Megatrends

Vodafone sucks II

Anruf der Kundenbetreuung: Man könne mir keine Rechnung als PDF schicken, das müsse ich selbst online in MeinVodafone veranlassen. Verbindungsdaten heben sie auf, solange es ihnen vorgeschrieben wird. Und wenn´s ein halbes Jahr ist. Aber sie scheinen dort tatsächlich nach zwei Tagen alle Servicetickets zu löschen, sonst hätte die Dame gewusst, dass genau das mein Problem war. Aus diesem Grund hatte die andere Servicestimme mir versprochen, ich würde ein PDF per E-Mail erhalten. Wie angenehm und zugewandt kam mir die erste Versagerin nun vor, wie einfühlsam und kompetent. Na ja, es hatte nicht funktioniert, aber die alte Stimme hat wenigstens was Tröstliches versprochen. Ich weiß sogar das zu schätzen, inzwischen. Bekenntnis Vogl: Ich kann keine Rechnung online laden. Stimme Vodafones: „Ach. Da muss ich Rücksprache halten." Neuer Anruf nach einer halben Stunde: Ich sei ja Geschäftskunde und hätte eine digitale Signatur hinterlegt, die Probleme macht … Doc: Ich habe nichts hinterlegt. Leicht genervte Service-Stimme: Haben Sie doch. Ich: Nein. Ich weiß nichts von einer digitalen Signatur, ich möchte lediglich eine Rechnung geschickt bekommen. Rufen Sie nicht wieder an. Schicken Sie die Rechnung.


Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.

Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang

Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*


Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.

Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.

Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":

Filialen sortiert nach PLZ:
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Chat:
Bildschirmfoto 2011-12-06 um 11.33.30

Kontakt-Formular:
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Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
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Vodafone sucks

Was einen Telefonanbieter von anderen Unternehmen unterscheidet, ist im Wesentlichen, dass er nichts unternimmt. Außer vielleicht immer neue Preisverschleierungstaktiken zu erfinden, die der Mobilfunkteufel dann z. B. Superflats zu nennen den Humor hat – so flat sieht Ihr Geldbeutel aus, wenn Sie das bestellen. Ich kenne mehrere und kann das mit Bestimmtheit sagen: Bulgarische Hütchenspieler sind ein seriöses Gegenüber im Vergleich zu denen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „: Recipient address rejected: User unknown“. Das wusste ich irgendwie schon vorher. Besonders drollig ist die regelmäßige Rückfrage nach meiner Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung von Vodafone. Das wollt Ihr nicht wirklich wissen.
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
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Mündige Bürger oder was man so nennt

Frank Rieger schreibt wahre Worte zur Überwachung in der FAZ ("Wir leben noch frei, aber nicht mehr lange"). „Schon jetzt werden demokratische Proteste ganz selbstverständlich observiert und ausgeforscht. Die Werkzeuge, um gesellschaftliche Veränderung zu unterdrücken, wenn es denn politisch gewollt ist, sind nunmehr vorhanden und installiert. Die umfassende Mobiltelefonüberwachung in Sachsen gibt einen Vorgeschmack, wie der Missbrauch ablaufen kann. Sich darauf zu verlassen, dass in Zeiten von Finanzmarktzusammenbrüchen, aufbrechenden sozialen Verwerfungen und kommenden Ressourcenkrisen die Mittel, die unter dem Banner der Terrorismusbekämpfung geschaffen wurden, zurückhaltend und wohlüberlegt zum Einsatz gebracht werden, ist etwas für naive Staatsgläubige, nicht für mündige Bürger.“

Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die G
efahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
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Hellau Hellas

Die Abrissparty kann steigen. Das sollten sich Portugal, Spanien, Irland, Italien und so manche anderen Wackelkandidaten genau ansehen. Was an Griechenland gerade durchgeführt wird, ist die billigste Art, einen Wirtschaftskrieg zu gewinnen: Man zerstört das Vertrauen in die Wirtschaftskraft eine Landes, wartet zu, bis die Depression groß genug ist und kauft den entwerteten Plunder dann für symbolische Summen auf. 16,7 Mio Eur für den Hafen von Piräus. Das Prinzip hat schon prima bei der DDR funktioniert. Wer nicht über den Tisch gezogen werden will, wird von den selbstlos rettenden Investoren abgewatscht. Schließlich beteiligen sich längst auch Hochtief und die Deutsche Telekom am Ausverkauf der griechischen Infrastruktur. Da sagt es ein bestallter Interessenvertreter der europäischen Geldelite im Klartext:

„Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende gefordert, die Regierung in Athen solle deutlich mehr Tafelsilber zu Geld machen als geplant und die Kontrolle über die Privatisierungen aus der Hand geben. „Die Europäische Union wird das Privatisierungsprogramm künftig so eng begleiten, als würden wir es selbst durchführen“, sagte er im „Spiegel“. Er forderte eine regierungsunabhängige Privatisierungsagentur, die mit ausländischen Experten besetzt werden soll. Als Vorbild nannte er die deutsche Treuhandanstalt, die den Verkauf des DDR-Vermögens leitete. Die Regierung teilte mit, einen staatlichen Fonds einzurichten, um Privatisierungen und den Verkauf von Immobilien zu beschleunigen.“
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Verblüffende Gewissheit: Hitler war schon als Schickelgruber Antisemit

