Schnaps
Endlich Frieden – gemeinsam können wir es schaffen
11.02.10 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Selbst unwahrscheinliche Zustände, wie der Friede auf
Erden, lassen sich mit etwas Konzentration und
geeigneten Stimulantien ganz einfach herstellen. Man
muss nur wollen, üben und eisern aber entspannt dran
bleiben. Zum Beweis meiner hoffnungsfrohen These
zeige ich ein Bild, auf dem die paranormal begabten
Medien Jens, Werner und der Doktor der beiden durch
bloße kollektive Willensanspannung und Trinkdisziplin
einmal einen wunderschönen Regenbogen im Raum
erzeugten. Als Vorschein einer Zukunft, die alle
Hoffnungen der fliegenden Yogis hell
überstrahlen wird. Und die der Brauereien
sowieso.
Geläufige Irrtümer der Medizin
24.04.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
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Neulich im Jagdschlössl, wo der gesunde Menschenverstand im deutschen Volkskörper Abend für Abend ein kleines Betriebsfest feiert
17.03.08 – warnt vor:Gesprächsfetzen
| Menschen zu
meidende
Ein
Biedermann um die 50 bzw. um die 15 Halbe: „Du
kaaanst einen Kosacken nicht töten! Duuuu kaaaaanst
einen Kosacken nicht töten! Nie. Einen Kosacken? Nie.
Duu kaaanst einen Kosacken nie nicht töten. Ausserdem
bin ich Komantsche, vom Stamm der Komantschen. Ich
bin gefährlich. Wennst magst, geh ma nachher in
meinen Puff. Mit mir ist des ganz ungefährlich. Weil
ich bin ein Hells Angels Rocker. Ein Hells Angels
Rocker bin ich, hörst? Meine Freund haben Motorräder.
Ein Hells Angels Rocker bin ich. Geh ma in meinen
Puff. Dir passiert nix, wenn ich dabei bin. Geh ma.“
Sein, na ja, Freund: „Halts Maul, Depp.“ Und das war
noch sehr wohlwollend erwidert, meine ich.
Vorsicht Ärzte!
30.01.08 – warnt vor:Menschen zu
meidende | Bedrohungen
allenthalben
Fachsprachen
sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam.
Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die
Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr
unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich,
zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie
„manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas
breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Ein bizarrer Repräsentant der traditionsreichen Firma Siemens
08.11.07 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Von Zeit zu
Zeit zwingen mich die Begleitumstände meiner
Lebenshaltung, das ein oder andere Reklamemittel der
Siemens Aktiengesellschaft zur Kenntnis zu nehmen.
Ich leide. Sie sollen nicht leiden, deshalb warne ich
Sie hier einmal in aller Form vor Lichtbildern wie
diesem. Machen Sie die empfindlichen Äuglein fest zu,
wenn Ihnen sowas unterkommt. Sonst klopft Ihnen die
grausige Bildkeule die unangenehmsten Ideen in Ihren
wehrlosen Kopf.
Als erstes zwang mich das Bild, an einen Mord zu denken. Der Mann schreit auf, er wurde von hinten erschossen, soviel ist klar. Vielleicht hielt ihn der CIA seines Ziegenbärtleins wegen für einen erwachenden Schläfer der Taliban? Wer würde sonst so ein hässliches Lederimitattäschlein mit sich führen, wenn nicht ein von der Welt bereits völlig losgelöster Suizidaler?
Dann dachte es in mir: Nehmen wir an, er lebt noch, sein Schrei ist kein Todes- sondern ein Wutschrei. Vielleicht hat Mutti ihrem ziegenbärtigen Sohn zum achten Mal das gleiche hässliche Lederimitattäschlein geschenkt und er möchte es mit der Faust vernichten.
Noch Abwegigeres kam mir in den Sinn: Der Vertreter schreit vor Freude auf wegen einer Unterschrift, die ihm unter ein in dem hässlichen Lederimitattäschlein verborgenes Schriftstück gesetzt wurde. Er hat irgendeinen Abschluss bewirkt und kann deshalb nicht mehr an sich halten. Die Heiterkeit hetzt ihn fast in den Wahnsinn, so überwältigend paradiesisch ist das süße Geheimnis in seinem hässlichen Lederimitattäschlein.
Dann warf ich einen kurzen Blick auf den Hintergrund – und wie so oft: Der Kontext plaudert aus, was der Ziegenbärtige gern verschweigt: Der Siemenshandlungsreisende ist einfach blau. Sternhagelvoll. Strack und breit wie kein zweiter Siemensvertreter. Die kleine Ausbuchtung in seinem hässlichen Lederimitattäschlein passt präzise zu einer feinen Flasche Tullamore Dew, die der Kreischende bei einer Abteilungswette auf ex gelehrt hat. Danach konnte er nur noch „Yep!“ jauchzen, als ihn die Kollegen fragten: „He, Ziege, was dagegen wenn wir dich mit deinem hässlichen Lederimitattäschlein ablichten? Mach´ Fäustchen, Ziege. Und cheese!“
Als erstes zwang mich das Bild, an einen Mord zu denken. Der Mann schreit auf, er wurde von hinten erschossen, soviel ist klar. Vielleicht hielt ihn der CIA seines Ziegenbärtleins wegen für einen erwachenden Schläfer der Taliban? Wer würde sonst so ein hässliches Lederimitattäschlein mit sich führen, wenn nicht ein von der Welt bereits völlig losgelöster Suizidaler?
