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Menschen, zu meidende

Empörte Steinewerfer im Glashaus

Die Nepalesen. Die machen so Sachen, so archaische. Opfern geschätzte 300.000 Viecher einer noch mehr geschätzten Hindugottheit. Ein Gemetzel:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
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Vom Irak lernen

http://www.wadinet.de/blog/?p=2305
Ein Israelischer Ingenieur arbeitet in Bagdad und begegnet pro-Israelischen Irakern. Wenn jetzt die so genannten Linken in Deutschland sich vielleicht auch noch zu einer vernünftigen Position gegenüber Israel durchringen wollten, wäre das schön. Bislang denken die Meisten da wohl eher so, wie der Paech schwätzt, wenn er die von der Hamas nach Israel abgefeuerten Raketen als "Neujahrsraketen" abtut. Die wollen nur spielen.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/israel-spaltet-die-linke/?src=SZ&cHash=42fcdb9273
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Der Patriarch und die Frau Käsmann

Die Russisch-orthodoxen haben ein Problem mit der Bischöfin der EKD:
"Der Patriarch darf nicht mit der neuen Führerin der Lutheraner in Deutschland verkehren", schrieb die Zeitung Wremja Nowostej (SZ).
Allerdings nicht. Das will ich mir nicht mal vorstellen müssen. Es reicht doch, wenn sie miteinander reden, oder? Aber vielleicht muss auch das nicht sein, wenn man sich anschaut, was der Herr Patriarch so Reaktionäres plaudert an langen Tagen:
http://www.kath.net/detail.php?id=19660
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Terminator

Dann sieht man nach 25 Jahren einen Blockbuster wieder, der seinerzeit irgendwie für den Science Fiction-Film, Nebengleis "Cyborgmärchen", eine neue Bahn gebrochen hat und muss sich fürchten wie beim ersten Mal. Aber diesmal vor den Frisuren.
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Opel

Um die Blechkisten sollen andere weinen. Ein Bekannter stieg einmal aus einem Opel, schüttelte sich leicht und sprach: In dem Auto wachsen einem ja Hosenträger. Soviel dazu. Jetzt zu Irmgard von Opel. Wenn Menschen viel Geld haben, können Sie sich beruflich genau mit dem beschäftigen, mit dem sie sich sowieso beschäftigen. Irmi Opel war eine zeitlang die beste Reiterin der Disziplinen Springen und Military. Als Unternehmerin setzte sie auf: Vollblutpferdezucht, Weingut mit Sektvertrieb, Schweinezucht, Geschirre aus Gummi, Herstellung von Flaschenkapseln, Chio Chips. Die Tage und Nächte auf dem Hofgut Westerhaus kann man sich damit mühelos ausmalen. Muss lustig gewesen sein. Wäre ich reich, hätte ich vielleicht einen kleinen Verlag, eine Landbrauerei und eine Bergschule. Ich fang schonmal an zu sparen. Obwohl: Sind das nicht genau drei Unternehmen, mit denen man sicher nicht reich bleibt?

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Hängt ihn ab?

Es gibt einen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat entschieden, dass ein Kruzifix im Klassenzimmer eine Menschenrechtsverletzung darstellt. Denn: "Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz. Es sei nicht zu erkennen, wie das Zeigen eines "Symbols, das vernünftigerweise mit dem Katholizismus verbunden werden kann", dem für eine demokratische Gesellschaft wesentlichen Bildungspluralismus dienen könne." (SZ heute)
Der italienische Innen-Staatssekretär Alfredo Mantovano fragt daraufhin entrüstet, ob denn nun auch der Mailänder Dom abgerissen werden müsse. Ich würde sagen nein, solange keiner versucht, ihn in einem Klassenzimmer aufzustellen.
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Von Seitentestern empfohlen

Seittest macht genau das, wonach es heisst: Es testet Seiten. Dabei kommen hübsche Sachen ans Tageslicht: Mein Blog ist beispielsweise genauso anerkannt wie der von Kai Diekmann, nämlich garnicht. Dafür wird man bei mir nicht mit Werbung belästigt. Eins zu Null für Doc Vogl im Kampf gegen die permanente Antiaufklärung des Bildchefs. Ich fürchte nur, dass die Seite des Obergockels vom Zuhälterinserateblatt um einen vierstelligen Faktor häufiger gelesen wird als mein bescheidene Infotainmentseite.


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Voll im Trend: Paradoxe Interventionen in der Politik

Langsam kommt mein Köpfchen nicht mehr mit. Was für einen Reim soll ich mir auf diese Meldungen machen? Ein US-Präsident, der gerade zwei Kriege führt, erhält den Friedensnobelpreis. Ein FDP-Politiker Niebel, der aussieht wie ein missglückter Klon von Ronald Schill, wird Entwicklungshilfeminister, nachdem er vorgeschlagen hatte, dieses Ressort abzuschaffen. Ein manifest paranoider Innenminister, der einmal 100.000 DM von einem Waffenhändler annahm, die dann plötzlich verschwanden und nie mehr auftauchten, woran er sich heute nicht mehr erinnern kann, wird Finanzminister. Ist das ein neuer historischer Trend? Fortschritt durch paradoxe Fehlbesetzungen? Ich lehne diesen Staat ab und bin nicht bereit mich am allgemeinen Wahnsinn der regierenden Politbanden irgendwie zu beteiligen. Wahrscheinlich werde ich dann bald Kanzler.
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Der dümmste Weg, Peakoil zu erreichen

Ich stehe früh auf. Zugegeben: Weil ich muss (s. u.). Früh wach, nutze ich die Zeit und gehe arbeiten. Nicht, weil ich muss. Ich will es so, schließlich ist morgens noch alles ruhig, keiner ruft an und ich kann konzentriert meine Aufträge abarbeiten. Wenn man mich lässt. Leider hat sich bei Deutschlands Hausmeistern neben dem obligatorischen Opel Astra, dem winterlichen Schneeschaufeln um fünf und der preisverdächtigen Hausflurverbotsprosa noch ein weiteres Statussymbol durchgesetzt: Der Laubbläser mit Benzinmotor. Wer findet für mich heraus, wer diese sinnlosen, nervenzersägenden Rucksäcke mit phallischem Föhnrohr erfunden hat? Wenn es wenigstens etwas nutzen würde. Aber die Blätter wirbeln durch die Luft und rieseln irgendwo wieder runter. Dafür wird das Bruttosozialprodukt ausgebremst, mein Arbeitstag verlängert, unwiederbringliches Öl vernichtet. Nur damit es der Hausbesorger mit seinem riesigen Ding den Nachbarn und dem wehrlosen Laub besorgen kann? Wartet man so seinen Block, Herr Hausmeister? Also: Wer war´s?
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Witz mit Bart

Eine Frage, die alle Eltern sich irgendwann stellen: Was für Gestalten werden wohl einmal das sexuelle Interesse unserer Tochter / unseres Sohnes entfachen? Wen schleppt er / sie dann mal mit nach Hause ab?" Ich muss nicht betonen, dass diese Überlegungen betont witzig und lässig angestellt werden, um die in der Tiefe der Frage rumorenden Befürchtungen zu überdecken. Aber, hoffentlich liebe zukünftige Gespielinnen meines Sohnes, merkt euch, die Frage ist ernst. Kluge Aspirantinnen auf eine Liebelei mit meinem Sohn werden deshalb später einmal in diesem Blog nachlesen, wie beim Cerberus Doc "dein Alter" Vogl die Bedenken zu zerstreuen sind und das Eis zu brechen ist. Nämlich so:

Aspirantin klingelt, der Doc öffnet, sie sagt: Guten Tag, Herr Fischer, ich möchte Ihren Sohn zum Fischen abholen.
Doc Vogl: Aber ich heisse nicht Fischer.
Aspirantin: Na, ich wollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen ...

In dem Witz wollte ich schon immer mal mitwirken.
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Kopfklopfmassage

Hergehört Autoren! Angst vor dem weissen Blatt? Ihnen fällt gerade nichts Zündendes ein? Es gibt Hilfe. Ganz einfach: Sie nehmen eine Trommel, stülpen sie auf Ihren Dez und hauen dann mit zwei Knüppeln drauf rum, bis die Funken sprühen. It´s amazing.
Es gibt welche, bei denen heisst das power percussion. Wenn das so klingt, wie es aussieht, dann rate ich ab von dem Konzert. Klingt es dagegen gut, rate ich power percussion zu einem anderen Photoshopexperten.
PowerPercussion
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„Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Klima.“

Fischer, der das 1990 noch im Wahlkampf behauptete, berät heute als Pipeline-Lobbyist die Betreiber des Nabucco-Projektes, die Erdgas vom kaspischen Meer nach Deutschland bringen möchten. Ausserdem berät er BMW, für die er sich auch zur IAA auf den Stand stellte. Ursprünglich vertrat der Ökopax die Werte „sozial, ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei“. Ökologisch können Sie heute streichen. Einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien hat er ebenfalls mit angezettelt. Damit fällt gewaltfrei weg. Sozial heisst man nicht, wenn in der eigenen Regierungsperiode Hartz 4 beschlossen wird. Ich streche "sozial". Bleibt "basisdemokratisch". Wussten Sie, dass Joseph "Ich-mache-für-Geld-alles" Fischer sich ein Familienwappen und einen Siegelring anfertigen liess? Ob so viel Adelsangeschleime den Parvenü bei den vordemokratischen Kräften Europas im Wert steigen lässt? Keine Ahnung, ob es ihm nützt, aber zumindest kann es nicht schaden, denkt er sich, dem Hochadel zu signalisieren, dass auch das Wörtchen "basisdemokratisch" für Fischer das ist, was für ihn alles ist: ein Wörtchen, sonst nichts.

