Große Tiere

Da krümmt sich einer

Er hat geradlinig alles mitgenommen, was ihm von reichen Freunden auf seinem Weg nach oben natürlich ganz uneigennützig zugeschoben worden war. Jetzt, wo es rauskommt und ihm die PR zerhagelt, entschuldigt er sich so: „Das war nicht geradlinig und das tut mir leid.“ Für „falsch“ finde ich im Duden diese Synonyme: „fehlerhaft, inkorrekt, nicht richtig, regelwidrig, unkorrekt, unrichtig, verkehrt, nicht angemessen, unangebracht, unpassend, unrecht.“ Vielleicht könnte die Dudenredaktion so gut sein und das Synonymlexikon noch um den Eintrag „ungeradlinig“ (bundespräsidial) ergänzen.
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Maschmeyers größtes Glück: Freunden etwas schenken

Der Wulff schreibt ein Buch, sein Spezl bewirbt es. Maschmeyer erledigt für Wulff die Public Relations wie ein guter Freund. Dezent, unauffällig und steuerlich unanfechtbar: "Maschmeyer sagte der „Bild“-Zeitung, er habe „die Anzeigen privat bezahlt“, sie jedoch nicht steuerlich geltend gemacht. Mit Wulff habe er darüber nicht gesprochen." Er sponsert Wulffs Buch heimlich und aus purer Freundschaft? Da sollte der Wulff besser hellhörig werden. Maschmeyers Freundschaftsdienste sind nicht sehr selbstlos: Schröder hat er seine Memoiren für eine Million abgekauft. "Allerdings macht Maschmeyer deutlich, dass er anschließend die Buchrechte weiterverkauft und insgesamt mehrere hunderttausend Euro an dem Geschäft verdient hätte." Allerdings macht Maschmeyer hier deutlich, dass er Schröder mal eben über den Tisch gezogen hat.

Jetzt wird diskutiert, ob Wulff einen privaten Kredit "in Bezug auf sein Amt" bekommen hat, oder nicht. Dabei weiß doch jeder: Er hat ihn in Bezug auf sein Haus bekommen, das er davon bauen liess. Im Ernst. Es ist fast langweilig einfach: Die, die was haben, ziehen die, die gern was hätten, an wie das Licht die Motten. Und dann zappeln die Emporkömmlinge der Politik um die glamourösen Geldtröge herum, bis den noch Unbestochenen in der Politkaste die Geduld ausgeht. Wenn immer die Gleichen den Maschmeyers die Finca warmhalten dürfen, gehen einfach zu viele leer aus. Renate Künast drückt das so aus: sie glaube, „dass viele Menschen sich veräppelt vorkommen“, wenn inzwischen sogar der vergleichsweise einflusslose Präsident üppig geschmiert wird aber die grüne Puddingbrumsel nicht.
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Zu schön, um wahr zu sein

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Vodafone sucks II

Anruf der Kundenbetreuung: Man könne mir keine Rechnung als PDF schicken, das müsse ich selbst online in MeinVodafone veranlassen. Verbindungsdaten heben sie auf, solange es ihnen vorgeschrieben wird. Und wenn´s ein halbes Jahr ist. Aber sie scheinen dort tatsächlich nach zwei Tagen alle Servicetickets zu löschen, sonst hätte die Dame gewusst, dass genau das mein Problem war. Aus diesem Grund hatte die andere Servicestimme mir versprochen, ich würde ein PDF per E-Mail erhalten. Wie angenehm und zugewandt kam mir die erste Versagerin nun vor, wie einfühlsam und kompetent. Na ja, es hatte nicht funktioniert, aber die alte Stimme hat wenigstens was Tröstliches versprochen. Ich weiß sogar das zu schätzen, inzwischen. Bekenntnis Vogl: Ich kann keine Rechnung online laden. Stimme Vodafones: „Ach. Da muss ich Rücksprache halten." Neuer Anruf nach einer halben Stunde: Ich sei ja Geschäftskunde und hätte eine digitale Signatur hinterlegt, die Probleme macht … Doc: Ich habe nichts hinterlegt. Leicht genervte Service-Stimme: Haben Sie doch. Ich: Nein. Ich weiß nichts von einer digitalen Signatur, ich möchte lediglich eine Rechnung geschickt bekommen. Rufen Sie nicht wieder an. Schicken Sie die Rechnung.


Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.

Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang

Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*


Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.

Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.

Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":

Filialen sortiert nach PLZ:
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Chat:
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Kontakt-Formular:
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Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
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Vodafone sucks

Was einen Telefonanbieter von anderen Unternehmen unterscheidet, ist im Wesentlichen, dass er nichts unternimmt. Außer vielleicht immer neue Preisverschleierungstaktiken zu erfinden, die der Mobilfunkteufel dann z. B. Superflats zu nennen den Humor hat – so flat sieht Ihr Geldbeutel aus, wenn Sie das bestellen. Ich kenne mehrere und kann das mit Bestimmtheit sagen: Bulgarische Hütchenspieler sind ein seriöses Gegenüber im Vergleich zu denen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „: Recipient address rejected: User unknown“. Das wusste ich irgendwie schon vorher. Besonders drollig ist die regelmäßige Rückfrage nach meiner Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung von Vodafone. Das wollt Ihr nicht wirklich wissen.
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
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Latschenboogie

Peter Bauhuis surft die Latschen.

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Wirtschaftsregierung

Sarkozy und Merkel. Die haben immer so Ideen. Wirtschaftsregierung. Die Wirtschaft regiert doch längst.
Oder meinten die – das wäre allerdings fast nur durch den Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen erklärbar – Sie, die Regierungslakaien, würden die Wirtschaft … ? Hm. Ein bisschen bekokst sieht der Sarkozy ja eigentlich immer aus. Die Merkel eher nicht, aber die kann so wenig Genitiv, dass sie vielleicht nicht gemerkt hat, was der Machtzwerg Ihr im Übermut vorschlägt?
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Lachender Tyrann

Fefe verweist auf ein Video, das Putin angeblich beim Klettern zeigt. Er hangelt sich bis in schwindelerregende 1,20 Höhe und lässt sich dann in die Arme des Bodyguards sacken. Geschenkt. Ab Min. 0:52 wird es interessanter. Da lacht der Tyrann. Das habe ich noch nie gesehen. Unheimlich – für mich, aber wohl auch für ihn. Beim ersten Juchzer faltet er die Hände, als ob er sagen wollte: Grundgütiger, wenn mich jemand so aufgeräumt und zutraulich sieht, ist das nächste Essen bestimmt schon vergiftet. Dann lacht er aber verkniffen weiter und fasst sich zweimal an den Bauch. Wahrscheinlich Zwerchfellschmerzen wegen der ungewohnten Anstrengung beim Keckern.
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Nonhuman Resources

Foxconn geht den konsequenten Weg: Wenn die Biomasse in den Werken zu instabil ist, um die gefragte Leistung zum gewünschten Preis zu erbringen (Problem: Lohnerhöhung wg. Selbstmord), dann geht es mit Robotern sicher besser. In jeder wünschbaren Welt wäre das ein Tag des Glücks, an dem Menschen von stupiden, entwürdigenden und deprimierenden Arbeiten befreit werden, die Roboter viel besser ausführen können. Die von ihrer Arbeit Befreiten würden auf den Straßen tanzen und den Erfindern der Roboter Lieder singen. Im Kapitalismus ist es ein Tag, der Armut verheisst. Die Freigestellten kennen kein anderes Ziel, als so schnell wie möglich irgendwo wieder unter die Fuchtel der nächsten Firma zu kriechen. Das ist die Grundbotschaft des Systems: Du sollst nur existieren, wenn Du in irgendeinem Produktionsprozess mehr Mehrwert erzeugst als irgendetwas anderes an derselben Stelle. Insofern ist der massenhafte Selbstmord der Foxconn-Mitarbeiter nur konsequent und vorausschauend.
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am E
nde sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
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Die Gottentotten soll man verspotten

