Nachrichten

Für die Zeit ist mir die Zeit zu schade

Die Recherche des Gerontojournalismus der Zeit geht so: Die Israelis haben da wieder was angestellt. Wer fährt mal runter zu den Opfern in die Türkei zur IHH? Du? Danke. Und frag die hilfsbereiten Türken mal, ob sie wirklich so radikalislamisch von der Hamas ferngesteuert werden.
Die gefragten Mitglieder der IHH, die ein engelsgleiches Gesicht aufgesetzt haben, antworten auf die investigative Frage, ob sie von der Hamas gesteuert sind, mit „Absurd.“ Alles brave Leute da unten, meldet der Zeitjournalist darauf beruhigt nach Deutschland. Haben es selber so gesagt. Die hatten keine politischen Absichten mit dem Gazahilfskonvoi, hatten bloß schonmal was über Ägypten geschickt und wollten´s halt diesmal übers Meer versuchen, nicht?

Wer etwas über die IHH, die den Konvoi initierte, erfahren möchte, kann sich beispielsweise bei Israels Botschaft informieren. Für wen das wegen sowieso zu erwartender israelischer Falschmeldungen nicht geht, der möge zur FAZ greifen. Die können wenigstens denken. Bei der Zeit ist das Licht der Vernunft längst erloschen.
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Volksabstimmung

In der SZ kriegt sich ein Herr Käppner garnicht mehr ein vor Glücksgefühlen und demokratischem Furor. Es pocht derart in seinem Herzerl, dass er in der Headline ein Stakkato von vier Ausrufezeichen unterbringt: Wir! sind! das! Volk!
Dann kommt eine Suada von Schmarrn über Gauck vs. Wulff und warum das Volk der Souverän ist. Das erspare ich Ihnen, hier zu wiederholen. Aber dann steht da doch ein kluger Satz, der geht so: „Aber Plebiszite sind ja gar kein Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie. Sie sind eine Ergänzung, ein kräftiges, stärkendes Mittel gegen den verbreiteten Verdruss an Politik, Parteien und Parlament.“ Genau so ist es. Plebiszite sind ein Zuckerl, das einer Bevölkerung die Laune zum Mitmachen erhalten soll, die über die Länge der Zeit und die Breite der Enttäuschungen längst gelernt hat, dass zynischsten Spott verbreitet, wer die Wähler irgendwie als Souverän des Landes darstellt. Sowas tropft dem Käppner so ziemlich automatisch aus dem Kopf in die Tasten fürchte ich. Was mir zeigt, der ist nicht ganz dicht.

Gegenprobe. Was würde geschehen, wenn eine Volksabstimmung zur sofortigen, ersatzlosen Abschaffung des Erbrechtes aufgelegt werden würde? 90 % der Bevölkerung würden davon sofort profitieren. Die deutsche Auslandsverschuldung wäre über Nacht getilgt, der Sozialstaat stünde in voller Blüte, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt wäre zum ersten Mal in der Geschichte geschaffen. Ja, auch Sie, stirnrunzelnder Herr Leser mit den 250.000 per annum würden gewinnen. Was Sie Ihren Kindern hinterlassen, sind nämlich summa summarum und sub specie Gebrüder Aldis betrachtet: Peanuts.

Nur wird es eine solche Volksabstimmung nie geben. Dann wäre das Volk ja der Souverän über seine Interessen. „Gott bewahre!“, schreit halb Davos und der ganze Bundestag, „so weit käm´s noch.“
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Liveticker WM-Kicker

0:4 gegen Argentinien. Das ist ein schönes Ergebnis, wenn man den Deutschen was gönnt im Fussballsport.
Aber natürlich ein peinliches sportliches Versagen gegen das 20:30, mit dem die Spanier Paraguay beschämt haben.

Bildschirmfoto 2010-07-03 um 17.53.54
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Free Gaza

Wenn in Hannover Jugendliche mit Steinen nach einer israelischen Tanzgruppe werfen und dabei mit Megaphon „Juden raus“ schreien, dann frage ich mich schon: Wer hat denen das beigebracht? Ist da nirgends ein Erwachsener, der den Saubuam die Flüstertüte abnimmt und ein paar hinter die Löffel gibt? Nein? Sind sich von groß bis klein alle einig in der Sache? Das habe ich befürchtet.

Kurze Anleitung zur Diskussion solcher Vorfälle. Gespräche darüber sollten unter einfühlsamen und selbstverständlich antifaschistischen Antisemiten bitte möglichst in dieser Art ablaufen:

„Mann, Scheiße, werfen die einfach mit Steinen nach den Juden. Das erinnert an böse Zeiten. Keine gute Presse für Deutschland.“
„Stimmt schon, aber schaumal, wenn die auch alles dafür tun, um den Zorn auf sich zu lenken. Weisst schon, Gazablockade, Schiffskonvoi, der ganze imperialistische Mist eben.“
„Hast schon recht. Sie machen´s einem nicht leicht, sie zu mögen. Ehrlich nicht.“
usw. und so dämlich fort.

Das ist so das geistige Grundgerüst für Gespräche, mit denen den zurückgebliebenen, Gewalt verherrlichenden, sämtliche Menschenrechte verhöhnenden Feinden Israels der Rücken gestärkt wird: Zwingen uns doch die Juden tatsächlich schon wieder dazu, zum Täter an ihnen zu werden. Wie ungeschickt aber auch.