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Noch einer, der uns nicht erspart bleibt

Er heisst Florian Bernschneider. 1986 geboren, dann irgendwie hastig größer geworden, damit er möglichst schnell in die FDP eintreten und sein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre bei der Norddeutschen Landesbank abschließen kann. Die Uni unterschlägt er. Die Bank ist, was für ihn zählt.

Auf seiner Homepage verrät er: Hier finden Sie einige Fotos von mir - quasi in Aktion:
Wenn er aussieht, gleichsam als ob er etwas täte, dann wirkt er wie ein 44-jähriger Schlipsträger, der auf der Aktionärsversammlung von seinem Herrn Papa erfährt, er werde die Firma wohl doch nicht übernehmen dürfen.
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Macht nichts. Dann eben mit der FDP in den Bundestag. Das hat seine Vorteile.
Dort dürfen die Jungen schon in ihrer allerersten Woche was meinen.
Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass ich als junger Abgeordneter in der ersten Woche nicht die Chance gehabt hätte, meine Meinung zu sagen.
Interview, Meinung, Anpacken. Das ist der juvenile Dreischritt des konsequenten Machers: Jetzt gilt es aber nicht nur in Interviews darüber zu sprechen, was ich verändern möchte, sondern es auch anzupacken. Vorher wird der auf der Bundestags-Homepage als "Student" ausgewiesene Macher vielleicht noch seinen Studienabschluß anpacken. Wer weiss.
Es gibt wichtigere Qualifikationen im Bundestag, wie mir spätestens mit Joseph Fischer schmerzlich klar wurde. Zum Beispiel eine wahrhaft kosmopolitische Gesinnung:
Mich beeindruckt, dass unzählige Nationen –die in ihrer Heimat oft sogar verfeindet sind- in diesem Projekt gemeinsam den Integrationsgarten pflegen und über ihre Erlebnisse sprechen. Wenn Bernschneider ein paar Flüchtlinge besucht, die Schlimmes erleiden mussten, sprechen unzählige Nationen zu ihm über ihre Erlebnisse. So sieht er aus.

Bernschneider wirkt wie der fleischgewordene Traum Westerwelles. Ein fast unerträglich überangepasster FDP-Streber, der sich selbst als Wahlkampfsau bezeichnet, obwohl er allenfalls als Wahlkampffrischling durchgehen könnte, der im Alter von 22 längst mit allem abgeschlossen hat und sein Leben nun der europäischen Geldelite zur entgeltpflichtigen Nutzung in der politischen Kommunikation überlassen möchte. Bernschneider wirkt wie ein lachhaftes, trauriges Klischee. So würde das kein SZ-Journalist ausdrücken, deshalb muss sich Bernschneider dort fragen lassen:

jetzt.de: Florian, die Medien zeichnen derzeit ein eher klischeehaftes Bild von deiner Person: BWL-Student, Stehkragen und mit 22 Jahren kurz vor dem Uni-Abschluss. Bist du ein wandelndes FDP-Klischee?
Florian Bernschneider: Nein, natürlich nicht. Ich bin ja vor sechs Jahren nicht bei den Jungen Liberalen eingetreten, weil ich mir dachte: Florian, du musst innerhalb der nächsten zehn Jahren unbedingt in den Bundestag einziehen! Ich bin eingetreten, weil ich von der Idee der Partei völlig überzeugt war und weil ich es gern getan habe.


Er könnte vielleicht innerhalb der nächsten zehn Jahre einmal in ein paar freien Minuten den Genitiv erlernen. Ich vermute allerdings, er glaubt den Casus mit dem Wort "meins" schon vollständig zu beherrschen. Er wird wahrscheinlich einfach so weitermachen und untergehen beim Aufsteigen, wie so viele. Auf seinen Grabstein schreiben wir dann: Er war von der Idee der Partei völlig überzeugt. Klingt fast Maoistisch.

Warum erzählt er der SZ eigentlich: "... weil ich es gern getan habe?" Am Tresen klingt das später einmal wahrscheinlich eher so: "Ich war jung, dumm und brauchte das Geld."

Machs gut, Bernschneider. Die Zukunft braucht dich nicht.
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Zitate aus seiner Homepage und aus der SZ kursiv. Die Bilder stammen von Bernschneiders Website: www.florian-bernschneider.de Dort können Sie auch für ihn spenden.
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Was lehrt uns das?

Die Tageszeitung schreibt heute zur Eröffnung des weltgrößten Rudelbesäufnisses:
"Wiesenstart 2009: so gemütlich wars schon lang nicht mehr"

Die Abendzeitung heute:
"Wiesenstart 2009: Brutal wie noch nie"

Was stimmt denn nun, was folgt daraus? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich denke, das trifft die Wahrheit: "Die Wiesen war noch nie so brutal gemütlich wie immer". Und daraus folgt auch immer das gleiche: Man muss ja nicht hingehen.
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Revolutiönchen verboten

Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:

„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."

Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.

Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."

Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.

Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
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Kirchen zu Coffeeshops

In der SZ steht heute unter der Titelzeile „Kapellen zu Kneipen“: „Auf ein Bier in die Kirche: Weil manche Kirchen zu groß für die wenigen Gläubigen sind, suchen Pfarrer und Diözese nach alternativen Nutzungen.“
Nicht dumm gedacht: Wenn die eigenen Leute zur Konkurrenz abhauen, holen wir einfach die Konkurrenz zu uns und sie sind wieder da. Die Vermutung, Religion und Rauschgift könnten vergleichbare Effekte im Gehirn und in der Gesellschaft hervorrufen, ist alt. Ich wette, die Kirche hatte Berater im Haus, die aus dieser Einsicht heraus tolle Synergien zwischen allgemeinem Betäubungswesen und religiösen Praktiken nutzen wollten. Aber warum so zaghaft? Mit Coffeeshops im Glockenturm und Opiumhöhlen in der Krypta klappt´s auch mit den Marienerscheinungen wieder wie früher und wie am Schnürchen. Alles so schön bunt hier, Herr Pfarrer. Bringens noch einen Afghanen, Amen.
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Das ist nicht schlau

Was war das für ein schönes Wort: Schlau. Im Grimmschen Wörterbuch finden sich einprägsame Verse wie diese:

„Phyllis, die so reizend ist, ...
freundlich, sinnreich, schlau zur lust.“ (Hagedorn)

So wünscht man sich seine Phyllis doch, schlau zur Lust.

Ramler kennt „dieser augen schlauen witz.“

Und bei Wieland darf sogar die Nacht einmal schlau sein:
„die schlaue Nacht zieht jüngferlich bescheiden
ein wölkchen, wie vom dünnsten silberflor,
dem seitenblick der spröden Luna vor.“

Warum ich das erwähne? Weil irgendwann all die schönen Wörter den Weg in die Köpfe von Betriebswirten finden und dort in aller Regel übel zugerichtet werden.

An das dumme, mit dem billigsten Hilfsverb zusammengeklebte „Ich mach mich mal schlau“ musste ich mich leider gewöhnen. Ich höre einfach weg, wenn es einer sagt. Es gibt aber eine neue Vergewaltigungsvariante, die ich nicht mehr kommentarlos hinnehme: „Sie kennen unsere Produkte noch nicht? Wir werden Sie da mal aufschlauen.“

Aufschlauen. Das ist der Weg, dem kleinen feinen Wörtchen schlau den Garaus zu machen. Zwei Diphtonge, Gott, wie hässlich. Und dann diese blöde augenzwinkernde Witzigkeit, diese jedes Feingefühl verachtende Lust an der Verballhornung unschuldiger Adjektive.

„...dieser Augen aufgeschlauter Witz“ ist einer, über den ich nicht lache. Wie schön wäre es, wenn Sie, ja Sie, Herr Manager, einfach wieder Ihr schlechtes Englisch radebrechen würden anstatt das gute, einfache Deutsch mutwillig in die Kelleretage Ihres Sprachniveaus zu zerren.
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Unter Textern

Schreiben ist mein Beruf. Ich sollte es also können. Aber unter unteroptimalen Umständen unterläuft mir doch sowas: „Wenn Sie auf … verzichten möchten, können Sie auch von dort eine kleine anderthalbstündige Wanderung hinunter zur Unterstadt unternehmen. Unterwegs sehen Sie …“ Wenn das mein alter Deutschlehrer gelesen hätte. „Unterlassen Sie diese unterirdisch schwachen Wiederholungen“, hätte er geraunzt. Ich leide mit Sicherheit an einer seltenen unterschwelligen Gehirnkrankheit, vielleicht dem Über-Unter-Syndrom. Ich sollte etwas unternehmen oder einnehmen? Unterex forte, oder sowas. Ich lass mich untersuchen, nein, überprüfen. Überprüfen lass ich das. Es ist nicht leicht, ich sags Ihnen unter Kollegen.
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So wird man Milliardär


Milliardär, das ist nicht schwer. Es müssen nur die Rahmenbedingungen stimmen: Ein irrer Diktator, an den man sich als kriegswichtiger Unternehmer ranschleimen kann, eine zur Ermordung freigegebene Bevölkerungsgruppe und die Kaltschnäuzigkeit, aus beidem einen persönlichen Vorteil zu ziehen. Lesen Sie das:

http://www.welt.de/wirtschaft/article3272338/Schaeffler-legt-Nazi-Vergangenheit-offen.html

Wenn ich an die Fotos denke, auf denen Frau Schaeffler wegen der bösen Wirtschaftskrise in Tränen ausbricht, muss ich mich fast übergeben. Was für ein verlogenes Pack.
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Kleine Kinder, großer Appetit

