Forschung & Lehre
Ein Buch ist ein Buch ist ein Scheit
25.01.10 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Die Gazette schreibt heute:
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
Gefährliche Zahlen – charmante Wissenschaft
13.01.10 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Wenn man in Georg Wagners „Einführung in die Erd- und
Landschaftsgeschichte“ von 1931 im Vorwort nur immer
die ersten Sätze der Absätze liest, wird einem der
Wagner auf seltsame Weise sympathisch:
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
Morbus Novartis?
09.11.09 – warnt vor:Gefahren
in Flora und Fauna
Wenn man ein paar Seiten von
Schweinegrippenimpfgegnern liest und dann wieder ein
paar "redaktionelle Beiträge", in denen ein Dutzend
Verbandsfunktionäre mit Dr. med. vorm Namen die
Impfung befürwortet, dann kippt man irgendwann im
Stuhl gegen die Lehne, schließt die Augen, stöhnt
leise und hat die ganze Diskussion dick. Das einzige,
was mich daran noch interessiert, ist, ob mit so
einer gut platzierten Hysterie vielleicht die
Pharmaindustrie in Zukunft den Absatz ihrer Produkte
selbst kontrollieren kann. Ist so ein
Public-Relations-Coup wiederholbar?
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Mehr Testosteron?
14.09.09 – warnt vor:Nachrichten
Fünf SZ-Headlines heute:
1) Prügelattacke in Solln - Zivilcourage mit Todesfolge …
2) Junge Schläger in München - Die Tat in Solln ist kein Einzelfall. …
3) "Stumpfe Gewalt mit einem Gegenstand". Folgen einer Schlägerei in Kenia: Der Gutachter sagt gegen Ernst August von Hannover aus. …
4) Beckham rastet aus. David Beckham würgt einen Gegenspieler, …
aber dann:
5) Das Testosteron-Defizit …
Wer stimmt eigentlich die Meldungen bei der Zeitung ab? Ich meine, das Gesamtbild ergibt die Prawda, nicht die einzelne Nachricht, oder? Wenn von den Minderjährigen über die vorbildlichen Sportler bis zum alten Adel so ziemlich alle draufloswürgen und -prügeln, was die Fäuste hergeben, dann soll ich an ein Testosterondefizit glauben? Nicht in dieser Welt.
1) Prügelattacke in Solln - Zivilcourage mit Todesfolge …
2) Junge Schläger in München - Die Tat in Solln ist kein Einzelfall. …
3) "Stumpfe Gewalt mit einem Gegenstand". Folgen einer Schlägerei in Kenia: Der Gutachter sagt gegen Ernst August von Hannover aus. …
4) Beckham rastet aus. David Beckham würgt einen Gegenspieler, …
aber dann:
5) Das Testosteron-Defizit …
Wer stimmt eigentlich die Meldungen bei der Zeitung ab? Ich meine, das Gesamtbild ergibt die Prawda, nicht die einzelne Nachricht, oder? Wenn von den Minderjährigen über die vorbildlichen Sportler bis zum alten Adel so ziemlich alle draufloswürgen und -prügeln, was die Fäuste hergeben, dann soll ich an ein Testosterondefizit glauben? Nicht in dieser Welt.
Affen in der Asse
03.07.09 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
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Fröhliche Wissenschaft
30.03.09 – warnt vor:Nachrichten
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Vorsicht Grenzwerte
05.08.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Nachrichten
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Zugspitzopfer
15.07.08 – warnt vor:Abgründe
des Bergsteigens
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Sonnenstaat
15.07.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Menschen zu
meidende
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Mastermind Gülen
02.07.08 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Nachrichten
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Alternative Treibstoffe aus Geflügel
11.06.08 – warnt vor:Nachrichten
| Gefahren
in Flora und Fauna
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Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank
05.06.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Menschen zu
meidende
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Geläufige Irrtümer der Medizin
24.04.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
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Allegorie der Philosophia
02.03.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Staunen im
Blick,
den Kant in der Hand,
so stiefelt der Weise
verkannt durchs Land.
Wenn Ihnen einer mit Kants Kritik der reinen Vernunft kommt, dann sehen Sie sich den Burschen ruhig genau an. Den meisten ist nicht nur ihre Lektüre ein paar Nummern zu groß.
den Kant in der Hand,
so stiefelt der Weise
verkannt durchs Land.
Wenn Ihnen einer mit Kants Kritik der reinen Vernunft kommt, dann sehen Sie sich den Burschen ruhig genau an. Den meisten ist nicht nur ihre Lektüre ein paar Nummern zu groß.
Vorsicht Ärzte!
30.01.08 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Bedrohungen
allenthalben
Fachsprachen
sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam.
Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die
Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr
unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich,
zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie
„manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas
breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Verborgener Ballast
17.01.08 – warnt vor:Abgründe
des Bergsteigens
Ich lerne
ständig hinzu. Wussten Sie, dass ein menschlicher
Körper aus 10 Billionen Zellen besteht? Wenn Sie das
bereits erstaunlich finden, sollten Sie vor meiner
nächsten Mitteilung noch einmal tief Luft holen. Ein
Mensch beherbergt 10x10 Billionen Bakterien in seinem
Leib. Muss ich ausführen, welche Aufschlüsse das über
die Mühen des Bergsteigens gibt? 99% dieser Bakterien
leben in einer Körperregion, die die Wissenschaft
vielleicht etwas euphemistisch als Darmflora
bezeichnet. Wenn also demnächst wieder einer ohne
Sauerstoff auf den Mt. Everest steigt, klatschen Sie
nicht zu früh. Vielleicht hat er für den Gipfelsturm
nicht nur die Sauerstoffflaschen, sondern auch seine
Darmflora im Basecamp zurückgelassen. So ist das
natürlich ein Spaziergang.
