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Kindermund

Kinder am Bau

Grenzfragen des investigativen Blog-Journalismus: Soll man Kinder bei der Kinderarbeit fotografieren, auch wenn die das nicht wünschen? Hören sie selbst:


Die Botschaft der Engel

Die ev. Kirche lädt mich ein zu einer Veranstaltung

im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral

Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.

Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.


Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.

Jetzt noch nicht

Seit gut drei Jahren habe ich zuhause ein Kind, das - vermutlich ein Akt der Notwehr gegen die mitteilsamen Eltern- viel spricht. Zum Beispiel das:

Doc Dad: Nachher bring ich dich zum letzten Mal in die Kinderkrippe. Traurig?
Sohn: Jetzt noch nicht.

Darin drückt sich die natürliche Unlust aus, sich mit dem Thema "trauriger letzter Krippenbesuch" überhaupt antizipatorisch zu befassen. Ehe Sie jetzt irgendeinen Satz mit "Verdrängung", "Leugnung" oder was weiß ich zu denken beginnen, möchte ich mal für diese Unlust eine dicke Lanze brechen und dabei etwas philosophisch werden.

Der Satz "Jetzt noch nicht" gehört zu den schönsten, die ich kenne. Er hat stoische Größe. Die monotheistischen Weltreligionen haben sich darauf geeinigt, die Menschen das Leben als Jammertal erdulden zu lassen, um sie später im Elysium für ihr devotes Geflenne zu entschädigen. Wie viel weiser und gesünder ist es, das Leben, solange es geht, von mir aus auch trotzig zu geniessen und sich um die Zukunft zu kümmern, wenn sie da ist.

Anders gesagt: Ein Kind das "Jetzt noch nicht" zu sagen vermag, wird sich als junger Mann nie von jenseitigen göttlichen Sexprämien dazu verleiten lassen, das Diesseits mittels Sprengstoffgürtel als Assassine zu verlassen. Was muss man einem Menschen alles antun, dass er von der natürlich Klugheit des Kindes zur religiösen Dummheit lebensverachtender Erwachsener konvertiert? Na, ich warne mal lieber vor einem Elysium, das nicht in Sichtweite liegt.

Kleine Kinder, großer Appetit

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Ölkrise – pro und contra

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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert

Ein Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie. Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder. Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“ Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.

Doktor Vogl lauscht

Der Einstieg in die Reifezeit ist grausam. Mit den Jahren vergisst man wie hart der Weg aus der Kindheit wirklich ist. Ich musste kürzlich ein Gespräch zweier Schüler belauschen. Der dicke Große herrscht den Kleinen an, der so gar gerne auch dabei wäre: "Vergiss es, Gangster tragen keine Zahnspangen!"
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.