Mein zweijähriger Sohn, der jüngst seinen dritten Geburtstag feierte, wird wohl bald vier und ich frage mich, wie das enden soll. Er isst bereits zum Frühstück drei bis vier Brote dazu Joghurt in schwer bestimmbarer Menge aus großen Töpfen, Gurken, Cornflakes, Schinken, Wurst, am liebsten gerollt, Trauben, Orangen, Pizza, Lasagne, Braten, Knödel und trinkt dazu Leitungswasser, dass ich mir um die städtischen Vorräte im Mangfalltal Sorgen mache. Na gut, das ist - ich halte Zeigefinger und Daumen spalteng zusammen – ein klitzekleines bisschen übertrieben. Aber die Tendenz ist unübersehbar: In nur 50 Jahren, wenn er in etwa das Alter seines Vaters erreicht hat, wird er mit diesem Ernährungspensum sehr bald wulstartige Verdickungen an seinem Leib bemerken, die ihm nicht gefallen können. Ich zeige ihm täglich meine, damit er weiß , was ich meine, wenn ich ihm sage: Mein Sohn, Du wirst einmal aussehen, wie dein dicker Papa und dann irgendwann platzen. Da freut sich der Schlawiner ganz unbändig und möchte, dass ich auf der Stelle platze, zu seinem Vergnügen. Zu was bin ich denn sonst da? Zum Essen kaufen.
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Tolle, romantaugliche Orte, die trotzdem keiner mag I

„… an der klebrigen Theke der Frittenbude am Minigolfplatz: zwei frisürlich schwach an Farrah Fawcett-Majors erinnernde Dorfpomeranzen in lila Leggings. Die Betonung auf „Dorf“, „Po“, „mehr“ und „Ranzen“. Prachtweiber mit einer vom Bier bezaubernd ins Schlingern geratenen Geschmeidigkeit. Die Dickere stützt sich auf Ihren Schläger. Ein Schritt zurück, schwankender Anhub des Golfstocks, ein schwacher Schubser und: Die Kugel kollert durch ein Kleingebirge aus Pappmaché, poltert über zwei Bodenwellen und ploppt sanft ins Loch. Vor Glück kreischend läßt sich die Wuchtbrumme in die Ligusterhecke fallen. „Jaqueline! Huif mir aus der depperten Hecken aussa! Hilfe!“ Der Schrei gurgelt Jaqueline durch die Ohren, dass es schäumt. Die Stimme kennt sie doch? Sie reisst Ihren Blick los vom unergründlichen Boden ihres Willibechers und setzt das schwerfällige Räderwerk ihrer Grobmotorik in Gang. Ziel: Martha im Liguster. Route: Luftlinie, wenn möglich. Der Dampfer schiebt zielstrebig trotz höchstem Seegang im empfindlichen Innenohrbereich. Wäre nicht das Pappgebirge wie aus dem Nichts vor ihr gestanden, hätte sie ihre Sportskameradin auch planmäßig stehend erreicht. Sie fällt, ehe sie begreift warum. Weich fängt Marthas wulstiger Körper ihre wogende Fülle auf. Da dämmert es Schorschi – Platzwirt und gute Seele von „Schorschi´s´“ Minigolfplatz – sein Liguster würde nie mehr blühen …“

Also: der Minigolfplatz stellt eine Roman-Location ersten Ranges dar. Kann mit irgendwer ein Buch nennen, das den Minigolfplatz in seiner spezifischen Würde schildert?
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Jetzt online erhältlich

Na also, jetzt lässt sich der Geisterreigen im Shop bestellen:

http://www.kunst-und-textwerk-verlag.de/

Vorsicht: Spooky!

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Die Frau, ihr Gang ist ungelenk,
schaut gradeaus den Weg hinauf.
Links zieht das dunkle Grauen auf,
nimmt ihren Mann wie ein Geschenk.
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Piëch am 22.10.2008

Ein Interview der Superlative: Der Manager, den ich am wenigsten leiden kann, in der Zeitung, die ich am meisten verachte:

BILD: Herr Piëch, wie bedrohlich ist die Finanzkrise für die Automobilindustrie?
Piëch: Es ist doch völlig unrealistisch, wenn wir von einem dauernd wachsenden Markt ausgehen. Wir haben schon immer Zyklen gehabt, teilweise mit heftigen Einbrüchen. Danach folgte verlässlich eine Erholung.
BILD: Also etwa Entwarnung?
Piëch: Nein. Entwarnung sollte man nicht aussprechen.
BILD: Wie geht es weiter?
[…]
Piëch: Gehen Sie davon aus, dass der Volkswagen-Konzern gestärkt aus der augenblicklichen Krise hervorgeht.


So und jetzt erklärt Herr Piech das alles nochmal einem seiner Söhne:

SOHN: Herr Papa, wie bedrohlich ist die Finanzkrise?
Piëch: Hör mal. Was die da in der Zeitung schreiben, die Krise und so, das betrifft die Arbeiter. Wahrscheinlich müssen wir ein paar tausend entlassen, damit der Aktienkurs wieder stimmt. Sonst passiert nichts.
SOHN: Also etwa Entwarnung?
Piëch: Nein. Entwarnung sollte man nicht aussprechen. Entwarnung kannst Du Dir denken.
SOHN: Wie geht es weiter?
Piëch: Mein Sohn, was auch immer geschieht: Wir werden dabei reicher, nicht ärmer. Das ist alles. Und jetzt Schluß damit.
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Kirche und Geld

www.kircheundgeld.de hat die Aufgabe, mir zu sagen, warum ich Kirchensteuer zahlen soll und was mit dem Geld dann geschieht. Ich weiss natürlich längst, was damit geschieht: es wird von der Kirche ausgegeben. So mache ich das auch mit dem Geld. Es ist nahe liegend.
Die Website will mir aber noch mehr erklären. Sie will mir sagen, warum es besonders gut ist, wie die Kirche das Geld ausgibt. Und sie entwickelt dabei einen gewissen Humor der Irreführung. Die frommen Schlawiner schreiben einfach nicht das, was sie ankündigen, sondern irgendetwas seltsam anderes. Das hat was. Wir klicken uns durch das Menu:

  • Menüpunkt 1 „Angebote“: „Kirche ist die erlebte Botschaft von der Liebe Gottes“. Aha. Also ein Erlebnisangebot? Ein Botschaftsevent? Was ist das Angebot? Wir erfahren es noch nicht.
  • Nächster Punkt „Kindergarten und die ersten Schuljahre“: „Wenn Gott die Schulbank drückt“. Eine kühne Überschrift. Tut er das stellvertretend für mich?
  • „Teens“: „Fragen nach dem Warum und Wieso des Lebens drängen nach Antworten“. Da werden die Teenies im Club aber froh sein, wenn mal einer das Wieso und Warum des Abhängens und cool seins beantwortet. Ist doch kein Leben, in so runtergezogenen Hosen Flatrate Limeys saufen, oder?
  • Es wird noch besser. Ich klicke auf „Ausbildung und Studium“. Da empfängt mich die Headline „Kirchenmedien sind informativ und meinungsbildend“. Schau an. Haben die eine Lehrstelle frei?
  • „Partnerschaft und Ehe“: „Die Hochzeitsbibel als Stammbaum- und Erinnerungsdokument“. Sie haben ein Händchen für die wirklich drängenden Probleme, ehrlich.
  • „Beruf und Karriere“: „Kirche im Urlaub gehört zur Erholung.“ Hand auf´s Herz: Denken wir nicht alle ein bisschen an Urlaub, wenn wir „Beruf und Karriere“ lesen?
  • Auch die Alten&Siechen werden nicht verschont. „Krankheit und Reifen“ wird damit übertitelt: „Die Silberne Konfirmation ist eine schöne Gelegenheit, sich zu besinnen und Zwiesprache mit Gott zu halten“. Silberne Konfirmation? Bekomme ich die gerade an den Schläfen, wo mein Haar die Farbe verliert?
  • Zum Sex im Alter heisst es unter „Der zweite Frühling“: „Prädikanten halten Gottesdienste und sind nicht-ordinierte Gemeindemitglieder“. Nun ja, Eingeweihte werden die knisternde Pointe dieses Satzes verstehen.

Die Kirche betreut mich also über meine ganze Lebensspanne hinweg. Das ist demnach das Angebot: Ein Lifecycle-Service. Eine Art Wartungsvertrag. In der Schulzeit darf ich schwänzen, da drückt Gott für mich die Schulbank; in meiner Jugend wird noch schnell die Sinnfrage beantwortet; die Ausbildung ist ohne Schulabschluss natürlich kein Thema, statt dessen höre ich Kirchenfunk; bis ich eine Frau gefunden habe, die bereit ist mit mir eine Stammbaumbibel zu teilen; danach geht es erstmal in die Urlaubskarriere; wenn ich ergraue, tröstet mich ein Gespräch mit Gott, der sicher auch nicht mehr der Jüngste ist; und als dirty old man kann ich mich noch zum nicht-ordinierten Gemeindemitglied fortbilden. Das wäre es in groben Zügen. Eine todsichere Investition.