Die SZ titelt: Brief belegt Judenhass des jungen Hitler. Dass der Dreissigjährige, so jung war er gerade noch, als er den Brief verfasste, vielleicht denkt, was der Vierzigjährige dann ausführt, ist schon ein unglaublicher, verblüffender Zusammenhang, einer, der erstmal bewiesen gehörte. Jetzt ist er es. Niemand, schon gar kein deutscher Journalist, hätte sich sowas denken können.
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Wachstum überall

Das ist das Verblüffende am ständigen Wachstum im Kapitalismus: Sogar die Menschen werden immer mehr. Wer will dieses Jahr dem Erdenbürger Nr. 7.000.000.000 an der Wiege singen: „Wie schön, dass Du geboren bist. Wir hätten Dich sonst sehr vermisst“? Das traut sich allenfalls noch der Papst. Und der meint es nicht so.
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Free-Gaza-Flotte: Wird das jetzt eine feste Touristenlinie?

Ägypten lässt iranische Kriegsschiffe den Suezkanal passieren, die Hamas formuliert mit der Fatah gemeinsame Ziele, Ägypten will die Grenze zum Gazastreifen öffnen und die USA spielen auf der Bühne des nahen Ostens den sterbenden Schwan, während die EU ganz gern einmal die Arabische Liga fragt, wann sie Ihre demokratisch-freiheitlichen Interessen vertreten darf. In Israel gibt es derzeit keinen Grund zu lachen. Darüber freut sich die IHH und schickt einen neuen "Hilfskonvoi" an den Gazastreifen. Was auch immer daraus wird, eins ist jetzt schon klar: Die Israelis und speziell die IDF werden es für unsere Medien wieder verkehrt machen. Die Süddeutsche Zeitung (Der Coup von Kairo) und der Spiegel reiben sich jetzt schon die Hände: "Obwohl die israelische Marine alle sechs Schiffe auf hoher See beschlagnahmte und sie mit sämtlichen Aktivisten an Bord nach Israel "entführte", wie Orunc sagt, fand sich nicht eine einzige vorzeigbare Waffe. "Unsere Waffen sind Worte", sagt Orunc. "Wir hatten vergangenes Jahr niemals vor, wirklich die Blockade zu durchbrechen, wie hätten wir das gegen die Marine auch tun sollten? Wir dachten, dass sie uns kurz vor der eigentlichen Hoheitszone stoppen und wir dann eine gutes Propagandamittel gegen die Blockade hätten. Niemals haben wir damit gerechnet, dass die Israelis auf uns schießen würden." Ich habe selten so viele Lügen in so wenig Text gelesen. Natürlich waren Waffen an Bord, selbstverständlich haben die "Friedensaktivisten" zielstrebig alles getan, um die Situation eskalieren zu lassen und natürlich war genau das das Ziel der Aktion: Israels Gazakontrolle als die satanische Gewaltherrschaft hinzustellen, die sie nun einmal wirklich nicht ist. Die Fakten sind bekannt und leicht zu recherchieren. Aber dafür wird ein Journalist nicht bezahlt. Seine Aufgabe ist es, die antisemitische Voreingenommenheit der Abonnenten zu bestätigen. Sonst bestellen die das Blatt noch ab wegen Verdachts auf israelfreundliche Berichterstattung.
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Dein Freund und Helfer

Und ich dachte immer, die Polizei wäre dazu da, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, während sich die Konzerninhaber zuhause und in aller Welt gut bewacht bereichern. Jetzt lerne ich von der ARD, dass die durchaus auch einmal direkt zur Wertschöpfung abkommandiert werden, wenn es die EADS befiehlt. Und zwar im Servicebereich „Training und Fortbildung“. Wer könnte den Saudis schließlich besser erklären, wie man mit deutscher Hochtechnologie die Grenzen dicht kriegt, als das Ordnungspersonal mit der effektivsten Asylantenabwehrpraxis, die nahezu jeden Asylbewerber in ein so genanntes sicheres Drittland abschiebt. 2009 haben es gerade noch rund 8.000 geschafft, die Grenze in unser sicheres Erstland zu passieren. Was ist aus den Anderen geworden? Nichts, was die Rüstungsprofiteure um den Schlaf bringt.
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Durchstreichen

Es wäre besser, die Bürger würden zur Wahl gehen und ihren Wahlzettel durchstreichen.“ Na, wenn es schon der staatstragende Prantl empfiehlt, die Wahlzettel durchzustreichen statt garnicht hinzugehen, dann unterstütze ich das auch und warne davor, den Wahlen fernzubleiben: Hingehen, durchstreichen, abgeben. Aber da, wo es möglich ist, kann man auch DIE PARTEI wählen. Die lustigste Art, den Wahlzettel durchzustreichen.
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Rätselhafte Berichterstattung

Die Financial Times Deutschland tickert live:
21:59 Die Deutsche Atombranche hält nach dem Aussetzen der Laufzeitverlängerung das endgültige Aus für Kernkraftwerke in Deutschland für möglich. […]
Eine Rücknahme der Laufzeitverlängerung und einen beschleunigten Atomausstieg in Deutschland lehnt die Branche ab“

