Menschen zu meidende

Wenn Politiker Anreize geben


... dann sieht das so aus:
Den Hartz IV-Empfängern wird das Elterngeld gekürzt. Familienministerin Schröder verweist „zur Begründung ... in dem Gesetzesentwurf darauf ..., dass es für erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher stärkere Anreize geben müsse, eine Arbeit aufzunehmen.“ Lies und merke: Die faulen Säcke müssen wir aus ihrer sozialen 359 Euro-Hängematte schaukeln. Sonst liegen die uns noch ewig auf der Tasche.
Übersteigt das Nettoeinkommen die 2770 Euro monatlich, greift eine andere ebenso zwingende Logik. Diese Menschen erhalten den Höchstbetrag an Elterngeld (1800 Euro). „Schröder argumentiert, dass es gerade für gut verdienende Männer weiter attraktive Anreize geben müsse, in den Elternurlaub zu gehen.“
Familienpolitik als Mittel der Umverteilung: Was man bei den Einen einspart, um ihnen Anreize zur Arbeit zu schaffen, kann man den Anderen geben, um ihnen Anreize zum Urlaub zu schaffen. Kristina Schröder weiß, für welche Familien Sie Politik zu machen hat. Aber sie ist auch promovierte Soziologin. Sie sollte wissen, was solche Entscheidungen aus einer Gesellschaft machen: Eine ehrenwerte.
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Wer tut ihm den Gefallen?

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Foto: Kathrin Möbius
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Grüß Gott, ich heiße Doktor Vogl und meine Tags sind...

Ich war gestern Abend noch bei einer Veranstaltung zum Thema „Enterprise 2.0“. Es ging darum, wie Captain Picard in der zweiten Staffel der Serie den Handel mit den Klingonen durch den gezielten Einsatz von Web 2.0 Tools hätte optimieren können, oder so ähnlich. Bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe. Nicht uninteressant jedenfalls. Was mir aber dann doch als bemerkenswert auffiel, war die Eile, mit der die Vorstellungsrunde absolviert wurde. Es hat ja scheints kein Geschäftsmann mehr Zeit für sowas Altmodisches wie sich einander bekannt zu machen. Das muss zackig gehen. Deshalb forderte Jens „2.0“ „zack!“ Schröter, der Initiator der interstellaren Runde, die Teilnehmer auf, sich hastig mit Namen und drei kurzen Tags vorzustellen. Die meisten hielten sich dran. Nur die Dame links von mir wollte Goehring genannt werden, was wohl eher ihr Avatar als ihr Echtname sein dürfte. Beliebte Tags waren beispielsweise „Berater“, „Web 2.0“, „Prozessoptimierung“, „Phasermodulation“ und „Entwicklung von Warpantrieben“ aber auch „Ich“ „hasse“ „Tags“ „fragt mich nicht warum“. Daneben gab es auch Ausreißer, die beispielsweise behaupteten, Ihr Wesen könne mit dem Schlagwort „Familie“ beschrieben werden. Was macht einer, der sich groß „Familie“ auf die Stirn schreibt, Donnerstag abends bis 21 Uhr in einem Businessmeeting? Der Referent schlug für sich als Tag-Wort vor, er sei „leicht zu begeistern“ – so leicht, dass er sich sogar mit Enterprise 2.0 befassen kann, ohne auf der Stelle einzuschlafen? Noch seltsamer war nur die getaggte Auskunft zweier Teilnehmer, sie seien „neugierig“. Eine verschwommene Warnung vielleicht? Aber ich kann mich täuschen.
Wer sich selbst ein Bild von der Sache machen möchte und noch was nachholen muss in Enterprise 2.0-Kunde, der kann sich vertrauensvoll dahin wenden:
http://www.meetup.com/The-Munich-Enterprise-2-0-Group-MUC20/
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Raucherentwöhnung

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Er: „Hör ma, ich muss mit dem Rauchen aufhören, is aber echt schwierig.“
Sie: „Kenn ich, hab selba 10 Jahre geraucht. Versuchs doch mal mit U-Bahn!“
Er: „U-Bahn probier ich seit Monaten. Nutzt garnichts. Die blöde U-Bahn kommt bei mir nicht tief genug. Ich bräuchte was tieferes.“
Sie: „Hypnose! Ich sags nur ungern, aber du brauchst Hypnose. Wenn selbst die U-Bahn nichts hilft.“
Er: „Scheiße, echt? Hypnose? Wird mich das auch genug faszinieren? Ich meine, U-Bahn fasziniert ja schon ein bisschen, so tief unten rummachen, einsteigen, aussteigen, schon eine gute Übung für den Nikotinausstieg, oder?“
Sie: „Das ist nichts gegen Hypnose. Hypnose fasziniert jeden.“
Er: „O.K. Dann also Hypnose. Aber wo?“
Sie: „Natürlich in der Naturheilpraxis Dietrich Jahn, wo sonst?
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Die anderen Heilpraktiker sind einfach nicht bunt genug. Und sie gucken nicht so hypnotisch. Schau doch mal auf Jahns Website „aufgehört.de“, da siehst du genau, wie du dich fühlst, wenn du nicht mehr Rauchen musst: Wie ein Junkie, der auf der Flucht vor seinem Dealer im Sprung erschossen wird. Bumm und plötzlich ist das Verlangen weg. Kurzzeittherapie eben.“
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Er: „Überzeugt. Zu dem geh ich.“



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Revolutiönchen

Wussten Sie, dass es eine „Bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts“ gibt, die sich mit „Aufarbeitung“ befasst? Nein? Dann passen Sie mal auf, was die aufarbeitet:

So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.

Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:

Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
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Volksabstimmung

In der SZ kriegt sich ein Herr Käppner garnicht mehr ein vor Glücksgefühlen und demokratischem Furor. Es pocht derart in seinem Herzerl, dass er in der Headline ein Stakkato von vier Ausrufezeichen unterbringt: Wir! sind! das! Volk!
Dann kommt eine Suada von Schmarrn über Gauck vs. Wulff und warum das Volk der Souverän ist. Das erspare ich Ihnen, hier zu wiederholen. Aber dann steht da doch ein kluger Satz, der geht so: „Aber Plebiszite sind ja gar kein Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie. Sie sind eine Ergänzung, ein kräftiges, stärkendes Mittel gegen den verbreiteten Verdruss an Politik, Parteien und Parlament.“ Genau so ist es. Plebiszite sind ein Zuckerl, das einer Bevölkerung die Laune zum Mitmachen erhalten soll, die über die Länge der Zeit und die Breite der Enttäuschungen längst gelernt hat, dass zynischsten Spott verbreitet, wer die Wähler irgendwie als Souverän des Landes darstellt. Sowas tropft dem Käppner so ziemlich automatisch aus dem Kopf in die Tasten fürchte ich. Was mir zeigt, der ist nicht ganz dicht.

Gegenprobe. Was würde geschehen, wenn eine Volksabstimmung zur sofortigen, ersatzlosen Abschaffung des Erbrechtes aufgelegt werden würde? 90 % der Bevölkerung würden davon sofort profitieren. Die deutsche Auslandsverschuldung wäre über Nacht getilgt, der Sozialstaat stünde in voller Blüte, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt wäre zum ersten Mal in der Geschichte geschaffen. Ja, auch Sie, stirnrunzelnder Herr Leser mit den 250.000 per annum würden gewinnen. Was Sie Ihren Kindern hinterlassen, sind nämlich summa summarum und sub specie Gebrüder Aldis betrachtet: Peanuts.

Nur wird es eine solche Volksabstimmung nie geben. Dann wäre das Volk ja der Souverän über seine Interessen. „Gott bewahre!“, schreit halb Davos und der ganze Bundestag, „so weit käm´s noch.“
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil V: 11. August 1999

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Free Gaza

Wenn in Hannover Jugendliche mit Steinen nach einer israelischen Tanzgruppe werfen und dabei mit Megaphon „Juden raus“ schreien, dann frage ich mich schon: Wer hat denen das beigebracht? Ist da nirgends ein Erwachsener, der den Saubuam die Flüstertüte abnimmt und ein paar hinter die Löffel gibt? Nein? Sind sich von groß bis klein alle einig in der Sache? Das habe ich befürchtet.

Kurze Anleitung zur Diskussion solcher Vorfälle. Gespräche darüber sollten unter einfühlsamen und selbstverständlich antifaschistischen Antisemiten bitte möglichst in dieser Art ablaufen:

„Mann, Scheiße, werfen die einfach mit Steinen nach den Juden. Das erinnert an böse Zeiten. Keine gute Presse für Deutschland.“
„Stimmt schon, aber schaumal, wenn die auch alles dafür tun, um den Zorn auf sich zu lenken. Weisst schon, Gazablockade, Schiffskonvoi, der ganze imperialistische Mist eben.“
„Hast schon recht. Sie machen´s einem nicht leicht, sie zu mögen. Ehrlich nicht.“
usw. und so dämlich fort.

Das ist so das geistige Grundgerüst für Gespräche, mit denen den zurückgebliebenen, Gewalt verherrlichenden, sämtliche Menschenrechte verhöhnenden Feinden Israels der Rücken gestärkt wird: Zwingen uns doch die Juden tatsächlich schon wieder dazu, zum Täter an ihnen zu werden. Wie ungeschickt aber auch.

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Der dirty old man von Augsburg spricht "Sorry folks!"

Mixa, der angeblich sexuell übergriffige, ziemlich sicher gegen Kinder einst habituell gewalttätige und wahrscheinlich dazu sogar schwer versoffene, seinen Kaplanen nach zu urteilen, insgesamt realitätsblinde, sprich: irre Ex-Bischof, sagt: „Ich bitte alle um Verzeihung.“ Der notorische Zornigel entschuldigt sich bei allen für alles mögliche irgendwie, wie auch immer. Aber wenn jetzt noch einer was sagt, dann fallt der Watschnbaum fei um! Bei dem heisst: „Ich bitte alle um Verzeihung“ nichts Anderes als: „Meine Geduld ist am Ende.“ Meine auch.

Andererseits: Vielleicht rafft er sich ja noch zu irgendwas Brauchbarem auf. Irgendwas titanisch Sinnloses. Vielleicht ein Streitgespräch mit Küng über den Papst. Oder er steigt bei Raab in den Ring als Prügelpope? Ein Juryplatz in einer Castingshow für Zölibatsanwärter? Raumflug? Publikation seiner Tagebücher? Wo kann ich mich als Geisterschreiber bewerben?
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Soros, die Kassandra unter den Heuschrecken

Wenn einer der wirklich was zu sagen hat, was sagt, sollte man zuhören. Soros, eine der US-Megaheuschrecken, fordert von Deutschland einen Beitrag zur Überwindung der Krise, die er selbst mit Wetten gegen den Euro angeblich noch vergrößert hat. Deutschland solle nicht so verbissen sparen, sonst halten die anderen, im Export schwächeren EU-Länder nicht mehr mit, bleiben auf ihren Gütern sitzen und fallen in eine Deflation: „ Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie.“ An der dem Soros wieviel liegt? Eben. Warum sagt er es dann? Weil er in der Leiche Europas nicht mehr herumspekulieren kann. Das hat einen gewissen Weitblick, der den deutschen Politikern fehlt, die offenbar glauben, Sie könnten jetzt den zweiten Weltkrieg doch noch im Nachgang gewinnen und die anderen EU-Länder wirtschaftlich unterwerfen. Aber wer soll dann noch die deutschen Autos kaufen, wenn es am Ende heisst: Operation gelungen, Patient tot? Noch geht bissel was: Die klammen Griechen wehren sich zwar ein wenig, sollen aber dennoch deutsche Kampfflugzeuge kaufen, – schließlich erhalten sie von Deutschland üppig Kredit. Wenn die PIGS plus Italien aber irgendwann garnichts mehr kaufen können, was dann? Dann liegt auch der deutsche Export darnieder und der Soros bekommt recht.
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I have something strange to reveal!