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Soros, die Kassandra unter den Heuschrecken

Wenn einer der wirklich was zu sagen hat, was sagt, sollte man zuhören. Soros, eine der US-Megaheuschrecken, fordert von Deutschland einen Beitrag zur Überwindung der Krise, die er selbst mit Wetten gegen den Euro angeblich noch vergrößert hat. Deutschland solle nicht so verbissen sparen, sonst halten die anderen, im Export schwächeren EU-Länder nicht mehr mit, bleiben auf ihren Gütern sitzen und fallen in eine Deflation: „ Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie.“ An der dem Soros wieviel liegt? Eben. Warum sagt er es dann? Weil er in der Leiche Europas nicht mehr herumspekulieren kann. Das hat einen gewissen Weitblick, der den deutschen Politikern fehlt, die offenbar glauben, Sie könnten jetzt den zweiten Weltkrieg doch noch im Nachgang gewinnen und die anderen EU-Länder wirtschaftlich unterwerfen. Aber wer soll dann noch die deutschen Autos kaufen, wenn es am Ende heisst: Operation gelungen, Patient tot? Noch geht bissel was: Die klammen Griechen wehren sich zwar ein wenig, sollen aber dennoch deutsche Kampfflugzeuge kaufen, – schließlich erhalten sie von Deutschland üppig Kredit. Wenn die PIGS plus Italien aber irgendwann garnichts mehr kaufen können, was dann? Dann liegt auch der deutsche Export darnieder und der Soros bekommt recht.
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Wofür sich Vorstandsvorsitzende so interessieren

Tony Hayward spart gewinnorientiert einige Tausender bei der Sicherheitstechnik einer Tiefseeölförderanlage ein, zerstört damit für´s erste das Erwerbsleben einiger tausend Menschen, Folgeschäden unbekannt, und spricht dann dazu den Satz: „Ich will mein Leben wiederhaben.“ So winselt der Multimillionär ehe er zur Regatta antritt, weil er ein einziges Mal in seinem Leben dazu gezwungen war, sich für die Folgen seiner Taten öffentlich zu entschuldigen. Und dennoch gibt uns dieser, ich sag mal: Pestfetzen, dieses vertierte Ohrfeigengesicht, diese ölige Schande auf zwei Beinen ein lehrreiches Exempel. So wunderbar ist die Welt eingerichtet, liebe Leser. Denn jetzt ist auch dem eifrigsten Untertanen der Kapitalmaschine klar, was einen Vorstandsvorsitzenden allein interessiert: Nichts außer ihm selbst. Viel Spaß beim Segeln, Tony, und „Mast- und Schotbruch“, aber hallo! Nimm doch den Ackermann mit, bitte! (In meinem Kühlschrank steht eine Flasche Sekt, für den Fall, dass eins meiner Lieblingsekel abtritt. Da steht jetzt auch „Tony „Beyond Punishment“ Hayward drauf. Ich warte.)
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Köhler lässt sich zum Abschied einen blasen:

Den St. Louis Blues beim Zapfenstreich. Die interessantere Meldung wäre zwar, dass der Bundesmastermind sich nach seinem hysterischen Hinschmiss in alle Zukunft Jahr für Jahr 200.000 aus dem Steuersäckel greifen darf plus Limousine, persönlichem Referenten und einer Sekretärin in einem Büro seiner Wahl. Womit sich die dämliche Frage der SZ, wie er sich wohl „fühle“, erübrigt. Die sollen sich lieber fragen, wie sich seine Mitarbeiter fühlen, die sind jetzt nämlich arbeitslos.
Aber mit der Fellatioheadline werde ich meinen Besucherrekord toppen, keine Frage. Von der Bild lernen , heisst siegen lernen („Horst ... weg!“, „Ösis verhöhnen Deutschland“ „Das wilde Sex-Leben der Kennedys“).. Wobei m. E. die Hamburger Morgenpost diesmal noch besser war als die Bild: „Bundes-Horst macht die Biege“ ist ein Gigant unter den Headlines.
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Prawda

Vor diesem Artikel warne ich nicht:
http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/would-my-flotilla-to-khodorkovsky-be-shot/407327.html
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Mission accomplished

Wenn ein Rudel bekennender Antisemiten sich mit Rollstühlen und Fertighäusern übers Meer nach Gaza aufmacht, obwohl sie bereits vorher wissen, dass sie dort nie ankommen werden, dann hat diese ebenso dumme wie offensichtliche Provokation genau diese Ziele: Israel weiter zu isolieren und den letzten Verbündeten unter den „Muslimen“ zu nehmen: Die Türkei. Bravo, sie haben beides erreicht. Und damit es auch auf jeden Fall klappt, mussten der Paech und seine linken Rechten auch noch mit der Axt rumfuchteln und versuchen, einen Soldaten zu entwaffnen. An diesem hässlichen Vorfall können Sie alles über Antisemitismus lernen, was es zu lernen gibt. Der Antisemit schafft sich seinen Juden nach seinem Bild. Gehasst hat er ihn schon vorher. Der Grund dafür wird, wenn es sein muss unter Einsatz des eigenen Lebens, nachgeliefert. Hoffentlich weiß Obama, was dieser Vorfall bedeutet.
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Miezen, hergehört!

Ihr lebt jetzt im 21. Jahrhundert:
http://twentyfirstcenturycat.wordpress.com/
Schon gemerkt?
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Wenn Technokraten antworten

Ein Journalist fragt Steve Jobs, was sein neuestes Produkt wohl mit einer „Revolution“, also einer erkämpften Freiheit gemein habe. Schließlich sei das ein von Apple sehr reglementiertes, gar nicht auf Freiheit abzielendes Produkt und seine Bewerbung als revolutionäres Gerät damit eine Frechheit. Er meint die Freiheit der Menschen, zu tun oder zu lassen, was sie wollen.
Jobs antwortet darauf mit Datenschutz, Stromverbrauch und seltsam, seltsam, Freiheit vor Pornographie. Mit den Punkten eins und zwei gibt er zu verstehen, dass er die Frage des Journalisten nicht versteht, der dritte Punkt ist wahrscheinlich in Apples Designabteilung bei einem Meeting für „Clean content“ festgelegt worden: „Hey, diese uncoolen Pornoseiten für uncoole Wichser machen das ganze edle Look&Feel auf dem Touchscreen kaputt. Wir wollen sie nicht auf unseren stylishen, magischen Geräten für cleane Werbetussis haben, o.K.? Steve, kannst Du nicht dieses schlimme, hässliche Pornoflash verbieten lassen? Bitte, bitte.“
Am Ende watscht er den Journalisten ab, der solle sich trollen, schließlich habe er noch nichts Großes geleistet. Lies: „... nichts wie meine tolle iPad-Produktinnovation, Du investigativer Wurm.“
Ich weiß ja nicht, was der Journalist noch so vor hat, aber sollte es in die Richtung seiner Frage gehen, dann wird er für Jobs eine Laterne reservieren können.
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Schon wieder einer, der so heisst, wie er redet