Die Branche hält es für möglich, Kernkraftwerke abzustellen, aber bitte ohne sie auszuschalten.
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Qualitätsjournalismus vom Feinsten

In welcher Stadt auch immer sich warum auch immer vorübergehend mehr Männer als gewöhnlich zusammenrotten, haben auch die Huren ein besseres Geschäft als sonst. Das ist keine Nachricht, sollte man meinen. Es sei denn, man würde den Satz "Frühling: Sonne lässt den Schnee verschwinden" für eine spannende Neuigkeit halten. Bei der Süddeutschen Zeitung konnte einer dennoch der Versuchung nicht widerstehen, das Einzige, was Playboyleser interessiert, in eine Pseudonachricht zu bündeln: Die Huren machen im Erdbebengebiet in Neuseeland ein Jahrhundertgeschäft. Diese Zeitung wird auch immer blöder. Vgl. dazu auch http://www.suedwatch.de/blog/


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Erfolgsautor Schröder

Es gibt ein Gerücht, Maschmeyer habe Schröder eine Million gezahlt – für dessen Memoiren. Das ist im Spiegel sicher irreführend ausgedrückt. Er bekam das Geld lediglich für das Kapitel "Rentenreform" in seinen Memoiren. Wenn dann ein Journalist dem Schröder dieses Gerücht erzählt, wird er mit den Worten "das ist meine private Angelegenheit" weggeschickt. Das bedeutet, es geht niemanden etwas an, wem Schröder für wie viel Geld den Staat verkauft. Die Einsicht der 68er, alles Private sei immer auch politisch, gilt für Schröder und seinesgleichen auch, nur genau umgekehrt. Was auch immer der Politiker durchsetzt, ist mit Sicherheit privat zu seinem Vorteil.
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Alle lieben Klassenclown Gutti und lassen ihn abschreiben

Alle, die ihn am liebsten abschreiben würden, freuen sich, dass er so dämlich war, seine Doktorarbeit abzuschreiben. Wundern muss man sich darüber nicht. Zur Erinnerung:

"Wie viel leichter scheint es jetzt, sich ein Urteil über diese Frage der Angemessenheit zu bilden aus der Distanz mit auch für mich zahlreichen neuen Dokumenten mit neuen Bewertungen, die ich am 6. November dieses Jahres noch nicht hatte. Aus heutiger, objektiver Sicht im Lichte aller auch mir damals vorenthaltener Dokumente ist der Angriff militärisch nicht angemessen gewesen."

Wer so spricht, kann auch nicht schreiben. Er muss sich also etwas würdelos helfen lassen, wenn er die Doktorwürde erwerben möchte. Sein Doktorvater an der juristischen Fakultät in Bayreuth wusste das vermutlich sehr genau. Er kuschte aber vor der adligen, schwerreichen Nobilität und schleimte sich ganz Knecht mit einem Summa cum laude bei dem Herren ein. So weit so absehbar. Ähnlich machte es die Köhler ja auch, die in Ihrer brillanten Arbeit empirisch abgesichert herausfand, dass CDU-Mitglieder tatsächlich denken, wie CDU-Mitglieder eben denken.

Was dann aber doch ein wenig zu weit geht, ist das Engagement der in Erlangen erscheinenden Zeitschrift "Sprachwelt" für den radebrechenden Plagiator: Die zeichnete Guttenberg 2010 als "Sprachwahrer des Jahres" aus. Weder der Duden noch der Dornseiff kennen den Begriff "Sprachwahrer". Auch im Grimmschen Wörterbuch ist er vollkommen unbekannt. Es beruhigt mich ein wenig, dass die Jury erst ein Wort erfinden musste, um Guttenberg für sein Deutsch ehren zu können, aber es beruhigt mich nur ein wenig. Die Erlanger loben nämlich mit dem seltsamen Wort explizit den "ehrlichen Umgang mit der Sprache", den der Verteidigungsminister angeblich übe. Sollte sich dieser Sprachgebrauch durchsetzen, wundern sie sich bitte nicht, wenn ihre Lebensabschnittsgefährtin vor ihnen schreiend davonläuft, sobald sie ihr versprechen, in Zukunft mit ihr ehrlich umgehen zu wollen – wer lässt sich schon gern vergewaltigen?
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Mubarak sucht Rat

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Freiheit, Gleichheit, Muslimbrüderlichkeit

Rashad al-Bayoumi said the peace treaty with Israel will be abolished after a provisional government is formed by the movement and other Egypt's opposition parties.
"After President Mubarak steps down and a provisional government is formed, there is a need to dissolve the peace treaty with Israel," al-Bayoumi said.


Das wäre also das Erste, Prio One, was die Brüder auf der Agenda haben, sollte auch nur eine provisorische Regierung nach Mubarak gebildet werden. Es gibt für ein ausgebeutetes Land, das gerade seinen Diktator abgeschüttelt hat, ja auch nichts Wichtigeres als dem Nachbarstaat den Frieden aufzukündigen.
Was die Radikalen an der Revolte erregt, ist die Revolte. Sie haben kein anderes Ziel als die Zerstörung. Um das zu erreichen, lassen Sie sich bevorzugt von israelischen Panzern helfen. Dann kommt die zweite nicht minder bescheuerte Pose der Radikalreligiösen zur Anwendung: Schiess auf mich, Ungläubiger, und mach mich zum Märtyrer. Warum um Himmels willen werden die an einer provisorischen Regierungsbildung überhaupt beteiligt? Rätselhaftes Morgenland.
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Das Hirn voller Jihad und den Mund voller Kreide

Das schlimme bei der schönen Revolution in Ägypten ist, man weiß nicht, wer am Ende mit Madam Freiheit ins Bett darf.

