Wahrheit
Die Wahrheit
21.07.08 – warnt vor:Abgründe
des Bergsteigens
Wetterbericht Ostalpen für Montag, den 21.07.08: In
den Vormittagsstunden sind noch lokale Schauer
möglich … die Bewölkung lockert im Tagesverlauf auf,
es wird freundlich, teils durchwachsen …
Glücksverwöhnte, oder einfach nur sehr bedürftige Bergsteiger sehen sich bei dieser Prognose trocken von Scharnitz zum Karwendelhaus radeln, um dort vielleicht ein kleines lokales Schäuerchen abzuwarten. Haferl Kaffee getrunken und trocken rauf auf die Ödkarspitzen, hurtig von Gipfel zu Gipfel, den Brendelsteig runter – mmhhh. Jetzt nur noch locker pfeifend in der Sonne rausradeln und so stolz wie müde nach Hause fahren.
Ich habs versucht. Es hat in Strömen geregnet. Radelnd auf Augenhöhe mit der Unterkante einer finsteren, sich pausenlos entleerenden Wolkendecke. Ständig. Die ganze Zeit. Am Karwendelhaus schließlich eine neue Erfahrung: Ein Bergsteiger kann trotz Goretex so nass sein, dass er vor einem dampfenden Kaffee, den Rücken am gut beheizten Kachelofen bitterlich friert.
Das nur mal so zur Warnung, falls noch irgendwer da draussen glaubt, was solche Kachel- und andere Dunkelmänner der Bevölkerung als Vorhersagen verkaufen wollen.
Glücksverwöhnte, oder einfach nur sehr bedürftige Bergsteiger sehen sich bei dieser Prognose trocken von Scharnitz zum Karwendelhaus radeln, um dort vielleicht ein kleines lokales Schäuerchen abzuwarten. Haferl Kaffee getrunken und trocken rauf auf die Ödkarspitzen, hurtig von Gipfel zu Gipfel, den Brendelsteig runter – mmhhh. Jetzt nur noch locker pfeifend in der Sonne rausradeln und so stolz wie müde nach Hause fahren.
Ich habs versucht. Es hat in Strömen geregnet. Radelnd auf Augenhöhe mit der Unterkante einer finsteren, sich pausenlos entleerenden Wolkendecke. Ständig. Die ganze Zeit. Am Karwendelhaus schließlich eine neue Erfahrung: Ein Bergsteiger kann trotz Goretex so nass sein, dass er vor einem dampfenden Kaffee, den Rücken am gut beheizten Kachelofen bitterlich friert.
Das nur mal so zur Warnung, falls noch irgendwer da draussen glaubt, was solche Kachel- und andere Dunkelmänner der Bevölkerung als Vorhersagen verkaufen wollen.
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Mastermind Gülen
02.07.08 – warnt vor:Menschen, zu
meidende | Nachrichten
Die besten Antworten werden oft auf Fragen gegeben,
die niemand hat. Zum Beispiel die Spieglein,
Spieglein-Fragen „wer ist der bedeutendste
Intellektuelle der Welt?“ oder „wer ist die Schönste
im ganzen Land?“. Beide werden sehr treffend
beantwortet mit Fethullah Gülen bzw. Angela Merkel.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/948/183377/
Seltsamerweise hatte ich von Fethullah Gülen bislang noch nie etwas gehört. Ich habe mich deshalb einmal auf seiner Website umgesehen. Da gibt es eine Rubrik „Perlen der Weisheit“, die mir große Freude bereitet.
Mir hat noch nie jemand so klar und in so einfachen Worten erklärt, wozu ich eine Brille tragen muss:
Brillen sind Hilfsmittel der Augen, die Augen sind Hilfsmittel des Verstandes, der Verstand ist ein Hilfsmittel der Einsicht, und die Einsicht ist ein Hilfsmittel des Bewusstseins. Das Bewusstsein wiederum ist eine Luke, durch die der Geist schauen, und ein Hilfsmittel, mit dem er sehen kann.