Sie sind entweder Komiker. Oder etwas unbeholfen. Wahrscheinlich etwas unbeholfene Komiker. Ich finde, da muss jeder selbst wissen, ob er Geld hergibt. Ich will es nicht empfehlen – aber zum Warnen sind sie zu harmlos.
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Die Trenddeutschen werden zeitnah verblöden

Wenn „zeitnah“ das trendige Synonym von „bald“ ist, was ist dann das trendige Synonym von „nah“? „Wir können zeitnah telefonieren.“ „Müssen wir nicht. Ich komme schnell zu dir rüber, wo wir doch so raumbald beieinander wohnen.“
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Vorsicht Einladung

Der Doc liest aus dem Geisterreigen:

Lesung mit Buchpräsentation
Lesecafé Kunst- und Textwerk,
Ligsalzstr. 13, 80339 München
29.03.2009, 18:00 Uhr
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Spitzensport

Errol Marklein ist ein Leitstern im Spitzensport der Querschnittsgelähmten. Er hat Erstaunliches geleistet. Und er spricht darüber so:

„Wenn ich mit einem Puls von 190 fahre und merke, ich habe das im Griff, weil ich so gut trainiert bin, und dann sehe, wie hinter mir die Gegner wegsterben, da geht mir einer ab, das ist hoch erotisch.“
Er konstruiert auch Rennrollstühle: „Marklein spricht davon, dass er am Sonntag seine "neue Waffe auspacken" wird.“
Warum Marathon? "Ich will den Anderen wittern. Will sehen, wie er leidet".
Sein letztes Rennen: "Alles rauslassen, was dieser alte Körper noch hergibt", wollte Errol Marklein. Der 49-Jährige wollte 42,195 Kilometer "ausbelasten". Weit kam er nicht. Mit aller Kraft riss er an der Kurbel – und die Kettenblätter ab. Ende der Fahrt. "Ich bin einfach nur ratlos", sagte er nach dem Rennen.

Wenn er fühlt, wie er spricht, dann hasst er die Anderen, sich selbst und sein Sportgerät. Was liebt so einer? Seinen Puls? Mein Fazit: Wenn diese Sprache der Preis für Höchstleistungen ist, dann möchte ich bitte auf der Couch dick werden und zarte Liebesgedichte reimen.
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Defäkierende Waffen

1999 wurden 1.816 Menschen, häufig Kinder, von so genannten Kampfhunden verletzt oder getötet. Nachdem diese Tiere sich gerne im Gesicht verbeissen, bleiben die Opfer auch im Falle des Überlebens gezeichnet. Niemand vergisst jemals den Angriff eines wild gewordenen Kampfhundes. 1.816. In Deutschland? Nein. Nur in Berlin. 2007 waren es noch 859. Ich korrigiere das einmal, des leichteren Rechnens wegen und um eine eventuelle Dunkelziffer zu berücksichtigen, auf 1.000. In Berlin sind 6.000 Kampfhunde angemeldet. Mehr als zweimal täglich will demnach eine dieser auf Bürgersteige defäkierenden Waffen nicht mehr nur spielen, wird vom Hundehalter ausserdem entsichert und schiesst los. Was würde in unserer Republik geschehen, wenn jede sechste Kuh einen Menschen zermalmte? Wenn jedes sechste Auto während der Fahrt die Lenkung blockierte? Wenn jede sechste Frau einmal Ihren Mann verprügeln würde? Das würde passieren: Notschlachtung. Schrottpresse. Psychopharmaka. Aber die Kampfschmuser (http://ksgemeinde.de) – wer sich vor denen fürchtet, der versteht sie einfach nicht. Zum Glück muss ich nicht alles verstehen. Nicht den Blutdurst von Kampfhunden und nicht die seelischen Verwicklungen, die aus einem Mitbürger einen Kampfhundhalter machen. Vor manchem reicht es, einfach zu warnen.

http://www.sueddeutsche.de/,tt8m1/panorama/144/304121/text/

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Na schau

Mal sehen, was die Gesichtserkennung sagt, wenn ich die Brille abnehme...

Bild 1

Peter Fonda ist noch im Rennen, muss aber den Titel im Doc-Vogl-Look-alike-Contest an Howard Hughes abgeben und trägt, seltsam seltsam, jetzt eine Brille.

Heath Ledger ist neu dabei, kann dieses freudige Ereignis aber leider nicht mehr selbst erleben.

Olivia Newton-John läßt mich an der Unfehlbarkeit der Gesichtserkennungssoftware ernsthaft zweifeln.

Wenn mal sonst nichts mehr geht, werde ich Seniorenschlagzeuger, spanischer oder irischer Ministerpräsident oder Sänger in der Boygroup Westlife bei Mark Feehily. Oder ich werde erst wahnsinnig reich und dann einfach wahnsinnig wie Howard Hughes. Mit meinem Gesicht steht mir die Welt offen.

Jetzt seid Ihr dran: http://www.myheritage.com/FP/Company/face-recognition.php?lang=DE
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Docs Doubletten

Heute warne ich vor Gesichtserkennungssoftware. Im Internet steht so eine Anwendung herum und wartet darauf, von Ihnen mit Portraitfotografien beliefert zu werden. Sie erfahren dann, welche Prominenten das Vergnügen haben, Ihnen ähnlich zu sehen. Frau Tyndra hat mich auf diese Internetseite aufmerksam gemacht (http://tyndra.blogspot.com/).

Zum Ergebnis:
promis2

Mit Peter Fonda wurde ich noch nie verwechselt, obwohl er gesichtsmathematisch betrachtet mein Zwillingsbruder im Rampenlicht ist. Da können Sie lernen, was geschieht, wenn man sich, nur weil man verdammt gut aussieht, ansonsten aber ahnungslos ist, vor Kameras zerren läßt. Ich meide Kameras aus vielen Gründen, die zu schildern hier zu weit führen würde, im Wesentlichen aber, weil gefilmt zu werden nicht weit führt. Man fährt vorübergehend idiotische Motorräder mit viel zu langen Lenkstangen, macht sich den Kopf mit Drogen voll und wird am Ende erschossen.

Michael Douglas macht ein Schnütchen und guckt nach rechts, damit er nicht mit mir verwechselt wird, aber die Software ist unbestechlich und täuscht sich nie. Michael Douglas hat meine Nase.

Chuck Palahniuk. Der hat das Buch zum Film Fight Club geschrieben und hat meine Augenbrauen.

Jeff Goldblum trägt mein gewinnendes Lächeln. Er durfte zu Beginn seiner Karriere, denke ich, ein Insekt spielen und konnte sich dann bis zum Saurierflüsterer hocharbeiten. Na, immer noch besser, als lebenslang einmal der sterbende Hippie gewesen zu sein.

Aki Hakala. Wer ist Aki Hakala?

Warren G. Harding war US-Präsident und passt deshalb BESTENS in diese Reihe der mir Ähnlichen (http://www.blog.doktorvoglwarnt.info/page2/page4/page4.html).

Kirsten Dunst leidet unter meinen Backen und ist mir ansonsten so ähnlich wie Mutter Beimer.

Nur Gustav Heinemann. Ein frömmelnder Pazifist mit Stil, Sympathien für Moskau und dem Mut zur korrekten Brille. Vor dem muss man nicht unbedingt nur warnen. Den wähl ich mal zum Sieger im Doc Vogl Look-alike-Contest.

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Sonnenstaat

Bayern-SPD-Chef Ludwig Stiegler äußerte sich beim Parteitag dergestalt, er wolle Bayern zu einem "Sonnenstaat" machen. "Weißbier, Leberkäs und Schnitzel, alles kommt letztendlich von der Sonne", behauptete der wohlinformierte Stiegler. Und schloss daraus, deswegen solle auch die Energie in Bayern künftig von der Sonne kommen.

Ich musste mir mehrmals an den Kopf fassen, bis diese Logik auch meinem Gehirn zugänglich wurde. Aber jetzt weiß ich es. Der Stiegler irrt sich in der Herkunftsfrage und zieht deshalb die falschen Schlüsse. Die Energie in Bayern muss zukünftig von der Gastwirtschaft kommen. Kann das mal jemand dem bayerischen Gastronomieverband beibringen?

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Mastermind Gülen

Die besten Antworten werden oft auf Fragen gegeben, die niemand hat. Zum Beispiel die Spieglein, Spieglein-Fragen „wer ist der bedeutendste Intellektuelle der Welt?“ oder „wer ist die Schönste im ganzen Land?“. Beide werden sehr treffend beantwortet mit Fethullah Gülen bzw. Angela Merkel.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/948/183377/

Seltsamerweise hatte ich von Fethullah Gülen bislang noch nie etwas gehört. Ich habe mich deshalb einmal auf seiner Website umgesehen. Da gibt es eine Rubrik „Perlen der Weisheit“, die mir große Freude bereitet.

Mir hat noch nie jemand so klar und in so einfachen Worten erklärt, wozu ich eine Brille tragen muss:
Brillen sind Hilfsmittel der Augen, die Augen sind Hilfsmittel des Verstandes, der Verstand ist ein Hilfsmittel der Einsicht, und die Einsicht ist ein Hilfsmittel des Bewusstseins. Das Bewusstsein wiederum ist eine Luke, durch die der Geist schauen, und ein Hilfsmittel, mit dem er sehen kann.
Da hockt der Geist blind im Dunkeln rum, bis die Luke Bewusstsein aufgeht, hinter der bereits die Hilfsmittel Einsicht, Verstand und Brille warten, um gemeinsam endlich ein wenig Licht ins Oberstübchen zu lassen. Genau so habe ich mir das vorgestellt, hätte es aber niemals so schön vortragen können wie Fethullah Gülen, dessen Denk-Luke gewiss einem sperrangelweit offenen, von Flutlicht erleuchteten Scheunentor gleicht.