Die Kreide fressenden Muslimbrüder?
13:26 Uhr Ein Vertreter der Muslimbrüder bekräftigt bei al-Dschasira, dass niemand von seiner Bewegung mit Mubarak reden wolle. "Unsere erste Forderung lautet: Mubarak muss zurücktreten", sagt der Islamist, "wir trauen ihm nicht und wir glauben auch nicht, dass er zu Reformen fähig ist". Während der Muslimbruder diese Sätze sagt, zeigt der Sender erneut eine Mubarak-Puppe am Galgen - mit einem Davidstern auf der aufgemalten Krawatte.
Dann wird es für Israel sehr ernst.

Oder gewinnt die gebildete Mittelschicht? Wie in Tunesien, wo die Bürger gerne die französische Revolution nachholen möchten und einen laizistischen Staat wünschen, in dem die Muslimbrüder freilich außer Gebeten nichts zu sagen hätten. Bei Wadi steht dazu hoffnungsfroh:
„Unsere Freunde aus Libyen, Jordanien, Syrien, Algerien, Mauretanien und nicht zuletzt Ägypten (…) schauen auf uns mit traumerfüllten Augen wie auf ein Bild von Delacroix. Die tunesische Marianne trägt die Fahne und führt das Volk an. Endlich ist die “Büchse der Pandorra” geöffnet worden. (…) Wenn Tunesien erwacht, bebt die arabische Welt”

Eben Marianne, nicht irgendwelche Bärtigen in der Nachfolge des Propheten.

[…] Marianne ist übers Meer gekommen und hat sich an die Spitze des Protestes gestellt -wir erleben hier offenbar so etwas wie die Geburt einer neuen Ikonographie.“


Mir wäre natürlich diese Marianne immer lieber als Tante Burka von der drögen Muslim-Bruderschaft. Finden Sie die Unterschiede selbst:
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Israel macht Internet kaputt

Es ist unendlich schade, dass ich regelmäßig in dem an sich sehr verdienstvollen Blog von fefe verschwörungsverliebten Unsinn zu Israel lesen muss. Ein Beispiel für mehrere:

Ein Artikel von Time „Israel Has Faith Mubarak Will Prevail“ fasst Fefe so zusammen: „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“. Ich sage Ihnen, was in dem Artikel steht: Netanyahu gehe davon aus, Mubarak werde die Aufständischen besiegen, weil er seinen Sicherheitsapparat und sein Militär besser im Griff habe, als der Kollege in Tunesien. Demokratisierung würde Israel begrüßen. Netanyahu sei aber nicht sicher, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Demokratisierung in Ägypten sei. Möglicherweise bräuchten die arabischen Staaten noch etwas, bis so ein Schritt tatsächlich gelingen könne. Schließlich könnten auch radikale Muslime die Situation für ihre Zwecke nutzen.
Mit Mubarak zu tun zu haben ist uns immer noch lieber als mit Teheran. Das steht dort. In der Haaretz steht: „Prime Minister Netanyahu and the Israel Foreign Ministry announced Friday that they are keeping close track of the volatile situation in neighboring Egypt, but are refraining from taking a political stance.
In der Süddeutschen lese ich: „ "Es geht in diesem Kampf nicht um Mubarak gegen pro-demokratische Elemente, sondern um Mubarak und die Muslim-Bruderschaft", wird der Generalmajor a.D. und frühere Nationale Sicherheitsberater Giora Eiland zitiert.“ Wenn das stimmt, hat Israel einen sehr guten Grund, Mubarak noch eine lange Amtszeit zu wünschen. Israel hofft, Mubaraks Regierung könnte als Verbündeter erhalten bleiben, weil die muslimische Alternative die Sicherheit Israels noch mehr bedrohen würde.

Die Situation ist also so, wie jedesmal, wenn man anfängt Zeitung zu lesen. In der einen steht das, in der anderen das Andre. Und am Ende ist da ein kleines demokratisches Land, das seit seiner Gründung ums Überleben kämpft, ohne auf größeres Verständnis bei den alten Demokratien hoffen zu dürfen. Wie man in dieser Lage zu dem Schluss „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“ kommen kann, ist mir ein Rätsel. Als ob die eine Wahl hätten.

Vielleicht löst sich das Rätsel, wenn man den Fefeschen Kontext mit einbezieht. Da steht nämlich: „Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.“ Na, dann ist ja alles klar. Ich paraphrasiere fefe: Der Mossad gründet in den USA eine Firma, die es Israels Nachbarn erlaubt, die IT-TK-Infrastruktur des Landes lahmzulegen. Israel, der Unterdrückerstaat, macht gemeinsame Sache mit dem Despoten Mubarak.
Dass diese Überwachungs-Softwarefirma anstatt von Israelis in den USA genausogut von Kroaten in Frankreich oder von Russen in Polen gegründet sein, oder ganz einfach den Namen Siemens tragen könnte, das kommt Fefe nicht in den Sinn.

