Paranoia
Vodafone sucks II
06.12.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Anruf der Kundenbetreuung: Man könne mir keine Rechnung als PDF schicken, das müsse ich selbst online in MeinVodafone veranlassen. Verbindungsdaten heben sie auf, solange es ihnen vorgeschrieben wird. Und wenn´s ein halbes Jahr ist. Aber sie scheinen dort tatsächlich nach zwei Tagen alle Servicetickets zu löschen, sonst hätte die Dame gewusst, dass genau das mein Problem war. Aus diesem Grund hatte die andere Servicestimme mir versprochen, ich würde ein PDF per E-Mail erhalten. Wie angenehm und zugewandt kam mir die erste Versagerin nun vor, wie einfühlsam und kompetent. Na ja, es hatte nicht funktioniert, aber die alte Stimme hat wenigstens was Tröstliches versprochen. Ich weiß sogar das zu schätzen, inzwischen. Bekenntnis Vogl: Ich kann keine Rechnung online laden. Stimme Vodafones: „Ach. Da muss ich Rücksprache halten." Neuer Anruf nach einer halben Stunde: Ich sei ja Geschäftskunde und hätte eine digitale Signatur hinterlegt, die Probleme macht … Doc: Ich habe nichts hinterlegt. Leicht genervte Service-Stimme: Haben Sie doch. Ich: Nein. Ich weiß nichts von einer digitalen Signatur, ich möchte lediglich eine Rechnung geschickt bekommen. Rufen Sie nicht wieder an. Schicken Sie die Rechnung.
Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.
Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang
Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*
Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.
Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.
Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":
Filialen sortiert nach PLZ:

Chat:

Kontakt-Formular:

Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.
Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang
Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*
Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.
Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.
Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":
Filialen sortiert nach PLZ:

Chat:

Kontakt-Formular:

Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
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Vodafone sucks
01.12.11 – warnt vor:Menschen zu meidende | Bedrohungen allenthalben
Was einen Telefonanbieter von anderen Unternehmen unterscheidet, ist im Wesentlichen, dass er nichts unternimmt. Außer vielleicht immer neue Preisverschleierungstaktiken zu erfinden, die der Mobilfunkteufel dann z. B. Superflats zu nennen den Humor hat – so flat sieht Ihr Geldbeutel aus, wenn Sie das bestellen. Ich kenne mehrere und kann das mit Bestimmtheit sagen: Bulgarische Hütchenspieler sind ein seriöses Gegenüber im Vergleich zu denen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „: Recipient address rejected: User unknown“. Das wusste ich irgendwie schon vorher. Besonders drollig ist die regelmäßige Rückfrage nach meiner Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung von Vodafone. Das wollt Ihr nicht wirklich wissen.
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
Öttinger stellt versehentlich die Theodizeefrage
16.03.11 – warnt vor:Nachrichten
EU-Oettinger zum japanischen Reaktorunglück: „Man muss im Grunde genommen befürchten, dass das Ganze in Gottes Hand ist.“ Na, hoffentlich hat das der Papst nicht gelesen. Der verlangt sonst eine Gegendarstellung.
Die ägyptische Muslimbruderschaft bedroht Israel?
08.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Nein. Die wollen nur spielen. Am liebsten mit Atombomben.
"By May 17, 2006, Brotherhood deputies were openly attacking the Mubarak government for not pursuing an active nuclear program. Ikhwanonline, the official website of the Muslim Brotherhood, stated that Brotherhood “deputies accuse the government of abandoning the nuclear program and [being content with not] building atomic power plants for peaceful purposes and electricity production at the same time many other countries such as India advanced in this field.” [2] (India has not only developed nuclear power for electricity production, but used its peaceful nuclear program as a stepping stone to develop nuclear weapons.)
Despite this initial focus on peaceful nuclear energy, at a July 4, 2006, joint meeting of the foreign affairs, Arab, defense, and national security committees of the Egyptian parliament, Dr. Hamdi Hassan, spokesperson of the Muslim Brotherhood parliamentary caucus, made clear that his organization was interested not merely in using nuclear power for meeting Egypt’s energy needs, but in creating an Egyptian nuclear deterrent: “We [Egyptians] are ready to starve in order to own a nuclear weapon that will represent a real deterrent and will be decisive in the Arab-Israeli conflict.”
Natürlich ist das eine offizielle U.S.-Meldung, aber ist sie deshalb schon falsch? Die Zitate sind jedenfalls mit Belegen versehen (die mir leider nichts nutzen, weil ich kein arabisch verstehe.)
