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Lukas 12,33: Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen.

Ich entnehme einer Grafik der „Zeit“: Die christlichen Kirchen in Deutschland verfügen über ein Vermögen von 330 Milliarden Euro. Der Staat schiebt jährlich 17 Milliarden nach. Der fromme Teich würde demnach nicht so schnell austrocknen, auch wenn man den Abfluss etwas vergrößern wollte. Die gleiche Grafik lehrt mich, Afrika habe zusammengenommen 98 Milliarden Schulden, 32 Milliarden würden genügen, um die Armut auf dem ärmsten Kontinent immerhin zu halbieren. Wenn sich also die Industriestaaten schon nicht entschließen können, die Entwicklungshilfe auf ein solides Fundament zu stellen. Dann vielleicht die mildtätigen, von brennender Nächstenliebe getriebenen Kirchen? – Nein? Na, dann beten sie mal weiter.
grafik

Captain Berlin rocks

Der Film: Hitlers Leibarzt, Nazi-Shewolf Dr. Ilse von Blitzen, hat Führers Gehirn mit Augen vor dem Untergang bewahrt und will den Gröfaz nun irgendwie wieder zum echten Leben erwecken. Das klappt nicht recht. Sie hat dazu zuerst einen Golem aus SS-Leichenteilen zusammengeschustert, der von dem unsterblichen Dracula lebendig gebissen werden soll. Der beisst aber lieber in die blonde Tochter von Captain Berlin als in Leichenteile, ausserdem ist er Kommunist. Captain Berlin nimmt die Verfolgung auf, um seine vom Fürsten der Finsternis entführte Tochter zu retten.
Dr. von Blitzen entsorgt derweil das Monster und packt den Führer in eine bewaffnete Blechkiste mit Rädern, den Hitlerrobo. Captain Berlin schaut bei Hitler vorbei und sucht einen Priester auf, der ihn mit Knoblauch, Kreuz und Weihwasserwumme auf Dracula vorbereitet und zieht los ins Brandenburger Schloss. Er kämpft dort mit Dracula, der Hitlerrobo mit Entourage kommt auch dazu und den Schluss gucken Sie sich selbst an, bitte.

Ein recht übersichtlicher Plot, aber was ist das eigentlich? Einem an einen fiktiven alten Comic angelehnten Theaterstück, das gerne ein Retrofilm wäre, wird sein Wunsch erfüllt. Seine Aufführung wird abgefilmt und zu schrottiger Retrocomicoptik am Computer überbastelt. Ein doppelter Gattungsschwindel ähnlich wie in der Rocky Horror Picture Show, die auch noch ein Musical sein will.

Das ist sehr genussvoll anzusehen. Das Ganze strotzt vor Genreklischees und das soll es wohl auch. Ich sehe darin die Hauptbotschaft dieses Films: Einem untoten Monstrum wie Hitler wird man nur so gerecht, dass man es neben Dracula und Frankenstein auftreten lässt. Sein künstlerischer Ort nach der Tragödie ist die unterste Schublade der Groschenhorrorcomic-Unterhaltung. Selbst der Landserroman tut ihm noch zuviel Ehre an. Versuche der hohen Filmkunst, sich dem Phänomen Hitler mittels Bruno Ganzschem Einfühlungsvermögen psychologisch zu nähern, sind gescheitert. Es ist ziemlich ekelhaft, den Führer als gebrochenen alten Mann vorgestellt zu bekommen. Als boshaftes Gehirn mit Stielaugen sehe ich ihn viel lieber.

Und noch eine andere Frage beantwortet der Film abschließend und gültig: Jimmy Hendrix hat über die USA alles Wichtige gesagt, als er die Nationalhymne auf seiner elektrischen Gitarre zersägte. Wie könnte man Deutschland durch die deutsche Hymne auf vergleichbare Weise verständlich machen? Man zerpfeift sie auf einer Blockflöte. Sehr deutsch und sehr schön.

"Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten."

Und wenn er nur diesen einen Satz gesagt hätte, der Michail Gorbatschow, dann wüsste man schon, von wem er gekauft worden war, ehe er die Bürger der Sowjetunion und der Anrainerstaaten im Warschauer Pakt auf eine lange hässliche Reise in die Armut schickte. Er soll sich schämen bis ans Ende seiner Tage. Ich bin kein Unmensch wie er. Strafverkürzend möchte ich ihm ein rasches wünschen.