Film ab.
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Niebels globaler Fokus

Der Entwicklungshilfeminister, der seine Entwicklungshilfezusagen sonst notorisch nicht einhält, macht in Gaza natürlich eine Ausnahme von seinen Prinzipien und wirft sich auf dem Weg zur gesponserten Kläranlage gezielt in den braunen Schlamm, in dem der Paech bereits liegt, nur um dann zu blöken, es sei nun aber fünf vor zwölf für die Israelis. So weit so dreckig. Den Plan hinter seinem Handeln charakterisiert er selbst so: „Die neue Entwicklungspolitik besitzt einen globalen Fokus, keinen Stückwerkcharakter“. Da hat er recht, deutsche Aussenpolitik hat einen globalen Charakter: Was auch immer in der Welt Übles passiert, hat seine Ursache in der jüdischen Weltverschwörung und wer dagegen vorgeht, macht es bitte endgültig. Fünf nach zwölf muss Israel weg sein. Alles Andere hätte Stückwerkcharakter.
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Wofür sich Vorstandsvorsitzende so interessieren

Tony Hayward spart gewinnorientiert einige Tausender bei der Sicherheitstechnik einer Tiefseeölförderanlage ein, zerstört damit für´s erste das Erwerbsleben einiger tausend Menschen, Folgeschäden unbekannt, und spricht dann dazu den Satz: „Ich will mein Leben wiederhaben.“ So winselt der Multimillionär ehe er zur Regatta antritt, weil er ein einziges Mal in seinem Leben dazu gezwungen war, sich für die Folgen seiner Taten öffentlich zu entschuldigen. Und dennoch gibt uns dieser, ich sag mal: Pestfetzen, dieses vertierte Ohrfeigengesicht, diese ölige Schande auf zwei Beinen ein lehrreiches Exempel. So wunderbar ist die Welt eingerichtet, liebe Leser. Denn jetzt ist auch dem eifrigsten Untertanen der Kapitalmaschine klar, was einen Vorstandsvorsitzenden allein interessiert: Nichts außer ihm selbst. Viel Spaß beim Segeln, Tony, und „Mast- und Schotbruch“, aber hallo! Nimm doch den Ackermann mit, bitte! (In meinem Kühlschrank steht eine Flasche Sekt, für den Fall, dass eins meiner Lieblingsekel abtritt. Da steht jetzt auch „Tony „Beyond Punishment“ Hayward drauf. Ich warte.)
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Köhler lässt sich zum Abschied einen blasen:

Den St. Louis Blues beim Zapfenstreich. Die interessantere Meldung wäre zwar, dass der Bundesmastermind sich nach seinem hysterischen Hinschmiss in alle Zukunft Jahr für Jahr 200.000 aus dem Steuersäckel greifen darf plus Limousine, persönlichem Referenten und einer Sekretärin in einem Büro seiner Wahl. Womit sich die dämliche Frage der SZ, wie er sich wohl „fühle“, erübrigt. Die sollen sich lieber fragen, wie sich seine Mitarbeiter fühlen, die sind jetzt nämlich arbeitslos.
Aber mit der Fellatioheadline werde ich meinen Besucherrekord toppen, keine Frage. Von der Bild lernen , heisst siegen lernen („Horst ... weg!“, „Ösis verhöhnen Deutschland“ „Das wilde Sex-Leben der Kennedys“).. Wobei m. E. die Hamburger Morgenpost diesmal noch besser war als die Bild: „Bundes-Horst macht die Biege“ ist ein Gigant unter den Headlines.
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Herr Bundespräsidentschaftskandidat, was sagen Sie zu...

Herr Vogl, Sie versuchen nun zum dritten Mal in irgendeinem Land an die Spitze des Volkes gewählt zu werden. Was sagen Sie zu...

DV: Doktor Vogl, bitte.

Gut. Doktor Vogl, Sie würden gerne eine Tätigkeit aufnehmen, deren Vorzüge Sie selbst einmal so beschrieben haben: „Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin.“ Ist das eine korrekte Beschreibung des höchsten Amtes der Bundesrepublik?

DV: Ja.

Was sagen Sie zu Afghanistan?

DV: Zu Afghanistan sage ich immer: Ojeoje. Manchmal auch: Ach du lieber Gott. Hängt vom Kontext ab. Und den mache ich ja nicht selbst. Aber ich möchte da Niemanden vorverurteilen.

Ihr Konkurrent Gauck bekennt sich zur freien Marktwirtschaft, Wulff möchte sich für Weltfrieden, Weltklima und Weltwirtschaft einsetzen. Was ist Ihr Fokus?

DV: Lecker essen, Ausspannen, Fernreisen, das ganze Repräsentationsding eben. Und Weiber. Weiber auch.

Verstehe ich Sie richtig: Sie beabsichtigen, sich gegen Welthunger und Ausbeutung aber für Mobilität und Frauenfragen einzusetzen?

DV: Korrekt. Und für Artenschutz. Weltweit nimmt der Bestand an aufrechten Kommunisten rapide ab und niemand tut etwas dagegen. Aber auch manche Tiere sollten vielleicht so eine Art Schutz geniessen, finde ich. Jedenfalls die, die man nicht essen kann.

Doktor Vogl, was ist Ihr Arbeitsmotto?

DV: „Doc Vogl sagt, der tut sein Bestes, der irgendetwas will und lässt es.“ Gut was? Ist von mir. Hab ich mir selbst einmal ausgedacht. Schreiben Sie das ruhig.

Von der „Politik der kleinen Schritte“ zur „Politik ohne Schritte“?

DV: Das haben Sie fein erkannt. Sind Sie aus der Dänemark?

Nein, warum?

DV: Ich kannte mal jemanden, der hatte einen Bruder, der mit einer Dänin, die nicht bis drei zählen – aber das würde zu weit führen.

Wie wollen Sie mit Ihrer Politik des Stillstands das deutsche Volk auf die schwierigen Aufgaben der Zukunft vorbereiten? Muss nicht vielmehr ein Ruck durch Deutschland gehen wie Roman Herzog einmal so sympathisch dynamisch meinte?

DV: Nein.

Kein Ruck?

DV: Bloß nicht.

Wie würden Sie die Deutschen auf das, was kommt, einstellen?

DV: Chemisch. Ich stand einmal in Afghanistan vor diesen unendlichen Mohnfeldern, Tränen in den Augen rief ich: Ach du lieber Gott! Es war eine Offenbarung, eine Verheissung. Sagen Sie jetzt nicht: Ojeoje, der Doktor Vogl wieder, mit seinen Afghanischen Vorschlägen. Den sollten wir erstmal nach Dänemark schicken zum ausnüchtern. Sie täuschen sich gewaltig: Die Dänen sind von früh bis spät dicht. Ein Volk im Nebel, ich weiß es sicher, schließlich kannte ich mal jemanden, der - aber das würde zu weit führen. Die Dänen gehen den europäischen Weg entschlossen voran.

Was ist Ihre Vision, wohin führt der Europäische Weg?

DV: Er führt von hier weg und hin zu lecker Essen und keiner Arbeit.

Im Ernst?

DV: Nein, ich habe mir nur einen Scherz erlaubt. Er führt natürlich ins Verderben. Die Zukunft gehört den Chinesen. Die wurden allerdings schon einmal mit Opium besiegt, da kommen die Afghanen wieder ins Spiel. Sie müssen diese globalen Zusammenhänge historisch verstehen. Dann geht ein Ruck durch Ihr Gehirn und sie haben keine Lust mehr irgendwas zu tun, ausser lecker essen, faulenzen und so weiter. Versuchen Sie es ruhig mal. Auch in Ihnen steckt ein Bundespräsident.

Meinen Sie?

DV: Ganz bestimmt.

Herr Doktor Vogl, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

DV: Da doch nicht für. Gern geschehn.






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Einen neuen Bundes-Präsidenten? Schlagen Sie Doc Vogl vor!

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(nein, den Button haben Sie heute nicht zum letzten Mal gesehen. Er ist auch, profunde Kenner der Materie vermuten es längst, für die US-Präsidentschaft entwickelt worden. Aber ehrlich: ich wäre auch mit dem Amt des Bundespräsidenten zufrieden. Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin. Das schaff ich mit links.
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Rückkehr von der Front

Jetzt sind sie wieder da und bekommen Blumen. Der Paech bestätigt sich als zuverlässiger Vollpfosten mit der Einschätzung, er sei knapp einem Kriegsverbrechen entronnen. Kann den mal jemand zum Arzt führen, statt auf so ein humanitäres Friedensschiff? Man muss sich bei der Bundeslinken eh über nichts mehr wundern, nachdem deren außenpolitischer Sprecher Gehrcke im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt offenbar mirnichtsdirnichts auch mal Nazis zustimmend zitiert, darunter Werke, die das „Weltjudentum“ im Titel tragen.
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Abgang Bundesköhler

Jetzt ist es amtlich: Wenn ein Quatschkopf von einem Bundespräsidenten nur einmal, vermutlich versehentlich und mit sofortigem revoco, sagt, wie es ist, muss er subito gehen. Dabei hat er nur gesagt, was eh alle wissen: Krieg ist die Fortsetzung des Profitstrebens mit anderen Mitteln. Wozu wären die „Jungs“ denn sonst da unten? Um Brunnen zu bohren? Nase zu bohren? Passen Sie mal auf, was jetzt für eine Heuchellawine durch die Zeitungen rumpeln wird.
Na, ich werde ihn nicht vermissen. Darf vielleicht die schrille Schwan von der Ersatzbank kommen? Das hätte was. Wen es schon bei Köhler gegruselt hat, der kann sich dann richtig in den Sitz krallen. Die ist sicher noch besser.
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Mission accomplished

Wenn ein Rudel bekennender Antisemiten sich mit Rollstühlen und Fertighäusern übers Meer nach Gaza aufmacht, obwohl sie bereits vorher wissen, dass sie dort nie ankommen werden, dann hat diese ebenso dumme wie offensichtliche Provokation genau diese Ziele: Israel weiter zu isolieren und den letzten Verbündeten unter den „Muslimen“ zu nehmen: Die Türkei. Bravo, sie haben beides erreicht. Und damit es auch auf jeden Fall klappt, mussten der Paech und seine linken Rechten auch noch mit der Axt rumfuchteln und versuchen, einen Soldaten zu entwaffnen. An diesem hässlichen Vorfall können Sie alles über Antisemitismus lernen, was es zu lernen gibt. Der Antisemit schafft sich seinen Juden nach seinem Bild. Gehasst hat er ihn schon vorher. Der Grund dafür wird, wenn es sein muss unter Einsatz des eigenen Lebens, nachgeliefert. Hoffentlich weiß Obama, was dieser Vorfall bedeutet.
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Koch wechselt in die freie Wirtschaft und wird…

… Barbecue-Dummy für Gehacktes in den McDonald Laboratories.
… BP-Berater für die Agitation gegen die ausländische schwarze Invasion, die die freie Welt überraschend überflutet.
… Hollywood-Star (Swamp Thing 4, der Blob, Invasion der Monsterschleimpilze)
… Pizza
… Wirt
"im Bereich von Wirtschaft und unternehmerischen Entscheidungen" tätig sein, verdeutlicht der CDU-Politiker.
… d. h. nichts mehr tun müssen, weil die unternehmerisch Entscheidenden sich nichts mehr von ihm versprechen, oder sich vom Nachfolger noch mehr Entgegenkommen versprechen können. Mal sehen, welche Lobby ihm den Lebensabend für seine Willfährigkeit vergoldet. Wenn er klug ist, spielt er den Anwalt. Dann dürfen alle mal.

