Das ist nicht schlau
06.08.09 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Bedrohungen
allenthalben
Was war das für ein schönes Wort: Schlau. Im
Grimmschen Wörterbuch finden sich einprägsame Verse
wie diese:
„Phyllis, die so reizend ist, ...
freundlich, sinnreich, schlau zur lust.“ (Hagedorn)
So wünscht man sich seine Phyllis doch, schlau zur Lust.
Ramler kennt „dieser augen schlauen witz.“
Und bei Wieland darf sogar die Nacht einmal schlau sein:
„die schlaue Nacht zieht jüngferlich bescheiden
ein wölkchen, wie vom dünnsten silberflor,
dem seitenblick der spröden Luna vor.“
Warum ich das erwähne? Weil irgendwann all die schönen Wörter den Weg in die Köpfe von Betriebswirten finden und dort in aller Regel übel zugerichtet werden.
An das dumme, mit dem billigsten Hilfsverb zusammengeklebte „Ich mach mich mal schlau“ musste ich mich leider gewöhnen. Ich höre einfach weg, wenn es einer sagt. Es gibt aber eine neue Vergewaltigungsvariante, die ich nicht mehr kommentarlos hinnehme: „Sie kennen unsere Produkte noch nicht? Wir werden Sie da mal aufschlauen.“
Aufschlauen. Das ist der Weg, dem kleinen feinen Wörtchen schlau den Garaus zu machen. Zwei Diphtonge, Gott, wie hässlich. Und dann diese blöde augenzwinkernde Witzigkeit, diese jedes Feingefühl verachtende Lust an der Verballhornung unschuldiger Adjektive.
„...dieser Augen aufgeschlauter Witz“ ist einer, über den ich nicht lache. Wie schön wäre es, wenn Sie, ja Sie, Herr Manager, einfach wieder Ihr schlechtes Englisch radebrechen würden anstatt das gute, einfache Deutsch mutwillig in die Kelleretage Ihres Sprachniveaus zu zerren.
„Phyllis, die so reizend ist, ...
freundlich, sinnreich, schlau zur lust.“ (Hagedorn)
So wünscht man sich seine Phyllis doch, schlau zur Lust.
Ramler kennt „dieser augen schlauen witz.“
Und bei Wieland darf sogar die Nacht einmal schlau sein:
„die schlaue Nacht zieht jüngferlich bescheiden
ein wölkchen, wie vom dünnsten silberflor,
dem seitenblick der spröden Luna vor.“
Warum ich das erwähne? Weil irgendwann all die schönen Wörter den Weg in die Köpfe von Betriebswirten finden und dort in aller Regel übel zugerichtet werden.
An das dumme, mit dem billigsten Hilfsverb zusammengeklebte „Ich mach mich mal schlau“ musste ich mich leider gewöhnen. Ich höre einfach weg, wenn es einer sagt. Es gibt aber eine neue Vergewaltigungsvariante, die ich nicht mehr kommentarlos hinnehme: „Sie kennen unsere Produkte noch nicht? Wir werden Sie da mal aufschlauen.“
Aufschlauen. Das ist der Weg, dem kleinen feinen Wörtchen schlau den Garaus zu machen. Zwei Diphtonge, Gott, wie hässlich. Und dann diese blöde augenzwinkernde Witzigkeit, diese jedes Feingefühl verachtende Lust an der Verballhornung unschuldiger Adjektive.
„...dieser Augen aufgeschlauter Witz“ ist einer, über den ich nicht lache. Wie schön wäre es, wenn Sie, ja Sie, Herr Manager, einfach wieder Ihr schlechtes Englisch radebrechen würden anstatt das gute, einfache Deutsch mutwillig in die Kelleretage Ihres Sprachniveaus zu zerren.