Seit Jahrhunderten fragen sich die Gelehrten der Welt, ob in der Nichtexistenz nicht vielleicht doch noch irgendwas tröstendes Kleines zu finden wäre, würde man nur genauer hinsehen, irgendein Nanoetwas, ein Krümel, ein Stäubchen, sie raufen sich die Haare, so schrecklich leer erscheint ihnen die Nichtexistenz– aber Gülen durchkreuzt diese Hoffnungen mit einem strengen Verdikt, einem großen, abschließenden Basta, für das er sich sogar auf das dünne Eis eines unendlich weiten Feldes begibt, das dem Verstand übel zusetzt:
Die Nichtexistenz ist ein schreckliches Nichts. Sie ist ein unendlich weites und dem Verstand abträgliches Feld, auf dem nicht einmal ein Stäubchen Existenz zu finden ist.

Seinen Titel als weltbedeutendster und intellektuellster Vordenker hat er sich aber vor allem damit verdient, dass er die Wahrheit kennt, was ihn zweifellos vor weniger fanatischen Intellektuellen auszeichnet.
Heutzutage werden fromme Menschen oft als Fanatiker bezeichnet. Fanatismus beinhaltet jedoch das Beharren auf falschen und blinden Behauptungen. Auf der Wahrheit zu beharren, ist hingegen eine Tugend; und wenn ein Gläubiger dies tut, darf sein Verhalten auch nicht als Fanatismus gebrandmarkt werden.

Vielleicht ist er auch deshalb der mehrheitsfähigste Intellektuelle der Welt, weil er im Grunde denkt, wie meine katholische Großmutter im Niederbayerischen auch dachte, also so, wie die meisten religiösen Praktikanten welcher Glaubensrichtung auch immer:
Wer die Religion nicht anerkennt, wird früher oder später erhabene Werte wie Keuschheit, Patriotismus und Liebe zur Menschheit verschmähen.
Und ich dachte immer, wer die Menschheit liebt wird Keuschheit, Patriotismus und natürlich die Religion verschmähen. So kann man sich irren. Oder mit meiner Großmam zu sprechen: „Zerscht gengas nimmer in d´ Kirch. Dann gengas zu die Hur´n, die vaterlandslosen Hur´nböck´, die narrischen.“

Wenn Sie jetzt gerade grinsen; lassen sie es lieber:

Denen, die sich heute lustig machen
Geschrieben von Fethullah Gülen
Samstag, 10 Juli 2004
Ein Mensch, dessen Engagement bei der Anbetung Gottes mit zunehmendem Alter nicht steigt, ist ein unglücklicher Mensch. Denn er macht Verlust zu einer Zeit, in der er Gewinn machen könnte. Wenn er dies realisiert, wird er beweinen, worüber er heute noch Scherze macht.
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Elefantenjagd

Relativitätstheorie einmal ganz anschaulich: Der Raum muss im Kapitalismus gekrümmt sein, denn das obere und das untere Ende der Karriereleiter berühren sich im Unendlichen. Im unendlichen schwarzen Loch der vergeudeten Zeit. Von relevanter Arbeit befreit wie sonst nur ein Hartz 4 Empfänger sitzen die Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsräte herum und kümmern sich um wichtigere Dinge. Zum Beispiel darum, was im Handelsblatt über sie geschrieben steht. Steht dort etwa, sie trügen "grelle Krawatten mit Jagdmotiven", dann kann das für einen Ferdinand Piech schonmal der Anlass für eine gerichtlich durchgesetzte Gegendarstellung sein.

„Der Verlag hatte daraufhin ein Foto des VW-Aufsichtsratschefs mit einer Krawatte präsentiert, auf der ein Mann mit Gewehr und ein Elefant zu sehen sind. Piëchs Anwalt Prinz behauptete, dass es sich eher um ein Kriegsmotiv handele. Das Gericht führte an, dass auf dem Elefanten ein Tragegestell zu sehen ist. "Transportelefanten werden in der Regel nicht bejagt", sagte ein Gerichtssprecher.“

Was wäre denn nun richtig gewesen? „Grelle Krawatten mit Kriegsmotiven“? „Grelle Krawatten mit bewaffneten Männern vor Transportelefanten“? Wir werden es nie erfahren. Was wir aber jetzt wissen, ist, was den Piech bis ins Grab quälen wird: seine grelle, elefantenfette Eitelkeit. Vielleicht sucht er sich ja ein harmloses Hobby, das seine freie Zeit ausfüllt – eventuell Krawatten mit Kriegsmotiven batiken – dann quält er nicht auch noch die Öffentlichkeit und die von solchen Promi-Ehrhändeln sicherlich genervten Gerichte damit.
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Fußball

Gestern Fußball gesehen. Heute Zeitung gelesen: „Dresden. Nach dem EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei kam es im alternativen Szeneviertel Neustadt zu schweren Ausschreitungen. Mehrere dutzend Nazis griffen mindestens drei türkische Imbisse an und verletzten dabei Menschen. Während in den Straßen türkische Fahnen verbrannt wurden und viele der so genannten alternativen Menschen in Sprechchören immer wieder "Wir hassen die Türkei!" skandierten, griff die anwesende Polizei nur sporadisch in die Szenerie ein.“
Der letzte Satz hat was. Wachtmeister Kalle: „Uwe, solln wir nochma?“, Uwe: „Ich lehn grad soo schön auf meinem Stock, mach ma alleine, O.K., Kalle?“. „Na gut, aber nur kurz. Welchen denn? Ich nehm den Schmächtigen, der ist nich so kriegerisch tätowiert wie die andern Hunnen.“ „Mit egal. Aber mach nich wieder rum im Gewühl bis Du eins auf den Helm kriegst, ja? Wir sollen ja noch länger die Bürger beschützen.“ „Weisst Du was? Ich schick den Neuen und ich bleib hier im Bus.“ „Na gut, aber sag ihm, er soll nicht die ganze hübsche Szenerie zerstören, ich mach grad so geile Einsatzfotos, richtig bedrohlich sehen die aus, meine Uschi wird ihren Helden lieben.“
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Tiergartenquelle

Weil ich wie alles Leben nach Gleichgewichtszuständen strebe, gehe ich seit geraumer Zeit einem Broterwerb nach, der das genaue Gegenteil meiner warnenden und auf die Vermeidung gefährlicher Handlungen zielenden Tätigkeit im Internet darstellt. Grundlebensmittel wie das umwerfend leckere Schweiger Bier (http://schweiger-bier.de/index.php) und kleinere Luxusartikel wie den von Kundigen leidenschaftlich verehrten Son of Hibachi (http://www.daerr.de/bestellen/ergebnis.lasso?id=3348638717180&sta=D&voll=hibachi&vo=d&mr=1&sr=0&-session=shop:C06DBE580c86c18E88NTYm2A87BE) kann ich mir nur darum leisten, weil ich anderen, die das nicht so überzeugend hinbekommen, geduldig dabei helfe, ihre Erzeugnisse und Fähigkeiten einem interessierten Publikum warm zu empfehlen.
Nun wurde ich von meinem Dachverband zu einem zünftigen Treffen nach Berlin in das Lokal „Tiergartenquelle“ mit dieser Fotografie eingeladen:

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Liebe Kollegen, wie werden wir bei dieser Zusammenkunft voraussichtlich die Zeit totschlagen? Indem wir einander die deprimierendsten Texterkrisen beichten? Im Halbdunkel die Backsteinmauern anstarren und leise fluchend der Proletarisierung der Massen in der Frühindustrialisierung nachsinnen? Schweigend trinken, bis wir von den Stühlen kippen? Gelangweilt warten bis der nächste Zug übers Kneipendach rumpelt? Davon träumen, wie schön es zuhause war? Nun, ich werde bei diesem Gildetreffen lieber aussetzen. Vielleicht beim nächsten Mal, z. B. im schönen Markt Schwaben beim Schweiger im sonnigen Bräuhaus.
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Aus Dr. Vogls Kochstudio

Zu einem gesunden Selbstumgang gehört es, sich auch immer wieder selbst mit neuen Fähigkeiten überraschen zu können. Mit gelingt das mühelos, manchmal sogar zur Erheiterung meiner Gäste. „Guten Appetit“ musste ich da nicht mehr wünschen, das Zwerchfell und die Schadenfreude treiben das, hm, Speiseobjekt auch so rein.

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Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank

Im Callcenter, am Schalter und als Saftschubse im Flieger: Grinsen ist Pflicht, auch wenn das Herz einen ganz anderen Gesichtsausdruck präferieren würde. Dieses Rumschleimen, weil der Boss es will, macht krank, sagen die Psychologen. Was also tun als gesundheitsbewusste Düse?
„Echte Gefühle machen Kunden zufrieden. Außerdem gibt es bestimmte Vorstellungen, die bei der Freundlichkeit helfen. Flugbegleiter stellen sich beispielsweise bei der Arbeit vor, sie befänden sich in ihrem Wohnzimmer und die Passagiere wären ihre Verwandte.“
(
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28053/1.html)

Das möchte ich lieber nicht erleben, wie der Flugbegleiter mit kaum verhohlenem Sadismus zu mir sagt: „Ach komm schon, ein Scheiberl geht schon noch vom Braten, bist doch ein Mannsbild. Wegen dem kleinen Knödel, hörst, schmeckens Dir etwa nicht? Vielleicht noch ein Haxerl von der Ente? Satt bist? Bist krank, vielleicht? Kriegst an Schnaps. Iss ruhig zu, nachher gibts bloss noch ein wenig Brotzeit und dann Kuchen, weisst schon die Cremetorte, die Du immer so magst…“
Vielleicht will er aber emotional authentisch sein und sagt auf dem Flug, irgendwo über der hässlichen Dänemark, was er denkt: „Jaja. Die böse, böse Uhr. Tja, jetzt waren wir alle mal wieder ein Stünderl zusammen, schön, jetzt müsst Ihr aber leider wieder aufbrechen, weil unsereins noch nach New York weiterfliegen will - allein; war schön, dass wir uns mal wieder an Bord gesehen haben, der Kapitän entriegelt gleich hinten die Ausstiegsluke, ich helf Euch noch in den Mantel, Bussi servus, - nein nein, das sieht nur so hoch aus, also raus mit Euch…“
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Wer sucht, der findet