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Trau schau wem

Wenn Ihnen ein Beduine ein Brot zum Tausch anbietet (beispielsweise gegen Ihr Kamel oder Ihre Frau), dann sehen Sie sich genau seinen Gesichtsausdruck an. Micro-Expressions täuschen nie: Der hier guckt verschlagen drein: Zusammengekniffene Lippen, eine Hand im Hinterhalt, den Blick starr auf sein Opfer gerichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn er von dem Brot schon abgebissen hätte. Also Vorsicht.

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Wenn Technokraten antworten

Ein Journalist fragt Steve Jobs, was sein neuestes Produkt wohl mit einer „Revolution“, also einer erkämpften Freiheit gemein habe. Schließlich sei das ein von Apple sehr reglementiertes, gar nicht auf Freiheit abzielendes Produkt und seine Bewerbung als revolutionäres Gerät damit eine Frechheit. Er meint die Freiheit der Menschen, zu tun oder zu lassen, was sie wollen.
Jobs antwortet darauf mit Datenschutz, Stromverbrauch und seltsam, seltsam, Freiheit vor Pornographie. Mit den Punkten eins und zwei gibt er zu verstehen, dass er die Frage des Journalisten nicht versteht, der dritte Punkt ist wahrscheinlich in Apples Designabteilung bei einem Meeting für „Clean content“ festgelegt worden: „Hey, diese uncoolen Pornoseiten für uncoole Wichser machen das ganze edle Look&Feel auf dem Touchscreen kaputt. Wir wollen sie nicht auf unseren stylishen, magischen Geräten für cleane Werbetussis haben, o.K.? Steve, kannst Du nicht dieses schlimme, hässliche Pornoflash verbieten lassen? Bitte, bitte.“
Am Ende watscht er den Journalisten ab, der solle sich trollen, schließlich habe er noch nichts Großes geleistet. Lies: „... nichts wie meine tolle iPad-Produktinnovation, Du investigativer Wurm.“
Ich weiß ja nicht, was der Journalist noch so vor hat, aber sollte es in die Richtung seiner Frage gehen, dann wird er für Jobs eine Laterne reservieren können.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil IV

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Was tun mit renitenten Vulkanen?

Die Weltweisen und Ihre Lösungsmodelle:

„Wir werden den f*** volcano einkaufen und noch am selben Tag entlassen. Dann kann er auf dem Mond weiterqualmen. Auf diesem Planeten bleibt er arbeitslos.“ Warren Buffet

„Wie ich höre, sind in Guantanamo wieder Zellen frei. Wir sollten diesen glühenden Extremisten waterboarden. Das ist keine Folter, wir nennen es vorsichtig „Löschen“,– manchen macht es richtig Spaß, fragen Sie Cheney.“ George W. Bush

„Ich sage: Schwanz ab, wenn der Chauvi mit seinem riesigen, dunklen Schweif unsere Flughäfinnen penetriert. Wo sind eigentlich die Vulkaninnen?“ Alice Schwarzer

„Auch ein Vulkan ist nicht unfehlbar. Wie er unsere unschuldige Atmosphäre mit seinem Auswurf missbraucht, ist so ungeheuerlich, das hat nicht einmal das zweite Vatikanische Konzil vorhergesehen. Island muss jetzt alles offenlegen, was der Vulkan mit seinem Dreck verdeckt.“ Hans Küng & Eugen Drewermann

„Abscheulich, wie dieser Minderleister mit spätrömischer Dekadenz sein ALG II verraucht. Ich empfehle: Nikotinentzug und ein verpflichtendes Arbeitsangebot, das er nicht ablehnen kann: Auf der Müllverbrennungsanlage.“ Guido Westerwelle

„Ich filme ihn, O.K.? Dann ist er erledigt.“ Wim Wenders

„Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.“ Johannes

„Ich werde ihn ein bisschen anlächeln, vielleicht hört er dann auf. Vielleicht auch nicht. Aber bringt die Kameras mit.“ Dalai Lama

„Oh mein Gott, ich dachte, wir hätten noch mehr Zeit. Bringen Sie mich zum Präsidenten. Wir müssen mit der Airforce One durch das Jurassic Island zum Erdkern vordringen und die Lava auspissen. Ich weiß, das ist ein Himmelfahrtskommando. Nur der Präsident kann es schaffen.“ Jeff Goldblum in „The Volcano No. 1“ von Wolfgang Petersen

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Tabu?

Unter der Headline „Das israelische Tabu“ stellt Peter Münch in der SZ eine tabulos dumme Frage: „Israels geheime Atomwaffen sind die schwache Flanke von US-Präsident Obama im Kampf gegen Irans Bombe. Warum soll Jerusalem geduldet werden, was Teheran verboten ist?“ Die Antwort ist so schlicht: Weil es Israel sonst bald nicht mehr geben würde. Die Frage auch nur zu stellen impliziert, dass das so schlimm auch wieder nicht wäre. Hauptsache es gibt im Duell Israels gegen die ca. fünfzehn Staaten des Nahen Ostens, die Israel von der Landkarte tilgen wollen, gleiche Waffen auf beiden Seiten. Und dann noch „Israels geheime Atomwaffen“ – verschlagen sind sie auch noch, die Juden, und stellen Ihre A-Bomben nicht öffentlich am Marktplatz aus.

Wenn ein deutscher Journalist zu dem Wort „Tabu“ greift, weiß man, er möchte gern ein bisschen mit den Wölfen heulen und der Welt die Juden erklären, resp. den Juden die Welt. Die kleine hässliche Welt der Antisemiten, in der Juden nichts zu suchen haben.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil III

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Ein Rat an den heiligen Vater

„Kardinalstaatssekretär Bertone, die rechte Hand des Papstes ...“ – bleibt bitte über der Bettdecke, okay?
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Mixa entkräftet nach Kräften

Auf der Kirchenbashing-Welle wird sich wohl noch eine Weile journalistisch reiten lassen. Die SZ meldet, der für seinen autoritären Charakter und seine dämlichen Einlassungen bekannte Bischof Mixa habe vor so ca. 30 Jahren Kinder und Jugendliche „brutal geschlagen“. Jetzt fordern Wolfgang Neuser, CVJM, und Florian Pronold, SPD, Mixa möge die Vorwürfe entkräften, wenn er kann. Kann er bestimmt, schließlich hat er angekündigt, die Petzen zu verklagen. Aber haben sich Neuser, Pronold und MIxa überlegt, wie der das Entkräften genau anstellen soll?
Die dreissig Jahre alten, Dogma-konform handgedrehten Videobänder der Taten aus dem Safe holen („meine zwei Fäuste für ein Halleluja“, „Ein Stadtpfarrer sieht rot“, „Der Exorzist“)? Wo man dann den Bischof beim leisen mündlichen Ermahnen der unartigen Kinder sieht, Milde walten lassend, mit gefalteten Pfaffen-Händchen, die nie keinen Teppichklopfer nicht anrühren würden? Geschweige denn einen Stock? Und den dann dem Knaben draufdreschen, bis er entzweibricht?
Zeugen? Die könnten auch nur bezeugen, dass sie nie dabei waren, wenn irgendwas zu Bezeugendes vorgefallen sein könnte.
Indianerehrenwort? Würden SIE DEM glauben?
Ich warne.
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Stalin Kachelmann

Ein gescheites Opfer weiß natürlich früher als der Richter, wer ein Täter ist, über den deshalb berichtet werden muss, damit nicht wieder ein riesiges Unheil vertuscht wird, wie damals beispielsweise der Bananen- und Fernreiseentzug während der DDR-Volksfolter unter Walter „Stalin“ Ulbricht. Deshalb schaltet sich mal der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in die Causa Kachelmann kritisch ein: „Wie im Ersten ist auch im MDR nicht wegen des Verdachts der Vergewaltigung berichtet worden. Das kritisiert Rundfunkratmitglied Bernd Müller-Kaller, der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus.
Und wieder ein Peinlichkeitsrekord der SZ. Sie zitiert einen Juristen mit den Worten: „Die Medienberichte "über angeblich verübte Straftaten beeinträchtigen den Beschuldigten stets ausgesprochen erheblich in seinem Persönlichkeitsrecht“ – in der s e c h s t e n Meldung zu diesem angeblichen Verbrechen in zweieinhalb Tagen. Qualitätsjournalismus vom Feinsten.
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Berichterstattung komplex

Herr Kachelmann, ein angeblicher Meteorologe, hat eine Frau, die angeblich seine Freundin oder aber angeblich seine Stalkerin sein könnte, angeblich zum Sex gezwungen. Die Saatsanwaltschaft wollte den Namen des Verdächtigen angeblich zuerst nicht mitteilen. Hat dann aber doch. Freut sich die schleimige Bildzeitung. Der Anwalt der Angeblichen kooperiert mit BILD. Der Anwalt des Angeblichen mit dpa. Eins zu null für den Inhaftierten. Sonst ist noch nichts bekannt. Den Peinlichkeits-Highscore hält bislang die Süddeutsche für die Headline „Kachelmann in U-Haft - Schlechte Aussichten“. Ich halte das Urheberrecht für „Kachelmann im Dauertief“, „Der Wetterfrosch steigt von der Leiter“ und „Hass hagelt auf Kachelmann“ (für den Fall, dass die Angebliche gewinnt) und „Kachelmann - Tendenz steigend“ bzw. „Er fühlt sich wirklich besser“ (für den Fall, dass der Angebliche gewinnt).
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Prost, Kranführer

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Was für ein Leben: Tag für Tag mit Macht einen nach dem andern heben. Und wo? Beim Wirt, der die Macht des Zapfens hat.
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Stilblüte

köstlich. Dieses Bild wählte (nach Karl Kraus) ein Journalist: „sich mit frivoler Hand aus dem Sonnenbezirk jäten“, als er was meinte? Richtig: einer hat sich umgebracht.
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Ewiger Zwist unter Irren

Wenn die katholische Kirche mediale Aufmerksamkeit geniesst, dann quetschen sich immer noch zwei weise Mahner in den Scheinwerferkegel: Der Küng und der Drewermann. Zwei meiner Lieblingsnervensägen. Beide dürfen uns als berufene Experten mit der Idee überraschen, dass die Kirche doch bitte den pädophilen Missbrauch abstellen möge (Küng, Drewermann). Drewermann, der (kein Witz) zusammen mit Konstantin Wecker den Erich Fromm Preis verliehen bekam, glaubt, ausgerechnet die Neurologie würde uns Tierrechte nahelegen, weshalb er neben anderen indischen Heilslehren auch den Vegetarismus empfiehlt. Der Geistesriese Küng dagegen glaubte mit dem Satz (auch kein Witz) „Ich bin nicht unfehlbar“ vor Gericht straffrei auszugehen, nachdem er für seinen Heimweg eine Abkürzung über die Autobahn gewählt hatte - als „sinnierender“ Geisterfahrer. Es wäre ein hinreichender Grund dafür die katholische Kirche abzuschaffen, wenn man dann ihre zwei prominentesten Kritiker nicht mehr zu sehen bräuchte. Na, wenigstens vergreifen Sie sich nicht an Kindern.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil II

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Ignoriert die Ignoranten

Warum muss sich eigentlich alle paar Tage irgendein Journalist zu dem Stammtischgeblöke eines beispielsweise Sarrazin äußern? Kann man das herzlose Geraunze dieser Demenzelite nicht einfach unter den Tisch fallen lassen? Von mit aus auch unter den Tisch treten und dann dort liegen lassen? Nein? Geht nicht? Wären die Zeitungen alle zu dünn, wenn man nicht auch die Indiskutablen diskutieren würde?

