Menschenrechte – Affenrechte – und an die Hefe denkt wieder keiner!
13.12.10 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
Die Süddeutsche Zeitung gibt engagierten Tierschützern die Gelegenheit, einmal Tacheles zu reden (SZ ). Sind wir nicht alle ein bisschen Affen? So fragen sich die Autoren morgens vorm Spiegel, nicken kurz und behaupten recht konsequent, die französische Revolution habe sich ganz unnötig auf Verhältnisse zwischen Mensch und Mensch eingeschränkt. Dabei gäbe es ja noch mehr Kandidaten für Freiheit, Gleichheit und naja, vielleicht, Biestigkeit, Viecherlsoli? „Was ist Frauen und Tieren gemein?“ fragte sich schließlich schon 1994 die EMMA und beantwortete diese nur auf den ersten Blick bizarre Kernfrage der Frauenbewegung mit der „Deklaration der Rechte der großen Menschenaffen“. Wie auch immer. Mir greift diese Menschenrechte-für-Affen-Initiative auf jeden Fall noch zu kurz und das nicht nur, weil die Affenweibchen sprachlich nicht sauber inkludiert sind. Schließlich fragt das Magazin der Uni Zürich aus gutem Grund „Wie menschenähnlich ist die Hefe?“ und findet auch gleich darauf die korrekte Antwort: „Kein Zweifel, sie sind unsere Verwandten. Hefen sind nämlich Eukaryoten, das heisst Lebewesen mit einem Zellkern, und stehen damit dem Menschen viel näher als etwa den Bakterien.“ Das erweitert den Spielraum für Menschenrechte in wahrlich globalem Maßstab. Zellkernbesitzer aller Evolutionsstufen vereinigt Euch! Nieder mit den Bakterien, alle Macht den Eukaryoten! Das überzeugt selbst Altstalinisten mit einem Herz für Tiere, also Kommi-Eukaryoten wie mich.
Was mir bei dieser Ansicht dann aber nach etwas längerem Nachdenken doch nicht so gut gefällt, ist, wie meine Lieblingskombi Schweinsbraten/Hefeweißbier plötzlich so ein bisschen ins Kannibalische changiert. Und am Ende sind womöglich nur noch zwei Beschimpfungen aus dem Tierreich am Stammtisch akzeptabel. Nämlich wahlweise „Du Bakterie“ oder „Ihr Archea“! Du Aff´, oder auch das im Nachbarland beliebte, Ihr depperten Schwammerl, wäre gegen die Menschenwürde unserer Verwandten. Wir sitzen schließlich alle im selben Genpool, irgendwie, oder?
Was mir bei dieser Ansicht dann aber nach etwas längerem Nachdenken doch nicht so gut gefällt, ist, wie meine Lieblingskombi Schweinsbraten/Hefeweißbier plötzlich so ein bisschen ins Kannibalische changiert. Und am Ende sind womöglich nur noch zwei Beschimpfungen aus dem Tierreich am Stammtisch akzeptabel. Nämlich wahlweise „Du Bakterie“ oder „Ihr Archea“! Du Aff´, oder auch das im Nachbarland beliebte, Ihr depperten Schwammerl, wäre gegen die Menschenwürde unserer Verwandten. Wir sitzen schließlich alle im selben Genpool, irgendwie, oder?
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