Dann dachte es in mir: Nehmen wir an, er lebt noch, sein Schrei ist kein Todes- sondern ein Wutschrei. Vielleicht hat Mutti ihrem ziegenbärtigen Sohn zum achten Mal das gleiche hässliche Lederimitattäschlein geschenkt und er möchte es mit der Faust vernichten.
Noch Abwegigeres kam mir in den Sinn: Der Vertreter schreit vor Freude auf wegen einer Unterschrift, die ihm unter ein in dem hässlichen Lederimitattäschlein verborgenes Schriftstück gesetzt wurde. Er hat irgendeinen Abschluss bewirkt und kann deshalb nicht mehr an sich halten. Die Heiterkeit hetzt ihn fast in den Wahnsinn, so überwältigend paradiesisch ist das süße Geheimnis in seinem hässlichen Lederimitattäschlein.
Dann warf ich einen kurzen Blick auf den Hintergrund – und wie so oft: Der Kontext plaudert aus, was der Ziegenbärtige gern verschweigt: Der Siemenshandlungsreisende ist einfach blau. Sternhagelvoll. Strack und breit wie kein zweiter Siemensvertreter. Die kleine Ausbuchtung in seinem hässlichen Lederimitattäschlein passt präzise zu einer feinen Flasche Tullamore Dew, die der Kreischende bei einer Abteilungswette auf ex gelehrt hat. Danach konnte er nur noch „Yep!“ jauchzen, als ihn die Kollegen fragten: „He, Ziege, was dagegen wenn wir dich mit deinem hässlichen Lederimitattäschlein ablichten? Mach´ Fäustchen, Ziege. Und cheese!“
Straubinger Tagblatt
31.10.07 – warnt vor:Nachrichten
Straubinger
Tagblatt 31.10.07
„Straubing. Der evangelische Reformationstag und das katholische Allerheiligen prallen am 31. Oktober auf Halloween. … Das heftig beworbene Halloween, das besonders bei Kindern und Jugendlichen auf Resonanz stößt, empfindet Dekan Georg Birner als "eine gewisse Konkurrenz zu Allerheiligen"; und auch Pfarrerin Elke von Winning warnt vor der Gefahr, dass traditionelle christliche Feste ausgehöhlt werden könnten. Dekan Georg Birner rät zu Nachdenklichkeit… „
(http://www.idowa.de/straubinger-tagblatt/nachricht/nachricht/nac/2262062/red/99.htm)
Diese kleine Nachricht prallte am 31. Oktober auf meine Ganglien und ich versank sofort in tiefer, lang anhaltender Nachdenklichkeit. Wovor will mich Dekan Georg Birner warnen? Vor einer gewissen Konkurrenz zwischen Allerheiligen und Halloween? Wie war das noch?
Na klar. Früher, da sind wir als Jugendliche immer mit diesen wilden Masken als Hesychius von Carteia oder als der besonders erschreckliche Trophimus von Arles, einige Male auch ausgesprochen blutrünstig verkleidet als der Märtyrer Methodius Dominik Trčka von Haus zu Haus gezogen, haben Messwein und Bargeld erpresst und den kleinen Kindern Angst eingejagt. Das waren noch Zeiten. Später dann, Allerheiligen war längst die Abschleppparty Nr. 1, traf sich Alles, was trinken kann, beim Allerheiligen-Rave in den Optimolwerken, nach dem achtzehnten Erbeerlimes rissen wir uns den quietschbunten Allerheiligen-Horrorfummel vom Leib und grölten im Chor „Who the F* is Mutter Theresa?“. Stimmung pur. Aber jetzt? Statt Allerheiligen bloß noch Halloween, Feierverbot in Bayern und Baden-Württemberg und zur Buße eklige Kürbissuppe. Wer hat uns genau davor gewarnt? Richtig. Dekan Georg Birner im Straubinger Tagblatt.
„Straubing. Der evangelische Reformationstag und das katholische Allerheiligen prallen am 31. Oktober auf Halloween. … Das heftig beworbene Halloween, das besonders bei Kindern und Jugendlichen auf Resonanz stößt, empfindet Dekan Georg Birner als "eine gewisse Konkurrenz zu Allerheiligen"; und auch Pfarrerin Elke von Winning warnt vor der Gefahr, dass traditionelle christliche Feste ausgehöhlt werden könnten. Dekan Georg Birner rät zu Nachdenklichkeit… „
(http://www.idowa.de/straubinger-tagblatt/nachricht/nachricht/nac/2262062/red/99.htm)
Diese kleine Nachricht prallte am 31. Oktober auf meine Ganglien und ich versank sofort in tiefer, lang anhaltender Nachdenklichkeit. Wovor will mich Dekan Georg Birner warnen? Vor einer gewissen Konkurrenz zwischen Allerheiligen und Halloween? Wie war das noch?