"By May 17, 2006, Brotherhood deputies were openly attacking the Mubarak government for not pursuing an active nuclear program. Ikhwanonline, the official website of the Muslim Brotherhood, stated that Brotherhood “deputies accuse the government of abandoning the nuclear program and [being content with not] building atomic power plants for peaceful purposes and electricity production at the same time many other countries such as India advanced in this field.” [2] (India has not only developed nuclear power for electricity production, but used its peaceful nuclear program as a stepping stone to develop nuclear weapons.)
Despite this initial focus on peaceful nuclear energy, at a July 4, 2006, joint meeting of the foreign affairs, Arab, defense, and national security committees of the Egyptian parliament, Dr. Hamdi Hassan, spokesperson of the Muslim Brotherhood parliamentary caucus, made clear that his organization was interested not merely in using nuclear power for meeting Egypt’s energy needs, but in creating an Egyptian nuclear deterrent: “We [Egyptians] are ready to starve in order to own a nuclear weapon that will represent a real deterrent and will be decisive in the Arab-Israeli conflict.”
Natürlich ist das eine offizielle U.S.-Meldung, aber ist sie deshalb schon falsch? Die Zitate sind jedenfalls mit Belegen versehen (die mir leider nichts nutzen, weil ich kein arabisch verstehe.)
Hilfe! Die Kirche reißt sich selbst ab
07.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Katholisch ist bei manchen wieder in. Seit der Mosebach die Liturgie als mysterium fascinosum et tremendum für sich entdeckt hat (Martin Mosebach: Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind), darf man Männer in Frauenkleidern, die in einschüchternd dominanten, mit sadomasochistischen Kunstwerken verzierten Großbauten was Unverständliches murmeln und duftende Fässchen schwenken, wieder irgendwie cool und arty finden. Nur sieben Jahre nach Mosebachs Streitschrift, kam diese inzwischen 200 Jahre alte Lieblingsidee alternder Romantiker dann auch bei Matussek an.
Und Matthias Matussek schaltet sich umgehend und machtvoll in die Debatte ein. Es geht diesmal um alles, um den Abriss der katholischen Kirche, um den Zölibat. Denn diese langweilige, verdruckste Lebensform frommer Spassbremsen hält er für ein "katholisches Abenteuer". Das katholische Abenteuer sieht, nur zur Erinnerung, bei den Besten der besten Katholiken so aus:
"In diese Versuchung gestellt, kämpfe ich täglich gegen die Begier zu essen und zu trinken: denn nicht ist es möglich, dass ich es ein für allemal abschneiden kann und es nicht mehr zu berühren beschließe, so wie ich es beim Beischlaf vermocht habe. […] Über die Versuchung der Wohlgerüche ängstige ich mich nicht zu sehr. […] Die Vergnügungen der Ohren nahmen mich fester in Beschlag und unterjochten mich. […] Durch solche Versuchungen werden wir täglich versucht, o Herr; ohne Aufhören werden wir versucht. Der tägliche Versuchsofen ist die menschliche Zunge…" (Augustinus, Confessiones)
Matusseks Versuchsofen läuft auf Hochtouren, wenn er versucht, seine Untergangsängste in markige Worte zu fassen: "Rechtzeitig vor dem Papstbesuch bereiten deutsche Theologen und Politiker den Abriss der katholischen Kirche vor". "Rechtzeitig" können Sie streichen, da hat der dicke Matussek sich nur bemüht, seinen Satz mit etwas Ironie zu würzen. Den Rest versuche ich Ihnen zu erklären: Gemeint sind nicht ein paar neue Martin Luther, Freimaurer und die Linke, die mit der Abrissbirne die Engelsburg demolieren wollen, sondern allen Ernstes katholische Theologieprofessoren und die CDU. Die C D U. Ein kirchlicher Selbstabriß. Diese Speerspitze des Laizismus und der Kirchenkritik schmäht angeblich den Vatikan als "verknöcherte, handlungsunfähige Bastion Ewiggestriger". Obwohl der doch als eine betonierte, handlungsunwillige Bastion Ultrakonservativer zu loben ist.
