtet, liebe Leser. Denn jetzt ist auch dem eifrigsten Untertanen der Kapitalmaschine klar, was einen Vorstandsvorsitzenden allein interessiert: Nichts außer ihm selbst. Viel Spaß beim Segeln, Tony, und „Mast- und Schotbruch“, aber hallo! Nimm doch den Ackermann mit, bitte! (In meinem Kühlschrank steht eine Flasche Sekt, für den Fall, dass eins meiner Lieblingsekel abtritt. Da steht jetzt auch „Tony „Beyond Punishment“ Hayward drauf. Ich warte.)
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Köhler lässt sich zum Abschied einen blasen:

Den St. Louis Blues beim Zapfenstreich. Die interessantere Meldung wäre zwar, dass der Bundesmastermind sich nach seinem hysterischen Hinschmiss in alle Zukunft Jahr für Jahr 200.000 aus dem Steuersäckel greifen darf plus Limousine, persönlichem Referenten und einer Sekretärin in einem Büro seiner Wahl. Womit sich die dämliche Frage der SZ, wie er sich wohl „fühle“, erübrigt. Die sollen sich lieber fragen, wie sich seine Mitarbeiter fühlen, die sind jetzt nämlich arbeitslos.
Aber mit der Fellatioheadline werde ich meinen Besucherrekord toppen, keine Frage. Von der Bild lernen , heisst siegen lernen („Horst ... weg!“, „Ösis verhöhnen Deutschland“ „Das wilde Sex-Leben der Kennedys“).. Wobei m. E. die Hamburger Morgenpost diesmal noch besser war als die Bild: „Bundes-Horst macht die Biege“ ist ein Gigant unter den Headlines.
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Herr Bundespräsidentschaftskandidat, was sagen Sie zu...

Herr Vogl, Sie versuchen nun zum dritten Mal in irgendeinem Land an die Spitze des Volkes gewählt zu werden. Was sagen Sie zu...

DV: Doktor Vogl, bitte.

Gut. Doktor Vogl, Sie würden gerne eine Tätigkeit aufnehmen, deren Vorzüge Sie selbst einmal so beschrieben haben: „Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin.“ Ist das eine korrekte Beschreibung des höchsten Amtes der Bundesrepublik?

DV: Ja.

Was sagen Sie zu Afghanistan?

DV: Zu Afghanistan sage ich immer: Ojeoje. Manchmal auch: Ach du lieber Gott. Hängt vom Kontext ab. Und den mache ich ja nicht selbst. Aber ich möchte da Niemanden vorverurteilen.

Ihr Konkurrent Gauck bekennt sich zur freien Marktwirtschaft, Wulff möchte sich für Weltfrieden, Weltklima und Weltwirtschaft einsetzen. Was ist Ihr Fokus?

DV: Lecker essen, Ausspannen, Fernreisen, das ganze Repräsentationsding eben. Und Weiber. Weiber auch.

Verstehe ich Sie richtig: Sie beabsichtigen, sich gegen Welthunger und Ausbeutung aber für Mobilität und Frauenfragen einzusetzen?

DV: Korrekt. Und für Artenschutz. Weltweit nimmt der Bestand an aufrechten Kommunisten rapide ab und niemand tut etwas dagegen. Aber auch manche Tiere sollten vielleicht so eine Art Schutz geniessen, finde ich. Jedenfalls die, die man nicht essen kann.

Doktor Vogl, was ist Ihr Arbeitsmotto?

DV: „Doc Vogl sagt, der tut sein Bestes, der irgendetwas will und lässt es.“ Gut was? Ist von mir. Hab ich mir selbst einmal ausgedacht. Schreiben Sie das ruhig.

Von der „Politik der kleinen Schritte“ zur „Politik ohne Schritte“?

DV: Das haben Sie fein erkannt. Sind Sie aus der Dänemark?

Nein, warum?

DV: Ich kannte mal jemanden, der hatte einen Bruder, der mit einer Dänin, die nicht bis drei zählen – aber das würde zu weit führen.

Wie wollen Sie mit Ihrer Politik des Stillstands das deutsche Volk auf die schwierigen Aufgaben der Zukunft vorbereiten? Muss nicht vielmehr ein Ruck durch Deutschland gehen wie Roman Herzog einmal so sympathisch dynamisch meinte?

DV: Nein.

Kein Ruck?

DV: Bloß nicht.

Wie würden Sie die Deutschen auf das, was kommt, einstellen?

DV: Chemisch. Ich stand einmal in Afghanistan vor diesen unendlichen Mohnfeldern, Tränen in den Augen rief ich: Ach du lieber Gott! Es war eine Offenbarung, eine Verheissung. Sagen Sie jetzt nicht: Ojeoje, der Doktor Vogl wieder, mit seinen Afghanischen Vorschlägen. Den sollten wir erstmal nach Dänemark schicken zum ausnüchtern. Sie täuschen sich gewaltig: Die Dänen sind von früh bis spät dicht. Ein Volk im Nebel, ich weiß es sicher, schließlich kannte ich mal jemanden, der - aber das würde zu weit führen. Die Dänen gehen den europäischen Weg entschlossen voran.

Was ist Ihre Vision, wohin führt der Europäische Weg?

DV: Er führt von hier weg und hin zu lecker Essen und keiner Arbeit.

Im Ernst?

DV: Nein, ich habe mir nur einen Scherz erlaubt. Er führt natürlich ins Verderben. Die Zukunft gehört den Chinesen. Die wurden allerdings schon einmal mit Opium besiegt, da kommen die Afghanen wieder ins Spiel. Sie müssen diese globalen Zusammenhänge historisch verstehen. Dann geht ein Ruck durch Ihr Gehirn und sie haben keine Lust mehr irgendwas zu tun, ausser lecker essen, faulenzen und so weiter. Versuchen Sie es ruhig mal. Auch in Ihnen steckt ein Bundespräsident.

Meinen Sie?

DV: Ganz bestimmt.

Herr Doktor Vogl, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

DV: Da doch nicht für. Gern geschehn.






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Einen neuen Bundes-Präsidenten? Schlagen Sie Doc Vogl vor!



(nein, den Button haben Sie heute nicht zum letzten Mal gesehen. Er ist auch, profunde Kenner der Materie vermuten es längst, für die US-Präsidentschaft entwickelt worden. Aber ehrlich: ich wäre auch mit dem Amt des Bundespräsidenten zufrieden. Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin. Das schaff ich mit links.
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Rückkehr von der Front

Jetzt sind sie wieder da und bekommen Blumen. Der Paech bestätigt sich als zuverlässiger Vollpfosten mit der Einschätzung, er sei knapp einem Kriegsverbrechen entronnen. Kann den mal jemand zum Arzt führen, statt auf so ein humanitäres Friedensschiff? Man muss sich bei der Bundeslinken eh über nichts mehr wundern, nachdem deren außenpolitischer Sprecher Gehrcke im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt offenbar mirnichtsdirnichts auch mal Nazis zustimmend zitiert, darunter Werke, die das „Weltjudentum“ im Titel tragen.
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Abgang Bundesköhler

Jetzt ist es amtlich: Wenn ein Quatschkopf von einem Bundespräsidenten nur einmal, vermutlich versehentlich und mit sofortigem revoco, sagt, wie es ist, muss er subito gehen. Dabei hat er nur gesagt, was eh alle wissen: Krieg ist die Fortsetzung des Profitstrebens mit anderen Mitteln. Wozu wären die „Jungs“ denn sonst da unten? Um Brunnen zu bohren? Nase zu bohren? Passen Sie mal auf, was jetzt für eine Heuchellawine durch die Zeitungen rumpeln wird.
Na, ich werde ihn nicht vermissen. Darf vielleicht die schrille Schwan von der Ersatzbank kommen? Das hätte was. Wen es schon bei Köhler gegruselt hat, der kann sich dann richtig in den Sitz krallen. Die ist sicher noch besser.
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Mission accomplished

Wenn ein Rudel bekennender Antisemiten sich mit Rollstühlen und Fertighäusern übers Meer nach Gaza aufmacht, obwohl sie bereits vorher wissen, dass sie dort nie ankommen werden, dann hat diese ebenso dumme wie offensichtliche Provokation genau diese Ziele: Israel weiter zu isolieren und den letzten Verbündeten unter den „Muslimen“ zu nehmen: Die Türkei. Bravo, sie haben beides erreicht. Und damit es auch auf jeden Fall klappt, mussten der Paech und seine linken Rechten auch noch mit der Axt rumfuchteln und versuchen, einen Soldaten zu entwaffnen. An diesem hässlichen Vorfall können Sie alles über Antisemitismus lernen, was es zu lernen gibt. Der Antisemit schafft sich seinen Juden nach seinem Bild. Gehasst hat er ihn schon vorher. Der Grund dafür wird, wenn es sein muss unter Einsatz des eigenen Lebens, nachgeliefert. Hoffentlich weiß Obama, was dieser Vorfall bedeutet.
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Koch wechselt in die freie Wirtschaft und wird…

… Barbecue-Dummy für Gehacktes in den McDonald Laboratories.
… BP-Berater für die Agitation gegen die ausländische schwarze Invasion, die die freie Welt überraschend überflutet.
… Hollywood-Star (Swamp Thing 4, der Blob, Invasion der Monsterschleimpilze)
… Pizza
… Wirt
"im Bereich von Wirtschaft und unternehmerischen Entscheidungen" tätig sein, verdeutlicht der CDU-Politiker.
… d. h. nichts mehr tun müssen, weil die unternehmerisch Entscheidenden sich nichts mehr von ihm versprechen, oder sich vom Nachfolger noch mehr Entgegenkommen versprechen können. Mal sehen, welche Lobby ihm den Lebensabend für seine Willfährigkeit vergoldet. Wenn er klug ist, spielt er den Anwalt. Dann dürfen alle mal.

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Trau schau wem

Wenn Ihnen ein Beduine ein Brot zum Tausch anbietet (beispielsweise gegen Ihr Kamel oder Ihre Frau), dann sehen Sie sich genau seinen Gesichtsausdruck an. Micro-Expressions täuschen nie: Der hier guckt verschlagen drein: Zusammengekniffene Lippen, eine Hand im Hinterhalt, den Blick starr auf sein Opfer gerichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn er von dem Brot schon abgebissen hätte. Also Vorsicht.

