Zu schön, um wahr zu sein

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Neuer Job, neue Lügen

"Sie sehen mich nicht in Deutschland", versichert Guttenberg.

Wenn Sie sich diesen Satz durchlesen, machen Sie sich bitte bewusst, wer ihn sprach. Der lautet nämlich, wenn man ihn durch die Faustdickelügendechiffriermaschine schickt: „Bis bald, meine deutschen Untertanen.“ Wir sehr hoffe ich, Unrecht zu haben!

Kann der nicht einfach zu Hause sein Geld zählen, wie der Papa musizieren, von mir aus Mätressen nageln oder sich von früh bis spät besaufen, wie das der Adel seit Jahrhunderten fein geübt hat? Muss er vor Kameras laufen und über Sachen mitreden, die er nicht ansatzweise begreift? Was treibt den dazu? Er sieht doch bei der Bundeswehr (1 , 2 , 3 ) selbst, was er anrichtet, wenn er was entscheiden darf.
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Holt euch die Herdprämie!

Alexander Dobrindt sagt: Das Betreuungsgeld sollen Eltern bekommen, die "bereit sind, keine staatliche Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen". Verstanden, Mütter? Ihr müsst jetzt nur noch die Herdprämie abgreifen und davon die private Kinderbetreuung bezahlen. Es kommen goldene Zeiten auf Euch zu. Die Teilnahme an dem dämlichen Spiel ist für Väter natürlich ausdrücklich erlaubt. Den CSU-Schädeln ist inzwischen schon alles egal. Sie drücken jeden Unsinn durch, Hauptsache es wird dabei irgendwas privatisiert.

Ich warte noch ein wenig, bis sie das Arbeitsgeld für Selbstständige einführen, die darauf verzichten, Arbeitslosenunterstützung zu beantragen. Und irgendwann gibt es dann staatliches Urlaubsgeld für alle, die im August nicht in die staatlich geförderte Stadtranderholung gehen. Oder staatliche Alterszuwendungen für Menschen, die auf ihre staatliche Rente verzichten. Gesundheitsgeld für spinnerte Politiker, die sich nicht einweisen lassen. Oder einen Demokratieersatzbonus für alle, die den Staat entlasten, indem sie freiwillig Ihr aufwändiges Wahlrecht zu Grabe tragen. Ich bitte darum.
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Qualitätsjournalismus leicht gemacht

Erstens: Der Titel muss ziehen. Suchmaschinenoptimiert und auch sonst mit ordentlich Wallung. Mindestens Finanzkrise und Strahlenopfer und Trümmerfrauen-Edelmut. Warum also nicht: „Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima“? Ja, ist gut. Echt gut. Und dann was, was die Leute mitreisst. Erst abholt, auch die Analphabeten, und dann empört. Vielleicht so: „Berlin ist Entenhausen. Seit Mittwoch ist das amtlich. Schon die 440 Milliarden Euro des sogenannten Rettungsschirms, der Europa und den Euro auffangen soll, waren eine schwer vorstellbare Summe. Durch einen Trick der Finanz-Alchemie wurde daraus nun eine Billion Euro. Onkel Dagobert lässt grüßen.“ Genau. Schon sind alle, die sich auch nichts vorstellen können, bei ihm. Und gleich noch etwas mehr Dramatik: „Die Trümmer der europäischen Wirtschaftsarchitektur bergen eine vernichtende Gefahr für den ganzen Kontinent. Ein Finanz-Fukushima, dessen die Politik nicht Herr wird.“ Diese Worte bergen zwar logisch und grammatikalisch einen Unsinn, dessen der Deutschlehrer kaum Herr wird, aber eine notwendige Zuspitzung für die Katharsis dieses kleinen Journalliendramas sind sie durchaus: „Seit Beginn der Krise im Jahr 2008 tut Angela Merkel ihr Bestes, den maroden Reaktor des Finanzkapitalismus wieder in Gang zu setzen während doch die einzige Lehre aus dem Desaster lauten muss: Abschalten!“ Ja, abschalten, das wär´s doch, er ist so in Rage, da vergisst man schonmal die korrekte Zeichensetzung. Dann spricht er noch, was er bei der Wagenknecht gelesen hat: „Die Schulden des Staates sind die Vermögen der Reichen.“ Aber auf einmal geht es mit der SPD weiter, der zur „Zukunft Europas offenbar auch nichts anderes einfällt als der CDU“. SPD, CDU? Ein fieses Signal, das schlimme Ahnungen, es könnte vielleicht garnicht so gemeint sein, wie es sich anhört, im Leser weckt. Sie bestätigen sich wenig später in diesem Satz: „Er (Steinbrück) könnte etwas tun, was Angela Merkel nicht vermag: Vertrauen schaffen. Aber er verzichtet darauf.“ Das muss man erstmal hinkriegen: Von Entenhausen aus die Gesamtlage ins Visier nehmen, dabei die linke Kampfrhetorik bemühen, um dann am Ende nach was zu schreien? Der Enteignung der Reichen? Der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln? Der Gerechtigkeit bei Löhnen? Ich werde kleinmütiger: Dem Sozialstaat? Hm. Höheren Hartz 4-Sätzen? Nein. Er schreit nach: Vertrauen. Dem Augstein ist nicht mehr zu helfen. Bei dem Mental-Fukushima sind Aufräumarbeiten zwecklos.
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Er kam, sah, kassierte