Da hockt der Geist blind im Dunkeln rum, bis die Luke Bewusstsein aufgeht, hinter der bereits die Hilfsmittel Einsicht, Verstand und Brille warten, um gemeinsam endlich ein wenig Licht ins Oberstübchen zu lassen. Genau so habe ich mir das vorgestellt, hätte es aber niemals so schön vortragen können wie Fethullah Gülen, dessen Denk-Luke gewiss einem sperrangelweit offenen, von Flutlicht erleuchteten Scheunentor gleicht.
Seit Jahrhunderten fragen sich die Gelehrten der Welt, ob in der Nichtexistenz nicht vielleicht doch noch irgendwas tröstendes Kleines zu finden wäre, würde man nur genauer hinsehen, irgendein Nanoetwas, ein Krümel, ein Stäubchen, sie raufen sich die Haare, so schrecklich leer erscheint ihnen die Nichtexistenz– aber Gülen durchkreuzt diese Hoffnungen mit einem strengen Verdikt, einem großen, abschließenden Basta, für das er sich sogar auf das dünne Eis eines unendlich weiten Feldes begibt, das dem Verstand übel zusetzt:
Die Nichtexistenz ist ein schreckliches Nichts. Sie ist ein unendlich weites und dem Verstand abträgliches Feld, auf dem nicht einmal ein Stäubchen Existenz zu finden ist.
Seinen Titel als weltbedeutendster und intellektuellster Vordenker hat er sich aber vor allem damit verdient, dass er die Wahrheit kennt, was ihn zweifellos vor weniger fanatischen Intellektuellen auszeichnet.
Heutzutage werden fromme Menschen oft als Fanatiker bezeichnet. Fanatismus beinhaltet jedoch das Beharren auf falschen und blinden Behauptungen. Auf der Wahrheit zu beharren, ist hingegen eine Tugend; und wenn ein Gläubiger dies tut, darf sein Verhalten auch nicht als Fanatismus gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist er auch deshalb der mehrheitsfähigste Intellektuelle der Welt, weil er im Grunde denkt, wie meine katholische Großmutter im Niederbayerischen auch dachte, also so, wie die meisten religiösen Praktikanten welcher Glaubensrichtung auch immer:
Wer die Religion nicht anerkennt, wird früher oder später erhabene Werte wie Keuschheit, Patriotismus und Liebe zur Menschheit verschmähen.
Und ich dachte immer, wer die Menschheit liebt wird Keuschheit, Patriotismus und natürlich die Religion verschmähen. So kann man sich irren. Oder mit meiner Großmam zu sprechen: „Zerscht gengas nimmer in d´ Kirch. Dann gengas zu die Hur´n, die vaterlandslosen Hur´nböck´, die narrischen.“
Wenn Sie jetzt gerade grinsen; lassen sie es lieber:
Denen, die sich heute lustig machen
Geschrieben von Fethullah Gülen
Samstag, 10 Juli 2004
Ein Mensch, dessen Engagement bei der Anbetung Gottes mit zunehmendem Alter nicht steigt, ist ein unglücklicher Mensch. Denn er macht Verlust zu einer Zeit, in der er Gewinn machen könnte. Wenn er dies realisiert, wird er beweinen, worüber er heute noch Scherze macht.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/948/183377/
Seltsamerweise hatte ich von Fethullah Gülen bislang noch nie etwas gehört. Ich habe mich deshalb einmal auf seiner Website umgesehen. Da gibt es eine Rubrik „Perlen der Weisheit“, die mir große Freude bereitet.
Mir hat noch nie jemand so klar und in so einfachen Worten erklärt, wozu ich eine Brille tragen muss:
Brillen sind Hilfsmittel der Augen, die Augen sind Hilfsmittel des Verstandes, der Verstand ist ein Hilfsmittel der Einsicht, und die Einsicht ist ein Hilfsmittel des Bewusstseins. Das Bewusstsein wiederum ist eine Luke, durch die der Geist schauen, und ein Hilfsmittel, mit dem er sehen kann.