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Wenn Technokraten antworten

Ein Journalist fragt Steve Jobs, was sein neuestes Produkt wohl mit einer „Revolution“, also einer erkämpften Freiheit gemein habe. Schließlich sei das ein von Apple sehr reglementiertes, gar nicht auf Freiheit abzielendes Produkt und seine Bewerbung als revolutionäres Gerät damit eine Frechheit. Er meint die Freiheit der Menschen, zu tun oder zu lassen, was sie wollen.
Jobs antwortet darauf mit Datenschutz, Stromverbrauch und seltsam, seltsam, Freiheit vor Pornographie. Mit den Punkten eins und zwei gibt er zu verstehen, dass er die Frage des Journalisten nicht versteht, der dritte Punkt ist wahrscheinlich in Apples Designabteilung bei einem Meeting für „Clean content“ festgelegt worden: „Hey, diese uncoolen Pornoseiten für uncoole Wichser machen das ganze edle Look&Feel auf dem Touchscreen kaputt. Wir wollen sie nicht auf unseren stylishen, magischen Geräten für cleane Werbetussis haben, o.K.? Steve, kannst Du nicht dieses schlimme, hässliche Pornoflash verbieten lassen? Bitte, bitte.“
Am Ende watscht er den Journalisten ab, der solle sich trollen, schließlich habe er noch nichts Großes geleistet. Lies: „... nichts wie meine tolle iPad-Produktinnovation, Du investigativer Wurm.“
Ich weiß ja nicht, was der Journalist noch so vor hat, aber sollte es in die Richtung seiner Frage gehen, dann wird er für Jobs eine Laterne reservieren können.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil IV

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Was tun mit renitenten Vulkanen?

Die Weltweisen und Ihre Lösungsmodelle:

„Wir werden den f*** volcano einkaufen und noch am selben Tag entlassen. Dann kann er auf dem Mond weiterqualmen. Auf diesem Planeten bleibt er arbeitslos.“ Warren Buffet

„Wie ich höre, sind in Guantanamo wieder Zellen frei. Wir sollten diesen glühenden Extremisten waterboarden. Das ist keine Folter, wir nennen es vorsichtig „Löschen“,– manchen macht es richtig Spaß, fragen Sie Cheney.“ George W. Bush

„Ich sage: Schwanz ab, wenn der Chauvi mit seinem riesigen, dunklen Schweif unsere Flughäfinnen penetriert. Wo sind eigentlich die Vulkaninnen?“ Alice Schwarzer

„Auch ein Vulkan ist nicht unfehlbar. Wie er unsere unschuldige Atmosphäre mit seinem Auswurf missbraucht, ist so ungeheuerlich, das hat nicht einmal das zweite Vatikanische Konzil vorhergesehen. Island muss jetzt alles offenlegen, was der Vulkan mit seinem Dreck verdeckt.“ Hans Küng & Eugen Drewermann

„Abscheulich, wie dieser Minderleister mit spätrömischer Dekadenz sein ALG II verraucht. Ich empfehle: Nikotinentzug und ein verpflichtendes Arbeitsangebot, das er nicht ablehnen kann: Auf der Müllverbrennungsanlage.“ Guido Westerwelle

„Ich filme ihn, O.K.? Dann ist er erledigt.“ Wim Wenders

„Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.“ Johannes

„Ich werde ihn ein bisschen anlächeln, vielleicht hört er dann auf. Vielleicht auch nicht. Aber bringt die Kameras mit.“ Dalai Lama

„Oh mein Gott, ich dachte, wir hätten noch mehr Zeit. Bringen Sie mich zum Präsidenten. Wir müssen mit der Airforce One durch das Jurassic Island zum Erdkern vordringen und die Lava auspissen. Ich weiß, das ist ein Himmelfahrtskommando. Nur der Präsident kann es schaffen.“ Jeff Goldblum in „The Volcano No. 1“ von Wolfgang Petersen

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Tabu?

Unter der Headline „Das israelische Tabu“ stellt Peter Münch in der SZ eine tabulos dumme Frage: „Israels geheime Atomwaffen sind die schwache Flanke von US-Präsident Obama im Kampf gegen Irans Bombe. Warum soll Jerusalem geduldet werden, was Teheran verboten ist?“ Die Antwort ist so schlicht: Weil es Israel sonst bald nicht mehr geben würde. Die Frage auch nur zu stellen impliziert, dass das so schlimm auch wieder nicht wäre. Hauptsache es gibt im Duell Israels gegen die ca. fünfzehn Staaten des Nahen Ostens, die Israel von der Landkarte tilgen wollen, gleiche Waffen auf beiden Seiten. Und dann noch „Israels geheime Atomwaffen“ – verschlagen sind sie auch noch, die Juden, und stellen Ihre A-Bomben nicht öffentlich am Marktplatz aus.

Wenn ein deutscher Journalist zu dem Wort „Tabu“ greift, weiß man, er möchte gern ein bisschen mit den Wölfen heulen und der Welt die Juden erklären, resp. den Juden die Welt. Die kleine hässliche Welt der Antisemiten, in der Juden nichts zu suchen haben.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil III

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Ein Rat an den heiligen Vater

„Kardinalstaatssekretär Bertone, die rechte Hand des Papstes ...“ – bleibt bitte über der Bettdecke, okay?
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Mixa entkräftet nach Kräften

Auf der Kirchenbashing-Welle wird sich wohl noch eine Weile journalistisch reiten lassen. Die SZ meldet, der für seinen autoritären Charakter und seine dämlichen Einlassungen bekannte Bischof Mixa habe vor so ca. 30 Jahren Kinder und Jugendliche „brutal geschlagen“. Jetzt fordern Wolfgang Neuser, CVJM, und Florian Pronold, SPD, Mixa möge die Vorwürfe entkräften, wenn er kann. Kann er bestimmt, schließlich hat er angekündigt, die Petzen zu verklagen. Aber haben sich Neuser, Pronold und MIxa überlegt, wie der das Entkräften genau anstellen soll?
Die dreissig Jahre alten, Dogma-konform handgedrehten Videobänder der Taten aus dem Safe holen („meine zwei Fäuste für ein Halleluja“, „Ein Stadtpfarrer sieht rot“, „Der Exorzist“)? Wo man dann den Bischof beim leisen mündlichen Ermahnen der unartigen Kinder sieht, Milde walten lassend, mit gefalteten Pfaffen-Händchen, die nie keinen Teppichklopfer nicht anrühren würden? Geschweige denn einen Stock? Und den dann dem Knaben draufdreschen, bis er entzweibricht?
Zeugen? Die könnten auch nur bezeugen, dass sie nie dabei waren, wenn irgendwas zu Bezeugendes vorgefallen sein könnte.
Indianerehrenwort? Würden SIE DEM glauben?
Ich warne.
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Stalin Kachelmann

Ein gescheites Opfer weiß natürlich früher als der Richter, wer ein Täter ist, über den deshalb berichtet werden muss, damit nicht wieder ein riesiges Unheil vertuscht wird, wie damals beispielsweise der Bananen- und Fernreiseentzug während der DDR-Volksfolter unter Walter „Stalin“ Ulbricht. Deshalb schaltet sich mal der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in die Causa Kachelmann kritisch ein: „Wie im Ersten ist auch im MDR nicht wegen des Verdachts der Vergewaltigung berichtet worden. Das kritisiert Rundfunkratmitglied Bernd Müller-Kaller, der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus.
Und wieder ein Peinlichkeitsrekord der SZ. Sie zitiert einen Juristen mit den Worten: „Die Medienberichte "über angeblich verübte Straftaten beeinträchtigen den Beschuldigten stets ausgesprochen erheblich in seinem Persönlichkeitsrecht“ – in der s e c h s t e n Meldung zu diesem angeblichen Verbrechen in zweieinhalb Tagen. Qualitätsjournalismus vom Feinsten.
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Berichterstattung komplex

Herr Kachelmann, ein angeblicher Meteorologe, hat eine Frau, die angeblich seine Freundin oder aber angeblich seine Stalkerin sein könnte, angeblich zum Sex gezwungen. Die Saatsanwaltschaft wollte den Namen des Verdächtigen angeblich zuerst nicht mitteilen. Hat dann aber doch. Freut sich die schleimige Bildzeitung. Der Anwalt der Angeblichen kooperiert mit BILD. Der Anwalt des Angeblichen mit dpa. Eins zu null für den Inhaftierten. Sonst ist noch nichts bekannt. Den Peinlichkeits-Highscore hält bislang die Süddeutsche für die Headline „Kachelmann in U-Haft - Schlechte Aussichten“. Ich halte das Urheberrecht für „Kachelmann im Dauertief“, „Der Wetterfrosch steigt von der Leiter“ und „Hass hagelt auf Kachelmann“ (für den Fall, dass die Angebliche gewinnt) und „Kachelmann - Tendenz steigend“ bzw. „Er fühlt sich wirklich besser“ (für den Fall, dass der Angebliche gewinnt).
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Prost, Kranführer



Was für ein Leben: Tag für Tag mit Macht einen nach dem andern heben. Und wo? Beim Wirt, der die Macht des Zapfens hat.
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Stilblüte

köstlich. Dieses Bild wählte (nach Karl Kraus) ein Journalist: „sich mit frivoler Hand aus dem Sonnenbezirk jäten“, als er was meinte? Richtig: einer hat sich umgebracht.
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Ewiger Zwist unter Irren

Wenn die katholische Kirche mediale Aufmerksamkeit geniesst, dann quetschen sich immer noch zwei weise Mahner in den Scheinwerferkegel: Der Küng und der Drewermann. Zwei meiner Lieblingsnervensägen. Beide dürfen uns als berufene Experten mit der Idee überraschen, dass die Kirche doch bitte den pädophilen Missbrauch abstellen möge (Küng, Drewermann). Drewermann, der (kein Witz) zusammen mit Konstantin Wecker den Erich Fromm Preis verliehen bekam, glaubt, ausgerechnet die Neurologie würde uns Tierrechte nahelegen, weshalb er neben anderen indischen Heilslehren auch den Vegetarismus empfiehlt. Der Geistesriese Küng dagegen glaubte mit dem Satz (auch kein Witz) „Ich bin nicht unfehlbar“ vor Gericht straffrei auszugehen, nachdem er für seinen Heimweg eine Abkürzung über die Autobahn gewählt hatte - als „sinnierender“ Geisterfahrer. Es wäre ein hinreichender Grund dafür die katholische Kirche abzuschaffen, wenn man dann ihre zwei prominentesten Kritiker nicht mehr zu sehen bräuchte. Na, wenigstens vergreifen Sie sich nicht an Kindern.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil II

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Ignoriert die Ignoranten

Warum muss sich eigentlich alle paar Tage irgendein Journalist zu dem Stammtischgeblöke eines beispielsweise Sarrazin äußern? Kann man das herzlose Geraunze dieser Demenzelite nicht einfach unter den Tisch fallen lassen? Von mit aus auch unter den Tisch treten und dann dort liegen lassen? Nein? Geht nicht? Wären die Zeitungen alle zu dünn, wenn man nicht auch die Indiskutablen diskutieren würde?