Der Mixa ist kein Bischof mehr und der Generalvikar spricht in der SZ so von einem „Neuanfang“: "Ich bitte die Gläubigen, den Klerus und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Zeit die Einheit der Kirche zu wahren“. Also die Klappe zu halten und weiterzumachen. Was soll denn auch „Neuanfang“ heissen, bei einer Institution, die seit zweitausend Jahren Ihre Kraft aus der Beharrung und einem beispiellosen geistigen Stillstand zieht? Aber dass der Generalvikar dann auf den Namen Karlheinz Knebel hören muss, – so viel Offenheit in den kirchlichen Absichten versöhnt mich ja schon fast wieder.
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iAd

Gibt es dieses Gesetz schon? Wenn nicht, dann wünsche ich, es möge das Doc-Voglsche-Entwicklungsgesetz heissen. Es lautet so:

„Jedes, auch das gehypteste Unternehmen wächst, bis es evil wird.“

Das ist unausweichlich.
Na, so richtig neu ist das Gesetz vielleicht garnicht.
Kenner der Materie flüstern jetzt leise „Gesetz der Kapitalakkumulation“. Aber das versteht heut ja kein iPod-Käufer mehr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir noch mehr Details über die Geschäftspraktiken von Apple erfahren. Keine davon werden den „Ich-bin-ein-Mac“-Jobsjüngern gefallen, die dem ruchlosesten Vorstandsvorsitzenden nach Josef Ackermann jeden neuen Fetisch mit frenetischem Applaus aus der Hand reissen - und wenn es eine Fernbedienung für 500 Euro ist, Verzeihung, ein iPad.
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Cloud Computing ist nützlich

Das FBI ermittelt in Google Docs Accounts. Jetzt weiß ich endlich, wofür Cloud steht: Central information Lounge Operated for Unidentified intelligence services Delight. Also: Wenn alle fleissig mitmachen beim Cloud Computing spart sich das Innenministerium die Kosten für Bundestrojaner.
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Tabu?

Unter der Headline „Das israelische Tabu“ stellt Peter Münch in der SZ eine tabulos dumme Frage: „Israels geheime Atomwaffen sind die schwache Flanke von US-Präsident Obama im Kampf gegen Irans Bombe. Warum soll Jerusalem geduldet werden, was Teheran verboten ist?“ Die Antwort ist so schlicht: Weil es Israel sonst bald nicht mehr geben würde. Die Frage auch nur zu stellen impliziert, dass das so schlimm auch wieder nicht wäre. Hauptsache es gibt im Duell Israels gegen die ca. fünfzehn Staaten des Nahen Ostens, die Israel von der Landkarte tilgen wollen, gleiche Waffen auf beiden Seiten. Und dann noch „Israels geheime Atomwaffen“ – verschlagen sind sie auch noch, die Juden, und stellen Ihre A-Bomben nicht öffentlich am Marktplatz aus.

Wenn ein deutscher Journalist zu dem Wort „Tabu“ greift, weiß man, er möchte gern ein bisschen mit den Wölfen heulen und der Welt die Juden erklären, resp. den Juden die Welt. Die kleine hässliche Welt der Antisemiten, in der Juden nichts zu suchen haben.
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Stalin Kachelmann

Ein gescheites Opfer weiß natürlich früher als der Richter, wer ein Täter ist, über den deshalb berichtet werden muss, damit nicht wieder ein riesiges Unheil vertuscht wird, wie damals beispielsweise der Bananen- und Fernreiseentzug während der DDR-Volksfolter unter Walter „Stalin“ Ulbricht. Deshalb schaltet sich mal der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in die Causa Kachelmann kritisch ein: „Wie im Ersten ist auch im MDR nicht wegen des Verdachts der Vergewaltigung berichtet worden. Das kritisiert Rundfunkratmitglied Bernd Müller-Kaller, der sächsische Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus.
Und wieder ein Peinlichkeitsrekord der SZ. Sie zitiert einen Juristen mit den Worten: „Die Medienberichte "über angeblich verübte Straftaten beeinträchtigen den Beschuldigten stets ausgesprochen erheblich in seinem Persönlichkeitsrecht“ – in der s e c h s t e n Meldung zu diesem angeblichen Verbrechen in zweieinhalb Tagen. Qualitätsjournalismus vom Feinsten.
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Trendsport Selbstmord: Spanien geht voran

Der Selbstmord war 2009 die häufigste nicht natürliche Todesursache in Spanien. Mich wundert das seltsame „nicht natürlich“ an der Beschreibung der Suizide. Ja was sind sie denn dann? Psychisch bedingte Selbstmorde? Soziale? Unerklärliche? Nachdem die Menschen im Allgemeinen ganz gerne leben, sollte der natürliche Grund der Selbstmorde da zu suchen sein, wo die Lebenslust am Ende ist: in der Verzweiflung. Würden die Statistiker aber korrekt schreiben „2009 war in Spanien das Jahr der Verzweiflungstoten“, dann wäre das vielleicht einfach a) zu traurig für die Presse und b) würde Fragen wecken nach dem Warum. Sowas hat Gründe. Schon Peter Hacks hat die enorme Selbstentleibungskraft des Kapitalismus betont. Es wundert mich also nicht, dass die Menschen in der Krise dem System in den Abgrund nachspringen. Es geht zur Not aber auch ohne Verzweiflung. Auf Platz zwei der Statistik nicht natürlicher Todesursachen stehen die Verkehrstoten, gleichsam die natürlichen, dem System immanenten Selbstmorde im Kapitalismus. 2008 waren es in Spanien 3008 Menschen, die meisten geopfert auf den Altaren der Automobilindustrie. Der Glaube an die individuelle Mobilität, die angeblich etwas mit der Freiheit der Bürger zu tun haben soll, ist die wirksamste Anleitung zum Suizid, eine, die neben den Mitteln zum Freitod immer wieder auch gleich den Grund mitliefert. Siehe oben.
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Deutschland diskutiert:

„Sind Hartz-IV-Empfänger wirklich so arm?“ So fragt augenzwinkernd die Bild am Faschingsdienstag. Zum Fasching mal was Munteres titeln, dachte sich der Diekmann. „Sooo schlecht geht´s denen ja wohl auch nicht, wenn sie sich noch unser Titten- und Deutschlandmagazin leisten können. Hehe.“
Gegenfrage: „Deutschland diskutiert: Sind Milliardäre wirklich so reich?“ Jetzt mal nur nicht gleich in die Neidfalle tappen. Kommt doch auf den Standpunkt an, oder? Sollte sich mithilfe der Bildzeitung ein Doppelkonsens ausdiskutieren lassen, der besagt, Milliardäre seine nur so lala ein wenig ziemlich reich, aber Hartz-IV-Empfänger nun halt sahelzonenvergleichsmäßig schon noch ganz schön im grünen Bereich, dann könnten die Empfänger den Milliardären vielleicht ein kleinwenig Geldes abgeben, damit die Gesamtbilanz wieder stimmt. Deutlicher stolzer Reichtum hier – mitleidheischende Bettelarmut da.
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Schweinegrippchen

Hamburger Abendblatt 14. August 2003:
20 000 Grippetote in Deutschland
Marburg. Die ungewöhnlich starke Grippewelle des vergangenen Winters hat in Deutschland bis zu 20 000 Menschen das Leben gekostet, schätzt die Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg. Die meisten Opfer waren älter als 60 Jahre.

(http://www.abendblatt.de/vermischtes/article203028/20-000-Grippetote-in-Deutschland.html)

SZ heute:
In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 192.000 Fälle der neuen Influenza registriert. 94 Menschen starben. Europaweit verzeichneten die Behörden rund 1370 Todesfälle, weltweit wurden fast 19.000 gezählt.
(http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/389/497691/text/)

Wenn weltweit fast so viele Menschen an einer Grippe sterben, wie sonst schon mal in Deutschland in einem Winter, dann ist das also eine Pandemie. Anders gesagt: In Deutschland hat eine Pandemie stattgefunden, wenn im Vergleich zum Winter 2003 immerhin 0,47 % der Grippetoten zu beklagen sind. Was wir als Schweinegrippe erleben durften, war eine Gesundheitsepidemie, nichts anderes.
Bleibt die Frage: Spinnen die jetzt alle in den Medien mit ihrer hysterischen Berichterstattung über weniger als Nichts? Oder sind die bereits flächendeckend „durchfinanziert“ von der Pharmaindustrie?
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Massimo Tartaglia ...

...hat Berlusconi einen Mailänder Miniaturdom ins Gesicht geschmissen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/206/497510/text/
Grazias, Massimo. Sie sind Katholik? Dann haben Sie ja jetzt Ihrem Herrgott gezeigt, was er mit dem echten Dom tun könnte, wenn er ein Herz hätte für Italien.
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Warum nur?

Aussenpolitik ist für mein kleines Köpfchen offenbar eine zu große Denkaufgabe. Verstehen Sie, warum die USA in den Irak einmarschiert sind, wenn es dabei offensichtlich nicht um Öl ging? Lesen Sie das:
http://www.wadinet.de/blog/?p=2385
Das ist alles sehr undurchschaubar. Bleiben eigentlich nur noch Motive der privaten Bereicherung bei Bush/Cheney/Rumsfeld e.a. Ich würde mich nicht wundern, wenn morgen die USA die Dänemark befreien. Massenvernichtungswaffen kann man sich ja nicht nur in der Wüste halluzinieren. Und um an den Kriegsfolgen zu verdienen, spielt es auch keine Rolle, wo alles zu Klump gebombt wird. Hauptsache der Gegner ist hinreichend wehrlos. Sonst kommen mit den Bau-, Lösch- und Bewachungsaufträgen auch zu viele Särge heim.
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Committee to Protect Journalists

In der Telepolis lese ich (http://www.heise.de/tp/blogs/6/146718), immer mehr freie Journalisten weltweit werden inhaftiert, vor allem Blogger. Glücklicherweise gibt es ein Committee to Protect Journalists (CPJ), dessen Chef etwas konstatiert:

CPJ-Chef Joel Simon konstatiert eine neue Gefährdungslage, die auf viele Freelancer aktuell zutreffe:
"Der Aufsteig des Online-Journalismus hat zwar die Tür für eine neue Generation von Reporten aufgestoßen, aber er bedeutet auch, dass sie Gefahren mehr ausgesetzt sind.“


Wenn Sie dann wieder freigelassen werden, schreiben die Verhafteten vermutlich sowas in Ihre investigativen Blogs:

Ich bin einer aus der neuen Generation von Reporten, denen der Online-Journalismus die Tür aufgestossen hat. Schreibe als Freelancer Blog. Nach meinem Aufsteig las mich Geheimpolizei. Plötzlich traf diese Gefährdungslage, von mir gleich konstatiert, auf mich zu, klingelte an der Tür und führte mich ab …

Das würde ich als chinesischer Apparatschik auch nicht wollen, dass ein Blogger meine geheimsten politischen Pläne aufdeckt und dann in so einer verhunzten Sprache publiziert. Gleichwohl ein Tipp an die „Machthaber“ in aller Welt: Es ist viel billiger ein Lektorat zu bezahlen, als ein Gefängnis. Holen Sie ein Angebot ein beim Dr. Vogl.
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Mantra

Der Kapitalismus hat ein Mantra. Es existiert in vielen Varianten, die alle so enden: „… muss sich lohnen.“ Was anstelle der drei Pünktchen steht, ist gleichgültig. Das Mantra gilt immer. Man könnte auch sagen, alles hat einen Zweck im Kapitalismus. Und zwar alles denselben. So spannend, bunt und individuell ist der freie Markt. Von der Wohnung, über die Frühstückssemmel, die Arbeit, das Buch am Abend bis zu Freizeitaktivitäten und Intimbeziehungen. Lohnen muss es sich. Wofür die Dinge früher einmal da waren, Semmeln, die gut schmecken und dabei satt machen, Wohnungen, die Lebensraum und Wärme schenken – alle diese Zwecke sind dem Mantra untergeordnet. Sie werden zu Nebensachen. Lohnt sich die Semmel nicht, wird sie nicht hergestellt. Das Zweckmäßige fällt halt so nebenher ab, beim Profit machen. Oder auch nicht. Wie schwachsinnig dieses Monozweckwesen ist, wird aufs Grellste deutlich in der Headline „Klimaschutz muss sich lohnen“. Welche Zwecke verfolgte gleich wieder der Klimaschutz? Ach ja, das Ansteigen der Meere sollte verhindert werden, das Ozonloch auch und überhaupt die komplette Verwüstung großer Landstriche in den wärmeren Ländern. Wenn eine Katastrophe abgewehrt werden muss, kann da der Profit bitte einmal ganz kurz schweigen? Nur so kurz, bis in dem ein oder anderen Journalistengehirn sich vielleicht aus der Stille die Frage erhebt: Wer muss den Klimaschutz bezahlen? Eventuell die, die von der Verursachung der Katastrophe zwei Jahrhunderte lang profitiert haben?
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Lambsdorff †