Eine "Begegnung mit Bracos gebendem Blick" ist sicherlich sehr reizvoll. Man steht unter Gleichgesinnten schweigend für 30 bis 40 Minuten in dem schnuckeligen Meetingraum irgendeines Businesshotels und schaut selig benommen zu, wie Er – Mister magic eyes Braco – auf seine Gäste milde herabblickt. Was für Idioten, denkt sich der Meister beim Glotzen und lächelt noch etwas natürlicher. Jeder von denen hat 5 Euro Unkostenbeitrag gezahlt. Die Veranstaltung findet stündlich statt. Wenn auch nur hundert in den Saal passen und Braco sieben Blicksessions am Tag stemmt, gibt es für ihn keinen Grund mehr, etwas zu lernen um eine vergleichbar hoch bezahlte und ähnlich überflüssige Betätigung zu versuchen, wie sie beispielsweise Anwälte oder Unternehmensberater ausüben. Die Plakatgestalter haben es klug eingerichtet, neben Bracos gebendem Blick nicht auch noch Bracos nehmende Hand mit abzubilden.

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Täuschung I

Wenn es die Gutachter nicht gäbe, hätten wir es wahrscheinlich nie erfahren: von und zu Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht. Das darf doch nicht wahr sein.
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Pietätvolle Terroristenfreunde

Gestern Abend im Fernsehen gab es wieder nur ein Thema, Bin Ladens gewaltsames Ableben und wie sich die Merkelsche deshalb fühlte, und ich fragte mich: Warum sind die bürgerliche Presse und das Infotainment-Fernsehen so schwer erträglich? Weil Sie so verlogen wie ihre Kundschaft sind.
Redakteure, die im Wirtschaftsteil die Fakten dafür zusammentragen, weshalb weltweit eine knappe Milliarde Menschen Hunger leiden und 6.000 Kinder täglich am Mangel sterben müssen, legen von Seite eins bis drei die Stirn in Falten und diskutieren mit dem albernen Ernst emeritierter Moraltheologen, ob es wohl angehe, einen wie Osama bin Laden im Ausland zu erschiessen und ob es darüber hinaus eventuell statthaft sei, sich danach über seinen Tod zu freuen. Die gleichen, die es akzeptabel finden, dass in der Zielsetzung der Bundeswehr, die Wahrung deutscher wirtschaftlicher Interessen weltweit formuliert ist, diskutieren ernsthaft, ob das amerikanische Vorgehen gegen Bin Laden nicht vielleicht "ein erheblicher Verstoß gegen das völkerrechtliche Gebot der Nichteinmischung, siehe etwa Art. 2 der UN-Charta", sein könnte. Sie wollen eben beides: Immer reicher sein als der Rest, koste es auch, wessen Leben es wolle. Und den Ärmeren aber bitte auch dozieren, was die wahren Werte des Menschseins sind, wie bsplsw. der von seinen Profiteuren so genannte Rechtsstaat, die anbetungswürdigen freien Märkte, und sonstiger Kirch- und Wahlurnengang.
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Wenn Irre sich streiten, stirbt der Dritte