Das ist das Schöne an einem Blog. Man muss nichts reinschreiben. Aber man kann. Der ideale Ort zum Totschweigen von tagesaktuellem Megablödsinn, der den Qualitätsjournalismus am Nasenring durch die Deppenarena führt. Allein schon deshalb ist es Unsinn, was Gremliza in der aktuellen Konkret über das „Massaker der totalen Meinungsfreiheit“ in den vielen Internettagebüchern schreibt. Die „Meinungsfreiheit“ ist in den Printmedien doch schon längst massakriert. Peter Hacks sagte sinngemäß: „Ein Land, das Medien hat, braucht keine Zensur.“ Da schreiben alle dankbar und von selbst voneinander das Gleiche ab und abends kommt es dann nocheinmal für die Analphabeten in der Tagesschau.

Ich berichte lieber allen Klugen etwas selten Schönes, Wahres und Gutes: Auf der Internetseite Spam publiziert Thomas Gsella alle paar Tage seine Abrechnung mit einer Stadt. In Reimen. Ihre Heimatstadt ist sicher auch bereits dabei. Und das gehört wirklich zum Komischsten und Beglückendsten, was man an Gedichten lesen kann. Tun Sie´s. Ich warne nicht.
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... schon wieder die Hindus

Offensichtlich lesen keine Hindus meinen Infotainmentseiten, sonst hätten sie diese Massenpaniken in indischen Tempeln längst gegen weniger gefährliche Verhaltensweisen eingetauscht.
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"Die CDU Nordrhein-Westfalen bietet Ihnen wieder die Möglichkeit, sich mit Ihrem Unternehmen auf unserem Landesparteitag zu präsentieren und mit Politik und Medien in einen Dialog zu treten"

schon ab 6.000 Euro mit einem vertraulichen Gespräch, an das Sie sich noch lange gerne erinnern werden.


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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil I: Der Bürger

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Prost, Frau Bischof

Jesaja 5,22: „Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen“, denn die Tratschpresse wird es ihnen übel heimzahlen. Und der Doc warnt dann davor. Nicht ganz ohne Schadenfreude. Schließlich verbreitet die Dame Ansichten, die jedem Neonazi Freude machen müssen. Sie hat tatsächlich gesagt, die Alliierten hätten lieber die Opposition in Deutschland stärken sollen, als den Krieg mit Bombardements zu beenden – dafür soll sie sich schämen. Wer hat ihr denn eingeredet, es hätte im dritten Reich eine Opposition gegeben? Welche? Die evangelische Kirche womöglich? Lustige Idee. Im Ernst: Wenn man von einem Wolffsohn (der ein wirklich sehr unverkrampftes Verhältnis zum Militär hat: „Ein hell leuchtender Stern am politisch-militärischen Himmel unseres Landes ist dieser Vier-Sterne-General Klaus Naumann“), dem Vorzeige-Historiker der Rechten, im Kameraden- und Kriegerblatt Bildzeitung in die Schranken gewiesen werden muss, dann weiß man, man ist ganz unten angekommen. Aber da saufen ja praktisch eh alle. Mich würde nur noch interessieren: Wo hat Sie sich denn eigentlich volllaufen lassen? Bei Wollffsohns Freunden? Im Rahmen der Militärseelsorge durchaus möglich. Also Prost, Frau Bischof.
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Der Herr Hitler und seine Evi

Eine Frau Görtemaker hat ein Buch über Eva Brauns Leben verfasst, zu dem sie in der SZ interviewt wird. Ich erkenne da einen Trend, vor dem ich warne:

Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.

Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“

Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...

Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“

Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
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Neues von der Schwarzer

Deutschlands prominenteste Feministin landet einen neuen Coup. Nachdem Sie es, natürlich für die gute Sache, auf sich genommen hat, Ihr, hm, unverwechselbares Gesicht unter den Satz „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“ kleben zu lassen – was wohl zu gleichen Teilen dem frauenverachtenden Zuhälter- und Westerwelle-Rettungsblatt Bildzeitung und der Schwarzer schmeicheln soll – , ist sie nun folgerichtig und vorhersehbar auch in Jauchs TV-Grube gelandet, durfte sich dort im Fernsehunterhaltungsschlamm suhlen und dabei einen Preis gewinnen. Die 500.000 hat Sie einem Verein gespendet, der sich um von Gewalt bedrohte Frauen aus Migrantenfamilien kümmert. Zumindest glaubte sie das, bis der Vereinsvorstand sich mit dem unverhofften Geldsegen einen Wunsch erfüllte: Einen nagelneuen BMW X6. Ist ja auch schön, so eine Machophalluskarre, wenn man gern von automobiler Gewalt bedrohte Radfahrer und Fussgänger erschreckt. Ist das jetzt peinlich? Vermutlich für jeden außer für Frau Schwarzer. Die schämt sich schon länger nicht mehr.
http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/panorama/477/503698/text/
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Dieter Meier rules

„1972 ließ er beim Kasseler Hauptbahnhof eine Metalltafel einbetonieren und mit der Aufschrift versehen: "Am 23. März 1994 von 15.00-16.00 Uhr wird Dieter Meier auf dieser Platte stehen", was dann auch tatsächlich geschah.“
Ein Schweizer hält Wort. Dieter Meier ist wahrscheinlich das Beste, was je eine schweizer Bankiersfamilie hervorgebracht hat. Können die Alpenbanker nicht einfach alle „Konzeptkünstler“ und „Individual-Anarchisten“ werden? Jetzt wissen sie doch, wie´s geht. Und wir hätten ein paar Menschen weniger, die wir meiden müssen.

Ausserdem kann Herr Meier das:
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Vorsicht: Hüten Sie sich vor dem teuflischen Zipferlak

http://frankzumbach.wordpress.com/2010/02/16/der-zipferlak/
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Verheerend und klug wie ein Tsunami – die Westerwelle

Jetzt warnt der vom BDI ferngesteuerte FDP-Cyborg also auch noch vor „spätrömischer Dekadenz“. Er meint das ALG 2. Wer beantragt für den Herrn die dänische Staatsbürgerschaft? Die Dänen sind Verdruss gewohnt, die werden ihn ertragen - oder im Meer verklappen.
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Drei gute Antworten von drei guten Schauspielern

„You are Michael Caine!“ „I know“
„Are you Robert Mitchum?“ „Well, somebody has to be.“
„Are you Groucho Marx?“ „No, are you?“
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Heute schon gegruselt?

Frank T. Zumbachs Mysterious World ist eine kurzweilige Geisterbahn für alle, die ihren Kunstgenuss an den abgenagten Fingernägeln und elektrisierten Frisuren erkennen. Aber Vorsicht:

„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“

Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
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Lukas 12,33: Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen.

Ich entnehme einer Grafik der „Zeit“: Die christlichen Kirchen in Deutschland verfügen über ein Vermögen von 330 Milliarden Euro. Der Staat schiebt jährlich 17 Milliarden nach. Der fromme Teich würde demnach nicht so schnell austrocknen, auch wenn man den Abfluss etwas vergrößern wollte. Die gleiche Grafik lehrt mich, Afrika habe zusammengenommen 98 Milliarden Schulden, 32 Milliarden würden genügen, um die Armut auf dem ärmsten Kontinent immerhin zu halbieren. Wenn sich also die Industriestaaten schon nicht entschließen können, die Entwicklungshilfe auf ein solides Fundament zu stellen. Dann vielleicht die mildtätigen, von brennender Nächstenliebe getriebenen Kirchen? – Nein? Na, dann beten sie mal weiter.
grafik
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Flegel des Jahres 2009

Da unterhielt sich einer, der Luik Arno, mit Sir Eric Hobsbawm. Das bedeutet: Einem Absolventen der Amerikanistik und des Sports, der sich als Journalist von „Tempo“ bis zum „Stern“ hochgearbeitet hat, wird die Ehre zuteil, dem größten lebenden Historiker eine halbe Stunde seiner unbezahlbaren Lebenszeit stehlen zu dürfen. Und er nutzt diese Begegnung mit dem zweiundneunzigjährigen Großintellektuellen dafür, dem Interviewten Sätze wie diese hinzuhauen:

„Klar, dass Sie das so sehen müssen. Sie als alter Marxist, der hier in London in Rufweite vom Grab von Karl Marx lebt.“
„Das ist doch Unsinn.“
„Okay, das ist doch einfach absurd, dieser Gedanke!“
„Hören Sie doch bitte auf mit Ihrem Pessimismus!“
„Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig - fertig, aus, Nikolaus.“
„Und das ist alles?“
„Mein Gott, für einen alten Marxisten hören Sie sich sehr bescheiden an!“

Ich möchte ihn ohrfeigen für seine ungezogenen Frechheiten. Weiß der überhaupt, mit wem er gesprochen hat? Zu Luik ließ Luik in die Wikipedia schreiben: Gespräche (u.a. mit Angela Merkel, Martin Walser, Inge und Walter Jens, Otto Graf Lambsdorff, Joschka Fischer, Reinhold Messner, Wendelin Wiedeking, Oskar Lafontaine) von "Deutschlands führendem Interviewer" (taz) sind in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt worden. 2008 wurde Luik von Medium Magazin als Kulturjournalist des Jahres ausgezeichnet.