Na klar. Früher, da sind wir als Jugendliche immer mit diesen wilden Masken als Hesychius von Carteia oder als der besonders erschreckliche Trophimus von Arles, einige Male auch ausgesprochen blutrünstig verkleidet als der Märtyrer Methodius Dominik Trčka von Haus zu Haus gezogen, haben Messwein und Bargeld erpresst und den kleinen Kindern Angst eingejagt. Das waren noch Zeiten. Später dann, Allerheiligen war längst die Abschleppparty Nr. 1, traf sich Alles, was trinken kann, beim Allerheiligen-Rave in den Optimolwerken, nach dem achtzehnten Erbeerlimes rissen wir uns den quietschbunten Allerheiligen-Horrorfummel vom Leib und grölten im Chor „Who the F* is Mutter Theresa?“. Stimmung pur. Aber jetzt? Statt Allerheiligen bloß noch Halloween, Feierverbot in Bayern und Baden-Württemberg und zur Buße eklige Kürbissuppe. Wer hat uns genau davor gewarnt? Richtig. Dekan Georg Birner im Straubinger Tagblatt.
Hasen
08.09.07 – warnt vor:Gefahren
in Flora und Fauna
Schaffen Sie
sich keine Hasen an, sie werden es irgendwann
bereuen. Freunde von mir ignorierten meine Warnung
und bereuten innerhalb kürzester Frist dreimal
bitterlich. Nana, wer wird denn weinen, kondolierte
ich einfühlsam, Hasen sind wie Wollpullover, erst
sind sie weich und kuschlig, dann gehen Sie ein.
Jetzt schmücken frisch gepflanzte Rhododendren die
kleinen Hasengräber und ein Gelegenheitsgedicht
richtete Frauchen und Herrchen wieder auf:
Ein Kondolenzkerzlein
für Dani und Markus
I
Wenn Große sterben, ist es Brauch,
die Trauer wortreich auszufeilen.
Besonders Kleine darf ich auch
verewigen in ein paar Zeilen.
Drei Hasen sind ´s , die ich vergotte:
Luise, Leopold und Lotte.
II
Die liebe Lotte findet Ruh,
man steht am Grab erbleicht.
Das Frauchen deckt den Leichnam zu.
“Ach Du”, der Gatte reicht
ein Glas und klagt, “es tut mir weh,
wenn ich dich weinen seh´ - Chantré?”
III
“Luise, ach, wer, wenn nicht diese,
Erfreut´ uns durch ein sanftes Wesen?
Leg dich zu Lotte in die Wiese,
ein Engel bist du uns gewesen”,
so schluchzt die Frau, ihr Mann spricht: “Jö,
ich hol´ uns einen Dujardin.”
IV
Nur wenig später: Leopold –
ein Has´, den Löwen leben ließen,
wenn er mit ihnen spielen wollt´ –
verlässt die Kraft. Die Tränen fließen,
die Schaufel scharrt zum dritten Mal.
Der Gatte greift zum Cardenal.
V
Nun hocken zwei sich kondolie-
rend, die um Trost Bemühten brüten
vor rosa Rhododendronblüten.
Der arme Has´. Er lehrt uns, wie
wir tapfer unsern Kreis vollenden.
Das Kerzlein brennt an beiden Enden.
Ein Kondolenzkerzlein
für Dani und Markus
I
Wenn Große sterben, ist es Brauch,
die Trauer wortreich auszufeilen.
Besonders Kleine darf ich auch
verewigen in ein paar Zeilen.
Drei Hasen sind ´s , die ich vergotte:
Luise, Leopold und Lotte.
II
Die liebe Lotte findet Ruh,
man steht am Grab erbleicht.
Das Frauchen deckt den Leichnam zu.
“Ach Du”, der Gatte reicht
ein Glas und klagt, “es tut mir weh,
wenn ich dich weinen seh´ - Chantré?”
III
“Luise, ach, wer, wenn nicht diese,
Erfreut´ uns durch ein sanftes Wesen?
Leg dich zu Lotte in die Wiese,
ein Engel bist du uns gewesen”,
so schluchzt die Frau, ihr Mann spricht: “Jö,
ich hol´ uns einen Dujardin.”
IV
Nur wenig später: Leopold –
ein Has´, den Löwen leben ließen,
wenn er mit ihnen spielen wollt´ –
verlässt die Kraft. Die Tränen fließen,
die Schaufel scharrt zum dritten Mal.
Der Gatte greift zum Cardenal.
V
Nun hocken zwei sich kondolie-
rend, die um Trost Bemühten brüten
vor rosa Rhododendronblüten.
Der arme Has´. Er lehrt uns, wie
wir tapfer unsern Kreis vollenden.
Das Kerzlein brennt an beiden Enden.