Ein Pastor, der offensichtlich ein paar lockere Schrauben zu viel in seinem Kopf beherbergt und hier schon gewürdigt wurde, hat seine abstruse Drohung wahrgemacht und den Koran verbrannt. In den USA. Man muss nicht die Chaostheorie bemühen, um dem Flügelschlag dieses Schmetterlings Wirkungen an weit entfernten Orten zu unterstellen. Die Antwort auf diese Provokation war bekannt, weil angekündigt. Und genau so ist es gekommen. Gleichermaßen gottesfürchtige Menschen in Afghanistan töten wahllos „Ungläubige“, die sie zu den Anderen, also zu Terry Jones, dem irren Pastor, rechnen. Der verbrennt den Koran, weil, aufgepasst, „der Islam keine friedliche Religion ist“. Und fordert danach die Regierung ganz friedlich christlich dazu auf, Vergeltung zu üben. Warum auch nicht. Egal, was geschieht, Jones teilt mit: „Wir fühlen uns nicht verantwortlich.“ Ist er auch nicht. Dazu müsste er zurechnungsfähig sein.
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Söder blickt optimistisch nach Japan

Bayern hat einen Umweltminister. Der gibt, Japans Supergau-Katastrophen fest im Blick, erstmal Entwarnung: „Söder: Die Kernkraftwerke in Bayern sind sicher.“ Natürlich. In Bayern ist ja auch das Abitur am schwersten und die Promotionen werden innovativer erarbeitet als anderswo. Was folgt deshalb aus den neuesten Erfahrungen mit dem Segen der Atomkraft? Nichts. „Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass alle beschlossenen Laufzeitverlängerungen möglich sind.“ Dann holt er ganz tief Luft zu einer faustdicken Lüge: „Wir waren nie Kernkraft-Fetischisten. Wir haben immer gesagt: Laufzeitverlängerung ja - aber nicht unendlich.“ Sondern nur so lange, bis auf dem Planeten kein Krümel Uran mehr gefunden werden kann. Kann der bitte als nächster über irgendeinen Skandal stolpern? Ich wünsch es mir so sehr.
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Bio ohne Sprit

Die Benzinversorger haben es versäumt, eine neue Spritsorte so einzuführen, dass der normale deutsche Autofahrer keinen Herzanfall oder Hetzanfall an der Tankstelle erleiden muss. Himmel! Darf das E10 in mein Allerheiligstes? Oder geht dann mein Rollfetisch kaputt? Quälende Unsicherheiten, die zwar mit einer kurzen Nachfrage beim Tankwart oder einem zehnsekündigen Internetbesuch beantwortet wären, großzügiger ist aber dann doch ein Benzingipfel, wie ihn der Brüderle anberaumt, um sein den aufgewühlten Autofahrern kongeniales Denkvermögen zu beweisen. Angeblich geht es da um „Biosprit“. Der Begriff ist so treffend wie „humanitärer Einsatz“ für das Verschicken von Panzern in Krisengebiete. Er meint das Gegenteil dessen, was er ausspricht. Denn Bio geht nur ohne Sprit. Früher, bei den Benediktiner, hiess das „stabilitas loci“. Zu deutsch: Daheim bleiben, locker bleiben – ist gut fürs Seelenheil und hilft das deutsche Mobilitätsdrama „Gas geben, drängeln, mehr Gas geben, aufregen, tanken – Himmel, aber was?“ zu vermeiden.
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Guttenberg entmündigt?