Über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Aber vielleicht die Wahrheit? „Krücke“, wie der Lambsdorff in einem Cartoon der Titanic früher hieß, hat in der Flick-Affäre echte Freundschaft bewiesen und den Rüstungsmilliardär durch sein geschwächtes Erinnerungsvermögen geschützt. Von Meineid war die Rede und wegen Steuerhinterziehung wurde er schließlich auch verurteilt. Aber zu was sonst ist ein FDP-Politiker da? Nur, was steht dann in der Zeitung? „Otto Graf Lambsdorff - Verfechter preußischer Tugend“ (SZ) Das haben die Preussen nicht verdient.
Wenn morgen der Kohl stirbt, heisst es wahrscheinlich auch, „der Kanzler der Einheit – ein Mann, ein Wort“. Auch Kohl hielt sein Wort ja bekanntlich dadurch, dass er keins über seine Lippen kommen ließ. Heimliche Parteispender verrät man nicht. Die industrielle „Pflege der politischen Landschaft“ (Brauchitsch, Flick) wäre sonst in Gefahr.
Wenn wenigstens was Besseres nachkommen würde. Aber der Westerwelle und die anderen Neuen bekommen ja jetzt erst richtig Zugang zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Und sie werden es sich schmecken lassen. Jetzt, wo sie wissen, dass das den Nachruhm eher fördert als behindert. Lambsdorffs preussische Tugend, was für ein schleimiger Schwachsinn.
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Tanz ums Minarett

Viele Schweizer mögen keine neuen Minarette mehr in der Schweiz sehen. Da kommt man schon ins Grübeln: Warum werden die eigentlich gefragt, wenn in der Verfassung steht, Minarette können gebaut werden? Und warum in einer so völlig abwegigen Frage? Und das einzige, was dann diskutiert wird, sind mögliche Auswirkungen auf die Marke „Schweiz“. Das könnten sich natürlich andere, ähnlich unappetitliche Markenländer wie die Dänemark bsplsw. zunutze machen: „Dänemark. Die tolerante Schlickschäre der Minarette“. So tolerant sind die garnicht? Na, dann gibt es hoffentlich auch keine Volksabstimmung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch noch die schlechteste Verfassung besser ist als der Durchschnitt der Bürger in einem Land. Wozu also das Volk fragen, wenn es um Verfassungsartikel geht? Da hätten viele halbwegs zivilisierte Staaten über Nacht wieder die hässlichsten Diskriminierungen in der Verfassung stehen und die Todesstrafe sowieso. Nochmal zur Schweiz: Gaddhafi sollte die gefangenen Schweizer nicht massakrieren. Er sollte ein Einfuhrverbot für Toblerone aussprechen. Das hätte Stil, Weisheit und morgenländische Größe.
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Vorsicht: Der Fortschritt ist nicht zu stoppen ...

Macnews.de schreibt (http://www.macnews.de/news/120223.html):
"Erste Hinweise auf Mac OS X 10.7". Soso. Apple strickt am Betriebssystem weiter. Und ich dachte schon, das wars jetzt. Die finale Version. 10.6. Aber dann hat ein Macnews-Journalist in bester investigativer Manier eine Fehlermeldung analysiert, "die im Text die Referenznummer 11A47 aufweist und diese Referenz verweist auf einen spezifischen Mac OS X Build, " usw. Wahnsinn. Ich war mir so sicher, Apple würde nie wieder eine neue Betriebssystemversion veröffentlichen. Und dann das. Surprise. Der Artikel endet mit dem denkwürdigen Satz: "Eine mögliche Vorstellung des neuen Betriebssystems könnte bereits 2010 erfolgen, auch wenn die Veröffentlichung, sofern Apple den bisherigen Turnus beibehält, erst 2011 erfolgt." Da möchte ich dabei sein, wenn die Veröffentlichung 2010 erfolgt, auch wenn sie erst 2011 erfolgt. Das kann wahrscheinlich wirklich nur Apple und niemand sonst.
Online-Redakteur ist ein schwerer Beruf.
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Hängt ihn ab?

Es gibt einen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat entschieden, dass ein Kruzifix im Klassenzimmer eine Menschenrechtsverletzung darstellt. Denn: "Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz. Es sei nicht zu erkennen, wie das Zeigen eines "Symbols, das vernünftigerweise mit dem Katholizismus verbunden werden kann", dem für eine demokratische Gesellschaft wesentlichen Bildungspluralismus dienen könne." (SZ heute)
Der italienische Innen-Staatssekretär Alfredo Mantovano fragt daraufhin entrüstet, ob denn nun auch der Mailänder Dom abgerissen werden müsse. Ich würde sagen nein, solange keiner versucht, ihn in einem Klassenzimmer aufzustellen.
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Davor warnen die Anderen

"Grippewelle". "Rollt der Grippe-Tsunami aus Bayern über Deutschland?". "Die Welle hat begonnen." Das höre ich alle paar Jahre. Das letzte Mal waren, glaube ich, Hühner schuld, oder?
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
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Voll im Trend: Paradoxe Interventionen in der Politik

Langsam kommt mein Köpfchen nicht mehr mit. Was für einen Reim soll ich mir auf diese Meldungen machen? Ein US-Präsident, der gerade zwei Kriege führt, erhält den Friedensnobelpreis. Ein FDP-Politiker Niebel, der aussieht wie ein missglückter Klon von Ronald Schill, wird Entwicklungshilfeminister, nachdem er vorgeschlagen hatte, dieses Ressort abzuschaffen. Ein manifest paranoider Innenminister, der einmal 100.000 DM von einem Waffenhändler annahm, die dann plötzlich verschwanden und nie mehr auftauchten, woran er sich heute nicht mehr erinnern kann, wird Finanzminister. Ist das ein neuer historischer Trend? Fortschritt durch paradoxe Fehlbesetzungen? Ich lehne diesen Staat ab und bin nicht bereit mich am allgemeinen Wahnsinn der regierenden Politbanden irgendwie zu beteiligen. Wahrscheinlich werde ich dann bald Kanzler.
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Hort des Wahnsinns?