Von mir wird er zum Flegel des Jahres ausgezeichnet.

http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/eric-hobsbawm-es-wird-blut-fliessen-viel-blut-700669.html
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Come see our creepiest creature: One more thing...

Jetzt ist es raus: Der iDoc wird das iPad so alt aussehen lassen, wie ein unausgegorenes Wegschmeißgadget von Apple eben aussieht, nachdem es der hysterischen Gemeinde bei der Keynote-Kommunion gereicht wurde und danach das ein oder andere Journalistengehirn langsam wieder zu denken anfängt: Wofür soll das Ding gleich wieder gut sein?



Der iDoc – hier heimlich zwischen zwei Erlkönigen, dem iNose und dem iHonigkuchenpferd fotografiert – hat alles, was das iPad nicht kann:
Multitasking: Der iDoc kann trinken und granteln gleichzeitig. Er kann ausserdem gucken, schweigen, einschlafen und die Bedienung rufen – it´s amazing.
WB-Connector: Mitten im iFace, einem stylischen facial-expressions-Interface mit 32bit feinsten Grantabstufungen, findet die Bedienung den WB-Slot mit einem Weißbier-Downstream von 1 cl / min. Der Upstream ist bislang unbekannt.
3D-Multitouch und Easy-Anquatsch-Eingabemodus. Der iDoc soll was sagen, machen, zeigen? Quatsch ihn einfach an. Ist er zu leise? Geh näher hin. So einfach geht das und ganz ohne Stylus.
Du brauchst ein Bild? Ein Buch? Irgendeinen Text? Gib ihm Geld und schon läuft seine CPU auf Hochtouren. Am Ende hast Du einen tollen Text oder ein beschissenes Bild und der iDoc geht danach sofort wieder beim Wirt auf Standby. Low energy consumption, Freunde. Er ist schließlich ein grünes Lifestyleprodukt.
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Was macht eigentlich der Dalai Lama so den ganzen Tag?


Das „Meer der Weisheit“ findet ständig Neues heraus und spricht zu uns als letzter Universalgelehrter:

Zum Beispiel in der Biologie erkannte der Einstein der Tibeter: „Wenn die Wurzeln nicht vertrocknet sind, ist der Baum noch nicht tot.“ Wer will da widersprechen? Aber auch in unseren Kalendersprüchen steckt ein kleiner Dalai Lama: Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer.

„Wenn es einen guten, starken Beweis dafür gibt, daß dies und das der Fall ist, dann werden wir uns ändern.“ Und wenn dies und das nicht der Fall ist? Dann machen wir weiter wie bisher. Mann, Mann, Mann – der bringt es auf den Punkt.

„Meine Philosophie ist Freundlichkeit“, sprach der tibetische Kellner und freute sich auf´s Trinkgeld.

Zwischendurch wird es recht übersichtlich: „Befolge grundsätzlich die folgenden drei Regeln: Denke an Respekt für dich selbst, Respekt für andere und Respekt für alle deine Handlungen.“ Aber, liebe Dalai-Lamisten, nur um gleich wieder sehr unübersichtlich zu werden: „Lerne die Regeln, damit du weißt, wie du sie brichst.“ Aha.

Dann geht es munter dahin, wie in jeder Sonntagspredigt aller Prediger in allen Konfessionen. Die Zukurzgekommenen werden getröstet: „Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“ Goldene Armut. Wär´eh blöd, reich zu sein: „Das Geschäftemachen und der Reichtum kann den Menschen nicht volle Zufriedenheit geben.“ Aber Geschäftemachen, Reichtum, täglich feinste Speisen, tolle Weiber, Spitzenmedizin und viel Urlaub in Sant-Tropez können Menschen hier und da durchaus einmal ein wenig Befriedigung und langes Leben schenken, oder, Lama?

Aber auch was für die Ökos ist dabei: „Sei freundlich zur Erde.“ Mach ich eh jeden Morgen: Guten Morgen, alte Schwungkugel, wie gehts? Immer noch am Rotieren? Das legt sich in ein paar Milliarden Jahren, Mütterchen.

Manchmal wagt er sich auch an den Stammtisch: „Eine freundliche Atmosphäre in Deinem Haus ist die beste Grundlage für Dein Leben.“ Der Lama sagt´s doch auch: Schmeiss die Alte raus, dann is´ wieder Ruh daheim.

„Besuche einmal im Jahr einen Ort, den du noch nicht kennst.“ Muss ich jetzt doch mal ins Fußballstadion?

Er kann auch ohne zu erröten mythenalten Quatsch nacherzählen: „Das Unglück, das uns heute widerfährt, ist die karmische, auf Ursache und Wirkung beruhende Vergeltung eines Unrechts, das wir anderen zugefügt haben.“ Wer andern eine Grube gräbt… geniesst die Schadenfreude.

„Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken.“ Zum Beispiel das: Was finden die Esoteriker nur an dem lachhaften Priesterfürsten? Der Mann ist das geistige Mittelalter und die moderne Marketingmaschine in einer Person. Sonst sehe ich da wenig Originelles.

Zitate kommen von hier, hier und hier.
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Kinder am Bau

Grenzfragen des investigativen Blog-Journalismus: Soll man Kinder bei der Kinderarbeit fotografieren, auch wenn die das nicht wünschen? Hören sie selbst:


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Captain Berlin

Von Jahr zu Jahr werde ich mutiger. Gestern hat mich meine Verwegenheit zu einem Kauf verleitet. Der Film heisst: „"Captain Berlin versus Hitler“ mit Dracula und Nazi-Shewolf Dr. Ilse von Blitzen. Die Vorschau ist außerordentlich vielversprechend (http://www.youtube.com/watch?v=FVd2qV2Csis). Ich werde berichten.
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"Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten."

Und wenn er nur diesen einen Satz gesagt hätte, der Michail Gorbatschow, dann wüsste man schon, von wem er gekauft worden war, ehe er die Bürger der Sowjetunion und der Anrainerstaaten im Warschauer Pakt auf eine lange hässliche Reise in die Armut schickte. Er soll sich schämen bis ans Ende seiner Tage. Ich bin kein Unmensch wie er. Strafverkürzend möchte ich ihm ein rasches wünschen.
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So funky wird 2010



Mindestens.
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Warum nur?

Aussenpolitik ist für mein kleines Köpfchen offenbar eine zu große Denkaufgabe. Verstehen Sie, warum die USA in den Irak einmarschiert sind, wenn es dabei offensichtlich nicht um Öl ging? Lesen Sie das:
http://www.wadinet.de/blog/?p=2385
Das ist alles sehr undurchschaubar. Bleiben eigentlich nur noch Motive der privaten Bereicherung bei Bush/Cheney/Rumsfeld e.a. Ich würde mich nicht wundern, wenn morgen die USA die Dänemark befreien. Massenvernichtungswaffen kann man sich ja nicht nur in der Wüste halluzinieren. Und um an den Kriegsfolgen zu verdienen, spielt es auch keine Rolle, wo alles zu Klump gebombt wird. Hauptsache der Gegner ist hinreichend wehrlos. Sonst kommen mit den Bau-, Lösch- und Bewachungsaufträgen auch zu viele Särge heim.
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... was die Geschichte noch nicht kannte

Ganz eigenartig ist es, wenn in Deutschland sich mittlerweile die dritte Generation ehemals tschechischer und polnischer „Deutscher“ so vertrieben fühlt, wie nur je der Großpapa. Die Landsmannschaften unterscheiden einen Erlebnis- und einen Bekenntniskreis. Die Ersten haben die Vertreibung erlebt, die Anderen bekennen sich zu, ja, zu was denn eigentlich? Zum Nationalsozialismus? Egal. Sie wollen „ihre“ Scholle zurückhaben und verfolgen dieses Ziel unnachgiebig. Die CDU hilft dabei mit. Weit werden Sie damit eh nicht kommen.
Was mir allerdings von Zeit zu Zeit die Haare zu Berge stehen lässt, ist die weinerliche Selbststilisierung zu Jahrtausendopfern, mit der das revanchistische Getue notorisch einhergeht. Die Steinbach schreibt beispielsweise:

Stalins harte Faust lag über halb Europa und raffte Millionen Menschen vieler Völker dahin und in diesem Machtbereich geschah etwas in seiner Dimension bis dahin Ungekanntes, was die katholischen Bischöfe der USA am 17. November 1946 in einem gemeinsamen Hirtenbrief unmissverständlich geißelten. „In Europa ist etwas geschehen, was die Geschichte bis dahin noch nicht kannte. Auf Grund eines Abkommens zwischen den Siegerstaaten wurden Millionen von deutschen Menschen, die seit Jahrhunderten in Osteuropa ansässig waren, von ihrer Heimatscholle vertrieben und mittellos in das Herz Deutschlands gestoßen. Die Leiden dieser Menschen ... erzählen uns eine traurige Geschichte von der Unmenschlichkeit solcher Vertreibung."