Dabei sollte sich die CDU beim Abbau der katholischen Kirche etwas einbremsen. So ein Zölibat hat ja auch sein Gutes, nicht? Jedenfalls was Sportliches, meint Matussek ("spirituelle Höchstleistungssportler"), wie ja auch ein Bewegungsasket, der bleiern auf der Couch liegt, ein Höchstleistungssportler des Laufverzichts genannt werden kann. Wertvoll ist der Nosex-Sport allerdings nur, wenn er ein Akt des Gehorsams ist. Es reicht nicht, dem Augustinus folgend enthaltsam sein zu wollen, dazu gehört zwingend auch das dienstliche Sollen. Das Amt macht den Unterschied, sagt Ratzinger, sagt Matussek: "Wenn der Zölibat […] nicht eine gemeinschaftliche kirchliche Form ist, sondern eine private Entscheidung, dann […] ist er […] Eigenbrödlerei, die deshalb mit gutem Grund verschwindet." Als Amtsbrödlerei aber ist der Zölibat ganz unverzichtbar. Denn nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches und dem Ende der RAF schenkt er alleine uns noch "eine antibürgerliche Gegenwelt inmitten der unsrigen".
Um seine reaktionäre Rage voll auszukosten, fällt Matussek dann gleich noch öffentlich auf die Knie vor einer gesellschaftlichen Rolle, die bereits in der Antike als eine autoritäre Zumutung empfunden wurde und als ein Betrug durchschaut war: "Er [der Priester] ist die auratische Respektsperson, der man aus einer Andachtsdistanz heraus begegnet. Wollen wir das aufgeben für die ganz gewöhnlichen Klarsichtfolien-Betriebsnudeln, denen man […] auf Kirche-von-unten-Flohmärkten begegnen kann?" Das mit den Klarsichtfolien habe ich nicht verstanden. Vielleicht meint er künstliche Plastikfromme, die ficken, im Unterschied zu natürlich gewachsenen, eher holzigen Priestern, die es sich verkneifen, wer weiß. Aus dieser respektvollen Andachtsdistanz heraus gelingt ihm dann noch ein nicht minder wachrüttelnder Schlusssatz. Warum braucht es die keuschen Priester? "Weil sie uns allen, mitten im Alltag, eine Ahnung geben, dass es im Leben um mehr gehen kann als darum, sich den Wanst vollzuhauen." Verstehe. Es geht im Leben nicht nur um so etwas Schnödes, wie sich satt zu essen. Es geht auch darum, keinen Sex zu haben. Ich werde den Verdacht nicht los, er glaubt das selbst nicht. Warum auch.
Nachschlag: Auf Matusseks Homepage steht ein Video, dessen Inhalt er treffend – ich habe es geduldig zum größeren Teil angeschaut – so zusammenfasst: "Maria und die Milliardäre: Videoblogger Matussek ist als Partyflüsterer unterwegs. Auf der DLD-Konferenz in München mit Burda und den Internet-Zaren und im Berliner Soho-House auf der großen Freiheitsparty für Stuckrad-Barre." Der Partyflüsterer aus Sodom rettet den Zölibat und die antibürgerliche Gegenwelt. So sieht er aus.
Und Matthias Matussek schaltet sich umgehend und machtvoll in die Debatte ein. Es geht diesmal um alles, um den Abriss der katholischen Kirche, um den Zölibat. Denn diese langweilige, verdruckste Lebensform frommer Spassbremsen hält er für ein "katholisches Abenteuer". Das katholische Abenteuer sieht, nur zur Erinnerung, bei den Besten der besten Katholiken so aus:
"In diese Versuchung gestellt, kämpfe ich täglich gegen die Begier zu essen und zu trinken: denn nicht ist es möglich, dass ich es ein für allemal abschneiden kann und es nicht mehr zu berühren beschließe, so wie ich es beim Beischlaf vermocht habe. […] Über die Versuchung der Wohlgerüche ängstige ich mich nicht zu sehr. […] Die Vergnügungen der Ohren nahmen mich fester in Beschlag und unterjochten mich. […] Durch solche Versuchungen werden wir täglich versucht, o Herr; ohne Aufhören werden wir versucht. Der tägliche Versuchsofen ist die menschliche Zunge…" (Augustinus, Confessiones)
Matusseks Versuchsofen läuft auf Hochtouren, wenn er versucht, seine Untergangsängste in markige Worte zu fassen: "Rechtzeitig vor dem Papstbesuch bereiten deutsche Theologen und Politiker den Abriss der katholischen Kirche vor". "Rechtzeitig" können Sie streichen, da hat der dicke Matussek sich nur bemüht, seinen Satz mit etwas Ironie zu würzen. Den Rest versuche ich Ihnen zu erklären: Gemeint sind nicht ein paar neue Martin Luther, Freimaurer und die Linke, die mit der Abrissbirne die Engelsburg demolieren wollen, sondern allen Ernstes katholische Theologieprofessoren und die CDU. Die C D U. Ein kirchlicher Selbstabriß. Diese Speerspitze des Laizismus und der Kirchenkritik schmäht angeblich den Vatikan als "verknöcherte, handlungsunfähige Bastion Ewiggestriger". Obwohl der doch als eine betonierte, handlungsunwillige Bastion Ultrakonservativer zu loben ist.