Das ist das Schöne an einem Blog. Man muss nichts reinschreiben. Aber man kann. Der ideale Ort zum Totschweigen von tagesaktuellem Megablödsinn, der den Qualitätsjournalismus am Nasenring durch die Deppenarena führt. Allein schon deshalb ist es Unsinn, was Gremliza in der aktuellen Konkret über das „Massaker der totalen Meinungsfreiheit“ in den vielen Internettagebüchern schreibt. Die „Meinungsfreiheit“ ist in den Printmedien doch schon längst massakriert. Peter Hacks sagte sinngemäß: „Ein Land, das Medien hat, braucht keine Zensur.“ Da schreiben alle dankbar und von selbst voneinander das Gleiche ab und abends kommt es dann nocheinmal für die Analphabeten in der Tagesschau.

Ich berichte lieber allen Klugen etwas selten Schönes, Wahres und Gutes: Auf der Internetseite Spam publiziert Thomas Gsella alle paar Tage seine Abrechnung mit einer Stadt. In Reimen. Ihre Heimatstadt ist sicher auch bereits dabei. Und das gehört wirklich zum Komischsten und Beglückendsten, was man an Gedichten lesen kann. Tun Sie´s. Ich warne nicht.
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... schon wieder die Hindus

Offensichtlich lesen keine Hindus meinen Infotainmentseiten, sonst hätten sie diese Massenpaniken in indischen Tempeln längst gegen weniger gefährliche Verhaltensweisen eingetauscht.
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"Die CDU Nordrhein-Westfalen bietet Ihnen wieder die Möglichkeit, sich mit Ihrem Unternehmen auf unserem Landesparteitag zu präsentieren und mit Politik und Medien in einen Dialog zu treten"

schon ab 6.000 Euro mit einem vertraulichen Gespräch, an das Sie sich noch lange gerne erinnern werden.

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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil I: Der Bürger

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Prost, Frau Bischof

Jesaja 5,22: „Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen“, denn die Tratschpresse wird es ihnen übel heimzahlen. Und der Doc warnt dann davor. Nicht ganz ohne Schadenfreude. Schließlich verbreitet die Dame Ansichten, die jedem Neonazi Freude machen müssen. Sie hat tatsächlich gesagt, die Alliierten hätten lieber die Opposition in Deutschland stärken sollen, als den Krieg mit Bombardements zu beenden – dafür soll sie sich schämen. Wer hat ihr denn eingeredet, es hätte im dritten Reich eine Opposition gegeben? Welche? Die evangelische Kirche womöglich? Lustige Idee. Im Ernst: Wenn man von einem Wolffsohn (der ein wirklich sehr unverkrampftes Verhältnis zum Militär hat: „Ein hell leuchtender Stern am politisch-militärischen Himmel unseres Landes ist dieser Vier-Sterne-General Klaus Naumann“), dem Vorzeige-Historiker der Rechten, im Kameraden- und Kriegerblatt Bildzeitung in die Schranken gewiesen werden muss, dann weiß man, man ist ganz unten angekommen. Aber da saufen ja praktisch eh alle. Mich würde nur noch interessieren: Wo hat Sie sich denn eigentlich volllaufen lassen? Bei Wollffsohns Freunden? Im Rahmen der Militärseelsorge durchaus möglich. Also Prost, Frau Bischof.
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Der Herr Hitler und seine Evi

Eine Frau Görtemaker hat ein Buch über Eva Brauns Leben verfasst, zu dem sie in der SZ interviewt wird. Ich erkenne da einen Trend, vor dem ich warne:

Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.

Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“

Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...

Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“

Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
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Neues von der Schwarzer

Deutschlands prominenteste Feministin landet einen neuen Coup. Nachdem Sie es, natürlich für die gute Sache, auf sich genommen hat, Ihr, hm, unverwechselbares Gesicht unter den Satz „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“ kleben zu lassen – was wohl zu gleichen Teilen dem frauenverachtenden Zuhälter- und Westerwelle-Rettungsblatt Bildzeitung und der Schwarzer schmeicheln soll – , ist sie nun folgerichtig und vorhersehbar auch in Jauchs TV-Grube gelandet, durfte sich dort im Fernsehunterhaltungsschlamm suhlen und dabei einen Preis gewinnen. Die 500.000 hat Sie einem Verein gespendet, der sich um von Gewalt bedrohte Frauen aus Migrantenfamilien kümmert. Zumindest glaubte sie das, bis der Vereinsvorstand sich mit dem unverhofften Geldsegen einen Wunsch erfüllte: Einen nagelneuen BMW X6. Ist ja auch schön, so eine Machophalluskarre, wenn man gern von automobiler Gewalt bedrohte Radfahrer und Fussgänger erschreckt. Ist das jetzt peinlich? Vermutlich für jeden außer für Frau Schwarzer. Die schämt sich schon länger nicht mehr.
http://www.sueddeutsche.de/,tt6m1/panorama/477/503698/text/
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Dieter Meier rules

„1972 ließ er beim Kasseler Hauptbahnhof eine Metalltafel einbetonieren und mit der Aufschrift versehen: "Am 23. März 1994 von 15.00-16.00 Uhr wird Dieter Meier auf dieser Platte stehen", was dann auch tatsächlich geschah.“
Ein Schweizer hält Wort. Dieter Meier ist wahrscheinlich das Beste, was je eine schweizer Bankiersfamilie hervorgebracht hat. Können die Alpenbanker nicht einfach alle „Konzeptkünstler“ und „Individual-Anarchisten“ werden? Jetzt wissen sie doch, wie´s geht. Und wir hätten ein paar Menschen weniger, die wir meiden müssen.

Ausserdem kann Herr Meier das:
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Vorsicht: Hüten Sie sich vor dem teuflischen Zipferlak

http://frankzumbach.wordpress.com/2010/02/16/der-zipferlak/
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Verheerend und klug wie ein Tsunami – die Westerwelle

Jetzt warnt der vom BDI ferngesteuerte FDP-Cyborg also auch noch vor „spätrömischer Dekadenz“. Er meint das ALG 2. Wer beantragt für den Herrn die dänische Staatsbürgerschaft? Die Dänen sind Verdruss gewohnt, die werden ihn ertragen - oder im Meer verklappen.
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Drei gute Antworten von drei guten Schauspielern

„You are Michael Caine!“ „I know“
„Are you Robert Mitchum?“ „Well, somebody has to be.“
„Are you Groucho Marx?“ „No, are you?“
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Heute schon gegruselt?

Frank T. Zumbachs Mysterious World ist eine kurzweilige Geisterbahn für alle, die ihren Kunstgenuss an den abgenagten Fingernägeln und elektrisierten Frisuren erkennen. Aber Vorsicht:

„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“

Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
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Lukas 12,33: Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen.

Ich entnehme einer Grafik der „Zeit“: Die christlichen Kirchen in Deutschland verfügen über ein Vermögen von 330 Milliarden Euro. Der Staat schiebt jährlich 17 Milliarden nach. Der fromme Teich würde demnach nicht so schnell austrocknen, auch wenn man den Abfluss etwas vergrößern wollte. Die gleiche Grafik lehrt mich, Afrika habe zusammengenommen 98 Milliarden Schulden, 32 Milliarden würden genügen, um die Armut auf dem ärmsten Kontinent immerhin zu halbieren. Wenn sich also die Industriestaaten schon nicht entschließen können, die Entwicklungshilfe auf ein solides Fundament zu stellen. Dann vielleicht die mildtätigen, von brennender Nächstenliebe getriebenen Kirchen? – Nein? Na, dann beten sie mal weiter.
grafik
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Flegel des Jahres 2009

Da unterhielt sich einer, der Luik Arno, mit Sir Eric Hobsbawm. Das bedeutet: Einem Absolventen der Amerikanistik und des Sports, der sich als Journalist von „Tempo“ bis zum „Stern“ hochgearbeitet hat, wird die Ehre zuteil, dem größten lebenden Historiker eine halbe Stunde seiner unbezahlbaren Lebenszeit stehlen zu dürfen. Und er nutzt diese Begegnung mit dem zweiundneunzigjährigen Großintellektuellen dafür, dem Interviewten Sätze wie diese hinzuhauen:

„Klar, dass Sie das so sehen müssen. Sie als alter Marxist, der hier in London in Rufweite vom Grab von Karl Marx lebt.“
„Das ist doch Unsinn.“
„Okay, das ist doch einfach absurd, dieser Gedanke!“
„Hören Sie doch bitte auf mit Ihrem Pessimismus!“
„Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig - fertig, aus, Nikolaus.“
„Und das ist alles?“
„Mein Gott, für einen alten Marxisten hören Sie sich sehr bescheiden an!“

Ich möchte ihn ohrfeigen für seine ungezogenen Frechheiten. Weiß der überhaupt, mit wem er gesprochen hat? Zu Luik ließ Luik in die Wikipedia schreiben: Gespräche (u.a. mit Angela Merkel, Martin Walser, Inge und Walter Jens, Otto Graf Lambsdorff, Joschka Fischer, Reinhold Messner, Wendelin Wiedeking, Oskar Lafontaine) von "Deutschlands führendem Interviewer" (taz) sind in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt worden. 2008 wurde Luik von Medium Magazin als Kulturjournalist des Jahres ausgezeichnet.

Von mir wird er zum Flegel des Jahres ausgezeichnet.

http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/eric-hobsbawm-es-wird-blut-fliessen-viel-blut-700669.html
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Come see our creepiest creature: One more thing...

Jetzt ist es raus: Der iDoc wird das iPad so alt aussehen lassen, wie ein unausgegorenes Wegschmeißgadget von Apple eben aussieht, nachdem es der hysterischen Gemeinde bei der Keynote-Kommunion gereicht wurde und danach das ein oder andere Journalistengehirn langsam wieder zu denken anfängt: Wofür soll das Ding gleich wieder gut sein?

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Der iDoc – hier heimlich zwischen zwei Erlkönigen, dem iNose und dem iHonigkuchenpferd fotografiert – hat alles, was das iPad nicht kann:
Multitasking: Der iDoc kann trinken und granteln gleichzeitig. Er kann ausserdem gucken, schweigen, einschlafen und die Bedienung rufen – it´s amazing.
WB-Connector: Mitten im iFace, einem stylischen facial-expressions-Interface mit 32bit feinsten Grantabstufungen, findet die Bedienung den WB-Slot mit einem Weißbier-Downstream von 1 cl / min. Der Upstream ist bislang unbekannt.
3D-Multitouch und Easy-Anquatsch-Eingabemodus. Der iDoc soll was sagen, machen, zeigen? Quatsch ihn einfach an. Ist er zu leise? Geh näher hin. So einfach geht das und ganz ohne Stylus.
Du brauchst ein Bild? Ein Buch? Irgendeinen Text? Gib ihm Geld und schon läuft seine CPU auf Hochtouren. Am Ende hast Du einen tollen Text oder ein beschissenes Bild und der iDoc geht danach sofort wieder beim Wirt auf Standby. Low energy consumption, Freunde. Er ist schließlich ein grünes Lifestyleprodukt.
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Was macht eigentlich der Dalai Lama so den ganzen Tag?

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Das „Meer der Weisheit“ findet ständig Neues heraus und spricht zu uns als letzter Universalgelehrter:

Zum Beispiel in der Biologie erkannte der Einstein der Tibeter: „Wenn die Wurzeln nicht vertrocknet sind, ist der Baum noch nicht tot.“ Wer will da widersprechen? Aber auch in unseren Kalendersprüchen steckt ein kleiner Dalai Lama: Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer.

„Wenn es einen guten, starken Beweis dafür gibt, daß dies und das der Fall ist, dann werden wir uns ändern.“ Und wenn dies und das nicht der Fall ist? Dann machen wir weiter wie bisher. Mann, Mann, Mann – der bringt es auf den Punkt.

„Meine Philosophie ist Freundlichkeit“, sprach der tibetische Kellner und freute sich auf´s Trinkgeld.

Zwischendurch wird es recht übersichtlich: „Befolge grundsätzlich die folgenden drei Regeln: Denke an Respekt für dich selbst, Respekt für andere und Respekt für alle deine Handlungen.“ Aber, liebe Dalai-Lamisten, nur um gleich wieder sehr unübersichtlich zu werden: „Lerne die Regeln, damit du weißt, wie du sie brichst.“ Aha.