Offenbar gibt es in Nordrheinwestfalen ein paar Politiker, die tatsächlich etwas versuchen, was der Mehrheit Ihrer Kollegen zu anstrengend und zu wenig einträglich erscheint: Denken. Und zwar recht phantasievoll und ohne jede unnötige Selbstzensur. Das beste daran ist, dass diese Linksparteiler ihre Ideen auch veröffentlichen. Da steht dann im "Langwahlprogramm DIE LINKE" beispielsweise das:

"Für dezentrale und kommunale Energieversorgungsstrukturen: die Energiekonzerne – in NRW RWE und E.ON - müssen vergesellschaftet werden, ihre Netze gehören in öffentliches und demokratisch kontrolliertes Eigentum"

und das:

"Die derzeitige Kriminalisierung von Rauschmittel konsumierenden Menschen schafft durch die Zerstörung von Lebensläufen, Vertrauensverhältnissen, Freundschaften und Familien mehr Probleme, als sie vorgibt zu lösen."

und auch sowas:

"[Die Linke ist für] die Abschaffung des Religionsunterrichts und die Einführung eines gemeinsamen Ethikunterrichtes"

Diese Gedanken sind nicht neu, aber es ist erfrischend zu sehen, dass eine Partei sie formuliert, die sogar eine kleine, wachsende Basis hat.

Dazu die Süddeutsche: "Seit die Linke vergangene Woche ihre Thesen vorgestellt hat, die auf dem Parteitag im November zur Abstimmung stehen, herrscht parteiübergreifend Entsetzen. 54 Seiten umfasst der Entwurf, wie üblich aber konzentriert sich die Debatte auf ein paar Punkte: So sollen die Energiekonzerne RWE und Eon "vergesellschaftet", der Religionsunterricht abgeschafft und in der Drogenpolitik ein "Recht auf Rausch" verwirklicht werden."

In dem SZ-Artikel stehen ausserdem die Vokabeln: Absurdistan, zusammenhangsloses Sammelsurium, diese Quartalsirren, Hort des Wahnsinns.

Bevor ich nun die Gretchenfrage stelle und vor zu großen Hoffnungen warne, möchte ich betonen, wie traurig dieses Kasperltheater auch ist. Wenn Ideen zur Verbesserung der Lage ohne den Ansatz einer Diskussion parteiübergreifend mit Entsetzen abgewehrt werden müssen - mit wem soll denn ein an Veränderung interessierter Politiker dann überhaupt noch sprechen?

Die große Frage ist nun: Wann kippen die um? Nach einigen Tagen? Monaten? Nie?
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Verleser

Headline SZ: "Guttenberg und Steinbrück kündigen Spartakus an". Bitte? Es war dann beim erneuten Lesen doch nur der bekannte "Sparkurs". So mogelt sich das Besondere in das allgemeine Banale. Dafür einen Knicks vor der fleissigen Frau Fehlleistung.
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Was lehrt uns das?

Die Tageszeitung schreibt heute zur Eröffnung des weltgrößten Rudelbesäufnisses:
"Wiesenstart 2009: so gemütlich wars schon lang nicht mehr"

Die Abendzeitung heute:
"Wiesenstart 2009: Brutal wie noch nie"

Was stimmt denn nun, was folgt daraus? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich denke, das trifft die Wahrheit: "Die Wiesen war noch nie so brutal gemütlich wie immer". Und daraus folgt auch immer das gleiche: Man muss ja nicht hingehen.
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Der Staat, Frau Zypries und die Killerkids

In der Telepolis lese ich: "Justizministerin Zypries hat den Eindruck, "dass die Verrohung unter Jugendlichen seit Jahren zunimmt. Das mag vor allem daran liegen, dass es bei vielen jungen Menschen an einem vernünftigen Sozialverhalten fehlt." Dem abzuhelfen, empfiehlt sie Jugendarbeit.

Man könnte also der luciden Analyse der Frau Zypris folgend davon sprechen, die Verrohung der Jugendlichen leite sich aus einer gewissen Verrohung her. Klar. Dass der Staat diesen Möchtegern-Gangstarappern aus dem Stadelheim 0 Perspektive gibt, geht in die Ursachenforschung nicht mit ein.

Wer heute nicht das Glück hat, in der schrumpfenden Mittelschicht mit einem halbwegs schlauen Köpfchen geboren zu sein, der endet mit großer Wahrscheinlichkeit als Futter für die Zeitarbeitsfirmen oder in noch würdeloseren Umständen. Er hat sein Leben am Arbeitsmarkt abzugeben, ohne auch nur soviel von dort dafür zurückzubekommen, dass er sich ein halbwegs ausreichendes Auskommen verdienen kann. Kurz: Er gehört nicht mehr dazu, er ist draussen, asozial. Er ist bereits materiell und seelisch aus dem Kreis der Menschen mit einem vernünftigen Sozialverhalten ausgeschlossen.

Er kann sich fast nichts von dem leisten, was die vernünftigen Sozialen haben und kommt nirgends rein, wo die hingehen. Alles zu teuer. Er bekommt nicht die Wohnung, die Frauen, die Bestätigung, die medizinische Versorgung, die Sicherheit, die Hoffnungen, den Spaß, den Urlaub auf Ibiza - nichts. Und Bier und Schnaps, das Lebenselixier der Prekären, mit dessen Besteuerung sich der Staat die Taschen voll macht, aus denen er dann wieder Streetworker und Antidrogenkampagnen bezahlen kann, werden auch nicht billiger.

Killerkids sind notorische Schwarzfahrer. Jetzt fragen Sie: Müssen aus Schwarzfahrern Schläger werden? Nein. Aber aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, erhöht die Wahrscheinlichkeit. Das staatlich geförderte Syndrom Armut in Tateinheit mit täglichem Verarschtwerden ist sicher kein moralischer Grund dafür, sich asozial zu verhalten. Eine Ursache aber schon. Wirtschaft und Staat verhalten sich einer wachsenden Gruppe an Armen gegenüber weder vernünftig noch sozial. Und die armen Streetworker und Fussballclubs sollen´s dann wieder richten. Sozialpädagogik und Vereinswesen sind schön, aber mit Sicherheit nicht die richtige Antwort auf Ungerechtigkeit.
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Mehr Testosteron?