Niko Alm, den ich sehr um seinen Nachnahmen beneide, hat ein Zeichen für seinen Glauben gesetzt. Ein prima Zeichen. Ein ganz besonders schönes, spaghettimonstertreues Bekenntnis zum Nudelsieb. Was für ein Pirat.
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Verräter

Mit dem Verleihen ist es so eine Sache. Ich hab einmal einem Kommilitonen (Sie können daran ablesen, wie lang das her sein muss und ich weiß es, als wär´ es gestern gewesen; der hiess Ecki, resp. Eckehard, Nachname ist mir leider entfallen, sonst wär´er längst dran) ein Buch geliehen. Nicht irgendein Buch, sondern eins von Christoph Martin Wieland. Nicht irgendeinen Wieland, sondern die Abderiten, für Unkundige: also das Amüsanteste, was der geschrieben hat. Und um die Sache aufs Hässlichste abzurunden, auch nicht irgendeine Ausgabe der Abderiten, sondern die aus meiner Gesamtausgabe letzter Hand. Kann sich so ein Ecki nicht denken, was das im Seelenhaushalt eines Bibliophilen für Hannibal Lectersche Gemütszustände provoziert, wenn er im Regal die k o m p l e t t e Wielandausgabe mit einer bedeutenden Lücke geschändet und entweiht sieht? Kann er, aber ist ihm wurscht? Dachte ich´s mir doch. Der Verräter. Ich wünsche ihm, mit Peter Rühmkorff zu sprechen, er möge nur ganz flache Orgasmen erleben bis ans Ende seiner Tage.

Nr. 2 und 3: Franz Morak. Mann, was war das für einer! Burgschauspieler in Wien, dauernd im Clinch mit allen und jedem, ein Iggy Pop für Österreicher. Ein Anarchist, ein echter Rock ´n Roller. Die ersten 3 Alben waren eine Fundgrube, ein Trost, eine Stimme für das keimende, kochende Seelchen meiner Jugend. Ich hatte sie alle und konnte mitsingen: Billiger Rock´n Roll, kleine Schwester, Schizo, Sieger sehen anders aus ... Dann hab ich sie verliehen an irgendeinen, nennen wir ihn „Ecki“, und weg waren die Perlen, fort die Musik. Den Morak können Sie sich nicht mal peer-to-peer saugen, so weg ist der, wenn sie die LP nicht mehr besitzen. Und dann das:

iTunes

führt unter „Weltmusik“ – klar, der Mann ist aus Österreich – Moraks letzte, die Best-of-CD von 1998. Ein schöner Tag, ein lauter Tag, das tut gut. Ich will Ihnen aber trotz der gerade im Posting aufwallenden Stimmung des Versöhnlichen nicht verschweigen, was aus dem Morak dann noch so geworden ist:
1994-2000 stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses unter Haider-Schüssel.
2000-2007 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt.
Inzwischen Frühpensionist.

Also auch ein Verräter par excellence. Den können Sie demnach vergessen. Aber den nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=betJ4BiJjJE

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Koordinierte Preisgestaltung

Die SZ berichtet ihren Lesern, denen der Kapitalismus noch geheuer ist, Ungeheuerliches: „Die deutsche Mineralölindustrie bestätigt die vom Kartellamt festgestellte koordinierte Preisgestaltung - und will weitermachen wie bisher.“ Darf das wahr sein? Die lästern gegen das Allerheiligste und sträuben sich gegen freie Märkte? Fast sympathisch erscheint es mir, dass sie wenigstens die Preise gemeinsam planen, anstatt sich vollständig wie Tiere zu benehmen und den Wirtschaftskrieg, den sie selbst Konkurrenz nennen, weiterzukämpfen. Natürlich geschieht das ganz systemkonform allein zur Gewinnmaximierung. Aber könnte man nicht auch darin noch eine positive Anregung entdecken? Einigkeit macht teuer? Vielleicht könnten sich einmal die Angestellten und Arbeiter der Ölindustrie zu einer koordinierten Preisgestaltung ihrer Arbeitskraft verabreden und sich die im Kartell erpressten Gewinne als Lohn wieder zurückholen? Ich frag ja nur.
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Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss

Der voraussichtliche Präsidenschaftskandidat der französischen Sozialisten steht im Verdacht, ein Zimmermädchen vergewaltigt zu haben. Die SZ lässt unter der von BILD-Höchstleistungen inspirierten Überschrift „Schwachpunkt Genitalbereich“ dazu so etwas raus: „Der IWF-Chef und aussichtsreichste Kandidat für die kommenden französischen Präsidentschaftswahlen Dominique Strauss-Kahn könnte über seine Geilheit stolpern.“ Und Hitler stolperte über seine Vaterlandsliebe, die er einfach nicht im Zaum halten konnte, der ungezogene Patriot. Sollte Strauss-Kahn versucht haben, eine Frau zu vergewaltigen, dann stolpert er sicher nicht über seine Geilheit. Die ist nämlich nicht strafbar. Er stolpert über seinen Hang zur Gewalttätigkeit. Dass sich die männliche Lust in Vergewaltigungsversuchen äussert, scheint dem SZ-Journalisten Michael Kläsgen, Paris, offenbar selbstverständlich zu sein. Der plaudert über seinen Artikel am Stammtisch sicher in dieser Art: „Geil isser halt, Mann, was für ein Bock, in dem Alter, Respekt. Na, aber sich von den Weibern gleich die Karriere vermasseln lassen. Ich weiß nicht, irgendwie unklug.“
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Täuschung I

Wenn es die Gutachter nicht gäbe, hätten wir es wahrscheinlich nie erfahren: von und zu Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht. Das darf doch nicht wahr sein.
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Verhaltene Genugtuung im Weißen Haus

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Studie, Studie an der Wand, wie winzig ist der Lohn im Land?

Eine Studie findet etwas heraus, was sich jede denken kann, die denken kann: Wenn es einen Mindestlohn gibt, steigen die Steuereinnahmen. Ginge es den Arbeitnehmern gut, täte das dem Staat gut. Zahlen müssten in diesem Fall einmal die Unternehmen, weshalb aus der Sache voraussichtlich nichts wird. Nachdem Deutschland aber nicht gerne mit Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, England, Italien und Schaunwirmalwernoch vom Schuldengipfel des Mount Debts fallen möchte, ist es auch nicht ganz auszuschliessen, dass der Staat sich vorübergehend und punktuell einmal gegen die Interessen des Kapitals stellt. Wenn sogar Sozialausschüsse der CDU dafür sind ... Der in der Studie unterstellte Mindestlohn liegt mit 8,50 Euro sicherheitshalber sowieso unter dem, was in anderen, zivilisierteren Ländern Europas bereits Gesetz ist. Apropos zivilisiert: Ist eigentlich ein Land bekannt, in dem es Höchstlöhne gibt? Nein? Sie meinen, das würde beispielsweise die Hedgefondmanager zu sehr demotivieren, Ihren wertvollen Beitrag für das Funktionieren der Weltwirtschaft zu leisten? Da müssen schon einmal 5 Milliarden per annum fliessen, damit der Manager mit dem anstrengenden Wetten weitermacht? Verstehe.
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Entkräftet, entehrt, aber ungebrochen. Was hat Gutti ins Schlingern gebracht?

Ich denke er stolperte über seine gravierenden Mängel in der Handhabung der Demokratie. Er hat es schlicht versäumt, alle Verlagshäuser zu gleichen Teilen zu unterstützen.
"Das Ministerium musste einräumen, dass Anzeigen für die Bundeswehr-Werbekampagne 2011 zunächst nur in Bild, Bild am Sonntag und bild.de geschaltet würden. Dafür erhalten die beiden Blätter und ihre Online-Ausgabe in den ersten vier Wochen rund 600.000 Euro, in weiteren Phasen der Kampagne einen noch nicht bezifferten weiteren hohen Betrag. Die Springer-Medien sind dem Bericht zufolge die einzigen, mit denen die Verantwortlichen des Werbefeldzugs bislang Verträge abgeschlossen haben."
Die Bürgerlichen von FAZ, SPIEGEL, Welt, SZ etc. lassen sich doch nicht unentgeltlich Ihren "Dr." entwerten, eine der wichtigsten Waffen im Karrierekampf ums Dasein, wo der Chef schon ist.
Jetzt haben sie den Guttenberg abgemahnt dafür und können wieder zur Akquise übergehen. Das Resümee der SZ, die die Strafaktion eingeleitet hatte: „Guttenberg ist 39. Er hat reichlich Zeit für ein Comeback.“ Ich schwöre Ihnen: Uns bleibt nichts erspart.