Ich habe nicht bewusst getäuscht, sagt er. Wie weggetreten muss man sein, wenn man seitenweise Text abtippt oder auch nur in die eigene Arbeit kopiert, und dabei nicht weiß, dass man ihn nicht selbst geschrieben hat? Drogen? Demenz? Welche Gründe fallen Ihnen noch ein, weshalb ein Mann im besten Alter unzurechnungsfähig sein kann? Vielleicht gibt er besser auch seinen Führerschein ab und lässt seine Frau das Finanzielle regeln. Man kommt aus dem Fremdschämen ja gar nicht mehr heraus bei dieser Witzfigur. Gut, jetzt aber genug vom Lügenbaron.
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Alle lieben Klassenclown Gutti und lassen ihn abschreiben

Alle, die ihn am liebsten abschreiben würden, freuen sich, dass er so dämlich war, seine Doktorarbeit abzuschreiben. Wundern muss man sich darüber nicht. Zur Erinnerung:

"Wie viel leichter scheint es jetzt, sich ein Urteil über diese Frage der Angemessenheit zu bilden aus der Distanz mit auch für mich zahlreichen neuen Dokumenten mit neuen Bewertungen, die ich am 6. November dieses Jahres noch nicht hatte. Aus heutiger, objektiver Sicht im Lichte aller auch mir damals vorenthaltener Dokumente ist der Angriff militärisch nicht angemessen gewesen."

Wer so spricht, kann auch nicht schreiben. Er muss sich also etwas würdelos helfen lassen, wenn er die Doktorwürde erwerben möchte. Sein Doktorvater an der juristischen Fakultät in Bayreuth wusste das vermutlich sehr genau. Er kuschte aber vor der adligen, schwerreichen Nobilität und schleimte sich ganz Knecht mit einem Summa cum laude bei dem Herren ein. So weit so absehbar. Ähnlich machte es die Köhler ja auch, die in Ihrer brillanten Arbeit empirisch abgesichert herausfand, dass CDU-Mitglieder tatsächlich denken, wie CDU-Mitglieder eben denken.

Was dann aber doch ein wenig zu weit geht, ist das Engagement der in Erlangen erscheinenden Zeitschrift "Sprachwelt" für den radebrechenden Plagiator: Die zeichnete Guttenberg 2010 als "Sprachwahrer des Jahres" aus. Weder der Duden noch der Dornseiff kennen den Begriff "Sprachwahrer". Auch im Grimmschen Wörterbuch ist er vollkommen unbekannt. Es beruhigt mich ein wenig, dass die Jury erst ein Wort erfinden musste, um Guttenberg für sein Deutsch ehren zu können, aber es beruhigt mich nur ein wenig. Die Erlanger loben nämlich mit dem seltsamen Wort explizit den "ehrlichen Umgang mit der Sprache", den der Verteidigungsminister angeblich übe. Sollte sich dieser Sprachgebrauch durchsetzen, wundern sie sich bitte nicht, wenn ihre Lebensabschnittsgefährtin vor ihnen schreiend davonläuft, sobald sie ihr versprechen, in Zukunft mit ihr ehrlich umgehen zu wollen – wer lässt sich schon gern vergewaltigen?
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Mubarak sucht Rat

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Niebel übt sich in Geduld

Wenn der einzige Entwicklungshilfeminister der Welt, der explizit keiner sein will, mit seiner Entourage an Auftragsabgreifern der deutschen Wirtschaft in Bagdad am Flughafen mal „fast zwei Stunden“ warten muss, dann folgert er: "Der Übergang von einem staatlich gelenkten System zu einem freiheitlichen wird wohl noch ein längeres Stück brauchen.“
Was er wohl sagen würde, müsste er sich einmal bei der Agentur für Arbeit unter die Suchenden einreihen?
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Sankt Kurt J. Heinz

Verehrte Leserinnen und Leser. Ich möchte Sie heute auf das christliche Informationszentrum medrum.de aufmerksam machen. Nicht wegen der dort für frömmelnde, autoritäre Charaktere aufgeschriebenen Geschichtchen über den Untergang des Abendlandes, sondern um Kurt J. Heinz zu preisen. Er ist der Hoflyriker des christlichen Infodienstes und ein schon unfassbar narrischer Turnbeutel und Reimeschmied. Wenn Sie also einmal schlechte Laune haben, gehen Sie sich ruhig ein wenig bei Sankt Heinz erholen. Zwei Beispiele genügen und Sie sind, ich weiß es, im Netz seiner Verse gefangen wie ich:

Bush und das Anti-Folter-Gesetz

Ein wenig Folter kann nicht schaden,
drum will Bush es nicht versagen,
wenn im Terrorkampf der CIA
man den Verhörten tut auch weh.