Man wird dem Text durchaus gerecht, wenn man ihn kitschig, verlogen und sachlich falsch nennt. Vertreibungen gehören zur Geschichte der Menschheit wie Krieg, Not und Seuchen. Wenn einer 1946 schreibt, in Europa sei ein bislang noch nicht da gewesenes Verbrechen geschehen, und er meint nicht den Holocaust, der spinnt ganz einfach. Diese so genannten deutschen Menschen, die da vertrieben wurden, mussten zum Teil einfach Geraubtes zurückgeben, waren zum Großteil selbst Nazis gewesen, hatten sich herrenmenschlich aufgeführt auf ihrer „Scholle“ und wurden dann „mittellos in das Herz Deutschlands gestossen“, also dem politischen System zugetrieben, in dem sie sowieso lieber leben wollten als hinter dem antifaschistischen Schutzwall des Warschauer Paktes. Wie ging es Ihnen, nachdem Deutschland sie an sein großes Herz gedrückt hatte? Man kann es in einem Wort sagen: Gut. Sogar Ausländer zum piesacken gab es bald schon wieder.
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Unbegreifliche Mehlschwitze

Elly Jackson hat eine Band: La Roux, also die „Mehlschwitze“. Die hat eine halbe Million Platten verkauft. Deshalb druckt die SZ ein Interview mit der Dame. In bester junger wilder R´n´R Manier haut die Elly da auf Musik von früher – also alles bis gestern – ein, schmäht die Plattenlabel, hat aus der Pistole geschossene Meinungen parat zu Gitarrensoli und wasweißich, sogar James-Dean-Frisiertipps für die Revolte. Eindruck: Die ist schön böse, lässt sich nix vormachen und haut bestimmt auch musikalisch ordentlich auf die Ohren. Hätte ich mir nicht das Youtubefilmchen angehört, wäre ich mit dieser schönen Idee alt geworden. Sie piepst da aber nur dünn zu elektrischen Zappelklängen herum. Das trägt dann so tarantinosche Namen wie „Bulletproof“ oder „In for the Kill“. Ich glaub davon kein Wort. Die wollen sich nur zu unseren Geldbeuteln durchpiepsen mit ihrem Gutelaunezeug. Dabei hat diese Jackson doch gar keine gute Laune. Ich begreif es einfach nicht. Irgendwer wird es mir mal erklären. Oder auch nicht.
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Wie einer wird, was er ist

Hübsch: Eine Sonnenbrille reicht und Josef Ackermann wird zu Tony Soprano:
http://www.sueddeutsche.de/,ra7m1/jobkarriere/464/496776/text/
Mit Junk-Bonds und Schrottzertifikaten ist er ja auch schon ganz wörtlich im Müll-Business der Sopranos angekommen. Einen entscheidenden Unterschied zwischen Ackermann und Soprano gibt es allerdings: Die Gewalt des Bankers zerstört das Leben vieler Menschen, ohne dass er zum Baseballschläger greifen müsste. Er greift zum vergoldeten Füllhalter.
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Lambsdorff †

Über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Aber vielleicht die Wahrheit? „Krücke“, wie der Lambsdorff in einem Cartoon der Titanic früher hieß, hat in der Flick-Affäre echte Freundschaft bewiesen und den Rüstungsmilliardär durch sein geschwächtes Erinnerungsvermögen geschützt. Von Meineid war die Rede und wegen Steuerhinterziehung wurde er schließlich auch verurteilt. Aber zu was sonst ist ein FDP-Politiker da? Nur, was steht dann in der Zeitung? „Otto Graf Lambsdorff - Verfechter preußischer Tugend“ (SZ) Das haben die Preussen nicht verdient.
Wenn morgen der Kohl stirbt, heisst es wahrscheinlich auch, „der Kanzler der Einheit – ein Mann, ein Wort“. Auch Kohl hielt sein Wort ja bekanntlich dadurch, dass er keins über seine Lippen kommen ließ. Heimliche Parteispender verrät man nicht. Die industrielle „Pflege der politischen Landschaft“ (Brauchitsch, Flick) wäre sonst in Gefahr.
Wenn wenigstens was Besseres nachkommen würde. Aber der Westerwelle und die anderen Neuen bekommen ja jetzt erst richtig Zugang zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Und sie werden es sich schmecken lassen. Jetzt, wo sie wissen, dass das den Nachruhm eher fördert als behindert. Lambsdorffs preussische Tugend, was für ein schleimiger Schwachsinn.
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Bundesministerin für Assimilation


Dr. Kristina Köhler, CDU, ist die neue Chefin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also im Ministerium für alles, was keinen Bundespolitiker interessiert. Man sollte ihr nicht vorwerfen, sie sei zu jung für so ein Amt. Man kann Ihr vorwerfen, Ihr fehlen Deutschkenntnisse und ein Herz. Die Dame fängt eine Rede zu Fragen der Integrationspolitik so an:
„ …
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute zum Thema "Perspektive Integration" bei Ihnen zu Gast zu sein.

Der Einladung für einen Festvortrag bin ich natürlich gerne gefolgt. Sie geben mir die Möglichkeit grundsätzliche Fragen zu stellen, was im alltäglichen politischen Betrieb leider immer ein wenig zu Kurz kommt.

[…]

Ich möchte mich also relativ kurz halten. Mit Betonung auf das "relativ." Dabei werde das Pferd von zwei Seiten aufsäumen. Nämlich

[…]

Um mir dabei Ihrer Aufmerksamkeit sicher zu sein, stelle ich meine erste, hoffentlich provokante, These gleich voran: Ohne Assimilation gibt es keine Integration. „

Ich stelle also fest, sie hat zu kurz studiert, um zu wissen, wo man Kommata setzt, dass man „kurz“ klein schreibt, „relativ“ kein Hauptwort ist, ein Satz ein Subjekt braucht und man ein Pferd zwar aufzäumen kann, aber nicht aufsäumen, weil das Tier nunmal kein Teppich ist. Ihre These hat sie ohne Quellenangabe bei den Borg (Star Trek, Der erste Kontakt) geklaut. Der Satz heisst korrekt: "Wir sind Borg. Ihr werdet assimiliert. Widerstand ist zwecklos."

Wie kommt das eigentlich, dass nach jeder Neubesetzung in den Ministerien einem die Vorgänger als glücklichere Wahl erscheinen, obwohl man die auch schon nicht leiden konnte?
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Empörte Steinewerfer im Glashaus

Die Nepalesen. Die machen so Sachen, so archaische. Opfern geschätzte 300.000 Viecher einer noch mehr geschätzten Hindugottheit. Ein Gemetzel:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
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Trendsport Antisemitismus

Was passiert, wenn die Bielefelder Antifa einen Holocaust-Überlebenden zu einem Vortrag über „Rassismus und Antisemitismus in Ungarn“ einlädt? Das passiert:
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/

Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/

Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.
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Vom Irak lernen

http://www.wadinet.de/blog/?p=2305
Ein Israelischer Ingenieur arbeitet in Bagdad und begegnet pro-Israelischen Irakern. Wenn jetzt die so genannten Linken in Deutschland sich vielleicht auch noch zu einer vernünftigen Position gegenüber Israel durchringen wollten, wäre das schön. Bislang denken die Meisten da wohl eher so, wie der Paech schwätzt, wenn er die von der Hamas nach Israel abgefeuerten Raketen als "Neujahrsraketen" abtut. Die wollen nur spielen.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/israel-spaltet-die-linke/?src=SZ&cHash=42fcdb9273
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Der Patriarch und die Frau Käsmann

Die Russisch-orthodoxen haben ein Problem mit der Bischöfin der EKD:
"Der Patriarch darf nicht mit der neuen Führerin der Lutheraner in Deutschland verkehren", schrieb die Zeitung Wremja Nowostej (SZ).
Allerdings nicht. Das will ich mir nicht mal vorstellen müssen. Es reicht doch, wenn sie miteinander reden, oder? Aber vielleicht muss auch das nicht sein, wenn man sich anschaut, was der Herr Patriarch so Reaktionäres plaudert an langen Tagen:
http://www.kath.net/detail.php?id=19660
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Terminator

Dann sieht man nach 25 Jahren einen Blockbuster wieder, der seinerzeit irgendwie für den Science Fiction-Film, Nebengleis "Cyborgmärchen", eine neue Bahn gebrochen hat und muss sich fürchten wie beim ersten Mal. Aber diesmal vor den Frisuren.
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Opel

Um die Blechkisten sollen andere weinen. Ein Bekannter stieg einmal aus einem Opel, schüttelte sich leicht und sprach: In dem Auto wachsen einem ja Hosenträger. Soviel dazu. Jetzt zu Irmgard von Opel. Wenn Menschen viel Geld haben, können Sie sich beruflich genau mit dem beschäftigen, mit dem sie sich sowieso beschäftigen. Irmi Opel war eine zeitlang die beste Reiterin der Disziplinen Springen und Military. Als Unternehmerin setzte sie auf: Vollblutpferdezucht, Weingut mit Sektvertrieb, Schweinezucht, Geschirre aus Gummi, Herstellung von Flaschenkapseln, Chio Chips. Die Tage und Nächte auf dem Hofgut Westerhaus kann man sich damit mühelos ausmalen. Muss lustig gewesen sein. Wäre ich reich, hätte ich vielleicht einen kleinen Verlag, eine Landbrauerei und eine Bergschule. Ich fang schonmal an zu sparen. Obwohl: Sind das nicht genau drei Unternehmen, mit denen man sicher nicht reich bleibt?

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Hängt ihn ab?

Es gibt einen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat entschieden, dass ein Kruzifix im Klassenzimmer eine Menschenrechtsverletzung darstellt. Denn: "Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz. Es sei nicht zu erkennen, wie das Zeigen eines "Symbols, das vernünftigerweise mit dem Katholizismus verbunden werden kann", dem für eine demokratische Gesellschaft wesentlichen Bildungspluralismus dienen könne." (SZ heute)
Der italienische Innen-Staatssekretär Alfredo Mantovano fragt daraufhin entrüstet, ob denn nun auch der Mailänder Dom abgerissen werden müsse. Ich würde sagen nein, solange keiner versucht, ihn in einem Klassenzimmer aufzustellen.
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Von Seitentestern empfohlen

Seittest macht genau das, wonach es heisst: Es testet Seiten. Dabei kommen hübsche Sachen ans Tageslicht: Mein Blog ist beispielsweise genauso anerkannt wie der von Kai Diekmann, nämlich garnicht. Dafür wird man bei mir nicht mit Werbung belästigt. Eins zu Null für Doc Vogl im Kampf gegen die permanente Antiaufklärung des Bildchefs. Ich fürchte nur, dass die Seite des Obergockels vom Zuhälterinserateblatt um einen vierstelligen Faktor häufiger gelesen wird als mein bescheidene Infotainmentseite.