Mit ist übrigens eingefallen, wie der Guttenberg sein Ansehen retten könnte. Erstmal zurücktreten. Dann möchte ich wenigstens 24 Monate von dem Geck nichts mehr lesen müssen. Danach darf er mit dieser Dissertation wiederkehren:

Karl-Theodor von und zu Guttenberg, Creative Commons – Philanthropische Ideen zur Neubewertung des geistigen Eigentums in den Rechtswissenschaften.

Das hätte Stil. Und deshalb geschieht es nicht.
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Verzeihung, aber ich war´s irgendwie doch nicht wirklich.

So entschuldigt sich der Hoffnungsträger Deutschlands: Ich habe wohl den Überblick über die Quellen verloren, das aber nicht bewusst gemacht und nicht absichtlich getäuscht und frage mich nun: "Wie konnte das geschehen?". Er ist also Opfer eines Geschehens, das sich als unabsichtlicher Überblicksverlust verstehen lässt, so eine Art Blackout. Ich muss nicht betonen, dass das keine Entschuldigung ist. Dazu gehörte es, sich für Tat & Motiv zu entschuldigen.

So geht das Herr Guttenberg: "Ich hatte Angst, die Arbeit nicht fertig zu bekommen und wenn doch, dann in sachlich und sprachlich so schlechter Form, dass ich den Titel nicht erhalte oder für den hingeschluderten Mist verspottet werde. Da habe ich lieber bei Leuten, die sich auskennen und schreiben können, abgeschrieben. Ich fordere die Uni deshalb auf, mir den Titel zu entziehen, schäme mich und entschuldige mich bei allen, deren Texte ich ohne zu zitieren verwendet habe und natürlich bei allen, die ich mit einem erschwindelten Titel über meine Fähigkeiten getäuscht habe. Mein Amt als Verteidigungsminister lege ich nieder und gehe mich sofort auf kürzestem Wege zuhause in Kulmbach mit unserem leckeren Bier betrinken. Wer kommt mit? Merkel, nein? Egal. War eine gute Zeit mit Euch. Servus."

Weil er das aber nicht hinkriegt, wird er halt einfach als ein anmassender Lügner im Gedächtnis bleiben. Jedenfalls in meinem.
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Guttenberg - ruht bald auch der Adelstitel?

Meine Recherchen in der Wikipedia haben ergeben: Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg war sogar zu faul, sich seinen Adelstitel lege artis zu erarbeiten. Er liess sich von seinen Eltern dabei helfen. Die ganze Wahrheit: Enoch zu Guttenberg und seine Frau Christiane hatten ungeschützten Verkehr. Bei diesem scheinbar trivialen, für seine damals noch nichts ahnenden adligen Eltern sicher heute auch etwas degoutanten Vorgang wurden große Teile des Erbtextes seiner alten Herrschaften von einem unbekannten Ghostwriter geklaut, auf dunklen Wegen neu zusammenkopiert und zu einem Plagiat mit verdächtiger Geltolle arrangiert, das einen legitimen Anspruch auf originalen Adel erst noch beweisen müsste. Guttenberg sollte als wandelndes, nicht autorisiertes Doppelzitat bislang ungeklärter Genquellen seiner Eltern seinen Adelstitel erst einmal ruhen lassen, meine ich. Vorübergehend natürlich nur.
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Gesamtkunstwerk

Die FAZ malt mir den Guttenberg, das Gesamtkunstwerk aus Gel, Geld und Gewäsch, so:
"Jetzt wird zum Problem, dass Guttenberg als eine Art Gesamtkunstwerk wahrgenommen wird: ein Baron, der gute Manieren hat und exzellent gekleidet ist, zwar eitel, aber nicht zu überheblich, finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft, gleichzeitig rede- und auftrittsgewandt und einer, der Probleme „direkt anspricht“, dies alles eingebettet in eine familiäre Idylle."

Ich stutze bei dem Hinweis, Guttenberg sei "finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft". Guttenberg ist Multimillionär und insofern durchaus finanziell unabhängig, die Folgerungen daraus kommen mir allerdings etwas gewagt vor, schließlich würde niemand von Berlusconi behaupten, er sei glaubhaft, weil finanziell unabhängig. Das Gegenteil wird vermutet. Der Mann lebt lustvoll ein Leben, das unabhängige, italienische Journalisten als permanenten Interessenskonflikt beschreiben. Er soll als Politiker das Allgemeinwohl mehren, als Unternehmer aber sein Kapital. Das geht nicht zusammen, wenn die politische Kaste ihrer Bestimmung nach über die Rahmenbedingungen des kapitalistischen Wirtschaftens wacht, also beispielsweise über freie Märkte und die Verhinderung von Monopolen.

Bei Guttenberg soll das genau umgekehrt sein. Er ist steinreich, engagiert sich aber in der ihm wesensfremden Politik als einer der wenigen, die nicht bestochen werden können. Das Argument ist von erlesener Hirnrissigkeit. Es setzt zwei Seiten des öffentlichen Lebens voraus: Die Kaste der von Bestechung bedrohten, unterbezahlten Politiker und die reichen potentiellen Bestecher. Was wird besser, wenn der Bestecher die Seite wechselt? Nichts. Man kann ihn nicht bestechen? Man muss es nicht. Er teilt die Ziele der Kapitalisten doch sowieso. Als Politiker ist er nur näher dran an seinen hilfreichen Lakaien und kann als Verteidigungsminister selbst für das sorgen, was das Kapital braucht, z. B. Zugang zu Märkten.

Menschenkundlich interessanter ist die Frage, warum sich ein Baron, dem ein sorgenfreies Leben in die Wiege gelegt wurde, das antut? Die Kameras, die Sitzungen, die unbequemen Reisen, das Merkel, den Seehofer, den vollen Terminkalender? Schwer zu sagen. Es gibt genug andere, die diese Drecksarbeit als Aufstieg empfinden würden. Für Guttenberg ist es ein Abstieg von der Beletage in die Wirtschaftsräume, wo die Staatsdiener wuseln und schwitzen. Warum also macht er da mit? Vielleicht geht es ihm hier genauso wie bei seiner Dissertation: Er ist ein Adabei und ein Geck aber tragischer Weise dabei auch noch dämlich.
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Westerwelle reist nach Tunis – aber nie ohne seinen Fettnapf

Der ideelle Gesamtvertriebs-Mitarbeiter der deutschen Industrie trifft verblüffend off topic in Tunis den Minister für Sport und Jugend, Slim Amamou, der bis vor kurzem als Blogger und Twitterer Slim404 den Umsturz befördern half. Was will Westerwelle von dem? Was kann er mit ihm Hilfreiches vereinbaren? Was interessiert ihn an dem? Was bringt er ihm als Gastgeschenk mit? Dreimal "nichts" und einmal ein Stifte-Set mit Bundesadler.
So bekommt man eine halbe Seite public relations gratis in der SZ für Guido "Jugend & Revolutionen" Westerwelle und kann gleichzeitig dem renitenten Bloggerchen als Laufbursche des deutschen Großkapitals durch die Stifte sagen: Benimm Dich, Du afrikanischer Lakai, und vergiss nicht: Die Stifte sind zum Unterzeichnen da – das Logo zeigt Dir immer unter welchem Vertragsangebot.
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Obama overnewsed and underinformed

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Herrn Westerwelle dämmert was

Wadi-Blog zitiert unseren Aussenminister mit diesem schönen Satz:
„Wir erkennen jetzt in diesen Wochen, dass die Stabilität eines Landes nicht durch die Gewährung von Bürgerrechten gefährdet ist, sondern durch die Verweigerung von Bürgerrechten und Menschenrechten werden Gesellschaften instabil. Das ist sehr lehrreich.“
Jahrelang hat der Westerwelle offenbar allen, die es nicht wissen wollten, erzählt, ein Land wäre desto stabiler, je weniger Menschenrechte man seinen Bürgern gewährt, und jetzt das. „Wir erkennen jetzt,“ genau das Gegenteil soll stimmen? Der ist so vernagelt, dass er nichtmal die Menschenrechts-Phrasen korrekt aufsagen kann, die von ihm amtshalber erwartet werden.
Dabei sollte er, der so genannte Liberale, wenn er ein Fünkchen Hirn hätte, einfach nur jubeln darüber, wie die tunesische, ägyptische, jemenitische Bürgerschaft 1789 nachholt. Falls es das ist, was dort manche gerade versuchen. Mir gefällt es jedenfalls momentan wieder ganz ausserordentlich, die Zeitung zu lesen. Und ich bin weißgott kein Liberaler.
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Ein Volksvertreter muss ja kein Einstein sein ...