Wo hat Bush denn dies gelesen,
war´s die Bibel selbst gewesen,
oder ist das nur ein böser Geist,
der die falsche Richtung ihm hier weist?




und:


Des deutschen Schülers Bildung
Eine Persiflage auf die Ergebnisse des deutschen Schulwesens aus Anlass der Studienerkenntnisse der Freien Universität Berlin, die am 25. Juli 2008 vorgestellt wurden.

Die Schule ist ein teurer Spaß,
doch nur durch Bildung weiß ich was
unserer deutschen Welt passiert
und rufe drum ganz tief gerührt:
Sozial war es fast überall
im Osten vor dem Mauerfall.




O.K. eins noch:


Erhaltet die Familien

Wie aus dem Korn erwächst ein Keim,
ist die Familie unser Heim,
aus der mit Liebe und mit Schweiß
der Lebenskeim zu wachsen weiß.

Leben, ohne die Familie,
wär´wie Leben ohne Liebe,
wär´wie Bäume ohne Triebe,
denen doch der Tod nur bliebe.

Drum erhaltet die Familien,
pflegt sie wie die schönsten Lilien,
denn nur aus ihrer Blüte Pracht
auch starkes Leben uns erwacht.




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Fröhliches Politbordell

Wenn Charlotte Roche gerne dem Bundespräsidenten etwas Gutes tun will, dem bereits das Großkapital stets nur Gutes tut, dann tun das alle mit Sicherheit für einen guten Zweck. Der Maschmeyer beispielsweise (Ich habe Freude am Gutsein.) lockt die Schröder, Wulff, Rürup, Rösler, von der Leyen und Westerwelle an seine Geldtröge, damit er sie, die dort vom Glanz geblendet in Anbetung verharren, besser ficken kann: Ich besorg dir den Kanzlerwahlkampf, du besorgst mir das Ende der staatlichen Rentenversorgung. So geht das also, denkt sich die Roche, das kenn ich doch aus meinen Feuchtgebieten, da lässt sich eine nette Aktion draus stricken. Und das Buch geht in die nächste Auflage. Atomenergie hin oder her.
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Eine Alternative

Die Paranoiden sind sehr berechenbar. Sie werden sich immer so verhalten, dass das, was sie am meisten fürchten (vom Teufel Israel besiegt zu werden), mit der größten Wahrscheinlichkeit geschieht (Israel bombardiert den Iran). Was hat der Achmachmirdenjihad eigentlich für ein Problem? Ich denke, es ist ein großes und altes: Die islamische Welt ist vor ein paar Jahrhunderten, als in England der Kapitalismus und in Frankreich die Revolution erfunden wurde, abgehängt worden. Seitdem sind sie schwächer entwickelt und abhängig. Das zutreffende Gefühl, von den entwickelten Ländern ausgenutzt und übervorteilt zu sein, nährt das Minderwertigkeitsgefühl und die Verfolgungsängste. Er spinnt also mit Grund, was ihn nicht angenehmer macht. Was wäre die Lösung? Die Entwicklung aufzuholen. Der ideale Partner dafür wäre Israel. Ein Land in nächster Nähe mit hohem Innovationspotential, mit Universitäten, einer demokratisch legitimierten Regierung und einem Korruptionslevel, der in etwa dem in Schland entsprechen dürfte. Ein Land auf der Höhe der Zeit. Hier gäbe es Vertragssicherheit und viel zu lernen. Das wäre freilich ein weiter Weg, der ohne Selbstkritik und das Abschneiden vieler religiöser Zöpfe oder Bärte kaum zu gehen ist. Deutlich schneller sind die eigenen Größenphantasien zu Hand, man könne beispielsweise noch vor dem Westen einen Kernfusionsreaktor bauen und sogar den Krebs besiegen. Dabei wünsche ich gutes Gelingen. Ich setz mich jetzt kurz hin und besiege den Kaffeedurst. Ein Mensch braucht realistische Ziele, nicht?
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Wenn Irre Irre kirre machen