Fünf SZ-Headlines heute:
1) Prügelattacke in Solln - Zivilcourage mit Todesfolge …
2) Junge Schläger in München - Die Tat in Solln ist kein Einzelfall. …
3) "Stumpfe Gewalt mit einem Gegenstand". Folgen einer Schlägerei in Kenia: Der Gutachter sagt gegen Ernst August von Hannover aus. …
4) Beckham rastet aus. David Beckham würgt einen Gegenspieler, …

aber dann:

5) Das Testosteron-Defizit

Wer stimmt eigentlich die Meldungen bei der Zeitung ab? Ich meine, das Gesamtbild ergibt die Prawda, nicht die einzelne Nachricht, oder? Wenn von den Minderjährigen über die vorbildlichen Sportler bis zum alten Adel so ziemlich alle draufloswürgen und -prügeln, was die Fäuste hergeben, dann soll ich an ein Testosterondefizit glauben? Nicht in dieser Welt.
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Revolutiönchen verboten

Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:

„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."

Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.

Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."

Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.

Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
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Piëch am 22.10.2008

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Fröhliche Wissenschaft

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Glauben Sie nicht, was Sie lesen

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und weiter geht´s...

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Vorsicht Grenzwerte

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Der Lektor kommt spät, aber er kommt

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CO2-Killer

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Mastermind Gülen

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Elefantenjagd

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Fußball

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Alternative Treibstoffe aus Geflügel

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Schäuble lädt ein

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Bundespräsident Horst Köhler vermisst eine Entschuldigung. Doktor Vogl auch.

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Schäuble mal wieder

Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“

Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.

http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
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Immobilienkrise erreicht Bulgarien

Diese luxuriöse Shoppingmall im Premiumsegment mitten im fruchtbaren Bulgarischen Kernland wird wohl nie mehr realisiert werden. Das großzügige Areal versteppt, der ruinierte Rohbau ächzt unter der Last geplatzter Kredite, und es zeichnet sich bereits ab, dass auch die Telekommunikationsbranche mit in den Abgrund gerissen wird. So endet der Traum vom Bauboom im blühenden Osten, noch ehe er recht begann.
bauruine
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Süddeutsche Zeitung

SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)

Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:

Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
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Der Zauber treffender Namen

Es ist schon fast gespenstisch schön, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes mit dem Namen „Dr. Papier“ bezeichnet zu lesen. Nomen = Omen: 106 Seiten hatte das heutige Urteil, das erfreulicher Weise dem Schäuble ein paar Reissnägel auf den Weg in den Abgrund streut. Wäre die Welt überall in dieser prästabilierten Harmonie eingerichtet, müsste ich womöglich „Dr. Schreibe“, „Dr. Sorge“ oder „Doc Tor“ heissen, wer weiß.
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Ausstellungen

Verehrte Leser und Freunde der Kunst: Meiden Sie die Ausstellung von Lothar Götter am 7. März, 19 Uhr in seinem Atelier in der Westendstraße 76a Rgb.; gehen Sie nicht zur Ausstellung eines Malers, der ein Pferd so malen kann, dass sich ein Kenner der modernen Kunst gelangweilt abwendet (wenn er es wenigstens falsch herum aufhängen würde), Doktor Vogl aber bescheiden näher tritt und sich beim Maler bedankt für dieses besonders anrührende, interessante und schöne Pferd, das nun die Welt bereichert. Sind die Gemälde besonders gelungen, gebe ich sogar meinen Senf schriftlich dazu. Das ist der zweite Grund, warum Sie da nicht hingehen sollten, Sie müssten das dann lesen.

Gehen Sie lieber zu Rupprecht Geiger ins Lenbachhaus in München. Der kann "gerundetes Blau". Heisst so und sieht auch so aus. Blau. Und rund. Verzeihung: gerundet. Von Hand? Vermutlich. Er kann übrigens auch rot.

gasteig_geiger
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Eigentum verpflichtet

Heute warne ich Sie vor verwirrten Journalisten. Am 13.12.07 schrieb Thorsten Denkler aus Berlin in der Süddeutschen Zeitung (URL: /wirtschaft/artikel/421/148071/) die Worte: "Eigentum verpflichtet. Ein guter Satz - von der Wirklichkeit überholt.“
Warum? Darum:
„Das Grundgesetz stammt noch aus einer Zeit, als der Unternehmer in der Regel alleiniger Besitzer seiner Produktionsstätten war… Die Botschaft lautete im Zweifel: Gewinne lieber ins Unternehmen stecken, als in die eigene Tasche wirtschaften… Diese Zeiten sind vorbei: Heute bestimmen börsennotierte Aktienunternehmen das Wirtschaftsgeschehen. Den Besitzer als Person gibt es nicht mehr.“

Herr Journalist Denkler in Berlin, ich will mich nicht mit Argumenten aufhalten, die Sie gewiss nicht verstehen wollen und die mir so sehr einleuchten, dass es mich fast schon wieder langweilen müsste, sie Ihnen her zu buchstabieren. Aber ich helfe Ihnen auf kürzerem Wege weiter: Sie finden unten eine Liste von Namen, die sie zur Klärung des von Ihnen behaupteten Sachverhalts bitte – Journalisten können sowas – anrufen. Stellen Sie den Damen und Herren dann drei investigative Fragen:
1) Gibt es Sie als Person noch?
2) Wenn ja, würden Sie auch bejahen, dass sie das Wirtschaftsgeschehen mit bestimmen?
3) Dient das möglicherweise dem Ziel, dabei erwirtschaftete Gewinne in Ihrer Tasche anzusammeln?