Dann geht es munter dahin, wie in jeder Sonntagspredigt aller Prediger in allen Konfessionen. Die Zukurzgekommenen werden getröstet: „Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“ Goldene Armut. Wär´eh blöd, reich zu sein: „Das Geschäftemachen und der Reichtum kann den Menschen nicht volle Zufriedenheit geben.“ Aber Geschäftemachen, Reichtum, täglich feinste Speisen, tolle Weiber, Spitzenmedizin und viel Urlaub in Sant-Tropez können Menschen hier und da durchaus einmal ein wenig Befriedigung und langes Leben schenken, oder, Lama?

Aber auch was für die Ökos ist dabei: „Sei freundlich zur Erde.“ Mach ich eh jeden Morgen: Guten Morgen, alte Schwungkugel, wie gehts? Immer noch am Rotieren? Das legt sich in ein paar Milliarden Jahren, Mütterchen.

Manchmal wagt er sich auch an den Stammtisch: „Eine freundliche Atmosphäre in Deinem Haus ist die beste Grundlage für Dein Leben.“ Der Lama sagt´s doch auch: Schmeiss die Alte raus, dann is´ wieder Ruh daheim.

„Besuche einmal im Jahr einen Ort, den du noch nicht kennst.“ Muss ich jetzt doch mal ins Fußballstadion?

Er kann auch ohne zu erröten mythenalten Quatsch nacherzählen: „Das Unglück, das uns heute widerfährt, ist die karmische, auf Ursache und Wirkung beruhende Vergeltung eines Unrechts, das wir anderen zugefügt haben.“ Wer andern eine Grube gräbt… geniesst die Schadenfreude.

„Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken.“ Zum Beispiel das: Was finden die Esoteriker nur an dem lachhaften Priesterfürsten? Der Mann ist das geistige Mittelalter und die moderne Marketingmaschine in einer Person. Sonst sehe ich da wenig Originelles.

Zitate kommen von hier, hier und hier.
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Kinder am Bau

Grenzfragen des investigativen Blog-Journalismus: Soll man Kinder bei der Kinderarbeit fotografieren, auch wenn die das nicht wünschen? Hören sie selbst:


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Captain Berlin

Von Jahr zu Jahr werde ich mutiger. Gestern hat mich meine Verwegenheit zu einem Kauf verleitet. Der Film heisst: „"Captain Berlin versus Hitler“ mit Dracula und Nazi-Shewolf Dr. Ilse von Blitzen. Die Vorschau ist außerordentlich vielversprechend (http://www.youtube.com/watch?v=FVd2qV2Csis). Ich werde berichten.
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"Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten."

Und wenn er nur diesen einen Satz gesagt hätte, der Michail Gorbatschow, dann wüsste man schon, von wem er gekauft worden war, ehe er die Bürger der Sowjetunion und der Anrainerstaaten im Warschauer Pakt auf eine lange hässliche Reise in die Armut schickte. Er soll sich schämen bis ans Ende seiner Tage. Ich bin kein Unmensch wie er. Strafverkürzend möchte ich ihm ein rasches wünschen.
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So funky wird 2010



Mindestens.
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Warum nur?

Aussenpolitik ist für mein kleines Köpfchen offenbar eine zu große Denkaufgabe. Verstehen Sie, warum die USA in den Irak einmarschiert sind, wenn es dabei offensichtlich nicht um Öl ging? Lesen Sie das:
http://www.wadinet.de/blog/?p=2385
Das ist alles sehr undurchschaubar. Bleiben eigentlich nur noch Motive der privaten Bereicherung bei Bush/Cheney/Rumsfeld e.a. Ich würde mich nicht wundern, wenn morgen die USA die Dänemark befreien. Massenvernichtungswaffen kann man sich ja nicht nur in der Wüste halluzinieren. Und um an den Kriegsfolgen zu verdienen, spielt es auch keine Rolle, wo alles zu Klump gebombt wird. Hauptsache der Gegner ist hinreichend wehrlos. Sonst kommen mit den Bau-, Lösch- und Bewachungsaufträgen auch zu viele Särge heim.
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... was die Geschichte noch nicht kannte

Ganz eigenartig ist es, wenn in Deutschland sich mittlerweile die dritte Generation ehemals tschechischer und polnischer „Deutscher“ so vertrieben fühlt, wie nur je der Großpapa. Die Landsmannschaften unterscheiden einen Erlebnis- und einen Bekenntniskreis. Die Ersten haben die Vertreibung erlebt, die Anderen bekennen sich zu, ja, zu was denn eigentlich? Zum Nationalsozialismus? Egal. Sie wollen „ihre“ Scholle zurückhaben und verfolgen dieses Ziel unnachgiebig. Die CDU hilft dabei mit. Weit werden Sie damit eh nicht kommen.
Was mir allerdings von Zeit zu Zeit die Haare zu Berge stehen lässt, ist die weinerliche Selbststilisierung zu Jahrtausendopfern, mit der das revanchistische Getue notorisch einhergeht. Die Steinbach schreibt beispielsweise:

Stalins harte Faust lag über halb Europa und raffte Millionen Menschen vieler Völker dahin und in diesem Machtbereich geschah etwas in seiner Dimension bis dahin Ungekanntes, was die katholischen Bischöfe der USA am 17. November 1946 in einem gemeinsamen Hirtenbrief unmissverständlich geißelten. „In Europa ist etwas geschehen, was die Geschichte bis dahin noch nicht kannte. Auf Grund eines Abkommens zwischen den Siegerstaaten wurden Millionen von deutschen Menschen, die seit Jahrhunderten in Osteuropa ansässig waren, von ihrer Heimatscholle vertrieben und mittellos in das Herz Deutschlands gestoßen. Die Leiden dieser Menschen ... erzählen uns eine traurige Geschichte von der Unmenschlichkeit solcher Vertreibung."

Man wird dem Text durchaus gerecht, wenn man ihn kitschig, verlogen und sachlich falsch nennt. Vertreibungen gehören zur Geschichte der Menschheit wie Krieg, Not und Seuchen. Wenn einer 1946 schreibt, in Europa sei ein bislang noch nicht da gewesenes Verbrechen geschehen, und er meint nicht den Holocaust, der spinnt ganz einfach. Diese so genannten deutschen Menschen, die da vertrieben wurden, mussten zum Teil einfach Geraubtes zurückgeben, waren zum Großteil selbst Nazis gewesen, hatten sich herrenmenschlich aufgeführt auf ihrer „Scholle“ und wurden dann „mittellos in das Herz Deutschlands gestossen“, also dem politischen System zugetrieben, in dem sie sowieso lieber leben wollten als hinter dem antifaschistischen Schutzwall des Warschauer Paktes. Wie ging es Ihnen, nachdem Deutschland sie an sein großes Herz gedrückt hatte? Man kann es in einem Wort sagen: Gut. Sogar Ausländer zum piesacken gab es bald schon wieder.
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Unbegreifliche Mehlschwitze

Elly Jackson hat eine Band: La Roux, also die „Mehlschwitze“. Die hat eine halbe Million Platten verkauft. Deshalb druckt die SZ ein Interview mit der Dame. In bester junger wilder R´n´R Manier haut die Elly da auf Musik von früher – also alles bis gestern – ein, schmäht die Plattenlabel, hat aus der Pistole geschossene Meinungen parat zu Gitarrensoli und wasweißich, sogar James-Dean-Frisiertipps für die Revolte. Eindruck: Die ist schön böse, lässt sich nix vormachen und haut bestimmt auch musikalisch ordentlich auf die Ohren. Hätte ich mir nicht das Youtubefilmchen angehört, wäre ich mit dieser schönen Idee alt geworden. Sie piepst da aber nur dünn zu elektrischen Zappelklängen herum. Das trägt dann so tarantinosche Namen wie „Bulletproof“ oder „In for the Kill“. Ich glaub davon kein Wort. Die wollen sich nur zu unseren Geldbeuteln durchpiepsen mit ihrem Gutelaunezeug. Dabei hat diese Jackson doch gar keine gute Laune. Ich begreif es einfach nicht. Irgendwer wird es mir mal erklären. Oder auch nicht.
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Wie einer wird, was er ist

Hübsch: Eine Sonnenbrille reicht und Josef Ackermann wird zu Tony Soprano:
http://www.sueddeutsche.de/,ra7m1/jobkarriere/464/496776/text/
Mit Junk-Bonds und Schrottzertifikaten ist er ja auch schon ganz wörtlich im Müll-Business der Sopranos angekommen. Einen entscheidenden Unterschied zwischen Ackermann und Soprano gibt es allerdings: Die Gewalt des Bankers zerstört das Leben vieler Menschen, ohne dass er zum Baseballschläger greifen müsste. Er greift zum vergoldeten Füllhalter.
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Lambsdorff †

Über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Aber vielleicht die Wahrheit? „Krücke“, wie der Lambsdorff in einem Cartoon der Titanic früher hieß, hat in der Flick-Affäre echte Freundschaft bewiesen und den Rüstungsmilliardär durch sein geschwächtes Erinnerungsvermögen geschützt. Von Meineid war die Rede und wegen Steuerhinterziehung wurde er schließlich auch verurteilt. Aber zu was sonst ist ein FDP-Politiker da? Nur, was steht dann in der Zeitung? „Otto Graf Lambsdorff - Verfechter preußischer Tugend“ (SZ) Das haben die Preussen nicht verdient.
Wenn morgen der Kohl stirbt, heisst es wahrscheinlich auch, „der Kanzler der Einheit – ein Mann, ein Wort“. Auch Kohl hielt sein Wort ja bekanntlich dadurch, dass er keins über seine Lippen kommen ließ. Heimliche Parteispender verrät man nicht. Die industrielle „Pflege der politischen Landschaft“ (Brauchitsch, Flick) wäre sonst in Gefahr.
Wenn wenigstens was Besseres nachkommen würde. Aber der Westerwelle und die anderen Neuen bekommen ja jetzt erst richtig Zugang zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Und sie werden es sich schmecken lassen. Jetzt, wo sie wissen, dass das den Nachruhm eher fördert als behindert. Lambsdorffs preussische Tugend, was für ein schleimiger Schwachsinn.
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Bundesministerin für Assimilation


Dr. Kristina Köhler, CDU, ist die neue Chefin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also im Ministerium für alles, was keinen Bundespolitiker interessiert. Man sollte ihr nicht vorwerfen, sie sei zu jung für so ein Amt. Man kann Ihr vorwerfen, Ihr fehlen Deutschkenntnisse und ein Herz. Die Dame fängt eine Rede zu Fragen der Integrationspolitik so an:
„ …
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute zum Thema "Perspektive Integration" bei Ihnen zu Gast zu sein.

Der Einladung für einen Festvortrag bin ich natürlich gerne gefolgt. Sie geben mir die Möglichkeit grundsätzliche Fragen zu stellen, was im alltäglichen politischen Betrieb leider immer ein wenig zu Kurz kommt.

[…]

Ich möchte mich also relativ kurz halten. Mit Betonung auf das "relativ." Dabei werde das Pferd von zwei Seiten aufsäumen. Nämlich

[…]

Um mir dabei Ihrer Aufmerksamkeit sicher zu sein, stelle ich meine erste, hoffentlich provokante, These gleich voran: Ohne Assimilation gibt es keine Integration. „

Ich stelle also fest, sie hat zu kurz studiert, um zu wissen, wo man Kommata setzt, dass man „kurz“ klein schreibt, „relativ“ kein Hauptwort ist, ein Satz ein Subjekt braucht und man ein Pferd zwar aufzäumen kann, aber nicht aufsäumen, weil das Tier nunmal kein Teppich ist. Ihre These hat sie ohne Quellenangabe bei den Borg (Star Trek, Der erste Kontakt) geklaut. Der Satz heisst korrekt: "Wir sind Borg. Ihr werdet assimiliert. Widerstand ist zwecklos."