Wenn jemand zur Floskel „Übrigens, Detail am Rande“ greift, dann weiß ich, jetzt kommt die Hauptsache. Und die ist für einen Feind Israels immer der nächste halluzinierte Grund, Israel anzufeinden.

Update:
12:35 Uhr Iran hat die Proteste gegen die Regierung in Ägypten als "Welle des islamischen Erwachens" bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran rief die Führung in Kairo auf, die Gewalt gegen diese Bewegung zu beenden. Der erzkonservative Ajatollah Ahmad Chatami sagte beim Freitagsgebet, "die politische Achse des neuen Nahen Ostens wird bald die islamische Führerschaft und eine Demokratie sein, die auf Religion basiert".
Das wäre dann allerdings der GAU. Hoffentlich träumen die nur vom islamischen Erwachen.
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Herrn Westerwelle dämmert was

Wadi-Blog zitiert unseren Aussenminister mit diesem schönen Satz:
„Wir erkennen jetzt in diesen Wochen, dass die Stabilität eines Landes nicht durch die Gewährung von Bürgerrechten gefährdet ist, sondern durch die Verweigerung von Bürgerrechten und Menschenrechten werden Gesellschaften instabil. Das ist sehr lehrreich.“
Jahrelang hat der Westerwelle offenbar allen, die es nicht wissen wollten, erzählt, ein Land wäre desto stabiler, je weniger Menschenrechte man seinen Bürgern gewährt, und jetzt das. „Wir erkennen jetzt,“ genau das Gegenteil soll stimmen? Der ist so vernagelt, dass er nichtmal die Menschenrechts-Phrasen korrekt aufsagen kann, die von ihm amtshalber erwartet werden.
Dabei sollte er, der so genannte Liberale, wenn er ein Fünkchen Hirn hätte, einfach nur jubeln darüber, wie die tunesische, ägyptische, jemenitische Bürgerschaft 1789 nachholt. Falls es das ist, was dort manche gerade versuchen. Mir gefällt es jedenfalls momentan wieder ganz ausserordentlich, die Zeitung zu lesen. Und ich bin weißgott kein Liberaler.
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Grenzprobleme in Kalifornien

Victor David Hanson ist ein studierter Mann. Er ist eloquent, sportlich und geht mit wachen Augen durch seine kalifornische Heimat. Was er sieht, ist Müll, dazwischen Aliens. In einem durchaus interessanten Artikel alarmiert er seine Freunde der oberen Mittelschicht Kaliforniens wegen der Gefahr aus dem Süden. Er rennt dabei offene Türen ein, wenn man sich die Kommentare zum Artikel anschaut. Warum ich das erwähne? Weil das Bürgertum in unserem Heimatschland offenbar die gleichen Ängste hat wie in Kalifornien und nach ähnlichen Lösungen sucht. Die Logik ist die Sarrazinsche: Schuld am allgemeinen Niedergang des Gemeinwesens ist immer der, der kein Mathe kann, den Müll aus dem Autofenster wirft und am Ende nicht mal von hier ist. Ergo wäre es besser, er bliebe da, wo er hergekommen ist. Das Problem wird an der Grenze zu Mexiko gelöst.

Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.

Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
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Heilig Abend bei den Falzens

familiefalz
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Mappus, Kämpfer für die Demokratie

Würde mir jemand das Gesicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zeigen und mich fragen, wie so etwas wohl heissen müsste, dann würde ich kurz nachdenken und sagen: Das ist vielleicht ein Plonz, Speckel, Mops, Pampel, Kotzel oder so? Aber „Mappus“ trifft es schon auch sehr gut, ich meine, der Mann hat zum Zeichen seiner vollsten Saturiertheit als Volksvertreter ja bereits Speckpolster auf der Stirn. Das macht ihm nichtmal Ottfried Fischer nach. Soviel zur Person. Zur Sache:
Mappus meint, Man könne "demokratisch legitimierte Beschlüsse nicht einfach ad acta legen", so Mappus. Was er dabei verschweigt, ist: Die demokratischen Legitimierer sitzen der europäischen Großfinanz und Bauwirtschaft auf dem Schoß, wenn sie ihr Händchen heben in der Abstimmung. Aber das stört den Mappus natürlich nicht, weil ihm der Weg, wohin er geht, von seinen Leistungseliten mit goldenen Marshmallows gepflastert wird. Und diesen weichen Gang durchs Leben lässt man sich doch nicht von irgendwelchen Leuten oder Argumenten wegnehmen. Da sei die Polizei vor.