Ein paar Evangelikale wollen am 11. September ein Signal setzen: Sie planen ein Autodafé, bei dem sie den Koran verbrennen. Der Widerstand ist groß, schließlich werden sich radikale Muslime sehr provoziert fühlen durch die Bücherverbrennung. Der Pastor Terry Jones des "Dove World Outreach Center", Gainesville, Florida, ruderte daraufhin zurück: „O.K., wenn der arabische Satan Schwierigkeiten macht, nur weil wir seine sündigen Suren verbrennen, dann zünden wir sie eben nur ganz kurz an, eher symbolisch, und pissen das Feuer gleich wieder aus. Ich hoffe dann ist Ruhe an der Front des Guten gegen das Böse. Praise the lord.“
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Demokratischer Volksgerichtshof

Eine Schweizer Initiative will sadistische Psychopathen mit dem Tod bestrafen, falls sie bei Ihrer Untat auch sexuell erregt waren und zur Vergewaltigung schritten. Eine seltsame Idee. Damit wäre beispielsweise Hitler der Todesstrafe im gesunden Volksempfinden der Schweizer Initiative entkommen. Aber um Logik geht es bei sowas eh nicht. Begründet werden muss natürlich trotzdem.
In diesem Fall so:

„Die Initiative ist die Antwort auf alle Verbrechen, die einem Menschen das Leben und dessen Würde durch unvorstellbare und grausame Handlungen entreissen. Die Todesstrafe ist in solchen Fällen eine tragische aber letztendlich logische und konsequente Massnahme. Geben wir den Opfern einen Teil Ihrer Würde zurück und ermöglichen den Hinterbliebenen einen Neuanfang. Schauen Sie nicht weg, schützen Sie präventiv unsere Frauen und Kinder und unterstützen Sie die Initiative.“

Darauf wäre zu antworten: „Die Todesstrafe ist einen Antwort auf grausame Verbrechen, die einem Menschen das Leben durch grausame Handlungen entreisst. Sie ist die konsequente Fortsetzung der grausamen Handlungen, nicht ihr Ende, nicht ihre Sühne. Kein Mensch, auch kein Opfer und kein Täter, kann seine Würde verlieren, aber sein Leben. Die Todesstrafe schützt niemanden vor sadistischen Psychopathen. Aber sie macht uns, die Henkershelfer, zu deren Brüdern im kranken Geiste.“

Und wer hat das warnend vorausgesehen, dass die großartige „direkte Demokratie“ der Volksentscheide sich direkt vom Minarettverbot zur Einführung der Todesstrafe bewegen wird? Ganz genau.
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Für die Zeit ist mir die Zeit zu schade

Die Recherche des Gerontojournalismus der Zeit geht so: Die Israelis haben da wieder was angestellt. Wer fährt mal runter zu den Opfern in die Türkei zur IHH? Du? Danke. Und frag die hilfsbereiten Türken mal, ob sie wirklich so radikalislamisch von der Hamas ferngesteuert werden.
Die gefragten Mitglieder der IHH, die ein engelsgleiches Gesicht aufgesetzt haben, antworten auf die investigative Frage, ob sie von der Hamas gesteuert sind, mit „Absurd.“ Alles brave Leute da unten, meldet der Zeitjournalist darauf beruhigt nach Deutschland. Haben es selber so gesagt. Die hatten keine politischen Absichten mit dem Gazahilfskonvoi, hatten bloß schonmal was über Ägypten geschickt und wollten´s halt diesmal übers Meer versuchen, nicht?

Wer etwas über die IHH, die den Konvoi initierte, erfahren möchte, kann sich beispielsweise bei Israels Botschaft informieren. Für wen das wegen sowieso zu erwartender israelischer Falschmeldungen nicht geht, der möge zur FAZ greifen. Die können wenigstens denken. Bei der Zeit ist das Licht der Vernunft längst erloschen.
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Free Gaza

Wenn in Hannover Jugendliche mit Steinen nach einer israelischen Tanzgruppe werfen und dabei mit Megaphon „Juden raus“ schreien, dann frage ich mich schon: Wer hat denen das beigebracht? Ist da nirgends ein Erwachsener, der den Saubuam die Flüstertüte abnimmt und ein paar hinter die Löffel gibt? Nein? Sind sich von groß bis klein alle einig in der Sache? Das habe ich befürchtet.