Wie kommt das eigentlich, dass nach jeder Neubesetzung in den Ministerien einem die Vorgänger als glücklichere Wahl erscheinen, obwohl man die auch schon nicht leiden konnte?
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Empörte Steinewerfer im Glashaus

Die Nepalesen. Die machen so Sachen, so archaische. Opfern geschätzte 300.000 Viecher einer noch mehr geschätzten Hindugottheit. Ein Gemetzel:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
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Trendsport Antisemitismus

Was passiert, wenn die Bielefelder Antifa einen Holocaust-Überlebenden zu einem Vortrag über „Rassismus und Antisemitismus in Ungarn“ einlädt? Das passiert:
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/

Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/

Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.
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Vom Irak lernen

http://www.wadinet.de/blog/?p=2305
Ein Israelischer Ingenieur arbeitet in Bagdad und begegnet pro-Israelischen Irakern. Wenn jetzt die so genannten Linken in Deutschland sich vielleicht auch noch zu einer vernünftigen Position gegenüber Israel durchringen wollten, wäre das schön. Bislang denken die Meisten da wohl eher so, wie der Paech schwätzt, wenn er die von der Hamas nach Israel abgefeuerten Raketen als "Neujahrsraketen" abtut. Die wollen nur spielen.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/israel-spaltet-die-linke/?src=SZ&cHash=42fcdb9273
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Der Patriarch und die Frau Käsmann

Die Russisch-orthodoxen haben ein Problem mit der Bischöfin der EKD:
"Der Patriarch darf nicht mit der neuen Führerin der Lutheraner in Deutschland verkehren", schrieb die Zeitung Wremja Nowostej (SZ).
Allerdings nicht. Das will ich mir nicht mal vorstellen müssen. Es reicht doch, wenn sie miteinander reden, oder? Aber vielleicht muss auch das nicht sein, wenn man sich anschaut, was der Herr Patriarch so Reaktionäres plaudert an langen Tagen:
http://www.kath.net/detail.php?id=19660
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Terminator

Dann sieht man nach 25 Jahren einen Blockbuster wieder, der seinerzeit irgendwie für den Science Fiction-Film, Nebengleis "Cyborgmärchen", eine neue Bahn gebrochen hat und muss sich fürchten wie beim ersten Mal. Aber diesmal vor den Frisuren.
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Opel

Um die Blechkisten sollen andere weinen. Ein Bekannter stieg einmal aus einem Opel, schüttelte sich leicht und sprach: In dem Auto wachsen einem ja Hosenträger. Soviel dazu. Jetzt zu Irmgard von Opel. Wenn Menschen viel Geld haben, können Sie sich beruflich genau mit dem beschäftigen, mit dem sie sich sowieso beschäftigen. Irmi Opel war eine zeitlang die beste Reiterin der Disziplinen Springen und Military. Als Unternehmerin setzte sie auf: Vollblutpferdezucht, Weingut mit Sektvertrieb, Schweinezucht, Geschirre aus Gummi, Herstellung von Flaschenkapseln, Chio Chips. Die Tage und Nächte auf dem Hofgut Westerhaus kann man sich damit mühelos ausmalen. Muss lustig gewesen sein. Wäre ich reich, hätte ich vielleicht einen kleinen Verlag, eine Landbrauerei und eine Bergschule. Ich fang schonmal an zu sparen. Obwohl: Sind das nicht genau drei Unternehmen, mit denen man sicher nicht reich bleibt?

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Hängt ihn ab?

Es gibt einen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat entschieden, dass ein Kruzifix im Klassenzimmer eine Menschenrechtsverletzung darstellt. Denn: "Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz. Es sei nicht zu erkennen, wie das Zeigen eines "Symbols, das vernünftigerweise mit dem Katholizismus verbunden werden kann", dem für eine demokratische Gesellschaft wesentlichen Bildungspluralismus dienen könne." (SZ heute)
Der italienische Innen-Staatssekretär Alfredo Mantovano fragt daraufhin entrüstet, ob denn nun auch der Mailänder Dom abgerissen werden müsse. Ich würde sagen nein, solange keiner versucht, ihn in einem Klassenzimmer aufzustellen.
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Von Seitentestern empfohlen

Seittest macht genau das, wonach es heisst: Es testet Seiten. Dabei kommen hübsche Sachen ans Tageslicht: Mein Blog ist beispielsweise genauso anerkannt wie der von Kai Diekmann, nämlich garnicht. Dafür wird man bei mir nicht mit Werbung belästigt. Eins zu Null für Doc Vogl im Kampf gegen die permanente Antiaufklärung des Bildchefs. Ich fürchte nur, dass die Seite des Obergockels vom Zuhälterinserateblatt um einen vierstelligen Faktor häufiger gelesen wird als mein bescheidene Infotainmentseite.


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Voll im Trend: Paradoxe Interventionen in der Politik

Langsam kommt mein Köpfchen nicht mehr mit. Was für einen Reim soll ich mir auf diese Meldungen machen? Ein US-Präsident, der gerade zwei Kriege führt, erhält den Friedensnobelpreis. Ein FDP-Politiker Niebel, der aussieht wie ein missglückter Klon von Ronald Schill, wird Entwicklungshilfeminister, nachdem er vorgeschlagen hatte, dieses Ressort abzuschaffen. Ein manifest paranoider Innenminister, der einmal 100.000 DM von einem Waffenhändler annahm, die dann plötzlich verschwanden und nie mehr auftauchten, woran er sich heute nicht mehr erinnern kann, wird Finanzminister. Ist das ein neuer historischer Trend? Fortschritt durch paradoxe Fehlbesetzungen? Ich lehne diesen Staat ab und bin nicht bereit mich am allgemeinen Wahnsinn der regierenden Politbanden irgendwie zu beteiligen. Wahrscheinlich werde ich dann bald Kanzler.
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Der dümmste Weg, Peakoil zu erreichen

Ich stehe früh auf. Zugegeben: Weil ich muss (s. u.). Früh wach, nutze ich die Zeit und gehe arbeiten. Nicht, weil ich muss. Ich will es so, schließlich ist morgens noch alles ruhig, keiner ruft an und ich kann konzentriert meine Aufträge abarbeiten. Wenn man mich lässt. Leider hat sich bei Deutschlands Hausmeistern neben dem obligatorischen Opel Astra, dem winterlichen Schneeschaufeln um fünf und der preisverdächtigen Hausflurverbotsprosa noch ein weiteres Statussymbol durchgesetzt: Der Laubbläser mit Benzinmotor. Wer findet für mich heraus, wer diese sinnlosen, nervenzersägenden Rucksäcke mit phallischem Föhnrohr erfunden hat? Wenn es wenigstens etwas nutzen würde. Aber die Blätter wirbeln durch die Luft und rieseln irgendwo wieder runter. Dafür wird das Bruttosozialprodukt ausgebremst, mein Arbeitstag verlängert, unwiederbringliches Öl vernichtet. Nur damit es der Hausbesorger mit seinem riesigen Ding den Nachbarn und dem wehrlosen Laub besorgen kann? Wartet man so seinen Block, Herr Hausmeister? Also: Wer war´s?
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Witz mit Bart

Eine Frage, die alle Eltern sich irgendwann stellen: Was für Gestalten werden wohl einmal das sexuelle Interesse unserer Tochter / unseres Sohnes entfachen? Wen schleppt er / sie dann mal mit nach Hause ab?" Ich muss nicht betonen, dass diese Überlegungen betont witzig und lässig angestellt werden, um die in der Tiefe der Frage rumorenden Befürchtungen zu überdecken. Aber, hoffentlich liebe zukünftige Gespielinnen meines Sohnes, merkt euch, die Frage ist ernst. Kluge Aspirantinnen auf eine Liebelei mit meinem Sohn werden deshalb später einmal in diesem Blog nachlesen, wie beim Cerberus Doc "dein Alter" Vogl die Bedenken zu zerstreuen sind und das Eis zu brechen ist. Nämlich so:

Aspirantin klingelt, der Doc öffnet, sie sagt: Guten Tag, Herr Fischer, ich möchte Ihren Sohn zum Fischen abholen.
Doc Vogl: Aber ich heisse nicht Fischer.
Aspirantin: Na, ich wollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen ...

In dem Witz wollte ich schon immer mal mitwirken.
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Kopfklopfmassage

Hergehört Autoren! Angst vor dem weissen Blatt? Ihnen fällt gerade nichts Zündendes ein? Es gibt Hilfe. Ganz einfach: Sie nehmen eine Trommel, stülpen sie auf Ihren Dez und hauen dann mit zwei Knüppeln drauf rum, bis die Funken sprühen. It´s amazing.
Es gibt welche, bei denen heisst das power percussion. Wenn das so klingt, wie es aussieht, dann rate ich ab von dem Konzert. Klingt es dagegen gut, rate ich power percussion zu einem anderen Photoshopexperten.
PowerPercussion
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„Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Klima.“

Fischer, der das 1990 noch im Wahlkampf behauptete, berät heute als Pipeline-Lobbyist die Betreiber des Nabucco-Projektes, die Erdgas vom kaspischen Meer nach Deutschland bringen möchten. Ausserdem berät er BMW, für die er sich auch zur IAA auf den Stand stellte. Ursprünglich vertrat der Ökopax die Werte „sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei“. Ökologisch können Sie heute streichen. Einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien hat er ebenfalls mit angezettelt. Damit fällt gewaltfrei weg. Sozial heisst man nicht, wenn in der eigenen Regierungsperiode Hartz 4 beschlossen wird. Ich streche "sozial". Bleibt "basisdemokratisch". Wussten Sie, dass Joseph "Ich-mache-für-Geld-alles" Fischer sich ein Familienwappen und einen Siegelring anfertigen liess? Ob so viel Adelsangeschleime den Parvenü bei den vordemokratischen Kräften Europas im Wert steigen lässt? Keine Ahnung, ob es ihm nützt, aber zumindest kann es nicht schaden, denkt er sich, dem Hochadel zu signalisieren, dass auch das Wörtchen "basisdemokratisch" für Fischer das ist, was für ihn alles ist: ein Wörtchen, sonst nichts.

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Noch einer, der uns nicht erspart bleibt

Er heisst Florian Bernschneider. 1986 geboren, dann irgendwie hastig größer geworden, damit er möglichst schnell in die FDP eintreten und sein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre bei der Norddeutschen Landesbank abschließen kann. Die Uni unterschlägt er. Die Bank ist, was für ihn zählt.

Auf seiner Homepage verrät er: Hier finden Sie einige Fotos von mir - quasi in Aktion:
Wenn er aussieht, gleichsam als ob er etwas täte, dann wirkt er wie ein 44-jähriger Schlipsträger, der auf der Aktionärsversammlung von seinem Herrn Papa erfährt, er werde die Firma wohl doch nicht übernehmen dürfen.
Bildschirmfoto 2009-10-06 um 13.25.56

Macht nichts. Dann eben mit der FDP in den Bundestag. Das hat seine Vorteile.
Dort dürfen die Jungen schon in ihrer allerersten Woche was meinen.
Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass ich als junger Abgeordneter in der ersten Woche nicht die Chance gehabt hätte, meine Meinung zu sagen.
Interview, Meinung, Anpacken. Das ist der juvenile Dreischritt des konsequenten Machers: Jetzt gilt es aber nicht nur in Interviews darüber zu sprechen, was ich verändern möchte, sondern es auch anzupacken. Vorher wird der auf der Bundestags-Homepage als "Student" ausgewiesene Macher vielleicht noch seinen Studienabschluß anpacken. Wer weiss.
Es gibt wichtigere Qualifikationen im Bundestag, wie mir spätestens mit Joseph Fischer schmerzlich klar wurde. Zum Beispiel eine wahrhaft kosmopolitische Gesinnung:
Mich beeindruckt, dass unzählige Nationen –die in ihrer Heimat oft sogar verfeindet sind- in diesem Projekt gemeinsam den Integrationsgarten pflegen und über ihre Erlebnisse sprechen. Wenn Bernschneider ein paar Flüchtlinge besucht, die Schlimmes erleiden mussten, sprechen unzählige Nationen zu ihm über ihre Erlebnisse. So sieht er aus.