... aber vielleicht eine Zahl vorlesen können?
einen englischen Text ablesen?
mal ein paar Sätze nicht ablesen?

Es gab früher in Bayern ein menschenähnliches Wesen von krötenhafter Erscheinung, das konnte das aus dem Stand und mit einem gewissen der Absurdität gedankten Unterhaltungswert. Zur Not sogar in einem dem Englischen verwandten bayerischen Stammes-Idiom.

In der Ostzone griffen schwächer begabte Politclowns beherzt zur Flasche, damit sich die Zunge löse und der Geist frei wird, die Vorzüge der Mauer zu preisen. Mit leicht schwankendem Erfolg.

Nur unsere zeitgenössischen Politiker wollen sich nicht mehr anstrengen und stümpern rum. Schämen sollen sie sich, die torfigen Simpel.
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Humor und Entertainment?



ja, da schmunzeln die reichsten Deutschen heute sicher, wenn ihre Visagen versehentlich in der Witzeecke der SZ auftauchen. Wie putzig und humorvoll sie doch sind, die Oligarchen des Geldmachtapparates. Versteht man Reichtum als das, was er seinem Ursprung nach ist, nämlich ein Doppelverbrechen aus Raub und unterlassener Hilfeleistung, wird aus diesem Ranking der Erfolgsverwöhnten aber ganz schnell eine Fahndungsliste.
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Haderthauer und die deutsche Sprache

SZ: „Haderthauer mahnte, das Beherrschen der deutschen Sprache sei "Bürgerpflicht". Es sei jedem Migranten zuzumuten, sie innerhalb eines Jahres zu lernen.“
1962 geboren kämpft Frau Haderthauer seit Jahrzehnten mit der deutschen Sprache. Und heraus kommt sowas:
„Familie ist der Ort für Zukunft und Lebenschancen von Kindern.“ Das stimmt für Söhne wie Max Strauß und Konstantin „2.0“ Neven DuMont, die tatsächlich ihre Zukunft in der Familie finden. Die meisten werden sich wohl woanders Arbeit suchen müssen.
„Was Familie kann, kann nur Familie!“ Aha.

„Im Laufe der Zeit haben sich die Erwartungen an das, was Familie leisten soll oder kann und an das, was der Staat zu leisten hat, gewandelt. Das ist ein gesellschaftlicher Prozess, der ständigen Entwicklungen unterliegt, der atmet.“ Der Erwartungsprozess unterliegt atmend ständigen Entwicklungen. Ich verstehe. „Hierauf gibt es keine einfachen Antworten.“ Die Antworten auf atmende Prozesse gehören zu den schwersten.

„Lebenschancen, das sind heute vor allem soziale Schlüsselkompetenzen und eine gute Persönlichkeitsentwicklung.“ Die Lebenschancenforschung sagt: Die Netten schaffen es!

„Erfolgreiche Politik für meinen Stimmkreis Ingolstadt-Neuburg erfordert den Einsatz für eine Vielzahl von Anliegen und Themen.“ Ein Glück, dass dieser Satz kein Subjekt hat. Fast hätte ich geglaubt, die Haderthauer möchte sich für eine Vielzahl von irgendwas einsetzen.

„Ländlicher Raum und Großstadt entwickeln sich hier in gegenseitiger Befruchtung zu einer der Boomregionen Bayerns.“ Wie zwei Schnecken?

„Medien sind Partner und Kontrolle der Politik.“ Solche Sätze sind Bildungsversager und Haderthauer der Sprache. Richtig heisst es: Krasse Blogs sind Kontrolle von Politik, Alder.

.„Was nutzen die schönsten Schulbauten, wenn darin Bildungsversager sitzen?“ Tja. Und was die schönste Staatskanzlei, wenn die Haderthauer drin schwadroniert und ihre Ressentiments in deppendeutsche Sprachfehler packt?
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Wenn Politiker Anreize geben


... dann sieht das so aus:
Den Hartz IV-Empfängern wird das Elterngeld gekürzt. Familienministerin Schröder verweist „zur Begründung ... in dem Gesetzesentwurf darauf ..., dass es für erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher stärkere Anreize geben müsse, eine Arbeit aufzunehmen.“ Lies und merke: Die faulen Säcke müssen wir aus ihrer sozialen 359 Euro-Hängematte schaukeln. Sonst liegen die uns noch ewig auf der Tasche.
Übersteigt das Nettoeinkommen die 2770 Euro monatlich, greift eine andere ebenso zwingende Logik. Diese Menschen erhalten den Höchstbetrag an Elterngeld (1800 Euro). „Schröder argumentiert, dass es gerade für gut verdienende Männer weiter attraktive Anreize geben müsse, in den Elternurlaub zu gehen.“
Familienpolitik als Mittel der Umverteilung: Was man bei den Einen einspart, um ihnen Anreize zur Arbeit zu schaffen, kann man den Anderen geben, um ihnen Anreize zum Urlaub zu schaffen. Kristina Schröder weiß, für welche Familien Sie Politik zu machen hat. Aber sie ist auch promovierte Soziologin. Sie sollte wissen, was solche Entscheidungen aus einer Gesellschaft machen: Eine ehrenwerte.
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Wer tut ihm den Gefallen?


Foto: Kathrin Möbius
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Volksabstimmung

In der SZ kriegt sich ein Herr Käppner garnicht mehr ein vor Glücksgefühlen und demokratischem Furor. Es pocht derart in seinem Herzerl, dass er in der Headline ein Stakkato von vier Ausrufezeichen unterbringt: Wir! sind! das! Volk!
Dann kommt eine Suada von Schmarrn über Gauck vs. Wulff und warum das Volk der Souverän ist. Das erspare ich Ihnen, hier zu wiederholen. Aber dann steht da doch ein kluger Satz, der geht so: „Aber Plebiszite sind ja gar kein Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie. Sie sind eine Ergänzung, ein kräftiges, stärkendes Mittel gegen den verbreiteten Verdruss an Politik, Parteien und Parlament.“ Genau so ist es. Plebiszite sind ein Zuckerl, das einer Bevölkerung die Laune zum Mitmachen erhalten soll, die über die Länge der Zeit und die Breite der Enttäuschungen längst gelernt hat, dass zynischsten Spott verbreitet, wer die Wähler irgendwie als Souverän des Landes darstellt. Sowas tropft dem Käppner so ziemlich automatisch aus dem Kopf in die Tasten fürchte ich. Was mir zeigt, der ist nicht ganz dicht.

Gegenprobe. Was würde geschehen, wenn eine Volksabstimmung zur sofortigen, ersatzlosen Abschaffung des Erbrechtes aufgelegt werden würde? 90 % der Bevölkerung würden davon sofort profitieren. Die deutsche Auslandsverschuldung wäre über Nacht getilgt, der Sozialstaat stünde in voller Blüte, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt wäre zum ersten Mal in der Geschichte geschaffen. Ja, auch Sie, stirnrunzelnder Herr Leser mit den 250.000 per annum würden gewinnen. Was Sie Ihren Kindern hinterlassen, sind nämlich summa summarum und sub specie Gebrüder Aldis betrachtet: Peanuts.