Lambsdorff †

Über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Aber vielleicht die Wahrheit? „Krücke“, wie der Lambsdorff in einem Cartoon der Titanic früher hieß, hat in der Flick-Affäre echte Freundschaft bewiesen und den Rüstungsmilliardär durch sein geschwächtes Erinnerungsvermögen geschützt. Von Meineid war die Rede und wegen Steuerhinterziehung wurde er schließlich auch verurteilt. Aber zu was sonst ist ein FDP-Politiker da? Nur, was steht dann in der Zeitung? „Otto Graf Lambsdorff - Verfechter preußischer Tugend“ (SZ) Das haben die Preussen nicht verdient.
Wenn morgen der Kohl stirbt, heisst es wahrscheinlich auch, „der Kanzler der Einheit – ein Mann, ein Wort“. Auch Kohl hielt sein Wort ja bekanntlich dadurch, dass er keins über seine Lippen kommen ließ. Heimliche Parteispender verrät man nicht. Die industrielle „Pflege der politischen Landschaft“ (Brauchitsch, Flick) wäre sonst in Gefahr.
Wenn wenigstens was Besseres nachkommen würde. Aber der Westerwelle und die anderen Neuen bekommen ja jetzt erst richtig Zugang zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Und sie werden es sich schmecken lassen. Jetzt, wo sie wissen, dass das den Nachruhm eher fördert als behindert. Lambsdorffs preussische Tugend, was für ein schleimiger Schwachsinn.

und weiter geht´s...

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Defäkierende Waffen

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Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank

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Geläufige Irrtümer der Medizin

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Dumme Tiere

Der Uhu lebt im Wald. Er schläft tags und jagt nachts. Stirbt ein Mensch, hört man zuzeiten im Finstern sein dumpfes Huhu. Traf sichs einmal andersrum, der Uhu rief erst und dann fuhr einer dahin, wurden die Alten unruhig, entsetzten sich, rannten wirr umher und riefen: `s Leichhuhn! `s Leichhuhn!

Dumme Tiere

Fleißige Backenhörnchen horten feine Zirbelnüsse, Mais und Pilze, jedes in seiner Kammer bis alles voll ist, futtern dann Hanf und Mohn und schlafen fünf kalte Monate selig durch. In Sibirien spüren gefinkelte Bären die Vorratskammern auf, graben Sie aus und fressen die ratzenden Backenhörnchen gleich mit.

Hasen

Schaffen Sie sich keine Hasen an, sie werden es irgendwann bereuen. Freunde von mir ignorierten meine Warnung und bereuten innerhalb kürzester Frist dreimal bitterlich. Nana, wer wird denn weinen, kondolierte ich einfühlsam, Hasen sind wie Wollpullover, erst sind sie weich und kuschlig, dann gehen Sie ein. Jetzt schmücken frisch gepflanzte Rhododendren die kleinen Hasengräber und ein Gelegenheitsgedicht richtete Frauchen und Herrchen wieder auf:

Ein Kondolenzkerzlein
für Dani und Markus

I
Wenn Große sterben, ist es Brauch,
die Trauer wortreich auszufeilen.
Besonders Kleine darf ich auch
verewigen in ein paar Zeilen.
Drei Hasen sind ´s , die ich vergotte:
Luise, Leopold und Lotte.


II
Die liebe Lotte findet Ruh,
man steht am Grab erbleicht.
Das Frauchen deckt den Leichnam zu.
“Ach Du”, der Gatte reicht
ein Glas und klagt, “es tut mir weh,
wenn ich dich weinen seh´ - Chantré?”


III
“Luise, ach, wer, wenn nicht diese,
Erfreut´ uns durch ein sanftes Wesen?
Leg dich zu Lotte in die Wiese,
ein Engel bist du uns gewesen”,
so schluchzt die Frau, ihr Mann spricht: “Jö,
ich hol´ uns einen Dujardin.”


IV
Nur wenig später: Leopold –
ein Has´, den Löwen leben ließen,
wenn er mit ihnen spielen wollt´ –
verlässt die Kraft. Die Tränen fließen,
die Schaufel scharrt zum dritten Mal.
Der Gatte greift zum Cardenal.


V
Nun hocken zwei sich kondolie-
rend, die um Trost Bemühten brüten
vor rosa Rhododendronblüten.
Der arme Has´. Er lehrt uns, wie
wir tapfer unsern Kreis vollenden.
Das Kerzlein brennt an beiden Enden.