Bernschneider wirkt wie der fleischgewordene Traum Westerwelles. Ein fast unerträglich überangepasster FDP-Streber, der sich selbst als Wahlkampfsau bezeichnet, obwohl er allenfalls als Wahlkampffrischling durchgehen könnte, der im Alter von 22 längst mit allem abgeschlossen hat und sein Leben nun der europäischen Geldelite zur entgeltpflichtigen Nutzung in der politischen Kommunikation überlassen möchte. Bernschneider wirkt wie ein lachhaftes, trauriges Klischee. So würde das kein SZ-Journalist ausdrücken, deshalb muss sich Bernschneider dort fragen lassen:

jetzt.de: Florian, die Medien zeichnen derzeit ein eher klischeehaftes Bild von deiner Person: BWL-Student, Stehkragen und mit 22 Jahren kurz vor dem Uni-Abschluss. Bist du ein wandelndes FDP-Klischee?
Florian Bernschneider: Nein, natürlich nicht. Ich bin ja vor sechs Jahren nicht bei den Jungen Liberalen eingetreten, weil ich mir dachte: Florian, du musst innerhalb der nächsten zehn Jahren unbedingt in den Bundestag einziehen! Ich bin eingetreten, weil ich von der Idee der Partei völlig überzeugt war und weil ich es gern getan habe.


Er könnte vielleicht innerhalb der nächsten zehn Jahre einmal in ein paar freien Minuten den Genitiv erlernen. Ich vermute allerdings, er glaubt den Casus mit dem Wort "meins" schon vollständig zu beherrschen. Er wird wahrscheinlich einfach so weitermachen und untergehen beim Aufsteigen, wie so viele. Auf seinen Grabstein schreiben wir dann: Er war von der Idee der Partei völlig überzeugt. Klingt fast Maoistisch.

Warum erzählt er der SZ eigentlich: "... weil ich es gern getan habe?" Am Tresen klingt das später einmal wahrscheinlich eher so: "Ich war jung, dumm und brauchte das Geld."

Machs gut, Bernschneider. Die Zukunft braucht dich nicht.
Bildschirmfoto 2009-10-06 um 13.25.36

Zitate aus seiner Homepage und aus der SZ kursiv. Die Bilder stammen von Bernschneiders Website: www.florian-bernschneider.de Dort können Sie auch für ihn spenden.
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Was lehrt uns das?

Die Tageszeitung schreibt heute zur Eröffnung des weltgrößten Rudelbesäufnisses:
"Wiesenstart 2009: so gemütlich wars schon lang nicht mehr"

Die Abendzeitung heute:
"Wiesenstart 2009: Brutal wie noch nie"

Was stimmt denn nun, was folgt daraus? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich denke, das trifft die Wahrheit: "Die Wiesen war noch nie so brutal gemütlich wie immer". Und daraus folgt auch immer das gleiche: Man muss ja nicht hingehen.
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Revolutiönchen verboten

Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:

„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."

Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.

Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."

Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.

Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
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Kirchen zu Coffeeshops

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Das ist nicht schlau

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Unter Textern

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So wird man Milliardär

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Kleine Kinder, großer Appetit

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Tolle, romantaugliche Orte, die trotzdem keiner mag I

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Jetzt online erhältlich

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Piëch am 22.10.2008

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Kirche und Geld

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Die Trenddeutschen werden zeitnah verblöden

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Vorsicht Einladung

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Spitzensport

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Defäkierende Waffen

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Na schau

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Docs Doubletten

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Sonnenstaat

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Mastermind Gülen

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Elefantenjagd

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Fußball

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Tiergartenquelle

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Aus Dr. Vogls Kochstudio

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Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank

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Wer sucht, der findet

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Schäuble lädt ein

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Ölkrise – pro und contra

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Bundespräsident Horst Köhler vermisst eine Entschuldigung. Doktor Vogl auch.

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Schäuble mal wieder

Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“

Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.

http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
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Gackt Diabolos - Angelos interruptus

„Ach nö, also echt, jetzt wirds mir aber bissel lang, scheiss drauf, ich lasses“, so, oder so ähnlich, sprach der bei Anderen sicherlich sehr bekannte Tokyotische Unisex-Künstler (Gesang, Gitarre, Klavier) mit dem musikalischen Namen Gackt, nachdem er sich vorgenommen hatte, einmal Menschen fremder Zunge etwas Gutes zu tun:

Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell

7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
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Süddeutsche Zeitung

SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)

Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:

Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert

Ein Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie. Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder. Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“ Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.
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Der Zauber treffender Namen

Es ist schon fast gespenstisch schön, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes mit dem Namen „Dr. Papier“ bezeichnet zu lesen. Nomen = Omen: 106 Seiten hatte das heutige Urteil, das erfreulicher Weise dem Schäuble ein paar Reissnägel auf den Weg in den Abgrund streut. Wäre die Welt überall in dieser prästabilierten Harmonie eingerichtet, müsste ich womöglich „Dr. Schreibe“, „Dr. Sorge“ oder „Doc Tor“ heissen, wer weiß.
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Ausstellungen

Verehrte Leser und Freunde der Kunst: Meiden Sie die Ausstellung von Lothar Götter am 7. März, 19 Uhr in seinem Atelier in der Westendstraße 76a Rgb.; gehen Sie nicht zur Ausstellung eines Malers, der ein Pferd so malen kann, dass sich ein Kenner der modernen Kunst gelangweilt abwendet (wenn er es wenigstens falsch herum aufhängen würde), Doktor Vogl aber bescheiden näher tritt und sich beim Maler bedankt für dieses besonders anrührende, interessante und schöne Pferd, das nun die Welt bereichert. Sind die Gemälde besonders gelungen, gebe ich sogar meinen Senf schriftlich dazu. Das ist der zweite Grund, warum Sie da nicht hingehen sollten, Sie müssten das dann lesen.

Gehen Sie lieber zu Rupprecht Geiger ins Lenbachhaus in München. Der kann "gerundetes Blau". Heisst so und sieht auch so aus. Blau. Und rund. Verzeihung: gerundet. Von Hand? Vermutlich. Er kann übrigens auch rot.

gasteig_geiger
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Vorsicht Ärzte!

Fachsprachen sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam. Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich, zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie „manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
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Doing a great job for just a smile

Manche Vorstandvorsitzende (BWL: Vovo) kamen vor kurzem ihrer Bezüge wegen ins Gerede. Die Motivation der kleinlichen Kritiker ist mit einem Wort abgetan: Neid. Um die andere interessantere Frage zu beantworten, weshalb die Herren eigentlich dieses viele Geld nehmen – sie haben ja schon genügend – müssen wir tiefer dringen. Sehen wir uns diese Top-Leistungsträger einmal genauer an.

Sie sind unfassbar produktiv. Vovos verdienen mindestens einhundertmal so viel wie der durchschnittliche Angestellte, weil sie an einem Arbeitstag mühelos einhundertmal so viel leisten. Denselben Gewinnzuwachs, für den ein Arbeiter ein ganzes Jahr lang arbeiten muss, verschafft ein Vovo dem Konzern mit einem kühlen Anruf beim Betriebsrat und einer Unterschrift, die dem genannten Arbeiter in Zukunft viel Freizeit verschafft.

Sie zaubern. Manchmal stemmen Vovos durch die bloße mentale Kraft ihrer verantwortungsschweren Gedanken eine Währung hoch und werfen eine andere hinunter. Der Umtauschkurs verbessert sich, die Konzerngewinne schnellen nach oben. Ein Vovo nickt dazu ruhig vor dem Bildschirm, stellt das Kristallglas auf seiner Sekretärin ab, schliesst seinen Armani-Reissverschluß, heisst die Tippse sich kuschen, und wieder sind Millionen verdient. Ein Zuwachs, den der Arbeiter am Band nicht einmal bemerkt, geschweige denn mit einem so souveränen, väterlichen Nicken für das Unternehmen realisiert hätte. Es ist dieser Blick des Vovo, mit dem er das, was geschieht, aufnimmt und sich als Orden ans Revers steckt, der ihn so teuer und so wertvoll macht für sein Unternehmen.

Sie können immer und wollen immer. Ist ein Angestellter gut gelaunt – vielleicht wurde er gerade von seinem Abteilungsleiter in einem Gespräch unter vier Augen dazu motiviert, unter neuen Bedingungen doch noch im Unternehmen zu bleiben – dann macht er eine Überstunde oder ein paar hundert. Ist ein Vovo gut gelaunt, stellt er den verborgenen Hebel unter seinem Mahagonischreibtisch von Baisse auf Hausse, lächelt ob des Beweises seiner geradezu magischen Schaffenskraft und ruft nach seiner Sekretärin oder irgendeiner anderen weiblichen Hilfskraft, mit der er die Freude über die steilen Börsenkurse teilen kann. Wenn es die Unternehmensstrategie verlangt, macht er bis zum nächsten Morgen kein Auge zu. Zweimal der gleiche Impuls zur Leistung, aber welche Diskrepanz in der Umsetzung und im Effekt.

Sie jammern nie. Der normale Angestellte arbeitet von früh bis spät und manchmal auch etwas länger und lamentiert darüber ganz ungehörig. Der Vovo arbeitet immer. Sein Tag hat 48 Stunden und seine Woche mindestens 12 Tage. Dem Vovo vergeht die Zeit im Flug, er ist ständig unterwegs und immer froh, wenn er, ein gnädiger Zufall gewährt es selten, ein zweites Mal in den gleichen Whirlpool steigt, oder dort sogar ein zweites Mal die gleiche Dame antrifft. Während der Vovo bei professionellen Körper-Assistentinnen seine Jetlag-bedingten Verspannungen in strenger Zucht unter verhaltenem Stöhnen abarbeitet, um desto schneller wieder 150% seines Wertschöpfungsvermögens in den Dienst seiner AG stellen zu können, hält sich der Angestellte träge aus dem Bürofenster blickend mit der Frage auf, wann er eigentlich zuletzt seine Frau gesprochen hat.

Sie arbeiten eigentlich ehrenamtlich. Warum nimmt der Vovo also das viele Geld? Weil er es kriegt. Es ist ja da. Nicht, dass es ihm viel bedeuten würde. Denn sein wahrer Lohn ist ein Lächeln. Sein Lächeln. Das spitze, steife Lächeln, das seine Gesichtszüge sieghaft verzieht, wenn wieder einer der aufstrebenden Lohnabhängigen sich dazu erniedrigt, ihm die immer gleiche Strophe zu entlocken:
„Hehe, schon wahr, aber sie übertreiben, Schulze. So unersetzlich bin ich nicht. Natürlich, es gibt auch noch ein paar, vielleicht zwei, andere Vorstandsvorsitzende, die fast Vergleichbares leisten. Aus Ihnen wird noch was, Schulze. Sie sehen die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel.“
Von ganz unten.
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Eigentum verpflichtet

Heute warne ich Sie vor verwirrten Journalisten. Am 13.12.07 schrieb Thorsten Denkler aus Berlin in der Süddeutschen Zeitung (URL: /wirtschaft/artikel/421/148071/) die Worte: "Eigentum verpflichtet. Ein guter Satz - von der Wirklichkeit überholt.“
Warum? Darum:
„Das Grundgesetz stammt noch aus einer Zeit, als der Unternehmer in der Regel alleiniger Besitzer seiner Produktionsstätten war… Die Botschaft lautete im Zweifel: Gewinne lieber ins Unternehmen stecken, als in die eigene Tasche wirtschaften… Diese Zeiten sind vorbei: Heute bestimmen börsennotierte Aktienunternehmen das Wirtschaftsgeschehen. Den Besitzer als Person gibt es nicht mehr.“

Herr Journalist Denkler in Berlin, ich will mich nicht mit Argumenten aufhalten, die Sie gewiss nicht verstehen wollen und die mir so sehr einleuchten, dass es mich fast schon wieder langweilen müsste, sie Ihnen her zu buchstabieren. Aber ich helfe Ihnen auf kürzerem Wege weiter: Sie finden unten eine Liste von Namen, die sie zur Klärung des von Ihnen behaupteten Sachverhalts bitte – Journalisten können sowas – anrufen. Stellen Sie den Damen und Herren dann drei investigative Fragen:
1) Gibt es Sie als Person noch?
2) Wenn ja, würden Sie auch bejahen, dass sie das Wirtschaftsgeschehen mit bestimmen?
3) Dient das möglicherweise dem Ziel, dabei erwirtschaftete Gewinne in Ihrer Tasche anzusammeln?