Nur wird es eine solche Volksabstimmung nie geben. Dann wäre das Volk ja der Souverän über seine Interessen. „Gott bewahre!“, schreit halb Davos und der ganze Bundestag, „so weit käm´s noch.“
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Wo sind nur all die Brüste hin?

Wenn ich in der alten Bundesrepublik an den See zum Baden ging, sah ich mindestens so viele Frauen, die stolz ihre Brüste zeigten, wie andere, die sie verdeckten. Jetzt, in der Fähnchen schwingenden „Wirsindwiederwer“-Republik hat sich das geändert. Public Viewing gibt´s nur noch im schwulsten Sport der Weltgeschichte, wenn sich die überbezahlten Fussballfachkräfte, nachdem sie dem Torwart „das Ding reingemacht“ haben, ihre Leibchen vom Leib reissen. Ich beobachte seit mehreren Jahren, wie die Freizügigkeit an Bayerns Badeorten einer neuen Freude am Bedecktsein weicht. Freude? Vielleicht auch nicht. Als vulgärer Marxist und ordinärer Freudianer würde ich sagen, das ist kein gutes Zeichen. Da rutscht eine Gesellschaft in Richtung Totalitarismus und Kontrolle ab. Sex und Anarchie liegen so nahe beieinander wie die rechte und die linke Brust. Ein Volk, das seiner Lust nicht über den Weg traut dagegen, lässt sich prima regieren. Nicht nur die Katholiken leben es vor. Passt auch irgendwie zu den letzten Innenministern und ihren paranoiden Phantasien vom sicheren Bürger. Hmhm. Da muss ich noch ein bisschen dran feilen, aber der Grundstock für eine spitzen Verschwörungstheorie / Abendland-Untergangsprognose ist gelegt.
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Köhler lässt sich zum Abschied einen blasen:

Den St. Louis Blues beim Zapfenstreich. Die interessantere Meldung wäre zwar, dass der Bundesmastermind sich nach seinem hysterischen Hinschmiss in alle Zukunft Jahr für Jahr 200.000 aus dem Steuersäckel greifen darf plus Limousine, persönlichem Referenten und einer Sekretärin in einem Büro seiner Wahl. Womit sich die dämliche Frage der SZ, wie er sich wohl „fühle“, erübrigt. Die sollen sich lieber fragen, wie sich seine Mitarbeiter fühlen, die sind jetzt nämlich arbeitslos.
Aber mit der Fellatioheadline werde ich meinen Besucherrekord toppen, keine Frage. Von der Bild lernen , heisst siegen lernen („Horst ... weg!“, „Ösis verhöhnen Deutschland“ „Das wilde Sex-Leben der Kennedys“).. Wobei m. E. die Hamburger Morgenpost diesmal noch besser war als die Bild: „Bundes-Horst macht die Biege“ ist ein Gigant unter den Headlines.
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Herr Bundespräsidentschaftskandidat, was sagen Sie zu...

Herr Vogl, Sie versuchen nun zum dritten Mal in irgendeinem Land an die Spitze des Volkes gewählt zu werden. Was sagen Sie zu...

DV: Doktor Vogl, bitte.

Gut. Doktor Vogl, Sie würden gerne eine Tätigkeit aufnehmen, deren Vorzüge Sie selbst einmal so beschrieben haben: „Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin.“ Ist das eine korrekte Beschreibung des höchsten Amtes der Bundesrepublik?

DV: Ja.

Was sagen Sie zu Afghanistan?

DV: Zu Afghanistan sage ich immer: Ojeoje. Manchmal auch: Ach du lieber Gott. Hängt vom Kontext ab. Und den mache ich ja nicht selbst. Aber ich möchte da Niemanden vorverurteilen.

Ihr Konkurrent Gauck bekennt sich zur freien Marktwirtschaft, Wulff möchte sich für Weltfrieden, Weltklima und Weltwirtschaft einsetzen. Was ist Ihr Fokus?

DV: Lecker essen, Ausspannen, Fernreisen, das ganze Repräsentationsding eben. Und Weiber. Weiber auch.

Verstehe ich Sie richtig: Sie beabsichtigen, sich gegen Welthunger und Ausbeutung aber für Mobilität und Frauenfragen einzusetzen?

DV: Korrekt. Und für Artenschutz. Weltweit nimmt der Bestand an aufrechten Kommunisten rapide ab und niemand tut etwas dagegen. Aber auch manche Tiere sollten vielleicht so eine Art Schutz geniessen, finde ich. Jedenfalls die, die man nicht essen kann.

Doktor Vogl, was ist Ihr Arbeitsmotto?

DV: „Doc Vogl sagt, der tut sein Bestes, der irgendetwas will und lässt es.“ Gut was? Ist von mir. Hab ich mir selbst einmal ausgedacht. Schreiben Sie das ruhig.

Von der „Politik der kleinen Schritte“ zur „Politik ohne Schritte“?

DV: Das haben Sie fein erkannt. Sind Sie aus der Dänemark?

Nein, warum?

DV: Ich kannte mal jemanden, der hatte einen Bruder, der mit einer Dänin, die nicht bis drei zählen – aber das würde zu weit führen.

Wie wollen Sie mit Ihrer Politik des Stillstands das deutsche Volk auf die schwierigen Aufgaben der Zukunft vorbereiten? Muss nicht vielmehr ein Ruck durch Deutschland gehen wie Roman Herzog einmal so sympathisch dynamisch meinte?

DV: Nein.

Kein Ruck?

DV: Bloß nicht.

Wie würden Sie die Deutschen auf das, was kommt, einstellen?

DV: Chemisch. Ich stand einmal in Afghanistan vor diesen unendlichen Mohnfeldern, Tränen in den Augen rief ich: Ach du lieber Gott! Es war eine Offenbarung, eine Verheissung. Sagen Sie jetzt nicht: Ojeoje, der Doktor Vogl wieder, mit seinen Afghanischen Vorschlägen. Den sollten wir erstmal nach Dänemark schicken zum ausnüchtern. Sie täuschen sich gewaltig: Die Dänen sind von früh bis spät dicht. Ein Volk im Nebel, ich weiß es sicher, schließlich kannte ich mal jemanden, der - aber das würde zu weit führen. Die Dänen gehen den europäischen Weg entschlossen voran.

Was ist Ihre Vision, wohin führt der Europäische Weg?

DV: Er führt von hier weg und hin zu lecker Essen und keiner Arbeit.

Im Ernst?

DV: Nein, ich habe mir nur einen Scherz erlaubt. Er führt natürlich ins Verderben. Die Zukunft gehört den Chinesen. Die wurden allerdings schon einmal mit Opium besiegt, da kommen die Afghanen wieder ins Spiel. Sie müssen diese globalen Zusammenhänge historisch verstehen. Dann geht ein Ruck durch Ihr Gehirn und sie haben keine Lust mehr irgendwas zu tun, ausser lecker essen, faulenzen und so weiter. Versuchen Sie es ruhig mal. Auch in Ihnen steckt ein Bundespräsident.

Meinen Sie?

DV: Ganz bestimmt.

Herr Doktor Vogl, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

DV: Da doch nicht für. Gern geschehn.






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Einen neuen Bundes-Präsidenten? Schlagen Sie Doc Vogl vor!