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Voll im Trend: Paradoxe Interventionen in der Politik

Langsam kommt mein Köpfchen nicht mehr mit. Was für einen Reim soll ich mir auf diese Meldungen machen? Ein US-Präsident, der gerade zwei Kriege führt, erhält den Friedensnobelpreis. Ein FDP-Politiker Niebel, der aussieht wie ein missglückter Klon von Ronald Schill, wird Entwicklungshilfeminister, nachdem er vorgeschlagen hatte, dieses Ressort abzuschaffen. Ein manifest paranoider Innenminister, der einmal 100.000 DM von einem Waffenhändler annahm, die dann plötzlich verschwanden und nie mehr auftauchten, woran er sich heute nicht mehr erinnern kann, wird Finanzminister. Ist das ein neuer historischer Trend? Fortschritt durch paradoxe Fehlbesetzungen? Ich lehne diesen Staat ab und bin nicht bereit mich am allgemeinen Wahnsinn der regierenden Politbanden irgendwie zu beteiligen. Wahrscheinlich werde ich dann bald Kanzler.
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Der dümmste Weg, Peakoil zu erreichen

Ich stehe früh auf. Zugegeben: Weil ich muss (s. u.). Früh wach, nutze ich die Zeit und gehe arbeiten. Nicht, weil ich muss. Ich will es so, schließlich ist morgens noch alles ruhig, keiner ruft an und ich kann konzentriert meine Aufträge abarbeiten. Wenn man mich lässt. Leider hat sich bei Deutschlands Hausmeistern neben dem obligatorischen Opel Astra, dem winterlichen Schneeschaufeln um fünf und der preisverdächtigen Hausflurverbotsprosa noch ein weiteres Statussymbol durchgesetzt: Der Laubbläser mit Benzinmotor. Wer findet für mich heraus, wer diese sinnlosen, nervenzersägenden Rucksäcke mit phallischem Föhnrohr erfunden hat? Wenn es wenigstens etwas nutzen würde. Aber die Blätter wirbeln durch die Luft und rieseln irgendwo wieder runter. Dafür wird das Bruttosozialprodukt ausgebremst, mein Arbeitstag verlängert, unwiederbringliches Öl vernichtet. Nur damit es der Hausbesorger mit seinem riesigen Ding den Nachbarn und dem wehrlosen Laub besorgen kann? Wartet man so seinen Block, Herr Hausmeister? Also: Wer war´s?
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Witz mit Bart

Eine Frage, die alle Eltern sich irgendwann stellen: Was für Gestalten werden wohl einmal das sexuelle Interesse unserer Tochter / unseres Sohnes entfachen? Wen schleppt er / sie dann mal mit nach Hause ab?" Ich muss nicht betonen, dass diese Überlegungen betont witzig und lässig angestellt werden, um die in der Tiefe der Frage rumorenden Befürchtungen zu überdecken. Aber, hoffentlich liebe zukünftige Gespielinnen meines Sohnes, merkt euch, die Frage ist ernst. Kluge Aspirantinnen auf eine Liebelei mit meinem Sohn werden deshalb später einmal in diesem Blog nachlesen, wie beim Cerberus Doc "dein Alter" Vogl die Bedenken zu zerstreuen sind und das Eis zu brechen ist. Nämlich so:

Aspirantin klingelt, der Doc öffnet, sie sagt: Guten Tag, Herr Fischer, ich möchte Ihren Sohn zum Fischen abholen.
Doc Vogl: Aber ich heisse nicht Fischer.
Aspirantin: Na, ich wollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen ...

In dem Witz wollte ich schon immer mal mitwirken.
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Kopfklopfmassage

Hergehört Autoren! Angst vor dem weissen Blatt? Ihnen fällt gerade nichts Zündendes ein? Es gibt Hilfe. Ganz einfach: Sie nehmen eine Trommel, stülpen sie auf Ihren Dez und hauen dann mit zwei Knüppeln drauf rum, bis die Funken sprühen. It´s amazing.
Es gibt welche, bei denen heisst das power percussion. Wenn das so klingt, wie es aussieht, dann rate ich ab von dem Konzert. Klingt es dagegen gut, rate ich power percussion zu einem anderen Photoshopexperten.
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„Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Klima.“

Fischer, der das 1990 noch im Wahlkampf behauptete, berät heute als Pipeline-Lobbyist die Betreiber des Nabucco-Projektes, die Erdgas vom kaspischen Meer nach Deutschland bringen möchten. Ausserdem berät er BMW, für die er sich auch zur IAA auf den Stand stellte. Ursprünglich vertrat der Ökopax die Werte „sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei“. Ökologisch können Sie heute streichen. Einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien hat er ebenfalls mit angezettelt. Damit fällt gewaltfrei weg. Sozial heisst man nicht, wenn in der eigenen Regierungsperiode Hartz 4 beschlossen wird. Ich streche "sozial". Bleibt "basisdemokratisch". Wussten Sie, dass Joseph "Ich-mache-für-Geld-alles" Fischer sich ein Familienwappen und einen Siegelring anfertigen liess? Ob so viel Adelsangeschleime den Parvenü bei den vordemokratischen Kräften Europas im Wert steigen lässt? Keine Ahnung, ob es ihm nützt, aber zumindest kann es nicht schaden, denkt er sich, dem Hochadel zu signalisieren, dass auch das Wörtchen "basisdemokratisch" für Fischer das ist, was für ihn alles ist: ein Wörtchen, sonst nichts.

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Noch einer, der uns nicht erspart bleibt

Er heisst Florian Bernschneider. 1986 geboren, dann irgendwie hastig größer geworden, damit er möglichst schnell in die FDP eintreten und sein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre bei der Norddeutschen Landesbank abschließen kann. Die Uni unterschlägt er. Die Bank ist, was für ihn zählt.

Auf seiner Homepage verrät er: Hier finden Sie einige Fotos von mir - quasi in Aktion:
Wenn er aussieht, gleichsam als ob er etwas täte, dann wirkt er wie ein 44-jähriger Schlipsträger, der auf der Aktionärsversammlung von seinem Herrn Papa erfährt, er werde die Firma wohl doch nicht übernehmen dürfen.


Macht nichts. Dann eben mit der FDP in den Bundestag. Das hat seine Vorteile.
Dort dürfen die Jungen schon in ihrer allerersten Woche was meinen.
Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass ich als junger Abgeordneter in der ersten Woche nicht die Chance gehabt hätte, meine Meinung zu sagen.
Interview, Meinung, Anpacken. Das ist der juvenile Dreischritt des konsequenten Machers: Jetzt gilt es aber nicht nur in Interviews darüber zu sprechen, was ich verändern möchte, sondern es auch anzupacken. Vorher wird der auf der Bundestags-Homepage als "Student" ausgewiesene Macher vielleicht noch seinen Studienabschluß anpacken. Wer weiss.
Es gibt wichtigere Qualifikationen im Bundestag, wie mir spätestens mit Joseph Fischer schmerzlich klar wurde. Zum Beispiel eine wahrhaft kosmopolitische Gesinnung:
Mich beeindruckt, dass unzählige Nationen –die in ihrer Heimat oft sogar verfeindet sind- in diesem Projekt gemeinsam den Integrationsgarten pflegen und über ihre Erlebnisse sprechen. Wenn Bernschneider ein paar Flüchtlinge besucht, die Schlimmes erleiden mussten, sprechen unzählige Nationen zu ihm über ihre Erlebnisse. So sieht er aus.

Bernschneider wirkt wie der fleischgewordene Traum Westerwelles. Ein fast unerträglich überangepasster FDP-Streber, der sich selbst als Wahlkampfsau bezeichnet, obwohl er allenfalls als Wahlkampffrischling durchgehen könnte, der im Alter von 22 längst mit allem abgeschlossen hat und sein Leben nun der europäischen Geldelite zur entgeltpflichtigen Nutzung in der politischen Kommunikation überlassen möchte. Bernschneider wirkt wie ein lachhaftes, trauriges Klischee. So würde das kein SZ-Journalist ausdrücken, deshalb muss sich Bernschneider dort fragen lassen:

jetzt.de: Florian, die Medien zeichnen derzeit ein eher klischeehaftes Bild von deiner Person: BWL-Student, Stehkragen und mit 22 Jahren kurz vor dem Uni-Abschluss. Bist du ein wandelndes FDP-Klischee?
Florian Bernschneider: Nein, natürlich nicht. Ich bin ja vor sechs Jahren nicht bei den Jungen Liberalen eingetreten, weil ich mir dachte: Florian, du musst innerhalb der nächsten zehn Jahren unbedingt in den Bundestag einziehen! Ich bin eingetreten, weil ich von der Idee der Partei völlig überzeugt war und weil ich es gern getan habe.


Er könnte vielleicht innerhalb der nächsten zehn Jahre einmal in ein paar freien Minuten den Genitiv erlernen. Ich vermute allerdings, er glaubt den Casus mit dem Wort "meins" schon vollständig zu beherrschen. Er wird wahrscheinlich einfach so weitermachen und untergehen beim Aufsteigen, wie so viele. Auf seinen Grabstein schreiben wir dann: Er war von der Idee der Partei völlig überzeugt. Klingt fast Maoistisch.

Warum erzählt er der SZ eigentlich: "... weil ich es gern getan habe?" Am Tresen klingt das später einmal wahrscheinlich eher so: "Ich war jung, dumm und brauchte das Geld."

Machs gut, Bernschneider. Die Zukunft braucht dich nicht.


Zitate aus seiner Homepage und aus der SZ kursiv. Die Bilder stammen von Bernschneiders Website: www.florian-bernschneider.de Dort können Sie auch für ihn spenden.
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Was lehrt uns das?

Die Tageszeitung schreibt heute zur Eröffnung des weltgrößten Rudelbesäufnisses:
"Wiesenstart 2009: so gemütlich wars schon lang nicht mehr"

Die Abendzeitung heute:
"Wiesenstart 2009: Brutal wie noch nie"

Was stimmt denn nun, was folgt daraus? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich denke, das trifft die Wahrheit: "Die Wiesen war noch nie so brutal gemütlich wie immer". Und daraus folgt auch immer das gleiche: Man muss ja nicht hingehen.
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Revolutiönchen verboten

Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:

„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."

Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.

Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."

Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.

Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
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Kirchen zu Coffeeshops

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Das ist nicht schlau

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Unter Textern

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So wird man Milliardär

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Kleine Kinder, großer Appetit

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Tolle, romantaugliche Orte, die trotzdem keiner mag I

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Jetzt online erhältlich

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Piëch am 22.10.2008

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Kirche und Geld

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Die Trenddeutschen werden zeitnah verblöden

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Vorsicht Einladung

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Spitzensport

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Defäkierende Waffen

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Na schau

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Docs Doubletten

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Sonnenstaat

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Mastermind Gülen

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Elefantenjagd

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Fußball

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Tiergartenquelle

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Aus Dr. Vogls Kochstudio

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Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank

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Wer sucht, der findet

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Schäuble lädt ein

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Ölkrise – pro und contra

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Bundespräsident Horst Köhler vermisst eine Entschuldigung. Doktor Vogl auch.

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Schäuble mal wieder

Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“

Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.

http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
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Gackt Diabolos - Angelos interruptus

„Ach nö, also echt, jetzt wirds mir aber bissel lang, scheiss drauf, ich lasses“, so, oder so ähnlich, sprach der bei Anderen sicherlich sehr bekannte Tokyotische Unisex-Künstler (Gesang, Gitarre, Klavier) mit dem musikalischen Namen Gackt, nachdem er sich vorgenommen hatte, einmal Menschen fremder Zunge etwas Gutes zu tun:

Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell

7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
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Süddeutsche Zeitung

SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)

Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:

Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert

Ein Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie. Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder. Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“ Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.
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Der Zauber treffender Namen

Es ist schon fast gespenstisch schön, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes mit dem Namen „Dr. Papier“ bezeichnet zu lesen. Nomen = Omen: 106 Seiten hatte das heutige Urteil, das erfreulicher Weise dem Schäuble ein paar Reissnägel auf den Weg in den Abgrund streut. Wäre die Welt überall in dieser prästabilierten Harmonie eingerichtet, müsste ich womöglich „Dr. Schreibe“, „Dr. Sorge“ oder „Doc Tor“ heissen, wer weiß.
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Ausstellungen

Verehrte Leser und Freunde der Kunst: Meiden Sie die Ausstellung von Lothar Götter am 7. März, 19 Uhr in seinem Atelier in der Westendstraße 76a Rgb.; gehen Sie nicht zur Ausstellung eines Malers, der ein Pferd so malen kann, dass sich ein Kenner der modernen Kunst gelangweilt abwendet (wenn er es wenigstens falsch herum aufhängen würde), Doktor Vogl aber bescheiden näher tritt und sich beim Maler bedankt für dieses besonders anrührende, interessante und schöne Pferd, das nun die Welt bereichert. Sind die Gemälde besonders gelungen, gebe ich sogar meinen Senf schriftlich dazu. Das ist der zweite Grund, warum Sie da nicht hingehen sollten, Sie müssten das dann lesen.

Gehen Sie lieber zu Rupprecht Geiger ins Lenbachhaus in München. Der kann "gerundetes Blau". Heisst so und sieht auch so aus. Blau. Und rund. Verzeihung: gerundet. Von Hand? Vermutlich. Er kann übrigens auch rot.


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Vorsicht Ärzte!

Fachsprachen sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam. Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich, zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie „manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
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Doing a great job for just a smile

Manche Vorstandvorsitzende (BWL: Vovo) kamen vor kurzem ihrer Bezüge wegen ins Gerede. Die Motivation der kleinlichen Kritiker ist mit einem Wort abgetan: Neid. Um die andere interessantere Frage zu beantworten, weshalb die Herren eigentlich dieses viele Geld nehmen – sie haben ja schon genügend – müssen wir tiefer dringen. Sehen wir uns diese Top-Leistungsträger einmal genauer an.

Sie sind unfassbar produktiv. Vovos verdienen mindestens einhundertmal so viel wie der durchschnittliche Angestellte, weil sie an einem Arbeitstag mühelos einhundertmal so viel leisten. Denselben Gewinnzuwachs, für den ein Arbeiter ein ganzes Jahr lang arbeiten muss, verschafft ein Vovo dem Konzern mit einem kühlen Anruf beim Betriebsrat und einer Unterschrift, die dem genannten Arbeiter in Zukunft viel Freizeit verschafft.

Sie zaubern. Manchmal stemmen Vovos durch die bloße mentale Kraft ihrer verantwortungsschweren Gedanken eine Währung hoch und werfen eine andere hinunter. Der Umtauschkurs verbessert sich, die Konzerngewinne schnellen nach oben. Ein Vovo nickt dazu ruhig vor dem Bildschirm, stellt das Kristallglas auf seiner Sekretärin ab, schliesst seinen Armani-Reissverschluß, heisst die Tippse sich kuschen, und wieder sind Millionen verdient. Ein Zuwachs, den der Arbeiter am Band nicht einmal bemerkt, geschweige denn mit einem so souveränen, väterlichen Nicken für das Unternehmen realisiert hätte. Es ist dieser Blick des Vovo, mit dem er das, was geschieht, aufnimmt und sich als Orden ans Revers steckt, der ihn so teuer und so wertvoll macht für sein Unternehmen.

Sie können immer und wollen immer. Ist ein Angestellter gut gelaunt – vielleicht wurde er gerade von seinem Abteilungsleiter in einem Gespräch unter vier Augen dazu motiviert, unter neuen Bedingungen doch noch im Unternehmen zu bleiben – dann macht er eine Überstunde oder ein paar hundert. Ist ein Vovo gut gelaunt, stellt er den verborgenen Hebel unter seinem Mahagonischreibtisch von Baisse auf Hausse, lächelt ob des Beweises seiner geradezu magischen Schaffenskraft und ruft nach seiner Sekretärin oder irgendeiner anderen weiblichen Hilfskraft, mit der er die Freude über die steilen Börsenkurse teilen kann. Wenn es die Unternehmensstrategie verlangt, macht er bis zum nächsten Morgen kein Auge zu. Zweimal der gleiche Impuls zur Leistung, aber welche Diskrepanz in der Umsetzung und im Effekt.

Sie jammern nie. Der normale Angestellte arbeitet von früh bis spät und manchmal auch etwas länger und lamentiert darüber ganz ungehörig. Der Vovo arbeitet immer. Sein Tag hat 48 Stunden und seine Woche mindestens 12 Tage. Dem Vovo vergeht die Zeit im Flug, er ist ständig unterwegs und immer froh, wenn er, ein gnädiger Zufall gewährt es selten, ein zweites Mal in den gleichen Whirlpool steigt, oder dort sogar ein zweites Mal die gleiche Dame antrifft. Während der Vovo bei professionellen Körper-Assistentinnen seine Jetlag-bedingten Verspannungen in strenger Zucht unter verhaltenem Stöhnen abarbeitet, um desto schneller wieder 150% seines Wertschöpfungsvermögens in den Dienst seiner AG stellen zu können, hält sich der Angestellte träge aus dem Bürofenster blickend mit der Frage auf, wann er eigentlich zuletzt seine Frau gesprochen hat.

Sie arbeiten eigentlich ehrenamtlich. Warum nimmt der Vovo also das viele Geld? Weil er es kriegt. Es ist ja da. Nicht, dass es ihm viel bedeuten würde. Denn sein wahrer Lohn ist ein Lächeln. Sein Lächeln. Das spitze, steife Lächeln, das seine Gesichtszüge sieghaft verzieht, wenn wieder einer der aufstrebenden Lohnabhängigen sich dazu erniedrigt, ihm die immer gleiche Strophe zu entlocken:
„Hehe, schon wahr, aber sie übertreiben, Schulze. So unersetzlich bin ich nicht. Natürlich, es gibt auch noch ein paar, vielleicht zwei, andere Vorstandsvorsitzende, die fast Vergleichbares leisten. Aus Ihnen wird noch was, Schulze. Sie sehen die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel.“
Von ganz unten.
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Eigentum verpflichtet

Heute warne ich Sie vor verwirrten Journalisten. Am 13.12.07 schrieb Thorsten Denkler aus Berlin in der Süddeutschen Zeitung (URL: /wirtschaft/artikel/421/148071/) die Worte: "Eigentum verpflichtet. Ein guter Satz - von der Wirklichkeit überholt.“
Warum? Darum:
„Das Grundgesetz stammt noch aus einer Zeit, als der Unternehmer in der Regel alleiniger Besitzer seiner Produktionsstätten war… Die Botschaft lautete im Zweifel: Gewinne lieber ins Unternehmen stecken, als in die eigene Tasche wirtschaften… Diese Zeiten sind vorbei: Heute bestimmen börsennotierte Aktienunternehmen das Wirtschaftsgeschehen. Den Besitzer als Person gibt es nicht mehr.“

Herr Journalist Denkler in Berlin, ich will mich nicht mit Argumenten aufhalten, die Sie gewiss nicht verstehen wollen und die mir so sehr einleuchten, dass es mich fast schon wieder langweilen müsste, sie Ihnen her zu buchstabieren. Aber ich helfe Ihnen auf kürzerem Wege weiter: Sie finden unten eine Liste von Namen, die sie zur Klärung des von Ihnen behaupteten Sachverhalts bitte – Journalisten können sowas – anrufen. Stellen Sie den Damen und Herren dann drei investigative Fragen:
1) Gibt es Sie als Person noch?
2) Wenn ja, würden Sie auch bejahen, dass sie das Wirtschaftsgeschehen mit bestimmen?
3) Dient das möglicherweise dem Ziel, dabei erwirtschaftete Gewinne in Ihrer Tasche anzusammeln?