Dabei sollte sich die CDU beim Abbau der katholischen Kirche etwas einbremsen. So ein Zölibat hat ja auch sein Gutes, nicht? Jedenfalls was Sportliches, meint Matussek ("spirituelle Höchstleistungssportler"), wie ja auch ein Bewegungsasket, der bleiern auf der Couch liegt, ein Höchstleistungssportler des Laufverzichts genannt werden kann. Wertvoll ist der Nosex-Sport allerdings nur, wenn er ein Akt des Gehorsams ist. Es reicht nicht, dem Augustinus folgend enthaltsam sein zu wollen, dazu gehört zwingend auch das dienstliche Sollen. Das Amt macht den Unterschied, sagt Ratzinger, sagt Matussek: "Wenn der Zölibat […] nicht eine gemeinschaftliche kirchliche Form ist, sondern eine private Entscheidung, dann […] ist er […] Eigenbrödlerei, die deshalb mit gutem Grund verschwindet." Als Amtsbrödlerei aber ist der Zölibat ganz unverzichtbar. Denn nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches und dem Ende der RAF schenkt er alleine uns noch "eine antibürgerliche Gegenwelt inmitten der unsrigen".
Um seine reaktionäre Rage voll auszukosten, fällt Matussek dann gleich noch öffentlich auf die Knie vor einer gesellschaftlichen Rolle, die bereits in der Antike als eine autoritäre Zumutung empfunden wurde und als ein Betrug durchschaut war: "Er [der Priester] ist die auratische Respektsperson, der man aus einer Andachtsdistanz heraus begegnet. Wollen wir das aufgeben für die ganz gewöhnlichen Klarsichtfolien-Betriebsnudeln, denen man […] auf Kirche-von-unten-Flohmärkten begegnen kann?" Das mit den Klarsichtfolien habe ich nicht verstanden. Vielleicht meint er künstliche Plastikfromme, die ficken, im Unterschied zu natürlich gewachsenen, eher holzigen Priestern, die es sich verkneifen, wer weiß. Aus dieser respektvollen Andachtsdistanz heraus gelingt ihm dann noch ein nicht minder wachrüttelnder Schlusssatz. Warum braucht es die keuschen Priester? "Weil sie uns allen, mitten im Alltag, eine Ahnung geben, dass es im Leben um mehr gehen kann als darum, sich den Wanst vollzuhauen." Verstehe. Es geht im Leben nicht nur um so etwas Schnödes, wie sich satt zu essen. Es geht auch darum, keinen Sex zu haben. Ich werde den Verdacht nicht los, er glaubt das selbst nicht. Warum auch.
Nachschlag: Auf Matusseks Homepage steht ein Video, dessen Inhalt er treffend – ich habe es geduldig zum größeren Teil angeschaut – so zusammenfasst: "Maria und die Milliardäre: Videoblogger Matussek ist als Partyflüsterer unterwegs. Auf der DLD-Konferenz in München mit Burda und den Internet-Zaren und im Berliner Soho-House auf der großen Freiheitsparty für Stuckrad-Barre." Der Partyflüsterer aus Sodom rettet den Zölibat und die antibürgerliche Gegenwelt. So sieht er aus.