Da hockt der Geist blind im Dunkeln rum, bis die Luke Bewusstsein aufgeht, hinter der bereits die Hilfsmittel Einsicht, Verstand und Brille warten, um gemeinsam endlich ein wenig Licht ins Oberstübchen zu lassen. Genau so habe ich mir das vorgestellt, hätte es aber niemals so schön vortragen können wie Fethullah Gülen, dessen Denk-Luke gewiss einem sperrangelweit offenen, von Flutlicht erleuchteten Scheunentor gleicht.
Seit Jahrhunderten fragen sich die Gelehrten der Welt, ob in der Nichtexistenz nicht vielleicht doch noch irgendwas tröstendes Kleines zu finden wäre, würde man nur genauer hinsehen, irgendein Nanoetwas, ein Krümel, ein Stäubchen, sie raufen sich die Haare, so schrecklich leer erscheint ihnen die Nichtexistenz– aber Gülen durchkreuzt diese Hoffnungen mit einem strengen Verdikt, einem großen, abschließenden Basta, für das er sich sogar auf das dünne Eis eines unendlich weiten Feldes begibt, das dem Verstand übel zusetzt:
Die Nichtexistenz ist ein schreckliches Nichts. Sie ist ein unendlich weites und dem Verstand abträgliches Feld, auf dem nicht einmal ein Stäubchen Existenz zu finden ist.
Seinen Titel als weltbedeutendster und intellektuellster Vordenker hat er sich aber vor allem damit verdient, dass er die Wahrheit kennt, was ihn zweifellos vor weniger fanatischen Intellektuellen auszeichnet.
Heutzutage werden fromme Menschen oft als Fanatiker bezeichnet. Fanatismus beinhaltet jedoch das Beharren auf falschen und blinden Behauptungen. Auf der Wahrheit zu beharren, ist hingegen eine Tugend; und wenn ein Gläubiger dies tut, darf sein Verhalten auch nicht als Fanatismus gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist er auch deshalb der mehrheitsfähigste Intellektuelle der Welt, weil er im Grunde denkt, wie meine katholische Großmutter im Niederbayerischen auch dachte, also so, wie die meisten religiösen Praktikanten welcher Glaubensrichtung auch immer:
Wer die Religion nicht anerkennt, wird früher oder später erhabene Werte wie Keuschheit, Patriotismus und Liebe zur Menschheit verschmähen.
Und ich dachte immer, wer die Menschheit liebt wird Keuschheit, Patriotismus und natürlich die Religion verschmähen. So kann man sich irren. Oder mit meiner Großmam zu sprechen: „Zerscht gengas nimmer in d´ Kirch. Dann gengas zu die Hur´n, die vaterlandslosen Hur´nböck´, die narrischen.“
Wenn Sie jetzt gerade grinsen; lassen sie es lieber:
Denen, die sich heute lustig machen
Geschrieben von Fethullah Gülen
Samstag, 10 Juli 2004
Ein Mensch, dessen Engagement bei der Anbetung Gottes mit zunehmendem Alter nicht steigt, ist ein unglücklicher Mensch. Denn er macht Verlust zu einer Zeit, in der er Gewinn machen könnte. Wenn er dies realisiert, wird er beweinen, worüber er heute noch Scherze macht.
Stöckchen heisst das wohl bei Bloggern
10.06.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Abgründe
des Bergsteigens
Frau
Goodytales möchte von mir sechs unwichtige Dinge,
Gewohnheiten oder Macken erfahren. So eine
Aufforderung zur öffentlichen Kleinbeichte drängelt
sich zwar ein wenig ins Private hinein, aber ich
werde ihre Neugier dennoch zu stillen wissen.
1) Ich knicke in Büchern Seiten um, damit ich sie leichter wieder finde. Fachleute dieser Unart sprechen von Eselsohren.
2) Ich frage mich bei Fischer, Schäuble, Müntefering etc. seit Jahren immer wieder „warum tun die das? Warum lässt er das nicht? Warum spricht der so?“ – obwohl ich die Antwort weiss.
3) Es ist zwecklos, die Stimme an mich zu richten, wenn ich in einem Alpenvereinsführer lese.