(nein, den Button haben Sie heute nicht zum letzten Mal gesehen. Er ist auch, profunde Kenner der Materie vermuten es längst, für die US-Präsidentschaft entwickelt worden. Aber ehrlich: ich wäre auch mit dem Amt des Bundespräsidenten zufrieden. Immer lecker essen, keine Arbeit, man kommt viel rum und wenn man keine Lust mehr hat, schreit man in die Kameras „Hat hier einer Arschloch zu mir gesagt?“ und schmeisst den Job entrüstet hin. Das schaff ich mit links.
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Ein Rat an den heiligen Vater

„Kardinalstaatssekretär Bertone, die rechte Hand des Papstes ...“ – bleibt bitte über der Bettdecke, okay?
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Berichterstattung komplex

Herr Kachelmann, ein angeblicher Meteorologe, hat eine Frau, die angeblich seine Freundin oder aber angeblich seine Stalkerin sein könnte, angeblich zum Sex gezwungen. Die Saatsanwaltschaft wollte den Namen des Verdächtigen angeblich zuerst nicht mitteilen. Hat dann aber doch. Freut sich die schleimige Bildzeitung. Der Anwalt der Angeblichen kooperiert mit BILD. Der Anwalt des Angeblichen mit dpa. Eins zu null für den Inhaftierten. Sonst ist noch nichts bekannt. Den Peinlichkeits-Highscore hält bislang die Süddeutsche für die Headline „Kachelmann in U-Haft - Schlechte Aussichten“. Ich halte das Urheberrecht für „Kachelmann im Dauertief“, „Der Wetterfrosch steigt von der Leiter“ und „Hass hagelt auf Kachelmann“ (für den Fall, dass die Angebliche gewinnt) und „Kachelmann - Tendenz steigend“ bzw. „Er fühlt sich wirklich besser“ (für den Fall, dass der Angebliche gewinnt).
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Prost, Frau Bischof

Jesaja 5,22: „Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen“, denn die Tratschpresse wird es ihnen übel heimzahlen. Und der Doc warnt dann davor. Nicht ganz ohne Schadenfreude. Schließlich verbreitet die Dame Ansichten, die jedem Neonazi Freude machen müssen. Sie hat tatsächlich gesagt, die Alliierten hätten lieber die Opposition in Deutschland stärken sollen, als den Krieg mit Bombardements zu beenden – dafür soll sie sich schämen. Wer hat ihr denn eingeredet, es hätte im dritten Reich eine Opposition gegeben? Welche? Die evangelische Kirche womöglich? Lustige Idee. Im Ernst: Wenn man von einem Wolffsohn (der ein wirklich sehr unverkrampftes Verhältnis zum Militär hat: „Ein hell leuchtender Stern am politisch-militärischen Himmel unseres Landes ist dieser Vier-Sterne-General Klaus Naumann“), dem Vorzeige-Historiker der Rechten, im Kameraden- und Kriegerblatt Bildzeitung in die Schranken gewiesen werden muss, dann weiß man, man ist ganz unten angekommen. Aber da saufen ja praktisch eh alle. Mich würde nur noch interessieren: Wo hat Sie sich denn eigentlich volllaufen lassen? Bei Wollffsohns Freunden? Im Rahmen der Militärseelsorge durchaus möglich. Also Prost, Frau Bischof.
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Groschenromane für´s Handy: Mr. Smith und Andere

Ein Albtraum in 13 SMS (< 160 Z.):

Mr. Smith, der Freund der Frauen, träumt von den Malediven, als ein stattliches Weib wie eine Operndiva einschwebt und sagt: Ich bin die Operndiva.

Bitte wer? Smith, auch ein Freund der Klugheit, merkt, dass seine hastige Rückfrage ein klein wenig ungeschickt genannt werden könnte. Sie: Idiot!

Mein Name ist Edita Gruberova, sie Kretin. Die ganze Welt liegt mir zu Füßen (Smith sieht sich an Ihren Stiefeln leckend), ich bin ein Star, Smith, aber

Mich quält ein Problem. Welches? Smith verengt die Lider: Ich werde es lösen. Sie, Smith, werden mein Strumpfband lösen, wenn ich zufrieden bin.

Sie sieht ihn an. Er sieht Ihre Beine an. Ein Raubtier blickt aus seinen Augen. Wie ein wildes Frettchen haspelt Smith willenlos, was muß ich tun?

Die Gruberova lacht. Diese Königin der Nacht schleudert die Federboa auf den staubigen Schreibtisch und sagt ein Wort, nur eins: Reden.

Ich tus! brüllt Mr.Smith begeistert. Dann kommt ihm eine Frage, nein zwei. Aber was soll ich sagen? Und wem? - Sie sind so klug, Smith, lobt die Göttliche.

Smith lächelt narkotisiert. Sie erklärt. Er heißt Schmid. Mein Agent. Er möchte, dass ich nach Tokyo wechsle. Aber das wäre mein Ende. Reden Sie mit ihm.

Sagen Sie ihm, in Japan müsste ich schreien vor Wut. Meine Stimme wird leiden. Erpressen Sie ihn. Sagen Sie ihm, ich wechsle den Agenten.

Smith greift zum Hörer. Wählt. Tuut. Schmid. Smith. Nein, Schmid. Sagen Sie nicht nein, Sie wissen nicht, was ich ihnen vorschlagen will.

Ich will es auch gar nicht wissen.. Klack. Er hat eingehängt, sagt Smith. Da platzt die Tür auf, ein Mann schreit: Wer ist der Typ da? Ich mach ihn kalt!

Smith duckt sich, die Diva flüstert: Darf ich vorstellen, mein Mann, Herkules Schmitt. Smith: Angenehm, Smith. Der Mann: Schmitt! Du verarschst mich wohl?

Schmitt zieht den Colt, um seinen Nebenbuhler zu exekutieren, aber der wacht vorher auf, schwitzt. Die Gruberova singt im Radio. Smith seufzt. Finis.
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Groschenromane für´s Handy: Mr. Smith und der Fabrikant

Ein Kriminaldramolett in 10 SMS (< 160 Z.):

1) Smith sitzt. Raucht. Denkt. Nichts. Seit Tagen nichts Neues. Da. Klopfen. Herein. Die Frau tritt ein. Grazil, mondän, leicht schwingend auf Stilettos.

2) Smith strafft sich auf seinem Stuhl. Was kann ich für Sie tun? Sie: Wie sehen sie denn aus? Er: Nur eine Platzwunde. Sie: Gut. Sie mögen Kekse?

3) Nein, ich hasse Kekse, warum? Die Frau lächelt. Sie sagt: Mein Mann ist Keksfabrikant. Der Teig macht ihn fett und verklebt sein Gehirn. Mir ist schlecht,

4) so oft ich an ihn denke. Er ist hoch versichert. Es muss wie ein Unfall aussehen. Smith grübelt. Schweigt. Dann: Ein Absatz drückt hart auf seine Brust.

5) Smith spannt die Hose. Ich kann das nicht machen, denkt er. Er denkt, ich kann die nicht lassen. Da sitzt sie schon auf ihm. Mr. Smith lässt sich überzeugen.

6) Smith ordnet seine Kleider. Trinkt wacklig einen Wodka. Gut, noch einen. Nimmt die Smith&Wesson, sieht die Frau an und geht den Mann suchen.

7) Er fährt zur Keksfabrik. Er geht ins oberste Stockwerk. Er schleicht den Gang entlang. Die lederbeschlagene Tür. Smith reißt sie auf, die Waffe im Anschlag.

8) Scheiße, denkt Smith. So wird das kein Unfall. Aber da steckt schon das ganze Magazin in einem erkaltenden Keksfabrikanten.

9) Ich wusste, sie würden es vermasseln, aber das macht nichts: Die Frau hält ihm ein Glas hin. Er trinkt. Die Kugel durchschlägt das Glas, den Wodka, Smith.

10) Die Frau lässt ihre Pistole fallen. Notwehr. Ihr Lächeln erfriert. Sie geht zum Schreibtisch, nimmt den Hörer ab und ruft gelassen die Polizei. Finis.
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Groschenromane fürs Handy: Smith und das Geheimnis der Drachen.

Ein Krimi in 12 SMS (< 160 Z.):

1) Die alte Tür. Das Schild Detektei Smith. Smith am Schreibtisch, schweigt, raucht, wartet: Ein Mann. Das Telefon klingelt. Ja? - Wieso ich? Wieviel? Ok

2) Es klopft. Smith ruft. Der Fremde tritt ein. Der Fremde tritt auf Smith ein, schlägt ihn nieder. Lucky Strike. Smith lässt seine fallen. Ohnmacht.

3) Smith wacht in einem Hangar auf. Fragt wo und was. Ein Fremder schlägt ihn nieder. Bevor er einknickt, sieht Smith sein Tattoo:

4) Ein Drache macht Maennchen. Smith wacht in einem Keller auf. Fragt sich, Drache: die Loge? Die Mafia? Die Frau am Telefon? Dann ein Schlag. Smith kennt das.