Seit meiner Jugend beobachte ich einen gewissen Magnetismus, der immer wieder Menschen in meine Nähe bringt, die in der Gaußschen Kurve der Normalverteilung von Zufallsgrößen an den ganz äußeren, hohe Unwahrscheinlichkeit signalisierenden Rändern und Ausläufern der normalen Persönlichkeitsentwicklung zu verorten wären.
gauss

Diese, hm, Individuen werden von anderen gemieden wie der Wertkauf von mir beim Einkauf, wie Menschen mit dem Vornamen Adolf, der Doktor, wenns noch nicht schmerzt, die Hells Angels natürlich und so Premium-Familien wie die Holtzbrinks nicht nur von mir, sondern von jedem vernunftbegabten Wesen. Warum besuchen die also meinen Infotainment-Blog?
Ich kann beweisen, dass es so ist. Google stellt fest, es kommen Leser hierher, die diese Begriffe googeln:
suche

Was mich tröstet, ist die Tatsache, dass etwa 80 % der Besucher meine Seite so schnell wieder verlassen, dass ich annehmen darf, sie kamen nur irrtümlich vorbei und gehen lieber wieder mit irgendeinem Adolf von den Hells Angels in den Wertkauf auf ein kleines christliches Kunstwerk, als meine wichtigen Warnungen zur Kenntnis zu nehmen und zu beherzigen,- was SIE aber doch hoffentlich tun.


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Schäuble lädt ein

SZ, am 30.05.: „Für nächsten Montag hat Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Telekommunikationsanbieter nach Berlin einbestellt. Bei dem Treffen gehe es um den verantwortungsvollen Umgang mit Daten, sagte eine Sprecherin seines Ministeriums am Donnerstagabend.“
(
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m3/wirtschaft/artikel/29/177491/)

Was das wohl wird? Ein Krähentreffen. Und ich soll denken, der Schäuble sagt dem Obermann wos´s langgeht?
Wie Schulbuben, die sich vom Lehrer erwischen liessen, werden die Vorstandsvorsitzenden vor dem Dirty old Man der deutschen Datenspionage stehen und sich anhören müssen, welche Hausaufgaben ihnen der Machthaber des Inneren ins Heft schreibt:
„Sehr verehrte, liebe Vorstandsvorsitzende, mein lieber René, ich muss nicht betonen, wie leid es mir tut, Sie, sehr verehrte, hochgeschätzte Vorsitzende, in einer so bedauerlichen und lästigen öffentlichen Diskussion stehen zu sehen. Setzen Sie sich doch. Champagner? Claudia, bring auch von den Winklerschen Kalbskaldaunen, schnell. Es steht mir nicht zu, ihnen, die sie als Höchstspitzenleistungselite unsere Wirtschaft, was sage ich, die freie Welt im Gleichgewicht halten, mit Ratschlägen zu behelligen, nur meiner völligen, vorbehaltlosen Loyalität möchte ich sie versichern und ihnen in aller Bescheidenheit meine Kooperation anbieten. Ich habe natürlich vollstes Verständnis für Ihre inner- und außerbetrieblichen Informationsbedürfnisse und auf die lästige Journaille hat auch ihr Innenminister immer ein waches Auge. Fragen Sie beim nächsten Mal einfach mich. Es wäre mir eine Freude, sie unterstützen zu dürfen.“
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Ölkrise – pro und contra

Eine einfache Frage: Was kommt nach dem Öl?
Kindermund tut Wahrheit kund. Ich suche also nach einer Antwort auf meine gute Frage im gutefrage.net und werde sofort fündig:

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Hier wurden alle 27 Mitglieder eines infantilen Expertenrats befragt. 67% sind ungebrochen optimistisch, weil ein Ersatzstoff für das doofe Öl gefunden werden wird. 15 % glauben, dass die Erdölverknappung den größteil der Menschheit das Leben kosten wird. Die Kleinen überleben, die Pauker und Gruftis sterben, heisst das wohl. Und immerhin 19 % sind ahnungslos, entdecken aber das Schokoei in der Krise und lassen sich überraschen. Hm.

Lieber würde ich jemanden fragen, der die Dinge aus der Nähe kennt und, sagen wir, 1998 in den Vorstand der Deutsche Shell AG eintrat und vielleicht 2000 in den Aufsichtsrat wechselte. Heute ist er dann wahrscheinlich Vorsitzender des Vorstands des Forum für Zukunftsenergien, Mitglied im Aufsichtsrat von Thyssen Krupp Industries AG und der Norddeutschen Affinerie AG, Mitglied der Senatskommision der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zuständig für den Bereich Energie und Verwaltungsratsvorsitzender der SAM Smart Energy AG, Zürich. Ferner darf er Mitglied des Rats für nachhaltige Entwicklung beim Bundeskanzler sein und seit 2001 Vorstandsvorsitzender irgendeiner REpower Systems AG. So einer eben. Einer, der es wissen muss.
Ich war nicht erstaunt, als ich feststellte: den gibt es. Er heisst Prof. Dr. Fritz Vahrenholt und sprach in einem Vortrag an der Universität Hamburg im Jahre 2003 so:

„Ich glaube nicht, dass das Ölzeitalter an Mangel an Öl zu Ende gehen wird, sowenig wie das Steinzeitalter an Mangel an Steinen zu Ende ging.“ Scharfsinniger Vergleich. Klug und zugleich beruhigend irgendwie. Man muss dazu allerdings wissen, dass die Menschen der Steinzeit mit Steinen heizten, damit ihre Transportmittel Pferde, Ochsen und Esel fütterten, und aus Felsen in großer Zahl Medikamente, Möbel und Kunststoffe fertigten. Der Wert aller Tauschmittel hing vom Wert der Kiesel ab. Zudem muss man präsent haben, dass es zum Ende der Steinzeit kaum noch neue Steinfunde gab und die alten Steinvorkommen rasch zur Neige gingen. Erst dann sieht der Vahrenholtsche Vergleich so steindumm aus wie er nie gemeint war.

„Die Erfahrung des vergangenen Jahrhunderts lehrt uns, dass es über 30 Jahre dauert, bis eine neue Energietechnologie in einer hochindustrialisierten Gesellschaft die alten herkömmlichen Energieträger ablösen kann. Aber: 2020 wird jedes zweite neue Auto auf Wasserstoffbasis fahren, 2050 kann 50 Prozent des Energieverbrauch aus nicht fossilen Quellen stammen.“ Puh. Das wird ja gerade nochmal gut gehen.

Mal sehen, was der Mann in zwölf Jahren sagt, wenn ihm einer erzählt hat, wie Wasserstoff hergestellt, gespeichert und transportiert werden muss. Ich verrate nur so viel: Da ist Energie im Spiel. Warten wir es ab. Ich werde berichten.
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Bundespräsident Horst Köhler vermisst eine Entschuldigung. Doktor Vogl auch.

SZ am 14.05.08:
"Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss." … "Die Überkomplexität der Finanzprodukte und die Möglichkeit, mit geringstem eigenem Haftungskapital große Hebelgeschäfte in Gang zu setzen, haben das Monster wachsen lassen", sagte Köhler. "Es hat kaum noch Bezug zur Realwirtschaft. Dazu gehören auch bizarr hohe Vergütungen für einzelne Finanzmanager." Die Finanzwelt habe sich mächtig blamiert. Er vermisse noch immer "ein klar vernehmbares mea culpa" (Schuldbekenntnis).“

Und ich dachte immer, die internationalen Finanzmärkte wären der gutmütige, väterliche Teddybär, der unsere Sparbücher bewacht. Ein Monster? Ich staune. Und es wächst unter Zugabe von Überkomplexität? Werde ich meinen Freunden im Schrebergarten empfehlen, wenn das nächste Mal die Gurken zu klein ausfallen. Deine Beete sind unterkomplex, so wachsen die Gurkenmonster nie, Meister.

Aber wer ist das Monster, wer sind die denn, die internationalen Finanzmärkte? Ist das der Ackermann? Sind das die Juden? So werden das präsidiale Geschrei ca. 70 % der Deutschen verstehen. Alleine dafür vermisse ich ein klar vernehmbares mea culpa vom Staatsoberhaupt.