Das sind Ihre Informanten (ich nenne nur deutsche, damit Sie nicht zu lange telefonieren müssen. Die Ziffer hinter dem Namen gibt das von Forbes geschätzte Vermögen in Milliarden US$ an):
Karl Albrecht 20,0 Aldi Süd
Theo Albrecht 17,5 Aldi Nord
Michael Otto & Familie 13,3 Otto-Versand
Adolf Merckle 12,8 Ratiopharm
Susanne Klatten 9,6 BMW, Altana
Reinhold Würth 9,0 Würth-Gruppe
Maria-Elisabeth Schaeffler u. Sohn Georg F. W. Schaeffler 8,7 Schaeffler KG
August von Finck junior 8,4 Investition
Stefan Quandt 7,6 BMW
Johanna Quandt 6,7 BMW
Curt Engelhorn 6,4 Boehringer Mannheim
Hasso Plattner 6,0 SAP
Erivan Haub & Familie 6,0 Tengelmann-Gruppe
Klaus-Michael Kühne 5,9 Kühne + Nagel
Karl-Heinz Kipp 5,7 Textilhandel Massa-Kipp
Madeleine Schickedanz 5,5 Arcandor
Otto Beisheim 4,5 Metro
Hubert Burda 4,3 Hubert Burda Media
Reiner & Michael Schmidt-Ruthenbeck 4,3 Metro
Wolfgang Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Michael Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Andreas Strüngmann 4,0 Hexal
Thomas Strüngmann 4,0 Hexal
Anton Schlecker 3,8 Schlecker
Reinhard Mohn & Familie 3,5 Bertelsmann
Friede Springer 3,2 Axel Springer AG
Stefan Schörghuber 3,0 Schörghuber Unternehmensgruppe
Otto Happel 3,0 GEA Group
Klaus Tschira 3,0 SAP
Axel Oberwelland 2,6 August Storck KG
Hugo Mann & Familie 2,6 Wertkauf
Heinz Bauer 2,6 Bauer Verlagsgruppe
Heinz-Horst Deichmann 2,6 Deichmann Schuhe
Joachim Herz 2,5 Tchibo Holding AG
Hermann Schnabel 2,4 Helm AG
Günter Herz 2,3 Tchibo Holding AG
Daniela Herz 2,2 Tchibo Holding AG
Eugen Viehof & Familie 2,1 Allkauf-Gruppe
Albert Prinz von Thurn und Taxis 2,0 Thurn und Taxis
Andreas von Bechtolsheim 1,9 Sun Microsystems
Sylvia Ströher 1,9 Wella
Hans-Werner Hector 1,9 SAP
Ingeburg Herz 1,8 Tchibo Holding AG
Rolf Gerling 1,7 Gerling
Dieter Schnabel 1,6 Helm AG
Martin Viessmann 1,5 Viessmann
Paul Riegel 1,5 Haribo
Hans Riegel 1,5 Haribo
Peter Unger 1,3 Auto Teile Unger
Anneliese Brost 1,3 WAZ-Mediengruppe
Dietmar Hopp 1,2 SAP
Georg-Dieter von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Stefan von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Monika Schoeller 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Friedhelm Loh 1,0 Friedhelm Loh Group
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Auch gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten

Abendzeitung 011207.

Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):

„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“

Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).

Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.
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Straubinger Tagblatt

Straubinger Tagblatt 31.10.07
„Straubing. Der evangelische Reformationstag und das katholische Allerheiligen prallen am 31. Oktober auf Halloween. … Das heftig beworbene Halloween, das besonders bei Kindern und Jugendlichen auf Resonanz stößt, empfindet Dekan Georg Birner als "eine gewisse Konkurrenz zu Allerheiligen"; und auch Pfarrerin Elke von Winning warnt vor der Gefahr, dass traditionelle christliche Feste ausgehöhlt werden könnten. Dekan Georg Birner rät zu Nachdenklichkeit… „
(http://www.idowa.de/straubinger-tagblatt/nachricht/nachricht/nac/2262062/red/99.htm)

Diese kleine Nachricht prallte am 31. Oktober auf meine Ganglien und ich versank sofort in tiefer, lang anhaltender Nachdenklichkeit. Wovor will mich Dekan Georg Birner warnen? Vor einer gewissen Konkurrenz zwischen Allerheiligen und Halloween? Wie war das noch?
Na klar. Früher, da sind wir als Jugendliche immer mit diesen wilden Masken als Hesychius von Carteia oder als der besonders erschreckliche Trophimus von Arles, einige Male auch ausgesprochen blutrünstig verkleidet als der Märtyrer Methodius Dominik Trčka von Haus zu Haus gezogen, haben Messwein und Bargeld erpresst und den kleinen Kindern Angst eingejagt. Das waren noch Zeiten. Später dann, Allerheiligen war längst die Abschleppparty Nr. 1, traf sich Alles, was trinken kann, beim Allerheiligen-Rave in den Optimolwerken, nach dem achtzehnten Erbeerlimes rissen wir uns den quietschbunten Allerheiligen-Horrorfummel vom Leib und grölten im Chor „Who the F* is Mutter Theresa?“. Stimmung pur. Aber jetzt? Statt Allerheiligen bloß noch Halloween, Feierverbot in Bayern und Baden-Württemberg und zur Buße eklige Kürbissuppe. Wer hat uns genau davor gewarnt? Richtig. Dekan Georg Birner im Straubinger Tagblatt.
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Der Alb Bote

Der Alb Bote warnte am 24.10. mit dieser Meldung:
„St. Blasien - In St. Blasien startet am kommenden Donnerstag, 25. Oktober, eine neue Vortragsreihe zum Thema "Kraft der Kristalle". Verantwortlich dafür ist Bernd Ruderisch mit seinem "Studio b" an der Hauptstraße. In mehreren Abenden soll das breite Feld der Steinheilkunde in thematisch orientierten Einzelvorträgen nahe gebracht werden.“
(http://www.albbote.de/lokales/st_blasien/art2411,3996530)

Gute Arbeit, Kollegen. Die Gefahr erkannt, den Verantwortlichen ermittelt und umgehend publiziert: Der Ruderisch mit seinem damischen Studio an der Hauptstraße war´s. Wer sonst in St. Blasien? Dabei weiss doch jedes Kind, weshalb Steine keine Heilkunde brauchen: Sie werden einfach nicht krank. Da hilft es auch nicht, Einzelvorträge thematisch zu orientieren. Das ist eben so. Die Schusser leben halt nicht. Ich bitte meine Leser, diesen Hinweis der geschätzten Warner des Alb Boten gebührend zu berücksichtigen.
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