Kling & Klang
Heavy-Metal-Romantik
20.04.10 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Ab&an muss ich Leuten was schreiben, damit die
irgendwas besser verkaufen können. In den
Reklamebetrieben trifft man Menschen wie ihn: sitzen
stumm vor ihrem Computer, die glatte Kopfmatte
schwarz gefärbt, Augenringe, dicke Chipsbacken und
ein D I O - T-shirt, black XL über den Rumpf
gespannt. Freundlich frage ich das offenbar
nachtaktive Gegenüber: Dio? Den hab ich vor, hm, so
30 Jahren gehört. Lebt der denn noch? Macht Musik? –
The creature of the night wird kurz wach, öffnet die
Augen zwischen dunklen Kajalstrichen überweit und
haucht: Er hat sogar Krebs. Magen. Sackt
wieder zusammen und starrt träge lächelnd in den
Bildschirm.
„Hat sogar Krebs!“ Was heisst das?
der Glückspilz?
der Unsterbliche?
vom Singen?
Romantik ist mir fremd. Aber die Romantik wäre sogar dem armen Ronnie James Dio zuviel. Da bin ich sicher.
„Hat sogar Krebs!“ Was heisst das?
der Glückspilz?
der Unsterbliche?
vom Singen?
Romantik ist mir fremd. Aber die Romantik wäre sogar dem armen Ronnie James Dio zuviel. Da bin ich sicher.
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Dieter Meier rules
18.02.10 – warnt vor:Menschen zu
meidende
„1972 ließ er beim Kasseler Hauptbahnhof eine
Metalltafel einbetonieren und mit der Aufschrift
versehen: "Am 23. März 1994 von 15.00-16.00 Uhr wird
Dieter Meier auf dieser Platte stehen", was dann auch
tatsächlich geschah.“
Ein Schweizer hält Wort. Dieter Meier ist wahrscheinlich das Beste, was je eine schweizer Bankiersfamilie hervorgebracht hat. Können die Alpenbanker nicht einfach alle „Konzeptkünstler“ und „Individual-Anarchisten“ werden? Jetzt wissen sie doch, wie´s geht. Und wir hätten ein paar Menschen weniger, die wir meiden müssen.
Ausserdem kann Herr Meier das:
Ein Schweizer hält Wort. Dieter Meier ist wahrscheinlich das Beste, was je eine schweizer Bankiersfamilie hervorgebracht hat. Können die Alpenbanker nicht einfach alle „Konzeptkünstler“ und „Individual-Anarchisten“ werden? Jetzt wissen sie doch, wie´s geht. Und wir hätten ein paar Menschen weniger, die wir meiden müssen.
Ausserdem kann Herr Meier das:
Unbegreifliche Mehlschwitze
07.12.09 – warnt vor:Menschen zu
meidende
Elly Jackson hat eine Band: La Roux, also die
„Mehlschwitze“. Die hat eine halbe Million Platten
verkauft. Deshalb druckt die SZ ein Interview mit der
Dame. In bester junger wilder R´n´R Manier haut die
Elly da auf Musik von früher – also alles bis gestern
– ein, schmäht die Plattenlabel, hat aus der Pistole
geschossene Meinungen parat zu Gitarrensoli und
wasweißich, sogar James-Dean-Frisiertipps für die
Revolte. Eindruck: Die ist schön böse, lässt sich nix
vormachen und haut bestimmt auch musikalisch
ordentlich auf die Ohren. Hätte ich mir nicht das
Youtubefilmchen angehört, wäre ich mit dieser schönen
Idee alt geworden. Sie piepst da aber nur dünn zu
elektrischen Zappelklängen herum. Das trägt dann so
tarantinosche Namen wie „Bulletproof“ oder „In for
the Kill“. Ich glaub davon kein Wort. Die wollen sich
nur zu unseren Geldbeuteln durchpiepsen mit ihrem
Gutelaunezeug. Dabei hat diese Jackson doch gar keine
gute Laune. Ich begreif es einfach nicht. Irgendwer
wird es mir mal erklären. Oder auch nicht.
Was der Doc am liebsten hört: John McCormack
12.11.09 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Heute warne ich Sie einmal vor schlechtem Gesang.
Warum sollten Sie sich Andrea Bocelli oder Jose
Carreras anhören, wenn ein John McCormack es bereits
1920 besser konnte? Ich kann Ihnen das beweisen.
Mozarts Il mio tesoro von McCormack ist die Referenzarie seit etwa hundert Jahren und wird es wohl auch die nächsten hundert bleiben:
Berührt Sie das? Dann hören Sie sich bitte noch "Oh sleep why dost thou leave me" an. Achten Sie einmal darauf, wie McCormack von 1:48 bis 2:09 eine einunddreissigsekündige Phrase in einem Zug singt. Kennen Sie einen lebenden Sänger, der diese Atemtechnik hat? Natürlich nicht. Und los:
Mozarts Il mio tesoro von McCormack ist die Referenzarie seit etwa hundert Jahren und wird es wohl auch die nächsten hundert bleiben:
Berührt Sie das? Dann hören Sie sich bitte noch "Oh sleep why dost thou leave me" an. Achten Sie einmal darauf, wie McCormack von 1:48 bis 2:09 eine einunddreissigsekündige Phrase in einem Zug singt. Kennen Sie einen lebenden Sänger, der diese Atemtechnik hat? Natürlich nicht. Und los:
Kopfklopfmassage
22.10.09 – warnt vor:Menschen zu
meidende
Hergehört Autoren! Angst vor dem weissen Blatt? Ihnen
fällt gerade nichts Zündendes ein? Es gibt Hilfe.
Ganz einfach: Sie nehmen eine Trommel, stülpen sie
auf Ihren Dez und hauen dann mit zwei Knüppeln drauf
rum, bis die Funken sprühen. It´s amazing.
Es gibt welche, bei denen heisst das power percussion. Wenn das so klingt, wie es aussieht, dann rate ich ab von dem Konzert. Klingt es dagegen gut, rate ich power percussion zu einem anderen Photoshopexperten.
Es gibt welche, bei denen heisst das power percussion. Wenn das so klingt, wie es aussieht, dann rate ich ab von dem Konzert. Klingt es dagegen gut, rate ich power percussion zu einem anderen Photoshopexperten.
Seine Exzellenz Bob Log III
01.09.09 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
iTunes
16.03.09 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Gackt Diabolos - Angelos interruptus
07.04.08 – warnt vor:Menschen zu
meidende
„Ach nö, also
echt, jetzt wirds mir aber bissel lang, scheiss
drauf, ich lasses“, so, oder so ähnlich, sprach der
bei Anderen sicherlich sehr bekannte Tokyotische
Unisex-Künstler (Gesang, Gitarre, Klavier) mit dem
musikalischen Namen Gackt, nachdem er sich
vorgenommen hatte, einmal Menschen fremder Zunge
etwas Gutes zu tun:
Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell
…
7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell
…
7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
Vorsicht Ärzte!
30.01.08 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Bedrohungen
allenthalben
Fachsprachen
sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam.
Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die
Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr
unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich,
zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie
„manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas
breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Auch gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten
03.12.07 – warnt vor:Nachrichten
Abendzeitung
011207.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.