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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil V: 11. August 1999

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Rückkehr von der Front

Jetzt sind sie wieder da und bekommen Blumen. Der Paech bestätigt sich als zuverlässiger Vollpfosten mit der Einschätzung, er sei knapp einem Kriegsverbrechen entronnen. Kann den mal jemand zum Arzt führen, statt auf so ein humanitäres Friedensschiff? Man muss sich bei der Bundeslinken eh über nichts mehr wundern, nachdem deren außenpolitischer Sprecher Gehrcke im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt offenbar mirnichtsdirnichts auch mal Nazis zustimmend zitiert, darunter Werke, die das „Weltjudentum“ im Titel tragen.
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Mission accomplished

Wenn ein Rudel bekennender Antisemiten sich mit Rollstühlen und Fertighäusern übers Meer nach Gaza aufmacht, obwohl sie bereits vorher wissen, dass sie dort nie ankommen werden, dann hat diese ebenso dumme wie offensichtliche Provokation genau diese Ziele: Israel weiter zu isolieren und den letzten Verbündeten unter den „Muslimen“ zu nehmen: Die Türkei. Bravo, sie haben beides erreicht. Und damit es auch auf jeden Fall klappt, mussten der Paech und seine linken Rechten auch noch mit der Axt rumfuchteln und versuchen, einen Soldaten zu entwaffnen. An diesem hässlichen Vorfall können Sie alles über Antisemitismus lernen, was es zu lernen gibt. Der Antisemit schafft sich seinen Juden nach seinem Bild. Gehasst hat er ihn schon vorher. Der Grund dafür wird, wenn es sein muss unter Einsatz des eigenen Lebens, nachgeliefert. Hoffentlich weiß Obama, was dieser Vorfall bedeutet.
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iKillmyself

Bei Apples Zulieferer Foxconn unterschreiben die Mitarbeiter nun also eine Suizidklausel des folgenden Inhalts: „Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen“. Erinnert ein wenig an das hübsche Schild an einem Baumstamm, das sich die Titanic ausgedacht hatte: „Waldsterben verboten.“

Dabei lenkt die Aufregung um Mitarbeiter, die Ihr Leben abrupt beenden, davon ab, wie viele genau dasselbe mit leicht verzögertem Tempo erledigen. Und wirklich nicht nur die Knechte. Auch die Herren.

Was ich so mitbekomme, ist ohne als Genuss verbrämten Alkohol- und Nikotin-Abusus, um nur die erlaubten Drogen zu nennen, ja nicht einmal den steinreichen „Gewinnern“ des Systems erträglich, wie sie im Getriebe des Spätkapitalismus als Rädchen rotieren dürfen. Deren Frauen (1, 2, 3) sehen oft aus, als hätte man die Unglücklichen gerade aus einer Favela gezerrt, zum Frisör geschleift und unpassenderweise in Designerfummel gestopft – zwecklos, im Gesichtsausdruck bleiben das Elend und die Angst kleben. Lebenslust sieht anders aus. Dabei haben die doch alles, sollte man meinen. Die Selbstentleibung auf Raten ist das Grundmodell kapitalistischer Lebenserfüllung. In die Nachrichten schaffen es halt nur die paar besonders hektischen, die vor der Fabrik auf dem Pflaster aufschlagen oder sich wie der Ratiopharm-Tycoon Merckle vor einen fahrenden Zug begeben.
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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil IV

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Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil III

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Mixa entkräftet nach Kräften

Auf der Kirchenbashing-Welle wird sich wohl noch eine Weile journalistisch reiten lassen. Die SZ meldet, der für seinen autoritären Charakter und seine dämlichen Einlassungen bekannte Bischof Mixa habe vor so ca. 30 Jahren Kinder und Jugendliche „brutal geschlagen“. Jetzt fordern Wolfgang Neuser, CVJM, und Florian Pronold, SPD, Mixa möge die Vorwürfe entkräften, wenn er kann. Kann er bestimmt, schließlich hat er angekündigt, die Petzen zu verklagen. Aber haben sich Neuser, Pronold und MIxa überlegt, wie der das Entkräften genau anstellen soll?
Die dreissig Jahre alten, Dogma-konform handgedrehten Videobänder der Taten aus dem Safe holen („meine zwei Fäuste für ein Halleluja“, „Ein Stadtpfarrer sieht rot“, „Der Exorzist“)? Wo man dann den Bischof beim leisen mündlichen Ermahnen der unartigen Kinder sieht, Milde walten lassend, mit gefalteten Pfaffen-Händchen, die nie keinen Teppichklopfer nicht anrühren würden? Geschweige denn einen Stock? Und den dann dem Knaben draufdreschen, bis er entzweibricht?
Zeugen? Die könnten auch nur bezeugen, dass sie nie dabei waren, wenn irgendwas zu Bezeugendes vorgefallen sein könnte.
Indianerehrenwort? Würden SIE DEM glauben?
Ich warne.
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Trendsport Selbstmord: Spanien geht voran