Eine Alternative
16.09.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Die Paranoiden sind sehr berechenbar. Sie werden sich immer so verhalten, dass das, was sie am meisten fürchten (vom Teufel Israel besiegt zu werden), mit der größten Wahrscheinlichkeit geschieht (Israel bombardiert den Iran). Was hat der Achmachmirdenjihad eigentlich für ein Problem? Ich denke, es ist ein großes und altes: Die islamische Welt ist vor ein paar Jahrhunderten, als in England der Kapitalismus und in Frankreich die Revolution erfunden wurde, abgehängt worden. Seitdem sind sie schwächer entwickelt und abhängig. Das zutreffende Gefühl, von den entwickelten Ländern ausgenutzt und übervorteilt zu sein, nährt das Minderwertigkeitsgefühl und die Verfolgungsängste. Er spinnt also mit Grund, was ihn nicht angenehmer macht. Was wäre die Lösung? Die Entwicklung aufzuholen. Der ideale Partner dafür wäre Israel. Ein Land in nächster Nähe mit hohem Innovationspotential, mit Universitäten, einer demokratisch legitimierten Regierung und einem Korruptionslevel, der in etwa dem in Schland entsprechen dürfte. Ein Land auf der Höhe der Zeit. Hier gäbe es Vertragssicherheit und viel zu lernen. Das wäre freilich ein weiter Weg, der ohne Selbstkritik und das Abschneiden vieler religiöser Zöpfe oder Bärte kaum zu gehen ist. Deutlich schneller sind die eigenen Größenphantasien zu Hand, man könne beispielsweise noch vor dem Westen einen Kernfusionsreaktor bauen und sogar den Krebs besiegen. Dabei wünsche ich gutes Gelingen. Ich setz mich jetzt kurz hin und besiege den Kaffeedurst. Ein Mensch braucht realistische Ziele, nicht?
Der dirty old man von Augsburg spricht "Sorry folks!"
23.06.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Mixa, der angeblich sexuell übergriffige, ziemlich sicher gegen Kinder einst habituell gewalttätige und wahrscheinlich dazu sogar schwer versoffene, seinen Kaplanen nach zu urteilen, insgesamt realitätsblinde, sprich: irre Ex-Bischof, sagt: „Ich bitte alle um Verzeihung.“ Der notorische Zornigel entschuldigt sich bei allen für alles mögliche irgendwie, wie auch immer. Aber wenn jetzt noch einer was sagt, dann fallt der Watschnbaum fei um! Bei dem heisst: „Ich bitte alle um Verzeihung“ nichts Anderes als: „Meine Geduld ist am Ende.“ Meine auch.
Andererseits: Vielleicht rafft er sich ja noch zu irgendwas Brauchbarem auf. Irgendwas titanisch Sinnloses. Vielleicht ein Streitgespräch mit Küng über den Papst. Oder er steigt bei Raab in den Ring als Prügelpope? Ein Juryplatz in einer Castingshow für Zölibatsanwärter? Raumflug? Publikation seiner Tagebücher? Wo kann ich mich als Geisterschreiber bewerben?
Andererseits: Vielleicht rafft er sich ja noch zu irgendwas Brauchbarem auf. Irgendwas titanisch Sinnloses. Vielleicht ein Streitgespräch mit Küng über den Papst. Oder er steigt bei Raab in den Ring als Prügelpope? Ein Juryplatz in einer Castingshow für Zölibatsanwärter? Raumflug? Publikation seiner Tagebücher? Wo kann ich mich als Geisterschreiber bewerben?
Cloud Computing ist nützlich
19.04.10 – warnt vor:Nachrichten
Das FBI ermittelt in Google Docs Accounts. Jetzt weiß ich endlich, wofür Cloud steht: Central information Lounge Operated for Unidentified intelligence services Delight. Also: Wenn alle fleissig mitmachen beim Cloud Computing spart sich das Innenministerium die Kosten für Bundestrojaner.
Der Herr Hitler und seine Evi
22.02.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Eine Frau Görtemaker hat ein Buch über Eva Brauns Leben verfasst, zu dem sie in der SZ interviewt wird. Ich erkenne da einen Trend, vor dem ich warne:
Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.
Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“
Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...
Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“
Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.
Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“
Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...
Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“
Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
Heute schon gegruselt?
07.02.10 – warnt vor:Menschen zu meidende | Bedrohungen allenthalben
Frank T. Zumbachs Mysterious World ist eine kurzweilige Geisterbahn für alle, die ihren Kunstgenuss an den abgenagten Fingernägeln und elektrisierten Frisuren erkennen. Aber Vorsicht:
„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“
Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“
Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
Tanz ums Minarett
30.11.09 – warnt vor:Nachrichten
Viele Schweizer mögen keine neuen Minarette mehr in der Schweiz sehen. Da kommt man schon ins Grübeln: Warum werden die eigentlich gefragt, wenn in der Verfassung steht, Minarette können gebaut werden? Und warum in einer so völlig abwegigen Frage? Und das einzige, was dann diskutiert wird, sind mögliche Auswirkungen auf die Marke „Schweiz“. Das könnten sich natürlich andere, ähnlich unappetitliche Markenländer wie die Dänemark bsplsw. zunutze machen: „Dänemark. Die tolerante Schlickschäre der Minarette“. So tolerant sind die garnicht? Na, dann gibt es hoffentlich auch keine Volksabstimmung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch noch die schlechteste Verfassung besser ist als der Durchschnitt der Bürger in einem Land. Wozu also das Volk fragen, wenn es um Verfassungsartikel geht? Da hätten viele halbwegs zivilisierte Staaten über Nacht wieder die hässlichsten Diskriminierungen in der Verfassung stehen und die Todesstrafe sowieso. Nochmal zur Schweiz: Gaddhafi sollte die gefangenen Schweizer nicht massakrieren. Er sollte ein Einfuhrverbot für Toblerone aussprechen. Das hätte Stil, Weisheit und morgenländische Größe.