Das sind Ihre Informanten (ich nenne nur deutsche, damit Sie nicht zu lange telefonieren müssen. Die Ziffer hinter dem Namen gibt das von Forbes geschätzte Vermögen in Milliarden US$ an):
Karl Albrecht 20,0 Aldi Süd
Theo Albrecht 17,5 Aldi Nord
Michael Otto & Familie 13,3 Otto-Versand
Adolf Merckle 12,8 Ratiopharm
Susanne Klatten 9,6 BMW, Altana
Reinhold Würth 9,0 Würth-Gruppe
Maria-Elisabeth Schaeffler u. Sohn Georg F. W. Schaeffler 8,7 Schaeffler KG
August von Finck junior 8,4 Investition
Stefan Quandt 7,6 BMW
Johanna Quandt 6,7 BMW
Curt Engelhorn 6,4 Boehringer Mannheim
Hasso Plattner 6,0 SAP
Erivan Haub & Familie 6,0 Tengelmann-Gruppe
Klaus-Michael Kühne 5,9 Kühne + Nagel
Karl-Heinz Kipp 5,7 Textilhandel Massa-Kipp
Madeleine Schickedanz 5,5 Arcandor
Otto Beisheim 4,5 Metro
Hubert Burda 4,3 Hubert Burda Media
Reiner & Michael Schmidt-Ruthenbeck 4,3 Metro
Wolfgang Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Michael Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Andreas Strüngmann 4,0 Hexal
Thomas Strüngmann 4,0 Hexal
Anton Schlecker 3,8 Schlecker
Reinhard Mohn & Familie 3,5 Bertelsmann
Friede Springer 3,2 Axel Springer AG
Stefan Schörghuber 3,0 Schörghuber Unternehmensgruppe
Otto Happel 3,0 GEA Group
Klaus Tschira 3,0 SAP
Axel Oberwelland 2,6 August Storck KG
Hugo Mann & Familie 2,6 Wertkauf
Heinz Bauer 2,6 Bauer Verlagsgruppe
Heinz-Horst Deichmann 2,6 Deichmann Schuhe
Joachim Herz 2,5 Tchibo Holding AG
Hermann Schnabel 2,4 Helm AG
Günter Herz 2,3 Tchibo Holding AG
Daniela Herz 2,2 Tchibo Holding AG
Eugen Viehof & Familie 2,1 Allkauf-Gruppe
Albert Prinz von Thurn und Taxis 2,0 Thurn und Taxis
Andreas von Bechtolsheim 1,9 Sun Microsystems
Sylvia Ströher 1,9 Wella
Hans-Werner Hector 1,9 SAP
Ingeburg Herz 1,8 Tchibo Holding AG
Rolf Gerling 1,7 Gerling
Dieter Schnabel 1,6 Helm AG
Martin Viessmann 1,5 Viessmann
Paul Riegel 1,5 Haribo
Hans Riegel 1,5 Haribo
Peter Unger 1,3 Auto Teile Unger
Anneliese Brost 1,3 WAZ-Mediengruppe
Dietmar Hopp 1,2 SAP
Georg-Dieter von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Stefan von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Monika Schoeller 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Friedhelm Loh 1,0 Friedhelm Loh Group
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Doktor Vogl lauscht

Der Einstieg in die Reifezeit ist grausam. Mit den Jahren vergisst man wie hart der Weg aus der Kindheit wirklich ist. Ich musste kürzlich ein Gespräch zweier Schüler belauschen. Der dicke Große herrscht den Kleinen an, der so gar gerne auch dabei wäre: "Vergiss es, Gangster tragen keine Zahnspangen!"
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
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Doc Vogl antwortet: Klärende Worte zu einigen unbeantwortet gebliebenen Fragen des Homöopathieopas Samuel Hahnemann.


Der Urgroßvater der Minimaldosierung erlebte die Antworten auf diese Fragen nicht mehr. Doch das lässt sich nachholen:

„Hat wohl die purgierende Strauchkugelblume etwas mit der unkräftigen Statice in der Familie Aggregatae gemein?“
Doc Vogl sagt: Nein.

„Läßt sich von der Zuckerwurzel etwas ähnliches als von der Wurzel der giftigen Nebendolde oder des Giftwütherichs erwarten, weil sie zusammen in der Schirmfamilie stehen?“
Natürlich nicht.

„Hat wohl (in der Familie hederaceae) der gar nicht unschuldige Ewigepheu mehr Aehnlichkeit mit der Edelweinrebe als etwa im äussern Wuchse?“
Wohl kaum.

„Läßt sich vom Klebmeyer etwas ähnliches als von der oft tödlichen Spigelia marylandica erwarten, weil sie beide unter den Stellatae stehen?“
Das würde kein vernünftiger Mensch behaupten.

„Welche Aehnlichkeit der Wirkung findet man zwischen der Melone und der Eselspringgurke aus derselben Familie Cucurbitaceae?“
Keine, Samuel, wirklich keine.

„Und nun in der Familie Solanaceae, wie paaret sich die schmacklose Königskerze mit der brennenden Sommerbeißbeere oder der die ersten Wege krampfende Tabak mit den die natürlichen Bewegungen des Darmkanals hemmenden Krähenaugen?
Sicherlich nur ungern.

„Wirkt der wässerige Pfennigweiderich der Fieberkleeblume ähnlich, oder die unkräftige Primelschlüsselblume dem drastischen Erdscheibeschweinsbrode in der Familie Rotaceae?
Das zarte Primelchen und der drastische Erdscheibeschweinsbrode? Niemals!

„Läßt sich von den Eigenschaften der die Harnwege stärkenden Sandbeerbärentraube auf die des erhitzend betäubenden Schneerosegichtstrauchs in der Familie Bicornes schließen?“
Das wäre mir neu.

„Ist in den Verticillatae die kaum etwas adstringirende Gottheilbraunelle und der unschuldige Kukukgünsel mit dem ätherischen Katzengamander oder dem feurigen Kreterdost nur in irgend einem Betrachte zu vergleichen?“
Ach wo.

„Wie weit entfernt sich die Glycyrrhiza von der Geoffroya in der Wirkung, obgleich in derselben Familie Papilionaceae?“
Lichtjahre. Mindestens.

„Den Filipendelwedel und die Rothheiltormentille vereinigt die Familie Senticosae und doch, wie unähnlich an Eigenschaften?“
Sehr unähnlich, Samuel, sehr unähnlich, haben wirs dann bald?

„Der Johannisbeerribes und die Lorberkirsche, der Vogelbeerspierling und die Pfirschmandel, wie ungleich an Kräften, und doch in derselben Familie Pomaceae! – Die Familie Succulentae vereinigt die Mauerpfefferfetthenne und den Gemüßportulak, gewiß nicht wegen ähnlicher Wirkungen! – Wie kömmt der Storchschnabel mit dem Purgirlein, der Sauerkleelujel mit der Bitterquassie in eine und dieselbe Familie?“
Hm, die Natur ist halt sonderbar, oder?

„doch nicht wegen Aehnlichkeit der Kräfte?“
Natürlich nicht. – Wars das dann?

„Wie ungleichartig an Arzneikraft sind alle die Glieder der Familie Ascyroideae! – und die der Dumosae! – und die der Trihilatae!“
Ja ja, Du altes Grübelköpfchen, jetzt gib halt einmal

„in der Familie Tricoccae, was hat da die fressende Euphorbienwolfsmilch mit dem für die Nerven nicht gleichgültigen Buchsbaum für Gemeinschaft? – Das unschmackhafte Glattbruchkraut, die scharfe Kermesphytolacke, der erquickende Ambergänsefuß und der brennende Wasserpfefferknöterich,“
Keine Gemeinschaft, wirkllich keine, aber jetzt ist es dann gut, ja?

„ wie ungleich wirkend sind die Scabridae! – Was soll die blos schleimig milde Weißlilie neben dem Knoblauch oder die Meerzwiebel, was der Eßspargel neben der giftigen Weißnieswurzel in der Familie Liliaceae?“
Stop.

Samuel, Samuel,– das staunende Sich-Wundern ist der Anfang der Wissenschaft. Bei manchen aber auch ihr Ende.

(http://www.mickler.de/journal/versuch-prinzip-1.htm)
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Falsche Bergarchitekten

Meiden Sie http://www.bergarchitekten.ch/
Die schwyzer Blöffär heissen nur so, sind aber gar keine Bergarchitekten, sondern ordinäre Gebäudearchitekten in Zürich. Des hätts mit Fliiss gmachet, odr?
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Wo Protestantenherzen brennen

Die ev. Akademie in Loccum verzeichnet eine Veranstaltung mit dem Titel „Brannte nicht unser Herz…“. Kurz drübergelesen wird mir klar: Es geht um spirituelle Medizin gegen Sinnmangel.

Der Beipackzettel beginnt mit diesem Satz: „Spiritualität gilt als gesellschaftlicher Megatrend - Das Wort ist zu einer Chiffre für Sehnsüchte unserer Zeit geworden.“

Und er endet damit: „Die Leitfrage für die gesamte Tagung wird sein, wie evangelische Spiritualität heutigen Sinnsuchern begegnen kann. Der Religionssoziologe Prof. Dr. Knoblauch wird die vielfältige Spiritualitätsbewegung als gesellschaftliches Phänomen analysieren. Der Theologe Dr. Michael Nüchtern wird sein Konzept einer evangelischen Spiritualität zur Diskussion stellen.“

So kenne ich die Protestanten. Zuerst locken sie mich, mit meinem vor Sehnsucht brennenden Herzen doch mal bei ihnen vorbei zu schauen, was ich auch möchte, voll der Hoffnung, es gebe dort eventuell ein wenig spirituellen Balsam auf meine vom Suchen nach Sinn wund gelaufenen Füße; am Ende vertreiben Sie mich dann aber regelmäßig mit dem Knoblauch ihrer Analysen und halten sich nüchtern an Konzepten fest. Und das geht ja auch viel besser ohne den Doktor Vogl.
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Creepy encounter with fat and freaky US Citizens in the peaceful Bavarian Alps



Hüten Sie sich im Gebirge vor dicken Amerikanern, die sie schmierig angrinsen. Diese kulturell verwahrlosten Soziopathen tragen Waffen, arbeiten in Privatgebirgsjägerarmeen und schiessen auf alles, was ihnen den Weg zur Tankstelle blockiert, Appetit macht oder als Souvenir in den Rucksack passt. Das Kamel im oberen rechten Bildeck kennt die Alpen-Amis bereits. Und tut so, als wäre es ein Fels. Raffiniert.
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Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden

Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.

Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.

Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum
prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.

Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
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Schäuble

Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.

So warnen Sie Schäuble fernmündlich:

- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.
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