5) Detektiv Smith wacht in einem Auto auf, bittet um eine Zigarette und wird niedergeschlagen. Er träumt wirr von Drachen-Tattoos auf nackten Frauen.

6) Smith steht muehsam auf. Kopfweh, diesmal kein Fremder zu sehen. Zur Telefonzelle. Die Frau anrufen. Kennwort: K9. Was wird gespielt? Treffen? Wo? Gut

7) Im Cafe. Die Frau mit Sonnenbrille. Sie ist klein, aber scharf. Sie erklärt alles. Smith ascht schweigend in seinen Martini. Sie macht Drachen. Aus Gold.

8) Die Chinesen glauben, diese Drachen bringen Glueck. Für einen Drachen erschlagen sie ihre Grossmutter. Das wissen die Fremden. Smith zündet den Filter an.

9) Die Fremden wollen die Frau entführen. SIE MÜSSEN MIR HELFEN! Smith nickt. Geht klar. Der Kellner schlägt ihm auf den Kopf. Er nimmt beide mit.

10) Smith und die Frau in einem Keller. Sex mit gefesselten Händen? Smith zerbeißt ihre Fessel. Sie hält ihm den Mund zu. Smith kommt. Der Fremde kommt rein.

11) Smith ist groß in Form. Der Fremde schlägt, Smith kontert, schlägt, würgt, tritt. Der Fremde röchelt. Und so geht’s den anderen. Smith raucht.

12) Die Fremden geknebelt im Keller. Die Frau nimmt die Sonnenbrille ab. Geht zu Smith. Danke. Er: Wofür? Er steckt sich einen Drachen an. Finis.
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Drei gute Antworten von drei guten Schauspielern

„You are Michael Caine!“ „I know“
„Are you Robert Mitchum?“ „Well, somebody has to be.“
„Are you Groucho Marx?“ „No, are you?“
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"Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten."

Und wenn er nur diesen einen Satz gesagt hätte, der Michail Gorbatschow, dann wüsste man schon, von wem er gekauft worden war, ehe er die Bürger der Sowjetunion und der Anrainerstaaten im Warschauer Pakt auf eine lange hässliche Reise in die Armut schickte. Er soll sich schämen bis ans Ende seiner Tage. Ich bin kein Unmensch wie er. Strafverkürzend möchte ich ihm ein rasches wünschen.
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Massimo Tartaglia ...

...hat Berlusconi einen Mailänder Miniaturdom ins Gesicht geschmissen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/206/497510/text/
Grazias, Massimo. Sie sind Katholik? Dann haben Sie ja jetzt Ihrem Herrgott gezeigt, was er mit dem echten Dom tun könnte, wenn er ein Herz hätte für Italien.
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Lambsdorff †

Über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Aber vielleicht die Wahrheit? „Krücke“, wie der Lambsdorff in einem Cartoon der Titanic früher hieß, hat in der Flick-Affäre echte Freundschaft bewiesen und den Rüstungsmilliardär durch sein geschwächtes Erinnerungsvermögen geschützt. Von Meineid war die Rede und wegen Steuerhinterziehung wurde er schließlich auch verurteilt. Aber zu was sonst ist ein FDP-Politiker da? Nur, was steht dann in der Zeitung? „Otto Graf Lambsdorff - Verfechter preußischer Tugend“ (SZ) Das haben die Preussen nicht verdient.
Wenn morgen der Kohl stirbt, heisst es wahrscheinlich auch, „der Kanzler der Einheit – ein Mann, ein Wort“. Auch Kohl hielt sein Wort ja bekanntlich dadurch, dass er keins über seine Lippen kommen ließ. Heimliche Parteispender verrät man nicht. Die industrielle „Pflege der politischen Landschaft“ (Brauchitsch, Flick) wäre sonst in Gefahr.
Wenn wenigstens was Besseres nachkommen würde. Aber der Westerwelle und die anderen Neuen bekommen ja jetzt erst richtig Zugang zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Und sie werden es sich schmecken lassen. Jetzt, wo sie wissen, dass das den Nachruhm eher fördert als behindert. Lambsdorffs preussische Tugend, was für ein schleimiger Schwachsinn.
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Was der Doc am liebsten hört: John McCormack

Heute warne ich Sie einmal vor schlechtem Gesang. Warum sollten Sie sich Andrea Bocelli oder Jose Carreras anhören, wenn ein John McCormack es bereits 1920 besser konnte? Ich kann Ihnen das beweisen.
Mozarts Il mio tesoro von McCormack ist die Referenzarie seit etwa hundert Jahren und wird es wohl auch die nächsten hundert bleiben:



Berührt Sie das? Dann hören Sie sich bitte noch "Oh sleep why dost thou leave me" an. Achten Sie einmal darauf, wie McCormack von 1:48 bis 2:09 eine einunddreissigsekündige Phrase in einem Zug singt. Kennen Sie einen lebenden Sänger, der diese Atemtechnik hat? Natürlich nicht. Und los:

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Opel

Um die Blechkisten sollen andere weinen. Ein Bekannter stieg einmal aus einem Opel, schüttelte sich leicht und sprach: In dem Auto wachsen einem ja Hosenträger. Soviel dazu. Jetzt zu Irmgard von Opel. Wenn Menschen viel Geld haben, können Sie sich beruflich genau mit dem beschäftigen, mit dem sie sich sowieso beschäftigen. Irmi Opel war eine zeitlang die beste Reiterin der Disziplinen Springen und Military. Als Unternehmerin setzte sie auf: Vollblutpferdezucht, Weingut mit Sektvertrieb, Schweinezucht, Geschirre aus Gummi, Herstellung von Flaschenkapseln, Chio Chips. Die Tage und Nächte auf dem Hofgut Westerhaus kann man sich damit mühelos ausmalen. Muss lustig gewesen sein. Wäre ich reich, hätte ich vielleicht einen kleinen Verlag, eine Landbrauerei und eine Bergschule. Ich fang schonmal an zu sparen. Obwohl: Sind das nicht genau drei Unternehmen, mit denen man sicher nicht reich bleibt?

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So wird man Milliardär

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Piëch am 22.10.2008

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Defäkierende Waffen

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Docs Doubletten

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Mastermind Gülen

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Stöckchen heisst das wohl bei Bloggern

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Schäuble lädt ein

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Süddeutsche Zeitung

SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)

Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:

Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
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Ausstellungen

Verehrte Leser und Freunde der Kunst: Meiden Sie die Ausstellung von Lothar Götter am 7. März, 19 Uhr in seinem Atelier in der Westendstraße 76a Rgb.; gehen Sie nicht zur Ausstellung eines Malers, der ein Pferd so malen kann, dass sich ein Kenner der modernen Kunst gelangweilt abwendet (wenn er es wenigstens falsch herum aufhängen würde), Doktor Vogl aber bescheiden näher tritt und sich beim Maler bedankt für dieses besonders anrührende, interessante und schöne Pferd, das nun die Welt bereichert. Sind die Gemälde besonders gelungen, gebe ich sogar meinen Senf schriftlich dazu. Das ist der zweite Grund, warum Sie da nicht hingehen sollten, Sie müssten das dann lesen.

Gehen Sie lieber zu Rupprecht Geiger ins Lenbachhaus in München. Der kann "gerundetes Blau". Heisst so und sieht auch so aus. Blau. Und rund. Verzeihung: gerundet. Von Hand? Vermutlich. Er kann übrigens auch rot.