Trendsport Antisemitismus
23.11.09 – warnt vor:Menschen zu meidende
Was passiert, wenn die Bielefelder Antifa einen Holocaust-Überlebenden zu einem Vortrag über „Rassismus und Antisemitismus in Ungarn“ einlädt? Das passiert:
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/
Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/
Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.
http://www.hurryupharry.org/2009/11/23/strange-days-in-germany/
Karl Pfeifer, österreichischer Journalist, wurde wieder ausgeladen, weil er irgendwann angeblich an einem Massaker der israelischen Armee in einem nicht näher genannten Dorf Palästinas beteiligt gewesen sein sollte. Das ging so:
Eine kleine Minderheit legte ein Veto gegen die Pfeifer-Veranstaltung ein - das war gemäß dem "Konsensprinzip" das Aus für den Vortrag im AJZ. Die Vortragsgegner legten eine "lose Informationssammlung" ohne Angabe von Quellen vor, wie ein vorliegendes Gedächtnisprotokoll der veranstaltenden Uni-Antifa-AG festhält. Damit wurde Pfeifer beschuldigt, einer militärischen Einheit angehört zu haben, die "an einem Massaker und Vertreibungen in einem palästinenschen Dorf teilgenommen, bzw diese durchgeführt" habe. Unklar war selbst den Veto-Einlegenden, wann Pfeifer in der besagten Einheit gewesen war "und wie dieses Massaker abgelaufen ist". Auch wurde zugestanden, dass die genannten Informationen nicht sicher seien.
http://www.redok.de/content/view/1581/36/
Da muss sich der Einundachtzigjährige von Palästinensertuch-tragenden von anderen so genannten Antifaschisten zwei Tage vor dem vereinbarten Vortragstermin ausladen lassen wegen eines Verdachtes, der von denen noch nicht einmal nachvollziehbar ausgesprochen wird.
Gegen welchen Faschismus sind diese Antifa-Aktivisten eigentlich? Gegen den, der ganz Europa verwüstete und nahezu alle Juden, dazu noch Sinti, Roma, Kommunisten & Antifaschisten, Behinderte und Schwule ermordete? Oder gegen den als faschistisch halluzinierten Zionismus, von dem nichts Schlimmeres bekannt ist, als dass er den Staat Israel gerne gegen den Willen der ihn umgebenden Feinde erhalten möchte?
Wer auch immer diese Taktlosigkeit verbrochen hat, soll sich bitte ein paar Wochen schämen und diese Zeit nutzen, sich bei Herrn Pfeifer zu entschuldigen. Wo kommen wir denn hin, wenn auch noch die Linken anfangen, Nazi-Opfer anzustänkern? Ehrlich.
Revolutiönchen verboten
03.09.09 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Daniel Brössler schreibt heute unter dem Titel „Lafontaine und die Linke. Der weite Weg in die Realität" das da in die SZ:
„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."
Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.
Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."
Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.
Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
„Als Erstes kehren die Soldaten aus Afghanistan heim. Unverzüglich, ohne umständliche Absprachen mit den Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung in Kabul. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Nato-Partnern. Sie müssen überzeugt werden, die Allianz aufzulösen.
Zeitgleich sind eine Menge Gesetze zu ändern. Endlich bekommen Rentner, Eltern und Arbeitslose mehr Geld. Der Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent. Willkommen im roten Deutschland. Willkommen in einem Deutschland, das die Linkspartei regiert."
Ich verstehe, dass diese Vision mich erschrecken soll – ach was, so irres Zeug haben die Linken vor? Heiliges Abendland. Das darf nicht geschehen.