Der Gedanke, dass die Akteure der Finanzmärkte nicht die dienstbaren Geister sind, die dort im Auftrag irgendwelche Hedgefonds stricken und sich nebenbei auch selbst die Taschen voll machen dürfen, sondern die, deren Taschen schon fast bersten, wird in einem Staatsoberhaupt in tausend Jahren nicht entstehen können,– dann müsste es ja die angreifen, von deren Gnaden es sein langweiliges Amt ausüben kann. Aber welcher deutsche Polit-Beamte legt sich schon gerne mit Multimilliardären an, denen die grausame Freude am Untergang der Anderen ins Gesicht geschrieben ist oder bereits zum Eigennamen wurde, weil sie aussehen wie Warren Buffet (62 Milliarden US Dollar) oder heissen wie Alexei Mordaschow (21,2 Milliarden)? Deshalb endet der ganze „Weist das Monster in die Schranken"-Aufruf ja auch in einem Vorschlag zur Reform der Sparkassen. Und auch die deutschen Privatbanken "sollten sich in einer Form konsolidieren, dass wir uns auf sie verlassen können". Er weiss halt, wozu er da ist, der Staatsoberhorst.
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Schäuble mal wieder

Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“

Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.

http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
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Gackt Diabolos - Angelos interruptus

„Ach nö, also echt, jetzt wirds mir aber bissel lang, scheiss drauf, ich lasses“, so, oder so ähnlich, sprach der bei Anderen sicherlich sehr bekannte Tokyotische Unisex-Künstler (Gesang, Gitarre, Klavier) mit dem musikalischen Namen Gackt, nachdem er sich vorgenommen hatte, einmal Menschen fremder Zunge etwas Gutes zu tun:

Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell

7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
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Süddeutsche Zeitung

SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)

Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:

Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert

Ein Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie. Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder. Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“ Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.
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Der Zauber treffender Namen

Es ist schon fast gespenstisch schön, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes mit dem Namen „Dr. Papier“ bezeichnet zu lesen. Nomen = Omen: 106 Seiten hatte das heutige Urteil, das erfreulicher Weise dem Schäuble ein paar Reissnägel auf den Weg in den Abgrund streut. Wäre die Welt überall in dieser prästabilierten Harmonie eingerichtet, müsste ich womöglich „Dr. Schreibe“, „Dr. Sorge“ oder „Doc Tor“ heissen, wer weiß.
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Ausstellungen

Verehrte Leser und Freunde der Kunst: Meiden Sie die Ausstellung von Lothar Götter am 7. März, 19 Uhr in seinem Atelier in der Westendstraße 76a Rgb.; gehen Sie nicht zur Ausstellung eines Malers, der ein Pferd so malen kann, dass sich ein Kenner der modernen Kunst gelangweilt abwendet (wenn er es wenigstens falsch herum aufhängen würde), Doktor Vogl aber bescheiden näher tritt und sich beim Maler bedankt für dieses besonders anrührende, interessante und schöne Pferd, das nun die Welt bereichert. Sind die Gemälde besonders gelungen, gebe ich sogar meinen Senf schriftlich dazu. Das ist der zweite Grund, warum Sie da nicht hingehen sollten, Sie müssten das dann lesen.

Gehen Sie lieber zu Rupprecht Geiger ins Lenbachhaus in München. Der kann "gerundetes Blau". Heisst so und sieht auch so aus. Blau. Und rund. Verzeihung: gerundet. Von Hand? Vermutlich. Er kann übrigens auch rot.

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Vorsicht Ärzte!

Fachsprachen sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam. Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich, zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie „manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
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Doing a great job for just a smile

Manche Vorstandvorsitzende (BWL: Vovo) kamen vor kurzem ihrer Bezüge wegen ins Gerede. Die Motivation der kleinlichen Kritiker ist mit einem Wort abgetan: Neid. Um die andere interessantere Frage zu beantworten, weshalb die Herren eigentlich dieses viele Geld nehmen – sie haben ja schon genügend – müssen wir tiefer dringen. Sehen wir uns diese Top-Leistungsträger einmal genauer an.

Sie sind unfassbar produktiv. Vovos verdienen mindestens einhundertmal so viel wie der durchschnittliche Angestellte, weil sie an einem Arbeitstag mühelos einhundertmal so viel leisten. Denselben Gewinnzuwachs, für den ein Arbeiter ein ganzes Jahr lang arbeiten muss, verschafft ein Vovo dem Konzern mit einem kühlen Anruf beim Betriebsrat und einer Unterschrift, die dem genannten Arbeiter in Zukunft viel Freizeit verschafft.

Sie zaubern. Manchmal stemmen Vovos durch die bloße mentale Kraft ihrer verantwortungsschweren Gedanken eine Währung hoch und werfen eine andere hinunter. Der Umtauschkurs verbessert sich, die Konzerngewinne schnellen nach oben. Ein Vovo nickt dazu ruhig vor dem Bildschirm, stellt das Kristallglas auf seiner Sekretärin ab, schliesst seinen Armani-Reissverschluß, heisst die Tippse sich kuschen, und wieder sind Millionen verdient. Ein Zuwachs, den der Arbeiter am Band nicht einmal bemerkt, geschweige denn mit einem so souveränen, väterlichen Nicken für das Unternehmen realisiert hätte. Es ist dieser Blick des Vovo, mit dem er das, was geschieht, aufnimmt und sich als Orden ans Revers steckt, der ihn so teuer und so wertvoll macht für sein Unternehmen.

Sie können immer und wollen immer. Ist ein Angestellter gut gelaunt – vielleicht wurde er gerade von seinem Abteilungsleiter in einem Gespräch unter vier Augen dazu motiviert, unter neuen Bedingungen doch noch im Unternehmen zu bleiben – dann macht er eine Überstunde oder ein paar hundert. Ist ein Vovo gut gelaunt, stellt er den verborgenen Hebel unter seinem Mahagonischreibtisch von Baisse auf Hausse, lächelt ob des Beweises seiner geradezu magischen Schaffenskraft und ruft nach seiner Sekretärin oder irgendeiner anderen weiblichen Hilfskraft, mit der er die Freude über die steilen Börsenkurse teilen kann. Wenn es die Unternehmensstrategie verlangt, macht er bis zum nächsten Morgen kein Auge zu. Zweimal der gleiche Impuls zur Leistung, aber welche Diskrepanz in der Umsetzung und im Effekt.

Sie jammern nie. Der normale Angestellte arbeitet von früh bis spät und manchmal auch etwas länger und lamentiert darüber ganz ungehörig. Der Vovo arbeitet immer. Sein Tag hat 48 Stunden und seine Woche mindestens 12 Tage. Dem Vovo vergeht die Zeit im Flug, er ist ständig unterwegs und immer froh, wenn er, ein gnädiger Zufall gewährt es selten, ein zweites Mal in den gleichen Whirlpool steigt, oder dort sogar ein zweites Mal die gleiche Dame antrifft. Während der Vovo bei professionellen Körper-Assistentinnen seine Jetlag-bedingten Verspannungen in strenger Zucht unter verhaltenem Stöhnen abarbeitet, um desto schneller wieder 150% seines Wertschöpfungsvermögens in den Dienst seiner AG stellen zu können, hält sich der Angestellte träge aus dem Bürofenster blickend mit der Frage auf, wann er eigentlich zuletzt seine Frau gesprochen hat.

Sie arbeiten eigentlich ehrenamtlich. Warum nimmt der Vovo also das viele Geld? Weil er es kriegt. Es ist ja da. Nicht, dass es ihm viel bedeuten würde. Denn sein wahrer Lohn ist ein Lächeln. Sein Lächeln. Das spitze, steife Lächeln, das seine Gesichtszüge sieghaft verzieht, wenn wieder einer der aufstrebenden Lohnabhängigen sich dazu erniedrigt, ihm die immer gleiche Strophe zu entlocken:
„Hehe, schon wahr, aber sie übertreiben, Schulze. So unersetzlich bin ich nicht. Natürlich, es gibt auch noch ein paar, vielleicht zwei, andere Vorstandsvorsitzende, die fast Vergleichbares leisten. Aus Ihnen wird noch was, Schulze. Sie sehen die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel.“
Von ganz unten.
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Eigentum verpflichtet

Heute warne ich Sie vor verwirrten Journalisten. Am 13.12.07 schrieb Thorsten Denkler aus Berlin in der Süddeutschen Zeitung (URL: /wirtschaft/artikel/421/148071/) die Worte: "Eigentum verpflichtet. Ein guter Satz - von der Wirklichkeit überholt.“
Warum? Darum:
„Das Grundgesetz stammt noch aus einer Zeit, als der Unternehmer in der Regel alleiniger Besitzer seiner Produktionsstätten war… Die Botschaft lautete im Zweifel: Gewinne lieber ins Unternehmen stecken, als in die eigene Tasche wirtschaften… Diese Zeiten sind vorbei: Heute bestimmen börsennotierte Aktienunternehmen das Wirtschaftsgeschehen. Den Besitzer als Person gibt es nicht mehr.“

Herr Journalist Denkler in Berlin, ich will mich nicht mit Argumenten aufhalten, die Sie gewiss nicht verstehen wollen und die mir so sehr einleuchten, dass es mich fast schon wieder langweilen müsste, sie Ihnen her zu buchstabieren. Aber ich helfe Ihnen auf kürzerem Wege weiter: Sie finden unten eine Liste von Namen, die sie zur Klärung des von Ihnen behaupteten Sachverhalts bitte – Journalisten können sowas – anrufen. Stellen Sie den Damen und Herren dann drei investigative Fragen:
1) Gibt es Sie als Person noch?
2) Wenn ja, würden Sie auch bejahen, dass sie das Wirtschaftsgeschehen mit bestimmen?
3) Dient das möglicherweise dem Ziel, dabei erwirtschaftete Gewinne in Ihrer Tasche anzusammeln?