Der Selbstmord war 2009 die häufigste nicht natürliche Todesursache in Spanien. Mich wundert das seltsame „nicht natürlich“ an der Beschreibung der Suizide. Ja was sind sie denn dann? Psychisch bedingte Selbstmorde? Soziale? Unerklärliche? Nachdem die Menschen im Allgemeinen ganz gerne leben, sollte der natürliche Grund der Selbstmorde da zu suchen sein, wo die Lebenslust am Ende ist: in der Verzweiflung. Würden die Statistiker aber korrekt schreiben „2009 war in Spanien das Jahr der Verzweiflungstoten“, dann wäre das vielleicht einfach a) zu traurig für die Presse und b) würde Fragen wecken nach dem Warum. Sowas hat Gründe. Schon Peter Hacks hat die enorme Selbstentleibungskraft des Kapitalismus betont. Es wundert mich also nicht, dass die Menschen in der Krise dem System in den Abgrund nachspringen. Es geht zur Not aber auch ohne Verzweiflung. Auf Platz zwei der Statistik nicht natürlicher Todesursachen stehen die Verkehrstoten, gleichsam die natürlichen, dem System immanenten Selbstmorde im Kapitalismus. 2008 waren es in Spanien 3008 Menschen, die meisten geopfert auf den Altaren der Automobilindustrie. Der Glaube an die individuelle Mobilität, die angeblich etwas mit der Freiheit der Bürger zu tun haben soll, ist die wirksamste Anleitung zum Suizid, eine, die neben den Mitteln zum Freitod immer wieder auch gleich den Grund mitliefert. Siehe oben.
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Der Herr Hitler und seine Evi

Eine Frau Görtemaker hat ein Buch über Eva Brauns Leben verfasst, zu dem sie in der SZ interviewt wird. Ich erkenne da einen Trend, vor dem ich warne:

Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.

Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“

Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...

Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“

Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
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Come see our creepiest creature: One more thing...

Jetzt ist es raus: Der iDoc wird das iPad so alt aussehen lassen, wie ein unausgegorenes Wegschmeißgadget von Apple eben aussieht, nachdem es der hysterischen Gemeinde bei der Keynote-Kommunion gereicht wurde und danach das ein oder andere Journalistengehirn langsam wieder zu denken anfängt: Wofür soll das Ding gleich wieder gut sein?



Der iDoc – hier heimlich zwischen zwei Erlkönigen, dem iNose und dem iHonigkuchenpferd fotografiert – hat alles, was das iPad nicht kann:
Multitasking: Der iDoc kann trinken und granteln gleichzeitig. Er kann ausserdem gucken, schweigen, einschlafen und die Bedienung rufen – it´s amazing.
WB-Connector: Mitten im iFace, einem stylischen facial-expressions-Interface mit 32bit feinsten Grantabstufungen, findet die Bedienung den WB-Slot mit einem Weißbier-Downstream von 1 cl / min. Der Upstream ist bislang unbekannt.
3D-Multitouch und Easy-Anquatsch-Eingabemodus. Der iDoc soll was sagen, machen, zeigen? Quatsch ihn einfach an. Ist er zu leise? Geh näher hin. So einfach geht das und ganz ohne Stylus.
Du brauchst ein Bild? Ein Buch? Irgendeinen Text? Gib ihm Geld und schon läuft seine CPU auf Hochtouren. Am Ende hast Du einen tollen Text oder ein beschissenes Bild und der iDoc geht danach sofort wieder beim Wirt auf Standby. Low energy consumption, Freunde. Er ist schließlich ein grünes Lifestyleprodukt.
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Die Botschaft der Engel

Die ev. Kirche lädt mich ein zu einer Veranstaltung

im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral

Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.

Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.


Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.
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Mantra

Der Kapitalismus hat ein Mantra. Es existiert in vielen Varianten, die alle so enden: „… muss sich lohnen.“ Was anstelle der drei Pünktchen steht, ist gleichgültig. Das Mantra gilt immer. Man könnte auch sagen, alles hat einen Zweck im Kapitalismus. Und zwar alles denselben. So spannend, bunt und individuell ist der freie Markt. Von der Wohnung, über die Frühstückssemmel, die Arbeit, das Buch am Abend bis zu Freizeitaktivitäten und Intimbeziehungen. Lohnen muss es sich. Wofür die Dinge früher einmal da waren, Semmeln, die gut schmecken und dabei satt machen, Wohnungen, die Lebensraum und Wärme schenken – alle diese Zwecke sind dem Mantra untergeordnet. Sie werden zu Nebensachen. Lohnt sich die Semmel nicht, wird sie nicht hergestellt. Das Zweckmäßige fällt halt so nebenher ab, beim Profit machen. Oder auch nicht. Wie schwachsinnig dieses Monozweckwesen ist, wird aufs Grellste deutlich in der Headline „Klimaschutz muss sich lohnen“. Welche Zwecke verfolgte gleich wieder der Klimaschutz? Ach ja, das Ansteigen der Meere sollte verhindert werden, das Ozonloch auch und überhaupt die komplette Verwüstung großer Landstriche in den wärmeren Ländern. Wenn eine Katastrophe abgewehrt werden muss, kann da der Profit bitte einmal ganz kurz schweigen? Nur so kurz, bis in dem ein oder anderen Journalistengehirn sich vielleicht aus der Stille die Frage erhebt: Wer muss den Klimaschutz bezahlen? Eventuell die, die von der Verursachung der Katastrophe zwei Jahrhunderte lang profitiert haben?
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Trendsport Antisemitismus

Was passiert, wenn die Bielefelder Antifa einen Holocaust-Überlebenden zu einem Vortrag über „Rassismus und Antisemitismus in Ungarn“ einlädt? Das passiert:
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/

Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/

Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.
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Morbus Novartis?