4) Ich könnte mir unter Umständen vorstellen, die Dänemark zu bereisen.
5) Ich kann nicht glauben, dass ich 4) geschrieben habe.
6) Ich apportiere brav wie ein Pudel, wenn mir ein Frauchen ein Stöckchen zuwirft. Wuff.
1) Ich knicke in Büchern Seiten um, damit ich sie leichter wieder finde. Fachleute dieser Unart sprechen von Eselsohren.
2) Ich frage mich bei Fischer, Schäuble, Müntefering etc. seit Jahren immer wieder „warum tun die das? Warum lässt er das nicht? Warum spricht der so?“ – obwohl ich die Antwort weiss.
3) Es ist zwecklos, die Stimme an mich zu richten, wenn ich in einem Alpenvereinsführer lese.
4) Ich könnte mir unter Umständen vorstellen, die Dänemark zu bereisen.
5) Ich kann nicht glauben, dass ich 4) geschrieben habe.
6) Ich apportiere brav wie ein Pudel, wenn mir ein Frauchen ein Stöckchen zuwirft. Wuff.
Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank
05.06.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben | Menschen, zu
meidende
Im
Callcenter, am Schalter und als Saftschubse im
Flieger: Grinsen ist Pflicht, auch wenn das Herz
einen ganz anderen Gesichtsausdruck präferieren
würde. Dieses Rumschleimen, weil der Boss es will,
macht krank, sagen die Psychologen. Was also tun als
gesundheitsbewusste Düse?
„Echte Gefühle machen Kunden zufrieden. Außerdem gibt es bestimmte Vorstellungen, die bei der Freundlichkeit helfen. Flugbegleiter stellen sich beispielsweise bei der Arbeit vor, sie befänden sich in ihrem Wohnzimmer und die Passagiere wären ihre Verwandte.“
(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28053/1.html)
Das möchte ich lieber nicht erleben, wie der Flugbegleiter mit kaum verhohlenem Sadismus zu mir sagt: „Ach komm schon, ein Scheiberl geht schon noch vom Braten, bist doch ein Mannsbild. Wegen dem kleinen Knödel, hörst, schmeckens Dir etwa nicht? Vielleicht noch ein Haxerl von der Ente? Satt bist? Bist krank, vielleicht? Kriegst an Schnaps. Iss ruhig zu, nachher gibts bloss noch ein wenig Brotzeit und dann Kuchen, weisst schon die Cremetorte, die Du immer so magst…“
Vielleicht will er aber emotional authentisch sein und sagt auf dem Flug, irgendwo über der hässlichen Dänemark, was er denkt: „Jaja. Die böse, böse Uhr. Tja, jetzt waren wir alle mal wieder ein Stünderl zusammen, schön, jetzt müsst Ihr aber leider wieder aufbrechen, weil unsereins noch nach New York weiterfliegen will - allein; war schön, dass wir uns mal wieder an Bord gesehen haben, der Kapitän entriegelt gleich hinten die Ausstiegsluke, ich helf Euch noch in den Mantel, Bussi servus, - nein nein, das sieht nur so hoch aus, also raus mit Euch…“
„Echte Gefühle machen Kunden zufrieden. Außerdem gibt es bestimmte Vorstellungen, die bei der Freundlichkeit helfen. Flugbegleiter stellen sich beispielsweise bei der Arbeit vor, sie befänden sich in ihrem Wohnzimmer und die Passagiere wären ihre Verwandte.“
(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28053/1.html)
Das möchte ich lieber nicht erleben, wie der Flugbegleiter mit kaum verhohlenem Sadismus zu mir sagt: „Ach komm schon, ein Scheiberl geht schon noch vom Braten, bist doch ein Mannsbild. Wegen dem kleinen Knödel, hörst, schmeckens Dir etwa nicht? Vielleicht noch ein Haxerl von der Ente? Satt bist? Bist krank, vielleicht? Kriegst an Schnaps. Iss ruhig zu, nachher gibts bloss noch ein wenig Brotzeit und dann Kuchen, weisst schon die Cremetorte, die Du immer so magst…“