Das sind Ihre Informanten (ich nenne nur deutsche, damit Sie nicht zu lange telefonieren müssen. Die Ziffer hinter dem Namen gibt das von Forbes geschätzte Vermögen in Milliarden US$ an):
Karl Albrecht 20,0 Aldi Süd
Theo Albrecht 17,5 Aldi Nord
Michael Otto & Familie 13,3 Otto-Versand
Adolf Merckle 12,8 Ratiopharm
Susanne Klatten 9,6 BMW, Altana
Reinhold Würth 9,0 Würth-Gruppe
Maria-Elisabeth Schaeffler u. Sohn Georg F. W. Schaeffler 8,7 Schaeffler KG
August von Finck junior 8,4 Investition
Stefan Quandt 7,6 BMW
Johanna Quandt 6,7 BMW
Curt Engelhorn 6,4 Boehringer Mannheim
Hasso Plattner 6,0 SAP
Erivan Haub & Familie 6,0 Tengelmann-Gruppe
Klaus-Michael Kühne 5,9 Kühne + Nagel
Karl-Heinz Kipp 5,7 Textilhandel Massa-Kipp
Madeleine Schickedanz 5,5 Arcandor
Otto Beisheim 4,5 Metro
Hubert Burda 4,3 Hubert Burda Media
Reiner & Michael Schmidt-Ruthenbeck 4,3 Metro
Wolfgang Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Michael Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Andreas Strüngmann 4,0 Hexal
Thomas Strüngmann 4,0 Hexal
Anton Schlecker 3,8 Schlecker
Reinhard Mohn & Familie 3,5 Bertelsmann
Friede Springer 3,2 Axel Springer AG
Stefan Schörghuber 3,0 Schörghuber Unternehmensgruppe
Otto Happel 3,0 GEA Group
Klaus Tschira 3,0 SAP
Axel Oberwelland 2,6 August Storck KG
Hugo Mann & Familie 2,6 Wertkauf
Heinz Bauer 2,6 Bauer Verlagsgruppe
Heinz-Horst Deichmann 2,6 Deichmann Schuhe
Joachim Herz 2,5 Tchibo Holding AG
Hermann Schnabel 2,4 Helm AG
Günter Herz 2,3 Tchibo Holding AG
Daniela Herz 2,2 Tchibo Holding AG
Eugen Viehof & Familie 2,1 Allkauf-Gruppe
Albert Prinz von Thurn und Taxis 2,0 Thurn und Taxis
Andreas von Bechtolsheim 1,9 Sun Microsystems
Sylvia Ströher 1,9 Wella
Hans-Werner Hector 1,9 SAP
Ingeburg Herz 1,8 Tchibo Holding AG
Rolf Gerling 1,7 Gerling
Dieter Schnabel 1,6 Helm AG
Martin Viessmann 1,5 Viessmann
Paul Riegel 1,5 Haribo
Hans Riegel 1,5 Haribo
Peter Unger 1,3 Auto Teile Unger
Anneliese Brost 1,3 WAZ-Mediengruppe
Dietmar Hopp 1,2 SAP
Georg-Dieter von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Stefan von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Monika Schoeller 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Friedhelm Loh 1,0 Friedhelm Loh Group
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Doc Vogl antwortet: Klärende Worte zu einigen unbeantwortet gebliebenen Fragen des Homöopathieopas Samuel Hahnemann.

samuelhahnemann
Der Urgroßvater der Minimaldosierung erlebte die Antworten auf diese Fragen nicht mehr. Doch das lässt sich nachholen:

„Hat wohl die purgierende Strauchkugelblume etwas mit der unkräftigen Statice in der Familie Aggregatae gemein?“
Doc Vogl sagt: Nein.

„Läßt sich von der Zuckerwurzel etwas ähnliches als von der Wurzel der giftigen Nebendolde oder des Giftwütherichs erwarten, weil sie zusammen in der Schirmfamilie stehen?“
Natürlich nicht.

„Hat wohl (in der Familie hederaceae) der gar nicht unschuldige Ewigepheu mehr Aehnlichkeit mit der Edelweinrebe als etwa im äussern Wuchse?“
Wohl kaum.

„Läßt sich vom Klebmeyer etwas ähnliches als von der oft tödlichen Spigelia marylandica erwarten, weil sie beide unter den Stellatae stehen?“
Das würde kein vernünftiger Mensch behaupten.

„Welche Aehnlichkeit der Wirkung findet man zwischen der Melone und der Eselspringgurke aus derselben Familie Cucurbitaceae?“
Keine, Samuel, wirklich keine.

„Und nun in der Familie Solanaceae, wie paaret sich die schmacklose Königskerze mit der brennenden Sommerbeißbeere oder der die ersten Wege krampfende Tabak mit den die natürlichen Bewegungen des Darmkanals hemmenden Krähenaugen?
Sicherlich nur ungern.

„Wirkt der wässerige Pfennigweiderich der Fieberkleeblume ähnlich, oder die unkräftige Primelschlüsselblume dem drastischen Erdscheibeschweinsbrode in der Familie Rotaceae?
Das zarte Primelchen und der drastische Erdscheibeschweinsbrode? Niemals!

„Läßt sich von den Eigenschaften der die Harnwege stärkenden Sandbeerbärentraube auf die des erhitzend betäubenden Schneerosegichtstrauchs in der Familie Bicornes schließen?“
Das wäre mir neu.

„Ist in den Verticillatae die kaum etwas adstringirende Gottheilbraunelle und der unschuldige Kukukgünsel mit dem ätherischen Katzengamander oder dem feurigen Kreterdost nur in irgend einem Betrachte zu vergleichen?“
Ach wo.

„Wie weit entfernt sich die Glycyrrhiza von der Geoffroya in der Wirkung, obgleich in derselben Familie Papilionaceae?“
Lichtjahre. Mindestens.

„Den Filipendelwedel und die Rothheiltormentille vereinigt die Familie Senticosae und doch, wie unähnlich an Eigenschaften?“
Sehr unähnlich, Samuel, sehr unähnlich, haben wirs dann bald?

„Der Johannisbeerribes und die Lorberkirsche, der Vogelbeerspierling und die Pfirschmandel, wie ungleich an Kräften, und doch in derselben Familie Pomaceae! – Die Familie Succulentae vereinigt die Mauerpfefferfetthenne und den Gemüßportulak, gewiß nicht wegen ähnlicher Wirkungen! – Wie kömmt der Storchschnabel mit dem Purgirlein, der Sauerkleelujel mit der Bitterquassie in eine und dieselbe Familie?“
Hm, die Natur ist halt sonderbar, oder?

„doch nicht wegen Aehnlichkeit der Kräfte?“
Natürlich nicht. – Wars das dann?

„Wie ungleichartig an Arzneikraft sind alle die Glieder der Familie Ascyroideae! – und die der Dumosae! – und die der Trihilatae!“
Ja ja, Du altes Grübelköpfchen, jetzt gib halt einmal

„in der Familie Tricoccae, was hat da die fressende Euphorbienwolfsmilch mit dem für die Nerven nicht gleichgültigen Buchsbaum für Gemeinschaft? – Das unschmackhafte Glattbruchkraut, die scharfe Kermesphytolacke, der erquickende Ambergänsefuß und der brennende Wasserpfefferknöterich,“
Keine Gemeinschaft, wirkllich keine, aber jetzt ist es dann gut, ja?

„ wie ungleich wirkend sind die Scabridae! – Was soll die blos schleimig milde Weißlilie neben dem Knoblauch oder die Meerzwiebel, was der Eßspargel neben der giftigen Weißnieswurzel in der Familie Liliaceae?“
Stop.

Samuel, Samuel,– das staunende Sich-Wundern ist der Anfang der Wissenschaft. Bei manchen aber auch ihr Ende.

(http://www.mickler.de/journal/versuch-prinzip-1.htm)
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Falsche Bergarchitekten

Meiden Sie http://www.bergarchitekten.ch/
Die schwyzer Blöffär heissen nur so, sind aber gar keine Bergarchitekten, sondern ordinäre Gebäudearchitekten in Zürich. Des hätts mit Fliiss gmachet, odr?
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Wo Protestantenherzen brennen

Die ev. Akademie in Loccum verzeichnet eine Veranstaltung mit dem Titel „Brannte nicht unser Herz…“. Kurz drübergelesen wird mir klar: Es geht um spirituelle Medizin gegen Sinnmangel.

Der Beipackzettel beginnt mit diesem Satz: „Spiritualität gilt als gesellschaftlicher Megatrend - Das Wort ist zu einer Chiffre für Sehnsüchte unserer Zeit geworden.“

Und er endet damit: „Die Leitfrage für die gesamte Tagung wird sein, wie evangelische Spiritualität heutigen Sinnsuchern begegnen kann. Der Religionssoziologe Prof. Dr. Knoblauch wird die vielfältige Spiritualitätsbewegung als gesellschaftliches Phänomen analysieren. Der Theologe Dr. Michael Nüchtern wird sein Konzept einer evangelischen Spiritualität zur Diskussion stellen.“

So kenne ich die Protestanten. Zuerst locken sie mich, mit meinem vor Sehnsucht brennenden Herzen doch mal bei ihnen vorbei zu schauen, was ich auch möchte, voll der Hoffnung, es gebe dort eventuell ein wenig spirituellen Balsam auf meine vom Suchen nach Sinn wund gelaufenen Füße; am Ende vertreiben Sie mich dann aber regelmäßig mit dem Knoblauch ihrer Analysen und halten sich nüchtern an Konzepten fest. Und das geht ja auch viel besser ohne den Doktor Vogl.
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Creepy encounter with fat and freaky US Citizens in the peaceful Bavarian Alps

Bild 1

Hüten Sie sich im Gebirge vor dicken Amerikanern, die sie schmierig angrinsen. Diese kulturell verwahrlosten Soziopathen tragen Waffen, arbeiten in Privatgebirgsjägerarmeen und schiessen auf alles, was ihnen den Weg zur Tankstelle blockiert, Appetit macht oder als Souvenir in den Rucksack passt. Das Kamel im oberen rechten Bildeck kennt die Alpen-Amis bereits. Und tut so, als wäre es ein Fels. Raffiniert.
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Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden

Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.

Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.

Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum
prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.

Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
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Schäuble

Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.

So warnen Sie Schäuble fernmündlich:

- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.
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