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Eigentum verpflichtet

Heute warne ich Sie vor verwirrten Journalisten. Am 13.12.07 schrieb Thorsten Denkler aus Berlin in der Süddeutschen Zeitung (URL: /wirtschaft/artikel/421/148071/) die Worte: "Eigentum verpflichtet. Ein guter Satz - von der Wirklichkeit überholt.“
Warum? Darum:
„Das Grundgesetz stammt noch aus einer Zeit, als der Unternehmer in der Regel alleiniger Besitzer seiner Produktionsstätten war… Die Botschaft lautete im Zweifel: Gewinne lieber ins Unternehmen stecken, als in die eigene Tasche wirtschaften… Diese Zeiten sind vorbei: Heute bestimmen börsennotierte Aktienunternehmen das Wirtschaftsgeschehen. Den Besitzer als Person gibt es nicht mehr.“

Herr Journalist Denkler in Berlin, ich will mich nicht mit Argumenten aufhalten, die Sie gewiss nicht verstehen wollen und die mir so sehr einleuchten, dass es mich fast schon wieder langweilen müsste, sie Ihnen her zu buchstabieren. Aber ich helfe Ihnen auf kürzerem Wege weiter: Sie finden unten eine Liste von Namen, die sie zur Klärung des von Ihnen behaupteten Sachverhalts bitte – Journalisten können sowas – anrufen. Stellen Sie den Damen und Herren dann drei investigative Fragen:
1) Gibt es Sie als Person noch?
2) Wenn ja, würden Sie auch bejahen, dass sie das Wirtschaftsgeschehen mit bestimmen?
3) Dient das möglicherweise dem Ziel, dabei erwirtschaftete Gewinne in Ihrer Tasche anzusammeln?

Das sind Ihre Informanten (ich nenne nur deutsche, damit Sie nicht zu lange telefonieren müssen. Die Ziffer hinter dem Namen gibt das von Forbes geschätzte Vermögen in Milliarden US$ an):
Karl Albrecht 20,0 Aldi Süd
Theo Albrecht 17,5 Aldi Nord
Michael Otto & Familie 13,3 Otto-Versand
Adolf Merckle 12,8 Ratiopharm
Susanne Klatten 9,6 BMW, Altana
Reinhold Würth 9,0 Würth-Gruppe
Maria-Elisabeth Schaeffler u. Sohn Georg F. W. Schaeffler 8,7 Schaeffler KG
August von Finck junior 8,4 Investition
Stefan Quandt 7,6 BMW
Johanna Quandt 6,7 BMW
Curt Engelhorn 6,4 Boehringer Mannheim
Hasso Plattner 6,0 SAP
Erivan Haub & Familie 6,0 Tengelmann-Gruppe
Klaus-Michael Kühne 5,9 Kühne + Nagel
Karl-Heinz Kipp 5,7 Textilhandel Massa-Kipp
Madeleine Schickedanz 5,5 Arcandor
Otto Beisheim 4,5 Metro
Hubert Burda 4,3 Hubert Burda Media
Reiner & Michael Schmidt-Ruthenbeck 4,3 Metro
Wolfgang Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Michael Herz 4,0 Tchibo Holding AG
Andreas Strüngmann 4,0 Hexal
Thomas Strüngmann 4,0 Hexal
Anton Schlecker 3,8 Schlecker
Reinhard Mohn & Familie 3,5 Bertelsmann
Friede Springer 3,2 Axel Springer AG
Stefan Schörghuber 3,0 Schörghuber Unternehmensgruppe
Otto Happel 3,0 GEA Group
Klaus Tschira 3,0 SAP
Axel Oberwelland 2,6 August Storck KG
Hugo Mann & Familie 2,6 Wertkauf
Heinz Bauer 2,6 Bauer Verlagsgruppe
Heinz-Horst Deichmann 2,6 Deichmann Schuhe
Joachim Herz 2,5 Tchibo Holding AG
Hermann Schnabel 2,4 Helm AG
Günter Herz 2,3 Tchibo Holding AG
Daniela Herz 2,2 Tchibo Holding AG
Eugen Viehof & Familie 2,1 Allkauf-Gruppe
Albert Prinz von Thurn und Taxis 2,0 Thurn und Taxis
Andreas von Bechtolsheim 1,9 Sun Microsystems
Sylvia Ströher 1,9 Wella
Hans-Werner Hector 1,9 SAP
Ingeburg Herz 1,8 Tchibo Holding AG
Rolf Gerling 1,7 Gerling
Dieter Schnabel 1,6 Helm AG
Martin Viessmann 1,5 Viessmann
Paul Riegel 1,5 Haribo
Hans Riegel 1,5 Haribo
Peter Unger 1,3 Auto Teile Unger
Anneliese Brost 1,3 WAZ-Mediengruppe
Dietmar Hopp 1,2 SAP
Georg-Dieter von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Stefan von Holtzbrinck 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Monika Schoeller 1,1 Verlagsgruppe Holtzbrinck
Friedhelm Loh 1,0 Friedhelm Loh Group
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Bergarchitektur

Dieser Scheich aus Abu Dhabi, namens Vibramil Bin-Andreas, ist der einzige mir bekannte Bergarchitekt. Ein Visionär unter den Baukünstlern, der seine kolossalen Werke grundsätzlich selbst erstbesteigt.

Man muss ihn einmal mit eigenen Augen bei der Arbeit gesehen haben. Fieberhaft, als gäbe es kein Morgen, entwirft er am Zeichentisch mit donnerndem Lachen und wild wirbelnden Gesten neue Bergrücken, Latschengürtel, Kämme, Grate, Abdachungen, Rinnen, Runsen, Schrofenbänder, Spalten, Risse, Platten, Ferner, Felsen, Bohrhaken nicht zu vergessen und Gipfelkreuze, ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen. Ganze Heervölker von Bausklaven und Jahresproduktionen an Baggern, Kränen und Lastwagen schleppen, wuchten und betonieren die titanischen Entwürfe in die überraschte Landschaft unserer bis vor kurzem noch sehr bescheidenen Alpen. Danach widmet sich der "Godfather of Mountainbuilding" der Flora und Fauna, gestaltet so manisch wie liebevoll neue großzügigere Murmeltiermodelle, schrofensichere Kühe und Bergdohlen mit kleinen Schnapsfässchen um den Hals, für Verunglückte an schwer zugänglichen Stellen. Gefällt ihm sein Werk, tupft er hier und da ein paar letzte quietschbunte Enziane in den Fels und tritt etwas zurück.

Ist ein neuer Gebirgszug fertig geworden, prüft der steinreiche Bergphantast die Winkel, vermisst die Grate und murmelt, „steiler könntens sein, höher auch, was solls“, nur wenig später ist der agile Wüstensohn am Gipfel, felsgrau in feinsten Ozelot gekleidet, stolz und für einen kurzen Augenblick zufrieden.

Ein Foto – schon hat er am Horizont eine noch unbebergte Ebene ausgemacht und hastet wieder seinem Schreibtisch zu, den Kopf voller neuer Entwürfe, „aber diesmal auf Westalpenniveau“ wie er mit irre flackendem Blick verrät.

Zur Zeit befindet sich Vibramil Bin-Andreas auf Urlaubsreise in Nepal, wo ihn handverlesene Spitzen-Sherpas auf einer vergoldeten Ottomane die Pässe hinauftragen. Hier inspiriert sich der pfiffige Gebirgsbaumeister in seidenen Kissenbergen locker ausgestreckt zu neuen Ideen, schielt auf seiner Prunkliege mit halb geöffneten Augen zum Annapurna hinüber und flüstert, „hübsch, sehr hübsch, den lass ich gleich abtragen, und zieh ihn in Murnau wieder hoch, aber höher, steiler und vielleicht noch einmal in Istrien bei meinem kleinen Lustschloß, wer weiß; na, jetzt schau ich mir doch erst noch den Everest an.“
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Dumme Tiere

Wenn es groß auf dünnen Beinen steht und sich von früh bis spät sehr fürchtet, Halme kaut und losrennt, weil halt alle rennen, stehen bleibt, wer weiß warum, und sich beim äpfeln arg befleckt, ist das ein Pferd. Pferde achten wenig auf ihre Umgebung und noch weniger auf sich selbst. Kreuzt man ihre Vorderfüße in einer unnatürlichen Stellung, so wird sie so lange beibehalten, bis der Körper das Gleichgewicht verliert.
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Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden

Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.

Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.

Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum
prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.

Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
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Schäuble

Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.

So warnen Sie Schäuble fernmündlich:

- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.
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