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Heute schon gegruselt?

Frank T. Zumbachs Mysterious World ist eine kurzweilige Geisterbahn für alle, die ihren Kunstgenuss an den abgenagten Fingernägeln und elektrisierten Frisuren erkennen. Aber Vorsicht:

„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“

Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares

Tanz ums Minarett

Viele Schweizer mögen keine neuen Minarette mehr in der Schweiz sehen. Da kommt man schon ins Grübeln: Warum werden die eigentlich gefragt, wenn in der Verfassung steht, Minarette können gebaut werden? Und warum in einer so völlig abwegigen Frage? Und das einzige, was dann diskutiert wird, sind mögliche Auswirkungen auf die Marke „Schweiz“. Das könnten sich natürlich andere, ähnlich unappetitliche Markenländer wie die Dänemark bsplsw. zunutze machen: „Dänemark. Die tolerante Schlickschäre der Minarette“. So tolerant sind die garnicht? Na, dann gibt es hoffentlich auch keine Volksabstimmung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch noch die schlechteste Verfassung besser ist als der Durchschnitt der Bürger in einem Land. Wozu also das Volk fragen, wenn es um Verfassungsartikel geht? Da hätten viele halbwegs zivilisierte Staaten über Nacht wieder die hässlichsten Diskriminierungen in der Verfassung stehen und die Todesstrafe sowieso. Nochmal zur Schweiz: Gaddhafi sollte die gefangenen Schweizer nicht massakrieren. Er sollte ein Einfuhrverbot für Toblerone aussprechen. Das hätte Stil, Weisheit und morgenländische Größe.

Trendsport Antisemitismus

Was passiert, wenn die Bielefelder Antifa einen Holocaust-Überlebenden zu einem Vortrag über „Rassismus und Antisemitismus in Ungarn“ einlädt? Das passiert:
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/

Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/

Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.

Revolutiönchen verboten

Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:

„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."

Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.

Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."

Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.

Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.

Sauberes Netz?

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Tiergartenquelle

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Aus Dr. Vogls Kochstudio

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Schäuble mal wieder

Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“

Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.

http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/

Auch gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten

Abendzeitung 011207.

Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):

„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“

Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).

Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.

Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden

Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.

Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.

Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum
prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.

Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.

Schäuble

Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.

So warnen Sie Schäuble fernmündlich:

- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.