Vielleicht will er aber emotional authentisch sein und sagt auf dem Flug, irgendwo über der hässlichen Dänemark, was er denkt: „Jaja. Die böse, böse Uhr. Tja, jetzt waren wir alle mal wieder ein Stünderl zusammen, schön, jetzt müsst Ihr aber leider wieder aufbrechen, weil unsereins noch nach New York weiterfliegen will - allein; war schön, dass wir uns mal wieder an Bord gesehen haben, der Kapitän entriegelt gleich hinten die Ausstiegsluke, ich helf Euch noch in den Mantel, Bussi servus, - nein nein, das sieht nur so hoch aus, also raus mit Euch…“
Allegorie der Philosophia
02.03.08 – warnt vor:Bedrohungen
allenthalben
Der Zauber treffender Namen
27.02.08 – warnt vor:Nachrichten
| Menschen, zu
meidende
Es ist schon
fast gespenstisch schön, den Präsidenten des
Bundesverfassungsgerichtes mit dem Namen „Dr. Papier“
bezeichnet zu lesen. Nomen = Omen: 106 Seiten hatte
das heutige Urteil, das erfreulicher Weise dem
Schäuble ein paar Reissnägel auf den Weg in den
Abgrund streut. Wäre die Welt überall in dieser
prästabilierten Harmonie eingerichtet, müsste ich
womöglich „Dr. Schreibe“, „Dr. Sorge“ oder „Doc Tor“
heissen, wer weiß.
Auch gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten
03.12.07 – warnt vor:Nachrichten
Abendzeitung
011207.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.
Verehrte Freunde der Nachrichtensicherheit. Die Gefahren des Presswesens sind uns bekannt.
Wir werden von dummen Journalisten desinformiert, von „im allgemeinen gut unterrichteten Kreisen“ propagandistisch auf Linie gebracht und von schmierigen Werbemännern in die Marketingfalle gelockt. Kurz: Zeitungslektüre ist ein Spaziergang in einem Minenfeld.
Manchmal wird offen gehetzt („Ostspione immer gemeiner“ Bild), manchmal gelogen („Außenminister Fischer“, passim; die Wahrheit wäre gewesen: der Laienaußenministerdarsteller Fischer), und nur selten darf ein Journalist die Wahrheit wagen und so eine Headline drucken lassen (Abendzeitung 01.12.07):
„Pianist Clayderman kauft ein Klavier.“
Ginge es nach mir, wäre diese Nachricht schon bald so unsterblich wie die berühmte „Ballade pour Adeline“ des genannten Klaviervirtuosen. In der schönen Zeile „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ zeigt sich der Journalismus von seiner sympathischsten Seite. Sie spricht nichts als die Wahrheit aus, eine plausible, mit größter Sicherheit irgendwann auch einmal stattgehabte kleine Begebenheit von einem gewissen nicht zu schrillen allgemeinen Interesse, die sich nicht durch vorlauten Paperazzismus („Skandalpianist Clayderman kauft Pariser Edelnutte einen Steinway“) hervortun will und auch nicht durch unnötige investigative Verrätselung Aufmerksamkeit schinden möchte („Klavier weg – war es Clayderman?“). Und sogar die nackte Lüge – nur weil die Meldung so schön wäre – bleibt uns erspart („Außenminister Clayderman“).
Statt dessen treffen sich auf der Stufenleiter seriösen Nachrichtenwesens in der beispielhaft logischen, sogar sicherheitshalber tautologischen Meldung „Pianist Clayderman kauft ein Klavier“ die Linien des Informationsgehaltes und des Unterhaltungswertes in einem gemeinsamen Punkt. Dem Nullpunkt.
Ein nachahmenswertes Vorbild für hoffentlich noch viele ungefährliche und wahrheitsgemäße Meldungen wie „Bäcker backt Brezel“, „Schumacher fährt Rennauto“, „Doktor Vogl warnt“ oder „Joschka Fischer nervt“.