Das sind Ihre Informanten (ich nenne nur deutsche, damit Sie nicht zu lange telefonieren müssen. Die Ziffer hinter dem Namen gibt das von Forbes geschätzte Vermögen in Milliarden US$ an):
Karl Albrecht 20,0 Aldi Süd
Theo Albrecht 17,5 Aldi Nord
Michael Otto & Familie 13,3 Otto-Versand
Adolf Merckle 12,8 Ratiopharm
Susanne Klatten 9,6 BMW, Altana
Reinhold Würth 9,0 Würth-Gruppe
Maria-Elisabeth Schaeffler u. Sohn Georg F. W. Schaeffler 8,7 Schaeffler KG
August von Finck junior 8,4 Investition
Stefan Quandt 7,6 BMW
Johanna Quandt 6,7 BMW
Curt Engelhorn 6,4 Boehringer Mannheim
Hasso Plattner 6,0 SAP
Erivan Haub & Familie 6,0 Tengelmann-Gruppe
Klaus-Michael Kühne 5,9 Kühne + Nagel
Karl-Heinz Kipp 5,7 Textilhandel Massa-Kipp
Madeleine Schickedanz 5,5 Arcandor
Otto Beisheim 4,5 Metro
Hubert Burda 4,3 Hubert Burda Media
Reiner & Michael Schmidt-Ruthenbeck 4,3 Metro
Wolfgang Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Michael Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Andreas Strüngmann 4,0 Hexal
Thomas Strüngmann 4,0 Hexal
Anton Schlecker 3,8 Schlecker
Reinhard Mohn & Familie 3,5 Bertelsmann
Friede Springer 3,2 Axel Springer AG
Stefan Schörghuber 3,0 Schörghuber Unternehmensgruppe
Otto Happel 3,0 GEA Group
Klaus Tschira 3,0 SAP
Axel Oberwelland 2,6 August Storck KG
Hugo Mann & Familie 2,6 Wertkauf
Heinz Bauer 2,6 Bauer Verlagsgruppe
Heinz-Horst Deichmann 2,6 Deichmann Schuhe
Joachim Herz 2,5 Tchibo Holding AG
Hermann Schnabel 2,4 Helm AG
Günter Herz 2,3 Tchibo Holding AG
Daniela Herz 2,2 Tchibo Holding AG
Eugen Viehof & Familie 2,1 Allkauf-Gruppe
Albert Prinz von Thurn und Taxis 2,0 Thurn und Taxis
Andreas von Bechtolsheim 1,9 Sun Microsystems
Sylvia Ströher 1,9 Wella
Hans-Werner Hector 1,9 SAP
Ingeburg Herz 1,8 Tchibo Holding AG
Rolf Gerling 1,7 Gerling
Dieter Schnabel 1,6 Helm AG
Martin Viessmann 1,5 Viessmann
Paul Riegel 1,5 Haribo
Hans Riegel 1,5 Haribo
Peter Unger 1,3 Auto Teile Unger
Anneliese Brost 1,3 WAZ-Mediengruppe
Dietmar Hopp 1,2 SAP
Georg-Dieter von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Stefan von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Monika Schoeller 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Friedhelm Loh 1,0 Friedhelm Loh Group
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Doktor Vogl lauscht

Der Einstieg in die Reifezeit ist grausam. Mit den Jahren vergisst man wie hart der Weg aus der Kindheit wirklich ist. Ich musste kürzlich ein Gespräch zweier Schüler belauschen. Der dicke Große herrscht den Kleinen an, der so gar gerne auch dabei wäre: "Vergiss es, Gangster tragen keine Zahnspangen!"
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
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Doc Vogl antwortet: Klärende Worte zu einigen unbeantwortet gebliebenen Fragen des Homöopathieopas Samuel Hahnemann.

samuelhahnemann
Der Urgroßvater der Minimaldosierung erlebte die Antworten auf diese Fragen nicht mehr. Doch das lässt sich nachholen:

„Hat wohl die purgierende Strauchkugelblume etwas mit der unkräftigen Statice in der Familie Aggregatae gemein?“
Doc Vogl sagt: Nein.

„Läßt sich von der Zuckerwurzel etwas ähnliches als von der Wurzel der giftigen Nebendolde oder des Giftwütherichs erwarten, weil sie zusammen in der Schirmfamilie stehen?“
Natürlich nicht.

„Hat wohl (in der Familie hederaceae) der gar nicht unschuldige Ewigepheu mehr Aehnlichkeit mit der Edelweinrebe als etwa im äussern Wuchse?“
Wohl kaum.

„Läßt sich vom Klebmeyer etwas ähnliches als von der oft tödlichen Spigelia marylandica erwarten, weil sie beide unter den Stellatae stehen?“
Das würde kein vernünftiger Mensch behaupten.

„Welche Aehnlichkeit der Wirkung findet man zwischen der Melone und der Eselspringgurke aus derselben Familie Cucurbitaceae?“
Keine, Samuel, wirklich keine.

„Und nun in der Familie Solanaceae, wie paaret sich die schmacklose Königskerze mit der brennenden Sommerbeißbeere oder der die ersten Wege krampfende Tabak mit den die natürlichen Bewegungen des Darmkanals hemmenden Krähenaugen?
Sicherlich nur ungern.

„Wirkt der wässerige Pfennigweiderich der Fieberkleeblume ähnlich, oder die unkräftige Primelschlüsselblume dem drastischen Erdscheibeschweinsbrode in der Familie Rotaceae?
Das zarte Primelchen und der drastische Erdscheibeschweinsbrode? Niemals!

„Läßt sich von den Eigenschaften der die Harnwege stärkenden Sandbeerbärentraube auf die des erhitzend betäubenden Schneerosegichtstrauchs in der Familie Bicornes schließen?“
Das wäre mir neu.

„Ist in den Verticillatae die kaum etwas adstringirende Gottheilbraunelle und der unschuldige Kukukgünsel mit dem ätherischen Katzengamander oder dem feurigen Kreterdost nur in irgend einem Betrachte zu vergleichen?“
Ach wo.

„Wie weit entfernt sich die Glycyrrhiza von der Geoffroya in der Wirkung, obgleich in derselben Familie Papilionaceae?“
Lichtjahre. Mindestens.

„Den Filipendelwedel und die Rothheiltormentille vereinigt die Familie Senticosae und doch, wie unähnlich an Eigenschaften?“
Sehr unähnlich, Samuel, sehr unähnlich, haben wirs dann bald?

„Der Johannisbeerribes und die Lorberkirsche, der Vogelbeerspierling und die Pfirschmandel, wie ungleich an Kräften, und doch in derselben Familie Pomaceae! – Die Familie Succulentae vereinigt die Mauerpfefferfetthenne und den Gemüßportulak, gewiß nicht wegen ähnlicher Wirkungen! – Wie kömmt der Storchschnabel mit dem Purgirlein, der Sauerkleelujel mit der Bitterquassie in eine und dieselbe Familie?“
Hm, die Natur ist halt sonderbar, oder?

„doch nicht wegen Aehnlichkeit der Kräfte?“
Natürlich nicht. – Wars das dann?

„Wie ungleichartig an Arzneikraft sind alle die Glieder der Familie Ascyroideae! – und die der Dumosae! – und die der Trihilatae!“
Ja ja, Du altes Grübelköpfchen, jetzt gib halt einmal

„in der Familie Tricoccae, was hat da die fressende Euphorbienwolfsmilch mit dem für die Nerven nicht gleichgültigen Buchsbaum für Gemeinschaft? – Das unschmackhafte Glattbruchkraut, die scharfe Kermesphytolacke, der erquickende Ambergänsefuß und der brennende Wasserpfefferknöterich,“
Keine Gemeinschaft, wirkllich keine, aber jetzt ist es dann gut, ja?

„ wie ungleich wirkend sind die Scabridae! – Was soll die blos schleimig milde Weißlilie neben dem Knoblauch oder die Meerzwiebel, was der Eßspargel neben der giftigen Weißnieswurzel in der Familie Liliaceae?“
Stop.

Samuel, Samuel,– das staunende Sich-Wundern ist der Anfang der Wissenschaft. Bei manchen aber auch ihr Ende.

(http://www.mickler.de/journal/versuch-prinzip-1.htm)
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Falsche Bergarchitekten

Meiden Sie http://www.bergarchitekten.ch/
Die schwyzer Blöffär heissen nur so, sind aber gar keine Bergarchitekten, sondern ordinäre Gebäudearchitekten in Zürich. Des hätts mit Fliiss gmachet, odr?
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Wo Protestantenherzen brennen

Die ev. Akademie in Loccum verzeichnet eine Veranstaltung mit dem Titel „Brannte nicht unser Herz…“. Kurz drübergelesen wird mir klar: Es geht um spirituelle Medizin gegen Sinnmangel.

Der Beipackzettel beginnt mit diesem Satz: „Spiritualität gilt als gesellschaftlicher Megatrend - Das Wort ist zu einer Chiffre für Sehnsüchte unserer Zeit geworden.“

Und er endet damit: „Die Leitfrage für die gesamte Tagung wird sein, wie evangelische Spiritualität heutigen Sinnsuchern begegnen kann. Der Religionssoziologe Prof. Dr. Knoblauch wird die vielfältige Spiritualitätsbewegung als gesellschaftliches Phänomen analysieren. Der Theologe Dr. Michael Nüchtern wird sein Konzept einer evangelischen Spiritualität zur Diskussion stellen.“

So kenne ich die Protestanten. Zuerst locken sie mich, mit meinem vor Sehnsucht brennenden Herzen doch mal bei ihnen vorbei zu schauen, was ich auch möchte, voll der Hoffnung, es gebe dort eventuell ein wenig spirituellen Balsam auf meine vom Suchen nach Sinn wund gelaufenen Füße; am Ende vertreiben Sie mich dann aber regelmäßig mit dem Knoblauch ihrer Analysen und halten sich nüchtern an Konzepten fest. Und das geht ja auch viel besser ohne den Doktor Vogl.
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Creepy encounter with fat and freaky US Citizens in the peaceful Bavarian Alps

Bild 1

Hüten Sie sich im Gebirge vor dicken Amerikanern, die sie schmierig angrinsen. Diese kulturell verwahrlosten Soziopathen tragen Waffen, arbeiten in Privatgebirgsjägerarmeen und schiessen auf alles, was ihnen den Weg zur Tankstelle blockiert, Appetit macht oder als Souvenir in den Rucksack passt. Das Kamel im oberen rechten Bildeck kennt die Alpen-Amis bereits. Und tut so, als wäre es ein Fels. Raffiniert.
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Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden

Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.

Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.

Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum
prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.

Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
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Schäuble

Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.

So warnen Sie Schäuble fernmündlich:

- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.
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