Kurze Anleitung zur Diskussion solcher Vorfälle. Gespräche darüber sollten unter einfühlsamen und selbstverständlich antifaschistischen Antisemiten bitte möglichst in dieser Art ablaufen:

„Mann, Scheiße, werfen die einfach mit Steinen nach den Juden. Das erinnert an böse Zeiten. Keine gute Presse für Deutschland.“
„Stimmt schon, aber schaumal, wenn die auch alles dafür tun, um den Zorn auf sich zu lenken. Weisst schon, Gazablockade, Schiffskonvoi, der ganze imperialistische Mist eben.“
„Hast schon recht. Sie machen´s einem nicht leicht, sie zu mögen. Ehrlich nicht.“
usw. und so dämlich fort.

Das ist so das geistige Grundgerüst für Gespräche, mit denen den zurückgebliebenen, Gewalt verherrlichenden, sämtliche Menschenrechte verhöhnenden Feinden Israels der Rücken gestärkt wird: Zwingen uns doch die Juden tatsächlich schon wieder dazu, zum Täter an ihnen zu werden. Wie ungeschickt aber auch.

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Der dirty old man von Augsburg spricht "Sorry folks!"

Mixa, der angeblich sexuell übergriffige, ziemlich sicher gegen Kinder einst habituell gewalttätige und wahrscheinlich dazu sogar schwer versoffene, seinen Kaplanen nach zu urteilen, insgesamt realitätsblinde, sprich: irre Ex-Bischof, sagt: „Ich bitte alle um Verzeihung.“ Der notorische Zornigel entschuldigt sich bei allen für alles mögliche irgendwie, wie auch immer. Aber wenn jetzt noch einer was sagt, dann fallt der Watschnbaum fei um! Bei dem heisst: „Ich bitte alle um Verzeihung“ nichts Anderes als: „Meine Geduld ist am Ende.“ Meine auch.

Andererseits: Vielleicht rafft er sich ja noch zu irgendwas Brauchbarem auf. Irgendwas titanisch Sinnloses. Vielleicht ein Streitgespräch mit Küng über den Papst. Oder er steigt bei Raab in den Ring als Prügelpope? Ein Juryplatz in einer Castingshow für Zölibatsanwärter? Raumflug? Publikation seiner Tagebücher? Wo kann ich mich als Geisterschreiber bewerben?
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Köhler lässt sich zum Abschied einen blasen:

Den St. Louis Blues beim Zapfenstreich. Die interessantere Meldung wäre zwar, dass der Bundesmastermind sich nach seinem hysterischen Hinschmiss in alle Zukunft Jahr für Jahr 200.000 aus dem Steuersäckel greifen darf plus Limousine, persönlichem Referenten und einer Sekretärin in einem Büro seiner Wahl. Womit sich die dämliche Frage der SZ, wie er sich wohl „fühle“, erübrigt. Die sollen sich lieber fragen, wie sich seine Mitarbeiter fühlen, die sind jetzt nämlich arbeitslos.
Aber mit der Fellatioheadline werde ich meinen Besucherrekord toppen, keine Frage. Von der Bild lernen , heisst siegen lernen („Horst ... weg!“, „Ösis verhöhnen Deutschland“ „Das wilde Sex-Leben der Kennedys“).. Wobei m. E. die Hamburger Morgenpost diesmal noch besser war als die Bild: „Bundes-Horst macht die Biege“ ist ein Gigant unter den Headlines.
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Prawda

Vor diesem Artikel warne ich nicht:
http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/would-my-flotilla-to-khodorkovsky-be-shot/407327.html
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Rückkehr von der Front

Jetzt sind sie wieder da und bekommen Blumen. Der Paech bestätigt sich als zuverlässiger Vollpfosten mit der Einschätzung, er sei knapp einem Kriegsverbrechen entronnen. Kann den mal jemand zum Arzt führen, statt auf so ein humanitäres Friedensschiff? Man muss sich bei der Bundeslinken eh über nichts mehr wundern, nachdem deren außenpolitischer Sprecher Gehrcke im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt offenbar mirnichtsdirnichts auch mal Nazis zustimmend zitiert, darunter Werke, die das „Weltjudentum“ im Titel tragen.
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