Doktor Vogl lauscht
04.12.07 – warnt vor:Gesprächsfetzen
Der Einstieg
in die Reifezeit ist grausam. Mit den Jahren vergisst
man wie
hart der Weg
aus der Kindheit wirklich ist. Ich musste kürzlich
ein Gespräch zweier Schüler belauschen. Der dicke
Große herrscht den Kleinen an, der so gar gerne auch
dabei wäre: "Vergiss es, Gangster tragen keine
Zahnspangen!"
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
Doc Vogl antwortet: Klärende Worte zu einigen unbeantwortet gebliebenen Fragen des Homöopathieopas Samuel Hahnemann.
21.11.07 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Gefahren
in Flora und Fauna
Der Urgroßvater der Minimaldosierung erlebte die Antworten auf diese Fragen nicht mehr. Doch das lässt sich nachholen:
„Hat wohl die purgierende Strauchkugelblume etwas mit der unkräftigen Statice in der Familie Aggregatae gemein?“
Doc Vogl sagt: Nein.
„Läßt sich von der Zuckerwurzel etwas ähnliches als von der Wurzel der giftigen Nebendolde oder des Giftwütherichs erwarten, weil sie zusammen in der Schirmfamilie stehen?“
Natürlich nicht.
„Hat wohl (in der Familie hederaceae) der gar nicht unschuldige Ewigepheu mehr Aehnlichkeit mit der Edelweinrebe als etwa im äussern Wuchse?“
Wohl kaum.
„Läßt sich vom Klebmeyer etwas ähnliches als von der oft tödlichen Spigelia marylandica erwarten, weil sie beide unter den Stellatae stehen?“
Das würde kein vernünftiger Mensch behaupten.
„Welche Aehnlichkeit der Wirkung findet man zwischen der Melone und der Eselspringgurke aus derselben Familie Cucurbitaceae?“
Keine, Samuel, wirklich keine.
„Und nun in der Familie Solanaceae, wie paaret sich die schmacklose Königskerze mit der brennenden Sommerbeißbeere oder der die ersten Wege krampfende Tabak mit den die natürlichen Bewegungen des Darmkanals hemmenden Krähenaugen?
Sicherlich nur ungern.
„Wirkt der wässerige Pfennigweiderich der Fieberkleeblume ähnlich, oder die unkräftige Primelschlüsselblume dem drastischen Erdscheibeschweinsbrode in der Familie Rotaceae?
Das zarte Primelchen und der drastische Erdscheibeschweinsbrode? Niemals!
„Läßt sich von den Eigenschaften der die Harnwege stärkenden Sandbeerbärentraube auf die des erhitzend betäubenden Schneerosegichtstrauchs in der Familie Bicornes schließen?“
Das wäre mir neu.
„Ist in den Verticillatae die kaum etwas adstringirende Gottheilbraunelle und der unschuldige Kukukgünsel mit dem ätherischen Katzengamander oder dem feurigen Kreterdost nur in irgend einem Betrachte zu vergleichen?“
Ach wo.
„Wie weit entfernt sich die Glycyrrhiza von der Geoffroya in der Wirkung, obgleich in derselben Familie Papilionaceae?“
Lichtjahre. Mindestens.
„Den Filipendelwedel und die Rothheiltormentille vereinigt die Familie Senticosae und doch, wie unähnlich an Eigenschaften?“
Sehr unähnlich, Samuel, sehr unähnlich, haben wirs dann bald?
„Der Johannisbeerribes und die Lorberkirsche, der Vogelbeerspierling und die Pfirschmandel, wie ungleich an Kräften, und doch in derselben Familie Pomaceae! – Die Familie Succulentae vereinigt die Mauerpfefferfetthenne und den Gemüßportulak, gewiß nicht wegen ähnlicher Wirkungen! – Wie kömmt der Storchschnabel mit dem Purgirlein, der Sauerkleelujel mit der Bitterquassie in eine und dieselbe Familie?“
Hm, die Natur ist halt sonderbar, oder?
„doch nicht wegen Aehnlichkeit der Kräfte?“
Natürlich nicht. – Wars das dann?
„Wie ungleichartig an Arzneikraft sind alle die Glieder der Familie Ascyroideae! – und die der Dumosae! – und die der Trihilatae!“
Ja ja, Du altes Grübelköpfchen, jetzt gib halt einmal
„in der Familie Tricoccae, was hat da die fressende Euphorbienwolfsmilch mit dem für die Nerven nicht gleichgültigen Buchsbaum für Gemeinschaft? – Das unschmackhafte Glattbruchkraut, die scharfe Kermesphytolacke, der erquickende Ambergänsefuß und der brennende Wasserpfefferknöterich,“
Keine Gemeinschaft, wirkllich keine, aber jetzt ist es dann gut, ja?
„ wie ungleich wirkend sind die Scabridae! – Was soll die blos schleimig milde Weißlilie neben dem Knoblauch oder die Meerzwiebel, was der Eßspargel neben der giftigen Weißnieswurzel in der Familie Liliaceae?“
Stop.
Samuel, Samuel,– das staunende Sich-Wundern ist der Anfang der Wissenschaft. Bei manchen aber auch ihr Ende.
(http://www.mickler.de/journal/versuch-prinzip-1.htm)