Dann bringt der Brössler das übliche Warum-sich-nichts-ändern-kann-Argument, also leere Kassen. Das Ganze endet mit dem Satz:
„Wer eine andere Politik will, kommt als Koalitionspartner in Frage. Wer ein anderes Land will, nicht."
Brössler,
in einem anderen Land würden Rentner, Eltern und Arbeitslose unverzüglich – ohne umständliche Absprachen mit irgendwelchen Verbündeten und ohne Rücksicht auf die Bitten der Regierung – die Vorstandsspitzen sowie die Schwer- und Schwerstreichen nebst der Politikerkaste mit dem Hals an Laternen befestigen und sich dann nehmen, was ihnen zusteht. Nato hin, Afghanistan her. Was die Linkspartei vorhat, wird Ihr Brösslersches Leben nicht einmal ansatzweise verändern. Das nur zur Entwarnung. Das Land, in dem Sie leben, wird leider noch lange dasselbe sein. Vielleicht einen Hauch sozialdemokratischer, falls nicht gar zu viele Ihre neurotischen Befürchtungen teilen.
Also ermannen Sie sich ein bisschen und heulen Sie nicht rum wegen einer angeblich nicht koalitionsfähigen Linkspartei. Im übrigen gilt, was Wiglaf Droste in einem schönen Zweizeiler so ausdrückte:
Die Linkspartei, die Linkspartei,
die geht mir rechts am Arsch vorbei.
Sauberes Netz?
19.06.09 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Tiergartenquelle
18.06.08 – warnt vor:Menschen zu meidende
Aus Dr. Vogls Kochstudio
18.06.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Menschen zu meidende
Schäuble mal wieder
23.04.08 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Schäuble, der permanente Verfassungsbrecher ("Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden"), hat schwierige Fragen in seinem Kopf, die nach Diskussion und einer Antwort verlangen. Zum Beispiel die:
„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“
Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.
http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.“
Kommt drauf an. Der Schäuble-Attentäter mit der Smith&Wesson hatte sich 1990 die feinsinnige Frage gewiss nicht gestellt, ob die Unverletzlichkeit des Leibes auch dann noch garantiert ist, wenn ein paar kleine spitze Gegenstände zum Zwecke der Terrorbekämpfung in ihn eingedrungen sind. Von solchen Typen muss man sich distanzieren. Ich habe mir deshalb das mit der Unverletzlichkeit der Wohnung ernsthaft und etwas länger überlegt und komme zu dem für mich privat (naja, das bin ich dann ja nicht mehr wirklich) recht befriedigenden Schluss: Wenn die Herren Geheimen die Wäsche abhängen, bügeln, die Küche aufräumen und den Windeleimer runterbringen, dann dürfen Sie sich auch gern ein Weilchen erfolglos mit meinem Rechner befassen. Aber der Kühlschrank bleibt zu, meine Herren! Beim Bier werde ich zum, nein das schreibe ich jetzt nicht, das ist ja saudumm, ich schreibe: beim Bier hört der Spaß auf, ihr permanenten Verfassungsbrecher.
http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=Sch%C3%A4uble;q=sch%C3%A4uble;url=/newsticker/meldung/106874/
Auch gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten
03.12.07 – warnt vor:Nachrichten
Abendzeitung 011207.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.
Minister Jung ist mit dem Virus Schäuble infiziert und muss sofort aus dem Amt entfernt werden
27.09.07 – warnt vor:Menschen zu meidende
Wenn ein Minister sich ohnmächtig fühlt, widerspricht sein Gemütszustand seinem Amt in der Staatsmacht. Das möchte er dann ändern. Verständlich. Ohnmächtige Macht ist natürlich kaum ihren Namen wert. Verteidigungsminister Jung fühlt sich ohnmächtig der Terrorgefahr ausgeliefert und empfindet seine Qualen sicher doppelt, weil das Gewaltpotential sein Amt als Verteidigungsminister vollständig definiert. Gegen die Terrorgefahr wurde aber noch kein passender Krieg erfunden. Was tun, um die Ohnmacht abzubauen? Ginge es um Liebe, könnte ich ihm gelassen eine der Spammails weiterleiten, die medikamentöse Hilfe anbieten. Es geht aber um Gewalt und da hat Nichtmehrganzso-Jung sich zur Selbsthilfe an ein sehr altes deutsches Rezept erinnert.
Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.
Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.
Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
Jung bemerkte nämlich, dass er sich nicht mehr so ohnmächtig fühlen müsste, könnte er bei drohender Gefahr den „finalen Rettungstotschlag“ (Bundeswehrverbandschef Bernhard Gertz) wann immer und an wem immer er es möchte, also nicht nur an Terroristen sondern auch an Mitbürgern, verüben. Was wäre das für ein Triumph. Eine schwüle Brise gesetzloser Allmacht lässt das ministeriale Selbstbewusstsein lustvoll anschwellen. So hat sich ungestraft zuletzt die SA ausleben dürfen. Und was für ein bemerkenswert kranker Gedanke obendrein: Wenn die Terroristen schon nicht allesamt und überall totzuschlagen sind, dann könnte man, wo sich einer enttarnt, wenigstens den lynchen, auch wenn dabei einige unverdächtige Mitbürger sterben müssen. Jung wäre erleichtert. Für ihn kommt vermutlich „Leiche“ von erleichtern.
Der Jungsche Vorschlag ist allerdings noch nicht ganz da angekommen, wo Schäubles offensichtlich gänzlich zum Teufel gegangenes Denkorgan sich längst hinphantasiert hat: Zum prophylaktischen Rettungstotschlag an jedem, der sich den Schäuble und Jung in Deutschland oder sonstwo verdächtig macht.
Man sollte die Burschen in einen Staatsbürgerkundekursus schicken, damit sie lernen, dass die Verbrechensbekämpfung in einer Demokratie nicht dem Militär sondern der Polizei obliegt, dass ein des Terrorismus Verdächtiger kein Verurteilter ist, warum zu einem Urteil ein Prozess gehört und weshalb ein Urteil in keinem Fall die Todesstrafe sein kann.
Schäuble
08.09.07 – warnt vor:Menschen zu meidende
Bitte meiden Sie Wolfgang Schäuble.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.
So warnen Sie Schäuble fernmündlich:
- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.
Eine fachliche Auskunft von einem, der es wissen muss: Warnen kann jeder. Aber es gibt gute und schlechte Sicherheitsexperten. Gute Sicherheitsexperten warnen unverbindlich vor drohenden Gefahren, Irrtümern und Personen. Schlechte Sicherheitsexperten denken den ganzen Tag darüber nach, wer alles die Welt verlassen müsste, damit sie sich endlich sicher fühlen und wollen das dann in Gesetzestexten festschreiben. Hören sie nicht auf diese todesverliebten Angstnarren. Hören Sie auf Doc Vogls ermutigende und wohldurchdachte Hinweise.
So warnen Sie Schäuble fernmündlich:
- Schäuble.
- Doktor Vogl.
- Wer?
- Doktor Vogl, aus München.
- Sind Sie der aus der Reha-Klinik?
- Nein, vor Reha-Kliniken muss ich warnen. Sie warnen ja auch gern. Deshalb wollte ich Sie etwas fragen.
- Ich habe nicht viel Zeit.
- Ich mache es kurz: 100 Menschen im gekidnappten Flieger, 120 im angeflogenen Bürohaus - abschiessen?
- Bitte? Was meinen Sie?
- 120 Menschen werden durch ein mit 100 Menschen besetztes Flugzeug bedroht. So ein 9/11-Ding eben. Holen Sie den Flieger runter? Sicherheitshalber, mein ich.
- Das kommt auf den Einzelfall an.
- Das ist ein Einzelfall.
- Man müsste genau abwägen, ob hier die Verhältnismäßigkeit
- Aber Sie retten doch mehr als sie in den Tod schicken, ein verhältnismäßig guter Deal?
- Das kann man nicht so pauschal
- Ich helfe ihnen: Wir nummerieren einfach die Bevölkerung durch. Alle. Die bekommen so kleine Chips, wie die Jeans jetzt bei Karstadt. Da steht ihre persönliche Wertziffer drauf. Also Männer 5, Frauen vielleicht 4, so wie ich sie kenne, Bundesminister 50, Al Kaida-Verdächtige 0. Wenn dann ein – wir brauchen ein emotional neutrales Fachwort – sagen wir: Bedrohungscluster auf einen Bedrohtencluster trifft, genügt eine einfache Subtraktions-Rechnung und die Entscheidung ist da: Ergebnis über Null: abschiessen. Unter Null: Auslandseinsatz der Bundeswehr für Vergeltung einleiten.
- Hm.
- Hm ja oder hm nein?
- Ihr Gespräch ist vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber Ich werde darüber nachdenken.
- Tun sie das lieber nicht.