Wenn man ein paar Seiten von Schweinegrippenimpfgegnern liest und dann wieder ein paar "redaktionelle Beiträge", in denen ein Dutzend Verbandsfunktionäre mit Dr. med. vorm Namen die Impfung befürwortet, dann kippt man irgendwann im Stuhl gegen die Lehne, schließt die Augen, stöhnt leise und hat die ganze Diskussion dick. Das einzige, was mich daran noch interessiert, ist, ob mit so einer gut platzierten Hysterie vielleicht die Pharmaindustrie in Zukunft den Absatz ihrer Produkte selbst kontrollieren kann. Ist so ein Public-Relations-Coup wiederholbar?
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
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Terminator

Dann sieht man nach 25 Jahren einen Blockbuster wieder, der seinerzeit irgendwie für den Science Fiction-Film, Nebengleis "Cyborgmärchen", eine neue Bahn gebrochen hat und muss sich fürchten wie beim ersten Mal. Aber diesmal vor den Frisuren.
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Täglich Sex Minuten Deutschland

Eine Expertin für deutsche Verhältnisse und wie man Ihnen mit Fassung begegnet schreibt hier:
http://www.catinnovations.wordpress.com
Ich warne nicht.
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Hängt ihn ab?

Es gibt einen Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der hat entschieden, dass ein Kruzifix im Klassenzimmer eine Menschenrechtsverletzung darstellt. Denn: "Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz. Es sei nicht zu erkennen, wie das Zeigen eines "Symbols, das vernünftigerweise mit dem Katholizismus verbunden werden kann", dem für eine demokratische Gesellschaft wesentlichen Bildungspluralismus dienen könne." (SZ heute)
Der italienische Innen-Staatssekretär Alfredo Mantovano fragt daraufhin entrüstet, ob denn nun auch der Mailänder Dom abgerissen werden müsse. Ich würde sagen nein, solange keiner versucht, ihn in einem Klassenzimmer aufzustellen.
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Davor warnen die Anderen

"Grippewelle". "Rollt der Grippe-Tsunami aus Bayern über Deutschland?". "Die Welle hat begonnen." Das höre ich alle paar Jahre. Das letzte Mal waren, glaube ich, Hühner schuld, oder?
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
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Was lehrt uns das?

Die Tageszeitung schreibt heute zur Eröffnung des weltgrößten Rudelbesäufnisses:
"Wiesenstart 2009: so gemütlich wars schon lang nicht mehr"

Die Abendzeitung heute:
"Wiesenstart 2009: Brutal wie noch nie"

Was stimmt denn nun, was folgt daraus? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich denke, das trifft die Wahrheit: "Die Wiesen war noch nie so brutal gemütlich wie immer". Und daraus folgt auch immer das gleiche: Man muss ja nicht hingehen.
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Alternative Treibstoffe aus Geflügel

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Immobilienkrise erreicht Bulgarien

Diese luxuriöse Shoppingmall im Premiumsegment mitten im fruchtbaren Bulgarischen Kernland wird wohl nie mehr realisiert werden. Das großzügige Areal versteppt, der ruinierte Rohbau ächzt unter der Last geplatzter Kredite, und es zeichnet sich bereits ab, dass auch die Telekommunikationsbranche mit in den Abgrund gerissen wird. So endet der Traum vom Bauboom im blühenden Osten, noch ehe er recht begann.
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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert

Ein Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie. Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder. Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“ Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.
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Dumme Tiere

Nicht genug bewundern können wir, wie ein Faultier nach achtzehn Stunden leidlich ausgeschlafen sein überschaubares Tagewerk vollbringt. Das zahnarme Säugetier zupft ein paar Blätter und zermahlt das Laub ganz langsam. Raubvögel, Schlangen, Herr Brehm und manche Wildkatzen sehen es an und fragen sich, was das für ein Leben sein soll, während das Faultier ritardando mit der Klaue seine Stirne kratzt.
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Wo Protestantenherzen brennen

Die ev. Akademie in Loccum verzeichnet eine Veranstaltung mit dem Titel „Brannte nicht unser Herz…“. Kurz drübergelesen wird mir klar: Es geht um spirituelle Medizin gegen Sinnmangel.

Der Beipackzettel beginnt mit diesem Satz: „Spiritualität gilt als gesellschaftlicher Megatrend - Das Wort ist zu einer Chiffre für Sehnsüchte unserer Zeit geworden.“

Und er endet damit: „Die Leitfrage für die gesamte Tagung wird sein, wie evangelische Spiritualität heutigen Sinnsuchern begegnen kann. Der Religionssoziologe Prof. Dr. Knoblauch wird die vielfältige Spiritualitätsbewegung als gesellschaftliches Phänomen analysieren. Der Theologe Dr. Michael Nüchtern wird sein Konzept einer evangelischen Spiritualität zur Diskussion stellen.“

So kenne ich die Protestanten. Zuerst locken sie mich, mit meinem vor Sehnsucht brennenden Herzen doch mal bei ihnen vorbei zu schauen, was ich auch möchte, voll der Hoffnung, es gebe dort eventuell ein wenig spirituellen Balsam auf meine vom Suchen nach Sinn wund gelaufenen Füße; am Ende vertreiben Sie mich dann aber regelmäßig mit dem Knoblauch ihrer Analysen und halten sich nüchtern an Konzepten fest. Und das geht ja auch viel besser ohne den Doktor Vogl.
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